Beiträge von Marsilio

    Ich hatte im Wohnzimmer einen frisch (und teuer) gewarteten Revox B795. Dann stiess ich durch Zufall (und für kleines Geld) auf einen 1219. Den nahm ich damals mit, weil ich auch mal einen Reibradler ausprobieren wollte - mit der Idee, ihn danach weiterzugeben.


    Der 1219 wurde für einen Probelauf mal kurz an die Wohnzimmeranlage angeschlossen. Naja, kurz und Probelauf ist gut - der "Versuch" an der Wohnzimmeranlage dauert nun bereits sicher fünf Jahre an und der Revox steht längst anderswo. 8)


    Der 1219 ist ein Panzer, gebaut für die Ewigkeit. Bei meinem rumpelt nix, das einzige, was ich höre ist ein ganz leichtes Sirren, aber auch nur, wenn ich mit 30cm Abstand vor dem Gerät sitze und die Rillen gerade keine Musik enthalten.


    LG

    Manuel

    Ein Elac ESG796H30, im Gegensatz zum Ultra mit Originalnadel, ist mein zweiter Spitzentonabnehmer. Kostete damals, im Jahr 1986, genau 249 DM (meines war noch angeschrieben), also ein Bruchteil eines Ultras. In meinen Ohren ist das Elac tonal zwar definitiv anders abgestimmt, unter dem Strich 2würde ich aber von der gleichen Liga reden.


    Mittlerweile höre ich sogar häufiger mit dem Elac als mit dem Ultra meine Platten - diese leichte Zurückhaltung des blauen Kielers in den Höhen hat (wieder in meinen Ohren) den Effekt, das Stimmen nie zerrend oder kreischend herüberkommen sondern schlicht und einfach immer sehr stimmig.


    LG

    Manuel

    Zum Shure Ultra: Zu meinem Exemplar bin ich vor etwa sechs oder sieben Jahren durch einen Zufall gekommen - so wie es bei (Vintage-)Hifi ja oft ist: Mal greift man ins Klo, mal macht man einen Glücksgriff. Und man findet dann so ein Teil, wenn man es garantiert nicht sucht.


    Eigentlich träumte ich damals von einem Ortofon 2M Black. Weil ein solches aber deutlich über meinen finanziellen Möglichkeiten lag, musste ich mich anderweitig umsehen. Über einen Bekannten kam ich zu einem Schlachtgerät mit einem nadellosen Shure V15V. In der Folge scannte ich während Monaten täglich mehrmals die Kleinanzeigen nach einer Originalnadel, natürlich erfolglos. Stattdessen stiess ich auf ein Ultra, ebenfalls nadellos, aber bezahlbar. Nadel fand ich dann wirklich keine mehr und behalf mich schliesslich mit der SAS-Nadel von Jico.


    Doch etwas möchte ich an dieser Stelle auch erwähnen: Das Ultra 500 ist super, das V15V aber auch. Das Ultra ist letztlich ein optisch aufgehübschtes, mit einem geschlossenen und deutlich schweren Body versehenes, selektiertes V15V mit speziellen Schrauben. Möglicherweise waren auch die Nadeleinschübe selektiert. Mit der SAS-Nadel - wie beschrieben kann ich das nicht beurteilen, wie es mit einer Originalnadel klingt - ist der Unterschied zwischen Ultra und V15V sehr klein. Wer ein V15V (ohne "x" besitzt!) besitzt, ist ebenfalls sehr gut aufgestellt. Aus rein klanglichen Gründen muss es, wenn man wie ich auf SAS-Nadeln setzt, kein Ultra sein.


    Faszinierend ist halt die geile Ultra-Optik. Und dass die Preise in den letzten Jahren so irre hochgegangen sind könnte auch damit zusammenhängen, dass die renommierte, ja legendäre Firma Shure Brothers als Tonabnehmerproduzent die Segel gestrichen hat. Das Ultra 500 war eben der Höhepunkt deren Schaffen. Und der Beweis, dass ein profanes MM (also nicht einmal ein MI à la Grado oder Nagaoka) auch verdammt gut sein kann. Unter dem Strich denke ich, dass wir es hier aber schon auch mit einer gewissen Mythifizierung zu tun haben.


    Interessieren würde mich, ob die Aussagen in anderen Foren wirklich stimmen, dass das Ultra auf dem Niveau von höherpreisigen MC's mithalten kann - etwa im Direktvergleich zu einem Benz.


    LG

    Manuel

    Da ich alle drei Systeme kenne hier meine persönliche Einschätzung:
    - Dual DMS240 (Hersteller Audio Technica, eng verwandt mit dem AT70): Breite Bühne, eher etwas höhenbetonend, ansonsten neutraler Klang (in meinen Ohren eher kühl), ziemlich CD-like
    - Shure M91: Warm, gehörig Bass, etwas eingeengtere Bühne, leicht zurückgenommene Höhen, macht Dampf

    - Dual M20e (Hersteller Ortofon): Eher neutral, schon fast CD-like, sehr korrekt, gute Auflösung.


    Schlecht von denen ist keines. Das M20E würde ich als das ausgeglichenste System bezeichnen, zudem gibt es hier immer noch die feinen Originalnadeln mit ganzem Diamanten und scharfem elliptischem Schliff. Bei Shure bietet sich an Nachbaunadeln von miserabel bis überragend mittlerweile alles an. Beim DMS240 ist die Nadelsituation weniger gut, Originalnadeln sind selten, und Nachbauten haben maximal die Qualität der erwähnten Black Diamond. Mein ganz persönlicher Favorit ist aber das Shure.


    LG

    Manuel

    Ich finde derzeit die Hanas recht spannend. Die werden von Excel gefertigt, einem sehr erfahrenen Hersteller von Tonabnehmern. Wie gut die an ein TK passen müsste man mal abklären:Hana - Tonabnehmer A - O - Phono - PhonoPhono High Fidelity in Berlin


    Sicher problemlos passt das Audio Technica AT33PTG, das bereits mehrere Dual-User verwenden.


    Plan B und günstiger wäre ein (z.B. von TechneAudio) retipptes Yamaha MC9. Oder vielleicht findest Du irgendwo noch ein gutes Ortofon Nr.2 (dieses betreibe ich selber an meinem Dual 1219 - passt hervorragend).


    LG

    Manuel

    Sorry, aber mich überzeugt die Lösung mit der N95G-Nadel auf einem M91-Generator nicht. Da würde ich vorher beliebt machen, gleich das komplette M95-System zu kaufen, bietet dieses doch eine etwas breitete Bühne als M75/M91, das wäre in sich eine stimmige Lösung.


    Mit der originalen N75ED (nackter Diamant, scharf elliptisch geschliffen) ist das M75/M91 toll; würde ich das M91 aber mit einer Rundnadel betreiben wollen müsste es da schon der rote Nadeleinschub mit der nackten Rundnadel sein.


    Da leider weder die nackige Ellipse noch die nackige Rundnadel leicht aufzufinden sind, würde ich nach wie vor beliebt machen, das M91 mit einer vernünftigen Nachbaunadel zu betreiben. Da bleiben auch die Kosten im Rahmen. Steht ein höheres Tonabnehmerbudget zur Verfügung, würde ich statt irgendwelcher Kompromisse gleich zu einem Audio Technica AT-VM95ML-System oder - falls das Budget noch höher ist - zur famosen SAS-Nadel (diese dann wieder für die alten Shure-Systeme) gehen.


    LG

    Manuel


    PS. Und ja, ich bin so crazy - M75, M91 und M95 sind alle da... dieses warme Klangbild der Shures ist wirklich sehr hörenswert. :love:

    Eine N95 aufs M91 pappen und dabei auch noch den Nadelschutz entfernen scheint mir jetzt eine etwas krasse Lösung - wäre da nicht die N75B Type 2, die Du ja auch anbietest, die einfachere und genauso gute Lösung? Das ist ja offensichtlich auch eine US-made-Nadel.


    Ich würde dann, wenn der Preis eh langsam Richtung 100.- tendiert, gleich zur Hyperellipse von Jico tendieren. Da hat man halt schon eine deutlich bessere Auflösung als mit einer Rundnadel.


    LG

    Manuel

    Die Shure N75, also die Nadel fürs Shure M75, passt übrigens auch. Sieht nur nicht so schick aus am M91. Da ist die Auswahl grösser.


    Z.B. diese hier:

    N 75 E II – MrStylus


    Irgendwann wird vermutlich auch ein neuer Versuch mit der Black Diamond/Nudeline Swiss gemacht - das ist ein eigentlich interessanter Ansatz von nackten Diamanten mit ellitischem Schliff für kleines Geld (um die 40.-); die ersten Auflagen waren qualitativ leider noch stark schwankend.


    Andreas, der hier auch im Forum präsent ist, hat auch eine preiswerte Ellipse fürs M91 im Angebot - kenne ich aus eigener Hörerfahrung nicht, aber ich denke, dass er kein Schrott verkauft

    Shure - Plattenspieler-Nadeln (platten-spieler.de)


    LG

    Manuel

    Das ist die (mutmasslich chinesische) Schrottnadel, die der Holländer weitervertickt. Bei mir sowas von hochkant durchgefallen.


    Eine sichere Wahl sind die getippten elliptischen Nachbaunadeln des japanischen Spezialisten Jico (derzeit gerade vergriffen, dürften aber bald wieder lieferbar sein):

    N 91 E Hi-Track Nadel für Shure M 91 E - Made in Japan | THAKKER


    Noch etwas besser in der Detailauflösung ist die getippte hyperelliptische Variante dieser Nadel:

    N 91 HE Hi-Track Nadel für Shure M 91 HE - Made in Japan | THAKKER


    Richtig famos wird es mit der SAS-Nadel -damit spielt das M91 auf dem Niveau eines 500-Euro-Systems auf (nackter Diamant, Microridge-Schliff):

    JICO N 91 ED SAS Nadel für Shure M 91 ED | THAKKER


    LG

    Manuel

    Shure M75III gibt es definitiv nicht; ich nehme mal an der Threadersteller meint ein Shure V15III und die dazugehörige VN35E-Nadel. Mit diesem Tonabnehmer kann man gut Platten hören, immerhin ein ganzer Diamant, scharf geschliffen. Das konnten die Amis damals gut.


    Das AT-VM95ML hat wie bereits Vorredner geschrieben einen noch besseren Schliff; klanglich unterscheiden sich Shure- und Audio Technica-Systeme. Shure ist etwas wärmer. Ein V15III mit kaum gelaufener Originalnadel lässt sich gut verkaufen; ich allerdings würde es behalten und mir mehrere TK's zulegen und dann nach Lust und Laune den Tonabnehmer wechseln.


    SAS-Nadeln haben immer einen Microridge-Schliff. Jico hat aber auch einfachere Nadeln im Sortiment: E=elliptisch, HE=hyperelliptisch, aber stets nur gebondet, d.h. Diamantsplitter auf Metallsockel; die SAS ist stets ein ganzer Diamant auf Bor-Nadelträger - und das ist dann nochmals eine höhere Hausnummer ais die Nadel beim AT-VM95ML.


    LG

    Manuel


    EDIT: Meine Erfahrung ist, dass das Alter bei Shure- und auch Elac-Generatoren echt keine Rolle spielt; die toppen immer noch so manches nicht ganz billige Neuprodukt.

    Ich sag's mal so: Einen soliden Dual bekommt man für 100-150.- wenn es nicht gerade eines der supergehypten Modelle à la CS 750, 5000, 701 oder 721 sein muss. Ein für den Preis richtig gutes Tonabnehmersystem ist das Audio Technica AT-VM95ML für 160.-. Für also rund 300.- kommt man da schon sehr weit, auch klanglich.


    LG

    Manuel

    Sehr empfehlenswert finde ich für einen Einsteiger die Direkttriebler der Vor-ULM-Ära, weil man sich da keine Gedanken über Adapter, leichte Tonarme u.dgl. machen muss (wenngleich ich natürlich weiss, dass auch die ULM-Geräte ihre Qualitäten haben). Konkret sind da die Halbautomaten 604 und 704 eine absolut sichere Wahl, weil hier auch der (im Prinzip zwar einfach behebbare) Ausfall des Steuerpimpels der Vollautomatik mangels Vollautomatik ausgeschlossen werden kann. Aber auch die Vollautomaten 621 und 721 sind sehr gute Geräte. Die 7xx kosten in aller Regel aber schon mehr als die 6xx.


    Falls es auch ein Reibradler sein darf würde ich den Fokus auf die damaligen Topmodelle 1218 und 1228 (beide mit dem kleineren Plattenteller) sowie 1219 und 1229 richten (grösserer Plattenteller). Alles unkomplizierte Vollautomaten, die im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Vollen geschöpft sind.


    LG

    Manuel

    Man darf das Ortofon OM-System nicht unterschätzen - es hat schon einige Qualitäten, das es für bestimmte Umgebungszwecke geradezu prädestiniert. So ist es ausserordentlich leicht - wer eh schon einen leichten Tonarm hat bekommt da einen geeigneten Spielpartner (da denke ich zum Beispiel an die Linatrack-Tonarme der Revox-Plattenspieler). Und dann hat das System eine ausgesprochene Gutmütigkeit gegenüber Anschlusskapazitäten. Egal was man für einen Verstärker hat - das OM funktioniert praktisch immer. Das Super OM ist da schon etwas kritischer, im Vergleich zu so manchen modernen Systemen aber immer noch ziemlich unkompliziert.


    Klanglich ist es in meinen Ohren ein eher trockener Vertreter seiner Zunft; sehr korrekt, aber ohne jeglichen Effekten. Mit der 20er-, 30er- oder 40er-Nadel kann man damit schon auf höherem Niveau Platten hören. Gerade letztere löst die Details sehr gut auf. Bei der Black Diamond-Nadel stellt sich halt immer die Frage, ob man ein anständig verarbeitetes Exemplar erwischt. Ein gutes Exemplar ist eine nicht uninteressante Option, um den OM-Tonabnehmer zum günstigen Preis weiterbetreiben zu können.


    LG

    Manuel

    Und beim Tonabnehmer würde sich die Frage nach der Nadel lohnen. Eine abgenudelte 5er- oder 10er-Nadel hat einen Wert von nullkommanull, einer gut erhaltene 30er- oder sogar 40er-Nadel hingegen darf man gerne einen Restwert von bis zu 100.- zuschreiben.


    LG

    Manuel

    Wenn es wirklich fürs Wohnzimmer gedacht ist, so erfüllen für meinen Geschmack folgende drei Dual-Modelle diese Kriterien hervorragend, zumal sie dies auch aus technischer Sicht tun:

    - Dual 1219 (der grosse Reibradler mit der leckeren Stroboscheibe)

    - Dual 601 (aus meiner Sicht der hübscheste Dual-Riementriebler)

    - Dual 701 (der erste Direkttiebler von Dual mit einer wunderschönen, eleganten Zarge)


    LG

    Manuel