Beiträge von Marsilio

    Hallo Oliver, das Shure M95 ist in meinen Ohren ein sehr schön aufspielendes Tonabnehmersystem, bei dem es sich lohnt, bei der Nadel nicht zu sparen.


    Dacapo hat wohl die grösste Auswahl an Nadeln fürs M95:

    Shure M95 Stylus - N95 ED/HE/G/... (all variants) | DaCapo Audio


    Du schreibst, dass Du wert auf eine schöne Auflösung legst. Da wäre die sphärisch geschliffene (Original-)Nadel wohl nicht ganz ideal; ich empfehle bei diesem Wunsch mindestens einen elliptischen Schliff.


    Auf dem Papier sieht die Black Diamond/Nudeline Swiss für rund 50.- attraktiv aus - elliptischer Schliff, ganzer (Kunst-)Diamant. Leider sind von diesem Hersteller stark schwankende Qualitäten überliefert; ich hatte mal so eine Nadel für mein M95 erwischt, die komplett unbrauchbar war da so schlecht verarbeitet (viel zu hart aufgehängt, flog ständig ab und verzerrte bei der Wiedergabe). Andere User wiederum berichten begeistert von wunderbaren Exemplaren. Man kann es probieren - mit Glück erwischt man ein richtig gutes Exemplar; man muss da einfach ganz genau hinschauen und hinhören und damit rechnen, allenfalls umtauschen zu müssen.


    Die japanischen Nachbaunadeln - selbst das 30-Euro-Exemplar von Analogis - sind in der Regel solide verarbeitet; das sind halt nur getippte Nadeln. Für den Preis meines Erachtens aber in Ordnung. Besser in der Auflösung sind die scharf geschliffenen Hyperellipsen von Tonar, leider nur getippt und preislich um die 120.- positioniert. Aus meiner Sicht nicht uninteressant.


    Die Nude Elliptical von Jico ist ein neues Produkt, das noch nicht lange auf dem Markt ist. Mit rund 150.- zwar teuer, aber ich habe im Web schon Makrofotos gesehen, die beeindruckend waren: Da bekommt man einen Naturdiamanten, sauber poliert und schön elliptisch geschliffen mit einer Verrundung von 0.3x0.7mil. Das ist zwar nicht so scharf wie die Hyperellipse von Tonar, aber eben - nackiger Naturdiamant. Hier im Forum gibts auch erste Userberichte, die positiv ausgefallen sind.


    Famos und highend, aber schweineteuer, ist die SAS-Nadel von Jico.


    LG

    Manuel

    wobei meine persönliche Präferenz zwischen meinen vorhandenen Shure V15III und Dual M20E je mit Oriignalnadel eher beim M20E liegt.


    Meine Erwartung: Eine neue Nadel am Shure oder ein Neukauf eines Systems mit Fineline-Nadel müsste zumindest gravierend anders klingen als meine bisherigen System, sonst ist es Geldverschwendung.

    Vielleicht müsstest Du mal einen Schritt weitergehen und ein MC in Betracht ziehen? Der Dual 704-Tonarm ist sehr wohl in der Lage, auch schöne MCs korrekt über die Plattenrille zu führen. MC's sind halt teurer als MM-Systeme.


    Konkret denke ich an das Goldring Eroica mit dem Gyger-Schliff, das es als Low- und als High-Output-Variante gibt. Und an das Audio Technica AT33PTG (Low Output) mi dem Microline-Schliff auf Bor-Träger (dürfte genauso aus dem Namiki/Orbray-Regal sein wie die SAS-Nadel). Gerade das AT33PTG könnte an den 220 Ohm Impedanz Deines Onkyo A 8450 ein ziemliches Match sein. Und es wäre echt was anderes als das V15III und das M20E.


    LG

    Manuel

    Ich wurde in einem anderen Forum (nicht hier :) ) schon böse angepflaumt, weil ich jeweils darauf hinweise, dass die Black Diamond/Nudeline Swiss-Nadeln wegen ihrer schwankenden Qualität nicht den allerbesten Ruf haben.


    Mit Glück erwischt man ein wirklich gutes Exemplar (so eins habe ich inzwischen), mit Pech eines wie das oben gezeigte - oder eines, das im Gegenteil so bretthart aufgehängt ist, dass es ständig abfliegt (so eins hatte ich auch schon mal).


    Immerhin habe ich den Eindruck, dass sich die Qualität insgesamt zuletzt etwas gebessert hat; die Meldungen von schlechten Exemplaren sind etwas zurückgegangen.


    Ganz grundsätzlich muss man aber festhalten, dass es sich hier um eine Nadel der 40-Euro-Preisklasse handelt. Auch wenn ein nackter (Kunst-)Diamant verbaut ist - hinsichtlich Schliff und Politur bekommt man da natürlich schon nicht dasselbe wie bei einem Nadeleinschub mit nacktem (Natur-)Diamanten, der das drei- bis vierfache kostet. Deshalb bin ich dann ja auch etwas die Spassbremse, wenn die Black Diamond mal wieder in dieselbe Liga hochgelobt wird...


    LG

    Manuel

    Ich würde fast wetten, dass beim 704 - wie es awi bereits beschrieben hat - nur die Kontakte beim Headshell nicht mehr sauber sind.


    Für ganz Ungeduldige: zwei, dreimal TK (Dual-Slang für Headshell) wegnehmen und wieder einstecken. Könnte schon reichen.

    Falls nicht: Die Pins zwischen TK und Tonabnehmer mal lösen und neu befestigen.


    Dauert ingesamt etwa, nun ja, eine Minute oder so...


    Ansonsten teile ich als langjähriger Dual-704-Besitzer natürlich die Auffassung, dass das ein ganz ausgezeichneter Plattenspieler ist.


    LG

    Manuel



    PS Und bitte nimm' mir diese Frage nicht übel, aber das kommt öfters mal vor (auch mir schon passiert...): Ist der Plattenspieler wirklich an einem Phonovorverstärker oder einem Phonoeingang angeschlossen? Da passt man gerne mal nicht auf, und ein normaler Audioeingang funzt da natürlich nicht...

    Nun gut, wenn "Japanbomber", dann würde ich in jedem Fall mal bei Technics schauen. Die SL-1600 bzw 1610 und SL-1700 bzw. SL-1710 sind da richtig schwere, hervorragende Geräte - im Prinzip SL-1200 für den Heimgebraucht (also mit etwas mehr Komfort versehen, aber dem gleichen starken Direktantrieb. Kaum schlechter, aber deutlich günstiger sind SL-Q2, SL-Q3 und SL-Q33. Hat gs-audio auch immer mal wieder im Angebot.

    Technics SL-1600 | Hifi-Wiki

    Technics SL-1610 | Hifi-Wiki

    Technics SL-1700 | Hifi-Wiki

    Technics SL-1700 MK 2 | Hifi-Wiki

    Technics SL-1710 | Hifi-Wiki

    Technics SL-1710 MK 2 | Hifi-Wiki

    Technics SL-Q 2 | Hifi-Wiki

    Technics SL-Q 3 | Hifi-Wiki

    Technics SL-Q 33 | Hifi-Wiki


    Für einen guten Kollegen habe ich mal einen Hitachi aufbereitet - den PS38. Direkttriebler, aber manuell. Der PS.48 ist die halbautomatische Variante.

    Hitachi PS-48 | Hifi-Wiki

    Schön finde ich auch die Universum F2092 und F2095:

    Universum F2092 Fully Automatic Turntable Manual | Vinyl Engine

    Universum F2095 Direct-Drive Turntable Manual | Vinyl Engine


    LG

    Manuel

    Ich finde den Sony arg teuer.


    Nochmals: Du wohnst ja ganz in der Nähe von gs-Audio. Fahr' doch dort mal hin und lass' Dir zeigen, was er so da hat. Wie geschrieben - anders als beim Sony, wo einiges unklar ist, hat Gunther einen ganz ausgezeichneten Ruf, und zwei Jahre Garantie gibt er auch noch - und Du hättest im Falle eines (seltenen) Falles eine Top-Anlaufstelle für eine Reparatur (meine beiden Duals hatten noch nie einen Defekt).


    Und wie ich sehe hat er auch einige Dual 701 da: Der hatte eine richtig schöne Holzzarge, nicht einfach foliert, sondern aus richtig schönem Holz. Wer lieber auf weiss steht bekommt sie bei Gunther auch in weiss. Darunter ist Schwarzwälder Technik vom Feinsten. War der allererste Direkttriebler von Dual, der Vorgänger von 704/721. Und so einer lässt sich bei Nichtmehrgefallen immer wieder verkaufen (wohl einfacher als ein Sony).

    Dual 701 2.Serie Audio technica AT13EAV - G.S.Audio Hochwertige Hifi Geräte (gs-audio.com)

    Falls Dir die originalen, braun getönten Hauben nicht gefallen gibt es eine neue Alternatve:

    Dual CS 701 kompatible Haube Deckel - IntoVinyl.com


    Beim Originaltonabnehmer des 701 handelt es sich um das Ortofon M20E (wurde teils von Dual gelabelt als Dual DM20E) - das ist lecker: Ganzer Diamant, mit dem selten gewordenen scharfen elliptischen 0.2x0.7mil-Schliff. Sehe ich in etwa auf dem Niveau des aktuellen Ortofon 2M Bronze. Und es gibt sogar noch originale Ersatznadeln: Dual M 20 E Stylus - DN-350, DN 351-78 (TK 134) | DaCapo Audio


    LG

    Manuel

    GS-Audio hat einen hervorragenden Ruf; im Hifi-Forum haben schon einige User bei ihm gekauft. Seine Geräte sind vergleichsweise teuer, aber sein Support soll richtig klasse sein. Eine Weile lang bot er seinen Käufern sogar leihweise verschiedene Tonabnehmer zum Vergleichen an (allerdings nur mit einfacheren Nadeln).


    LG

    Manuel

    Diese Frage kann ich beantworten: Das AT-VM95 ist eine Weiterentwicklung des alten AT95. Letzteres ist ein extrem billiges System, das aber immerhin eine elliptisch geschliffene Nadel hat. Offenbar gab es Qualitätsschwankungen, und nicht ohne Grund bekam dieses System irgendwann den Übernahmen "Grüne Pest".


    Der Generator an sich wäre eigentlich gar nicht übel; das erkannten auch Zulieferer. In England etwa gab es eine Firma, die einen Nadeleinschub mit raffiniertem Paratrace-Schliff anbot. Auch Audio Technica selber brachte dann irgendwann selektionierte elliptische Schliffe auf den Markt, und andere Hersteller verwendeten den Generator als Basis für ihre eigenen Systeme (Linn, Goldring u.a.).


    Die aktuelle AT-VM95-Reihe nun gibt es seit einigen Jahren. Audio Technica (AT) hat im Prinzip den AT95-Generator optisch aufgehübscht und vermutlich auch in technischer Hinsicht etwas überarbeitet. Vor allem aber bietet AT nun eine ganze Reihe von Nadeleinschüben an, von sehr einfach sphärisch getippt (AT-VM95C) über elliptisch getippt (AT-VM95E) und elliptisch nackt (AT-VM95EN) bis zu ganzen, schön polierten Diamanten mit Multifacettenschliffen (AT-VM95ML = Microline und AT-VM95SH = Shibata). Das ist alles untereinander kompatibel. Zudem sind die Preise sehr attraktiv; kein anderer Hersteller bietet so gute Schliffe so preiswert an. AT macht das einerseits über die Masse (AT ist einer der grössten, möglicherweise sogar der grösste Hersteller mit sehr breiter Palette an Tonabnehmersystemen), andererseits dürften die Entwicklungskosten dieses Generators, den man ja bereits seit Jahrzehnten auf dem Markt hat, längst amortisiert sein. Nicht nur für Vinylisten, die mit kleinerem Budget möglichst viel aus der Plattenrille holen möchten, eine tolle Sache. Wobei AT auch über der AT-VM95-Reihe sehr schöne Tonabnehmer im Sortiment hat. Das AT-VM540 habe ich bereits erwähnt, sehr spannend finde ich auch das MC-System AT33PTG.


    Verschweigen möchte ich an dieser Stelle nicht, dass die AT-Systeme ihren eigenen "Hausklang" haben; sie sind in der Mehrheit tendenziell eher hell abgestimmt, mit sehr breiter Bühne, nicht unbedingt Bassmonster. Schlecht ist das nicht sondern halt einfach auch Geschmacksache. Wer auf warmen Sound steht, kommt bei AT nicht auf seine Rechnung. Ich persönlich besitze zwei (alte) AT-Systeme, gegen die ich objektiv überhaupt nichts negatives sagen kann, meinen Hörgeschmack aber treffen sie nicht ganz weshalb sie nicht so oft im Einsatz stehen. Hinzu kommt, dass die MM-Systeme von AT als eher kapazitäts-kritisch gelten; man sollte also schon auch schauen, was man für eine Phonosektion verwendet.


    LG

    Manuel

    Vielleicht müsste man dem Threadersteller auch zeigen, wie die genannten Alternativen optisch aussehen. Er hat ja einen alten Wega (=Sony) und möchte sich auch optisch verändern. Ich selber besitze je einen 704 und ein 1219, beide im Originalzustand und so wie sie jetzt dastehen vielleicht nicht die schönsten ihrer Gattung (ich mag es eben, wenn alte Geräte etwas Patina und Kratzerchen haben und dann understatement-mässig performen wie Weltmeister...). Sie sind daher als Demo-Objekte nicht so geeignet.


    Vielleicht haben einige von Euch etwas aufgearbeitete Dual-Schmuckstücke, die man dem Threadersteller als Denkanstoss hier mal zeigen könnte? Ein Dual 704 etwa mit neuer Zarge und neuer Transparenthaube hat nämlich schon auch was... :love:


    LG

    Manuel

    Der TA OMB20 wird dem CS5000 nicht gerecht, hier ist das AT-VM95ML oder noch besser das AT-VM95SH angesagt.

    Überall lese ich das AT-VM95ML wäre dem AT-VM95SH überlegen. (Also müsste es umgekehrt lauten, hier ist das AT-VM95SH oder noch besser das AT-VM95ML angesagt.)


    Das OMB 20 kann man doch auch bequem mit einer 30iger oder 40iger Nadel upgraden. Auch nicht die schlechteste Alternative. Dabei sollte man aber auch berücksichtigen dass die Kette, hier vor allem die Phonostufe schon stimmen sollte. Im anderen Fall kann das hochwertigere System seine Stärken nicht ausspielen.

    Sooo schlecht ist das OM20 nicht, mit der 30er- und vor allem der 40-Nadel ist es richtig gut. Und es hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber dem Audio Technica AT-VM95ML bzw. VM95SH: Es ist ausgesprochen unkritisch was die Anschlusskapazitäten betrifft - es ist eines der ganz wenigen Tonabnehmersysteme, bei denen man sich echt keine Gedanken machen muss, was für ein Phonoverstärker vorhanden ist.


    Zweitens bin ich der Meinung, dass AT-VM95ML und AT-VM95SH hinsichtlich Preis-Leistung ausgezeichnet positioniert sind. Aber es ist nicht das Ende der Fahnenstange. Wenn man bei Audio Technica bleiben möchte, gibt es für einen vergleichsweise kleinen Zuschlag (derzeit 199.- bei Thakker) das weniger gehypte AT-VM540ML. Das hat einen genauso guten Schliff, aber den besseren Generator (und ich meine mich erinnern zu können dass auch der Nadelträger feiner ist, Irrtum vorbehalten). Das AT-VM540ML soll gemäss verschiedenen Forenberichten klanglich auf demselben Niveau wie das eigentlich klar darüber positionierten Audio Technica AT-VM740 performen. Aus meiner ganz persönlichen Sicht wäre also eher das AT-VM540ML der Best-Buy.


    LG

    Manuel

    Die OM-Reihe von Ortofon hat gegenüber Audio Technica noch einen weiteren Vorteil - sie gilt als ausgesprochen gutmütig hinsichtlich Anschlusskapazitäten, vor allem die OM-Generatoren ohne dem Zusatz "super". Einer der ganz wenigen Tonabnehmer, bei dem man sich wirklich keine Gedanken über die Phonosektion beim Verstärker machen muss.


    Dass da eines Tages keine Nadeln mehr verfügbar sind, denke ich nicht. Es ist zwar wahrscheinlich, dass Ortofon keine Originalnadeln mehr anbietet, aber es gibt ja Marken wie Tonar, die in die Bresche springen. Und schliesslich kann man auch ein MM einem Retipper geben.


    Und: Die aktuelle 2M-Reihe von Ortofon beruht auf der OM-Reihe. Nadeleinschübe sind untereinander austauschbar (sieht zwar bescheuert aus). Aber das beweist: Überholte Technik ist das gewiss nicht.


    LG

    Manuel


    PS: Bei mir ist seit vielen Jahren ein OM-40 im Einsatz. So manche Attacken anderer Systeme musste es abwehren, aber am Schluss hat es sich dann doch immer wieder durchgesetzt und spielt daher ganz prima am Wohnzimmer-1219. Und es gewinnt an einem Röhren-Pre: Die tonale Nüchternheit, die man ihm etwas nachsagt, wird da quasi kompensiert. Im Zusammenspiel mit der breiten Bühne und der sehr guten Detailwiedergabe passt das in meinen Ohren (das ist selbstverständlich ja alles Geschmacksache) sehr gut.

    Für den Lindemann habe ich vor Weihnachten übrigens keine 600.- sondern 490.- bezahlt - also so viel, wie das AT333PTG auch in etwa gekostet hätte.

    In dieser Preisklasse gibt es ja noch einige weitere Kandidaten, von Pro-Ject, Lehmann, Moon etc.


    Auch verglichen (mittels Tonbandaufnahmen) habe ich den Limetree mit meinem Vollverstärker (einen Revox B150 von 1989) und eben dem V-LPS. Der Revox kann, wie geschrieben, nur MM, der V-LPS beides. Im MC-Betrieb hat der Limetree die Nase klar vorne, im MM-Betrieb macht der V-LPS zwar mehr Druck, wenn man genau hinhört fehlt es aber etwas an Details. Der Limetree hingegen bildet diese sehr schön ab. Der Revox wirkt klanglich zurückhaltender. Wenn man aber genau hinhört, ist er aber in der Lage, die Details annähernd so gut wiederzugeben wie der Limetree. Hätte ich nur MM-Systeme, so würde der Revox also ausreichen. Für MC-Systeme hingegen lohnt sich eine entsprechende Phonovorstufe in jedem Fall.


    LG

    Manuel

    Vielleicht interessiert zum Thema MM vs. MC mein kleiner Erfahrungsbericht.


    Nach Jahrzehnten MM's (hauptsächlich Shure M75, später dann auch etwas höherpreisige Vintagesysteme) konnte ich hier im Biete-Bereich vor einigen Jahren zu einem sehr fairen Kurs ein gebrauchtes Ortofon MC Nr.2 kaufen - nicht dass ich so eins unbedingt benötigt hätte, aber ich wollte halt mal ein MC ausprobieren, und das Nr.2 hat ja auch einen wirklich guten Ruf,


    Mein Vollverstärker kann nur MM; fürs Wohnzimmer habe ich aber einen kleinen Musical Fidelity V-LPS II, der mit MC's klarkommt. Also wurde das Nr. 2 fortan an diesem (am Wohnzimmer-Dual 1219) betrieben. Klanglich prima. Nicht besser als ein gutes MM, in etwa gleiche Liga.



    Kürzlich feierte ich einen runden Geburtstag. Zuerst überlegte ich mir, ob ich dies zum Anlass nehmen soll, mir ein schönes neues System zuzulegen, etwa das Audio Technica AT33PTG. Nach viel Lektüre in den einschlägigen Foren entschied ich mich aber anders und kaufte stattdessen für dieses Geld einen optisch wenig beeindruckenden, in vielen Userberichten aber hochgelobten und im MC-Betrieb sehr fein anpassbaren Phono-Pre - einen Lindemann Limetree.


    Tja, was soll ich sagen... das gute alte Ortofon Nr. 2 profitiert hörbar. Inzwischen ist noch ein zweites gebrauchtes Vintage-MC zu mir gekommen. Auch das läuft da prima.


    Zur Frage. was denn anders geworden ist: In meinen Ohren ist die Tiefe bei den MC's besser. Und die Systeme sind im Sound quasi "schneller", wirken "zackiger", vielleicht auch etwas kantiger.


    Ist MC also besser als MM? Mein Fazit: Jein. Meine beiden Low-Output-MC's machen etwas mehr Dampf, gehen mehr in die Tiefe, und generell wirken die beiden Systeme ziemlich spektakulär. Als MM-Gegenpart habe ich hier ein Shure V15V mit SAS-Nadel. Dieses wirkt im Direktvergleich etwas zurückhaltender, gemässigter, vielleicht aber auch etwas homogener und entspannter. Nicht schlechter, einfach etwas anders. Was einem da besser gefällt, ist daher meines Erachtens Geschmacksache. Ich habe das so gelöst, indem der 1219 im Wohnzimmer nun mit einem MM-System bestückt ist, der 704er im Musikzimmer (mehrheitlich) mit einem MC..



    Oft unterschätzt wird aus meiner Sicht der Phono-Pre. Lange meinte ich, dass das doch bloss Voodoo sei. Nun habe ich den Direktvergleich V-LPS vs. Limetree gemacht - und da geht echt was, der Limetree ist klarer, detailreicher. Auch im MM-Betrieb. Daher mein Fazit Nummer zwei: Eine gute Phonovorstufe lohnt sich.


    LG

    Manuel

    Bei LineContact tippe ich bei AT heute auch auf Ogura. Ich bezog mich aber auf die AT-VM-95-Reihe, und da gehe ich eher von Namiki bzw. bei den einfacheren Nadeln möglicherweise von nochmals einem anderen Anbieter aus.


    In den 80er-Jahren hatte übrigens auch Namiki LineContact-Nadeln im Sortiment: Mein Monster Cable Alpha 1 hat gemäss zeitgenössischer Werbung einen Nadelträger von Namiki mit LC-Schliff.


    Tonar = Nagaoka: könnte sein... Vielleicht ist dieser andere Nadelhersteller in Japan, bei dem man (oder zumindest ich) nicht weiss wer es ist ja auch Nagaoka.

    Auch nicht klar ist mir, von wem Denon heute (und früher Yamaha für MC9 & Co,) die scharfen Ellipsen bezieht.


    LG

    Manuel