Beiträge von Marsilio

    Interessanterweise ist bei mir das OM-40 auch jenes System, das schlechte Platten besser meistert als die SAS-Nadel im Shure V15V.


    Da ich noch einige andere Systeme habe und da auch schon einiges ausprobiert habe, könnte Hennigs Vermutung durchaus zutreffen. So besitze ich noch von den sogenannten Cleorec-Ellipsen (jeweils fürs Shre M75 und M95), die damals aus der Schweiz kamen. Bei diesen Nadeln fällt auf, dass sie den Nadelträger relativ stark runterdrücken. Interessanterweise kommen aber gerade diese Nadeln auch ausgesprochen gut mit schlechten und stark welligen Platten zurecht, wo andere Systeme längst abfliegen.


    Fürs M95 hatte ich auch mal eine Black Diamond da; die war das Gegenteil - viel zu hart aufgehängt und daher ein notorischer Abflieger. Offenbar soll es aber auch (zu) weich aufgehängte Black Diamond-Nadeln geben, bei denen könnte der Effekt wie mit den Cleorec-Nadeln sein.


    LG

    Manuel

    Meines Wissens gab es schon auch eine getippte Ellipse mit einem schärferen elliptischen Schliff als die EJ - das müsste so eine sein.


    In diesem Prospekt (weit nach unten scrollen) ist das M75E sogar erwähnt, als Ersatznadel wird aber die ED angegeben. War wohl nicht so lange im Sortiment (bzw. dann erst einige Jährchen später wieder zur Mexico-Made-Zeit).

    1976 phono catalog (shure.com)


    LG

    Manuel

    Ich komme nochmals auf Anfangsthema zurück: Wurde das TK (Dual-Jargon für Headshell) mal überprüft? Ich weiss, wir haben hier ein ULM- und kein normaler Dual-TK und meine Erfahrungen beziehen sich nur auf die normalen TK's. Aber vielleicht liegt hier der Hund begraben.


    Von den TK's hab ich etwa zehn in der Schublade, jeweils bestückt mit einem Tonabnehmer. Da kommt es recht häufig vor wenn ich TK's tausche, dass da zuerst mal nichts oder nur ein Kanal spielt weil die Dinger die Tendenz zur Oxidation haben. Dann hilft es eigentlich immer, die Dinger mal zu polieren und einige Mal ein- und auszustecken. Und plötzlich gehts dann wieder auf beiden Kanälen.


    LG

    Manuel

    Ich hab' mich mal stundenlang durch alle irgenwo im Web auffindbaren Shure-Kataloge durchgeackert - fürs M75 bin ich da wirklich auf KEINE nackigen Rundnadeln gestossen.


    Etwas einfacher ist es ja bei der M95-Reihe.

    M95G: sphärisch, getippt

    M95 EJ: elliptisch, getippt, 0.4x0.7mil

    M95ED: normale Schrift: elliptisch, nackt, 0.2x0.7mil; Mexico-made elliptisch, getippt, 0.2x0.7mil

    M95HE: hyperelliptisch, nackt


    LG

    Manuel

    Es gab da doch einige unterschiedliche Varianten:


    M75

    - Rundnadel getippt (Irrtum vorbehalten in unterschiedlicher Qualität, z.B. N75-6)

    - elliptisch getippt, 0.2x0.7mil (N75D)

    - elliptisch nackt, 0.2x0.7mil (die N75ED)

    - hyperelliptisch nackt (N75HE)


    M91

    - Rundnadel getippt

    - Rundnadel nackt (der legendäre rote Nadeleinschub)

    - elliptisch nackt 0.2x0.7mil


    Man sieht also: Keine Hyperellipse fürs M91, und ob es eine getippte Ellipse fürs M91 gab bin ich zumindest nicht sicher. Auf der anderen Seite gabs auch keine nackige Rundnadel fürs M75.


    LG

    Manuel

    An den mittelschweren Dual-Tonarmen laufen soooo viele Tonabnehmersysteme gut... So leicht Wahnsinnige wie ich haben eine ganze Reihe Tonabnehmersysteme bereitliegen, um je nach Sound das System zu wechseln.


    Kurz meine Einschätzung zur tonalen Abstimmung von einigen Optionen als Diskussionsgrundlage. Viel Spass beim lesen :) :


    1. Ortofon kennst Du ja bereits - das 2M Blue oder auch das OM20 (das Äquivalent, beide haben einen nackten Diamanten mit mässig scharfem elliptischen Schliff), preislich um die 200.- sind eher trocken-nüchtern, ziemlich CD-like. Das 2M Bronze finde ich preislich eher weniger attraktiv positioniert; der Fineline-Schliff verschluckt in meinen Ohren mitunter doch noch mal ein Detail. Gyger (OM-40) bzw. Shibata (2M Black) sehe ich da im Vorteil, preislich geht's da aber Richtung 500.-


    2. Audio Technicas AT-VM95-Reihe (nicht nur für Preisfüchse ist das AT-VM95ML mit der nackigen Microline-Nadel für 149.- bei Thakker sehr spannend) ist tonal eher auf der helleren Seite, noch stärker ausgeprägt bei der teureren AT-VM7x0-Reihe. Muss einem gefallen - oder auch nicht. Sehr saubere Detailwiedergabe, v.a. bei den teureren Nadelschliffen. Audio Technica hat auch interessante MC-Systeme im Portfoglio, etwa das AT33PTG für ca. 520.-, das bietet dann einen nackigen Diamanten mit Microline-Schliff auf Bor-Träger. Und das ist dann schon eine richtige Ansage.


    3. Grado ist tonal eher das Gegenteil: Wer Wert auf warmen, analogen Klang legt, liegt hier richtig. Für Jazz und Stimmen toll - aber auch hier: Muss einem gefallen, die einen nennen's plüschig, die anderen rühmen es für seine Bühnenabbildung. Grado setzt auf MI-Systeme; wenn man ein gewisses Niveau möchte würde ich nicht unter dem Prestige Silver für ca. 250.- einsteigen. Interessant sind die hochwertigen Systeme mit Holzkorpus, namentlich das Grado Sonata sol gemäss verschiedenen Forenberichten grandios aufspielen, das kostet dann aber schon gegen 700.- Nur elliptische Schliffe, also eher nix für Detailfetischisten.


    4. Shure wurde bereits genannt - gibts leider nicht mehr auf dem Markt. Dennoch spricht nichts dagegen, sich so ein gebrauchtes System zu suchen. Das M75 ist tonal warm abgestimmt, mit etwas zurückgenommenen Höhen, schönem Bass aber etwas eingeengtem Klangbild. Das M95 ist tonal ähnlich, weist aber eine breitere Bühne auf. Mit einer guten Nachbaunadel (die Black Diamond/Nudeline Swiss zähle ich NICHT dazu!) immer noch eine gute Wahl, mit der famosen SAS-Nadel von Jico, die aber auch mindestens 250.- kostet, sogar eine sehr gute Wahl. Die moderneren Shure-Systeme wie das V15V sind klanglich neutraler abgestimmt, in meinen Ohren weniger nüchtern als Ortofon, auch sie kann man mit der SAS-Nadel auf hohem Niveau weiterbetreiben. Ein V15 kostet mittlerweile aber selbst nadellos schon recht viel.


    5. Unter den Dual-Fans eher weniger ein Thema ist Denon. Das DL-110, ein High-Output-MC mit nackter, recht scharf geschliffener elliptischer Nadel, gibts für 250.-. Klanglich ziemlich neutral-sauber abgestimmt. Aus meiner Sicht ein Allrounder und durchaus eine Alternative zum Ortofon 2M Blue/2M Bronze - punkto Detailwiedergabe mit leichtem Vorteil fürs DL-110.


    6. Aktuell im Hifi-Forum wieder recht hoch im Kurs steht das Sumiko Pearl, das baugleich mit dem alten Coral 555 ist. Für rund 140.- bekommt man hier einen eher warm abgestimmten Tonabnehmer, der dank dem recht scharfen elliptischen Schliff gleichwohl recht gut auch die Details wiedergeben kann. Leider nur getippte Nadel, und selber habe ich's auch noch nie gehört.


    7. Goldring ist ein Hersteller mit grosser Tradition - habe ich selber ebenfalls noch nie gehört. In etwa fürs Geld eines Ortofon 2M Bronze gibts hier das G1042 mit Gyger-Schliff. Tonal soll's eher auf der helleren Seite liegen. Für Transrotor gibt es quasi "getunte" Goldring-Systeme - das Transrotor Uccello Reference scheint ein gepimptes G1042 mit einem anderen Schliff zu sein - gemäss verschiedenen Usern in den einschlägigen Foren ein sehr gelungenes Upgrade.


    8. Knackig-ausgewogen sollen die MC-Systeme von Hana sein, die auf dem alten Excel MC100 basieren (und so eins habe ich noch selber - ich mag es sehr). In der günstigeren Ausführung nur mit getippten elliptischen Kunstdiamanten bestückt, gibts in der teureren Ausführung eine nackige Shibata. Als Low- und als High-Output-Ausführungen kosten letztere um die 650.- Verwandte sind die Excalibur-Systeme.


    9. Man kann sich natürlich auch auf die Lauer nach einem NOS-Vintagesystem machen. In meinen Ohren ein Traum ist das Empire 2000T aus den 70er-Jahren, das herrliche Klangfarben und eine breite Bühne bietet.


    10. Ebenfalls vintage ist Elac; die ESG796 sind aber immer mal wieder in der Bucht und in Kleinanzeigen zu finden. Jico bietet hierfür SAS-Nadeln an. Mit der Originalnadel ist das ESG796 eher samig-dunkel abgestimmt; mit der SAS soll es in den Höhen etwas zulegen.



    Was immer man letztlich wählt - was einem tonal anspricht, ist vor allem Geschmacksache. Mir persönlich sagen die Audio Technicas jetzt nicht so zu - objektiv hingegen kann ich überhaupt nichts negatives darüber schreiben, Ich kann mir sogar gut vorstellen, dass sie bei vielen Plattenfans deren Geschmack sehr genau treffen.


    LG

    Manuel

    Was ist Microridge???

    Microridge ist ein Multifacettenschliff wie auch Shibata. Gyger oder Van-den-Hul.


    Die SAS-Nadel von Jico entspricht exakt dem Microridge-Schliff. Der Microline-Schliff, den Audio Technica verwendet, übrigens auch.


    Shure bot das V15III mit verschiedenen Nadeleinschüben an; so gab es eine scharfe Ellipse, eine Hyperellipse und dann - in der Topversion - eben den Micoridge-Schliff. Sicher beim V15V, ev. schon früher (das weiss ich jetzt auch nicht auswändig) gab's den auf einem Berylium-Nadelträger.


    Die SAS-Nadel von Jico mit dem Bor-Träger ist quasi ein Nachbau dieser Microridge-Nadel auf dem Beryliumträger. Shure hat mit der Produktion ja aufgehört weil dieses Material giftig ist. Irrtum vorbehalten gibts deshalb heute keinen Hersteller mehr, der Beryllium für die Nadelträger verwendet. Bei Jico kann man statt Bor auch Saphir/Rubin haben.


    In diesem Thread hier gibts schöne Illustrationen (nach unten scrollen):

    Nadelschliff und Generator und System - Was kann man kombinieren? (old-fidelity-forum.de)


    LG

    Manuel

    Man könnte sie retippen lassen, also einen neuen Nadelträger mit schönem Diamanten dranpappen lassen - wenn man da aber eine Shibata oder Microridge will kostet das schon um die 250 oder mehr. Für einen vergleichbaren Betrag bekommt man auch einen SAS-Nadeleinschub von Jico mit Bor-Träger.


    Aus meiner Sicht lohnt sich das daher eher nicht. Anders würde das aussehen, wenn wir es hier mit einem Nadeleinschub zu tun hätten, für den es keinen hochwertigen Ersatz mehr gibt.


    LG

    Manuel

    Mein Topsystem für meinen Dual 704 ist ein Shure Ultra 500, das ich mangels Originalnadel mit der SAS-Nadel von Jico (in der Variante mit dem Bor-Nadelträger) betreibe. Ich nehme sehr viel ab Platte auf Tonband und Kassette auf (ich bin ja auch einer der Revox-Fans...), und da kommt meistens das Ultra zum Einsatz.


    Da ich auch ein V15V besitze - und das mit derselben Nadel betreibe - kann ich vergleichen: Tonal sind die beiden Systeme praktisch gleich; das Ultra kann alles einfach vielleicht noch einen Hauch besser. Ob dies aber der mitunter gewaltige Preisunterschied zwischen dem V15V und dem Ultra wert ist, kann man sich in der Tat fragen. Das Ultra umgibt halt die Aura eines exklusiven Super-MM-TA's, derweil das V15V in der Wahrnehmung vieler so etwa die Liga AT150MLX/2M Black verkörpert.


    Grundsätzlich attestiere ich diesen grossen, "modernen" Shure-Systemen eine tonal ausgewogene, angenehme Abstimmung. Mir gefallen sie mit der SAS-Nadel ausgesprochen gut. "Spektakulär" à la Empire 2000T klingen sie nicht, einfach sehr sauber und transparent: Bass-Mitte-Höhen, Details - alles da. Auf Tonband nehme ich gerne mal wechselnd Musik ab CD und dann wieder ab Schallplatte auf - und dann, wenn ich mir das ein oder zwei Jahre später anhöre, kann ich öfters gar nicht mehr sagen, ob das ursprünglich nun ab CD oder ab Platte kam (gute Platten vorausgesetzt).


    Konstruktiv bot Shure einiges: Laminierte Polkerne, in der MR-Ausführung Nadelträger aus Beryllium und Microridge-Schliff. Und sogar das Bürstchen, das einige ja eher belächeln, hat meines Erachtens schon Vorteile, das Ding, das ja ganz leicht versetzt angeordnet ist, reinigt einerseits die Plattenrille nochmals vor störenden Staubkörner und hat andererseits eine leicht dämpfende Funktion.


    LG

    Manuel

    Wie bereits geschrieben - die absolute Vernunftlösung wäre ein Audio Technica AT-VM95ML für rund 150.- für den vorhandenen, bewährten 522. Denn was bringt ein schnuckliger 714 oder 731 für 250.- mit einem mediokren Originalsystem und getippter Ellipsennadel? Da ist die nackige Microline des AT-VM95ML schon ein anderes Kaliber.


    Sollte noch Budget übrig sein kann man auch überlegen, in einen (besseren) Vorverstärker oder einige Platten (das ist nie falsch!) zu investieren.


    LG

    Manuel

    Naja, ist alles auch eine Frage des Budgets. Im Zweifelsfalle würde ich lieber den alten vorhandenen, einwandfreien 522 behalten, mit dem verlinkten Adapter ausrüsten und mir ein leckeres Tonabnehmersystem dazu leisten. Das Audio Technica AT-VM95ML gibts für 150.-, dazu den Umrüstsatz von Thakker für 33,50 - klanglich ist das schon ein sehr schönes Upgrade für unter 200.-


    Man könnte natürlich auch noch einen draufgeben und z.B. ein High-Output-MC à la Hana SH für 650.- kaufen... :love:


    Beim Wechsel auf einen anderen Dreher - meine Favoriten sind hier auch die "alten" 604 und 704 - muss eine neue Nadel oder ein neues Tonabnehmersystem auch miteinkalkuliert werden, ist die Nadel doch ein Verschleissteil, das ich beim Erwerb daher als Gratiszugabe bewerten würde.


    LG

    Manuel

    Nun, das 2M Red hat eine getippte Nadel (getippt = Diamantsplitter auf Metallsockel); elliptischer Schliff, Preis 79.-. Problem des Gewurstel, damit's ins TK passt (die TK's mit hohe Wangen gehen; die flachen offenbar nicht - mein 2M Blue ist in hohen Wangen).


    Das von mir auch ins Spiel gebrachte Audio Technica AT-VM95E: Getippte Nadel, elliptischer Schliff, Preis 49.- Kein Gewurstel erforderlich.


    LG

    Manuel

    Hier im Biete-Bereich wird aktuell ein Ortofon Alpha mit neuer Fineline-Nadel 320 sowie der originalen, einfachen Alpha-Nadel für einen Hunderter offeriert.


    Für geringere Ansprüche ist aus aktueller Produktion das Audio Technica AT-VM95E für rund 50 das wohl beste Angebot, zumal man hier bei höheren Ansprüchen einfach die Nadel auf die bessere Microline austauschen kann:

    Audio Technica AT-VM95E Moving Magnet Tonabnehmer | THAKKER

    Dieses System müsste man dann ganz normal ans vorhandene TK anschrauben.


    Falls Schrauben nicht gewünscht ist, hat Andreas hier aus dem Forum auch noch alte Dual-Klick-Systeme im Angebot, etwa das Shure M95, die einfach eingeklickt werden können. Vielleicht hat er sogar auch noch einen V15III-Generator ohne Nadel übrig; er ist hilfsbereit und seriös, da könnte man auch mal anfragen:

    Magnetsysteme bei Platten-Spieler.de


    LG

    Manuel

    .In meinen Ohren klingen die Ortofon-OM und zahlreiche Audio Technica-MM's tonal relativ ähnlich - beide haben einen leichten Hang zur Höhenbetonung, in meinen Ohren stärker bei Audio Techchnica. Und in meinen Ohren kommt das OM etwas fülliger/runder herüber als meine zwei Audio Technicas - diese sind aber nicht von der AT-VM95-Reihe. Was die reine Abtastleistung betrifft, schätze ich Shibata, Microline (Audio Technica) und Gyger (Ortofon OM-40) gleichwertig ein. Die Fineline des OM-30 etwas darunter.


    Und - wenn ich ehrlich bin: In meinen Ohren sind sowohl die meisten meiner Ortofönfer (davon habe ich vier) als auch meine Audio Technicas eher etwas zu hell, ich sehe eher auf Shure, Empire & Co.


    => Was Euch sicher aufgefallen ist: Ich habe soeben ganz oft "in meinen Ohren" geschrieben. Mit Grund: Die tonale Abstimmung ist schlicht und einfach Geschmacksache. Und Geschmäcker sind verschieden.


    Was für Ortofon spricht: Im Vergleich zu Audio Technica sind v.a. die OM's ausgesprochen kapazitätsunkritisch. Die laufen an jedem MM-Phonoeingang gut. Bei Audio Technica muss man etwas besser hinschauen bezüglich Anschlusskapazität. Ich sag's mal so: Der Phonoverstärker sollte bei AT nicht gross über 150pF sein, dann kommen ja noch Kabel und der Dreher dazu.


    EDIT: Wenn ich sowohl AT (etwas ausgeprägter) als auch Ortofon als tonal leicht heller einstufe, heisst das nicht, dass das per se schlecht ist. Es gibt auch für 700.- eher heller abgestimmte Systeme. Das AT-VM95ML finde ich hinsichtlich Preis-Leistung sehr attraktiv; möglich gemacht hat man das bei Audio Technica, indem man einen einfachen Evergreen (Das AT95, das wegen seinen mitunter sehr mediokren Nadeln auch als "grüne Pest" bezeichnet wurde) optisch leicht aufgehübscht und mit markant besseren Nadeleinschüben versehen hat. Weil nicht jeder mal locker einige Hunderter für ein gutes Tonabnehmersystem auf den Tisch legen kann, finde ich das AT-VM95 daher eine gute Option. In jedem Fall besser als sich mit der unsäglichen Black Diamond/Nudeline Swiss-Lotterie-Nadel herumzuschlagen.


    Zum Thema ULM: Das war damals eine Modeerscheinung. Mehrere Tonabnehmerhersteller sprangen in dieser Zeit auch auf den UltraLowMass-Zug auf. Etwa Stanton (mit der Epoch-Reihe), Philips mit dem GP351 und sogar Shure. Die Welle war dann aber auch bald wieder vorbei, und Dual sah sogar ab Werk die Möglichkeit vor, seine ULM-Tonarme mittels Adapter für herkömmliche 1/2-Zoll-Tonabnehmersysteme fit zu machen. Ich hätte daher überhaupt keine Bedenken das ULM-System für ein AT-VM95 aufzugeben. Es muss einem aber bewusst bleiben, dass es nach wie vor ein Tonarm der sehr leichten Sorte ist. Ein betont hart aufgehängtes Tonabnehmersystem wie als Extrembeispiel ein Denon DL-103 würde ih daher sicher nicht an so einen Tonarm schrauben.


    LG

    Manuel

    Warum bei Audio Technica die Shibata-Schliffe teurer sind als die Microline ist mir immer noch nicht so richtig klar - die Microline ist nämlich ein Microridge-Schliff. Und offen gesagt schätze ich diesen der Shibata mindestens ebenbürtig oder sogar noch etwas höher ein.


    Der Microline-Schliff kommt in der Wiedergabe vielleicht einen Ticken sanfter herüber, die Shibata vielleicht eine Spur harscher. Was einem da besser zusagt ist imo Geschmacksache.


    LG

    Manuel

    (...)



    hat ortofon einen "hausklang"? dann hätte ich wahrscheinlich interesse an einem moderneren system aus diesem hause (...)


    horst

    Äh, ja. Den Ortofon-Hausklang hast Du mit dem MC Nr.2. Und zwar in ziemlich typischer Reinkultur. Ich glaube nicht, dass da ein "modernes" Ortofon-System gross anders klingt.

    Das Quinett blue wird eher etwas hinter dem Nr. 2 spielen da nur eine 0815-Ellipse (das Nr.2 hat die Fineline).das Rondo Blue stufe ich hingegen in der Tat noch besser ein als das Nr.2 da man hier den Gyger-Schliff bekommt.


    LG

    Manuel

    Die Elac D796 H30 habe ich selber vor einigen Jahren unbenutzt erwerben können - das ist eine genial gute Nadel: ganzer Diamant, van-den-hul-Schliff, Bor-Nadelträger. Läuft bei mir Auflagekraft 1.2 tadellos.


    Sorry, aber die hyperelliptische Nachbaute, vermutlich sogar nur getippt auf Alunadelträger, kommt da keinesfalls mit. Die SAS-Nadel von Jico sehe ich da in gleicher Liga wie die Elac-Originalnadel, aber mit weniger Nadelnachgiebigkeit als die Elac. Ein Audio Technica AT-VM95ML mit seinem simplen Alunadelträger hingegen ist da auch eine Liga tiefer.


    LG

    Manuel