Beiträge von analog.digital

    wie ich schon ausgeführt habe, war beim CS 329 wichtig, dass keine Einstellungen am Tonarm vorgenommen werden müssen.

    Wenn man Rezensionen zu Plattenspielern dieser Preisklasse liest, findet man durchaus die ein oder andere Kritik , das es ja ungeheuerlich sei, das der "Endkunde die Entmontage übernehmen muß", also Gegengewicht und Antriebsriemen installieren muß.

    Bei meiner Testplatte gibt es drei Pegel für die Tiefenabtastfähigkeit bei 300Hz: 45µ, 68µ und 85µ.

    In der Anleitung steht, das eventuell bei 68µ einseitige Verzerrungen auftreten können, die man mit Antiskating und eventueller Erhöhung der Auflagekraft entweder wegbekommt oder auf beiden Kanälen gleichstark hören kann. Es gibt Tonabnehmer, die auch 85µ abtasten können, das wäre in der Praxis aber nicht relevant.

    Mit dieser Methode bekäme man aber Einstellwerte, die über den vom Hersteller vorgegebenen Skalenwerten lägen. Im Sinne von gleichmäßiger Nadelabnutzung wird empfohlen, den ermittelten Wert wieder zu reduzieren.

    Ich hatte mal die Gelegenheit, ein längeres Gespräch mit Herrn Van den Hul zu führen. Dieser erwähnte auch, das er viele Systeme zur Aufarbeitung bekommt, wo der Diamant einseitig abgenutzt ist in Folge von zuviel Antiskating.


    Gruß

    Uli

    Die richtige AS-Einstellung kann man mit einer Testplatte ermitteln.

    Dort den Abtasttest abspielen, irgendwann wird man Verzerrungen hören.

    Die Verzerrungen müssen auf beiden Kanälen zur gleichen Zeit auftreten.

    Kommen die auf einem Kanal früher als auf dem anderen Kanal stimmt die AS-Einstellung nicht.

    Nach diesem Verfahren kommt es oft zur Überkompensation, da die Skatingkraft von der Modulation abhängig ist. Die teils sehr hohen Amplituden auf den Testplatten kommen auf normalen Schallplatten praktisch nicht vor.

    Stellt man die Antiskatingkraft also so ein, das z.B. 85µ auf beiden Kanälen ohne Verzerrungen abgetastet wird, führt das bei den üblichen maximalen 50µ auf Schallplatten zur einseitigen Abnutzung des Diamanten. Man sollte es also da nicht übertreiben.

    Gruß

    Uli

    Zu 1: Ich habe zwar ein AT VM 540 ML, aber mir ist da kaum eine Veränderung aufgefallen. Es klang nach einiger Zeit etwas gefälliger bzw. homogener. Das kann aber auch eine Adaption meines Gehörs an das neue System sein.


    Zu 2: Auf meinen Duals habe ich kein System mit ML, würde da aber auch erstmal auf CD4 stellen und wenn einseitige Verzerrungen auftauchen dann entsprechend korrigieren.

    Die Platten vor 1960 sindletztlich für Plattenspieler mit Rundnadeln abgemischt und vermutlich gilt das für die Platten aus den 60ern auch noch

    Das dürfte doch nur den inneren Teil der LP betreffen, da durch die konstante Drehzahl z.B. bei 33 UPM sehr hohe Töne dann schon im Bereich des Nadeldurchmessers liegen. Hat man da die Höhen abgesenkt? Bei elliptischen Nadeln konnte man das dann ja ändern.

    Ich wußte bisher nur, das man bei Pop-/Rock-Musik die Lauten Stücke möglichst an den Anfang der Plattenseite gelegt hat. Prinzipiell sind ja sphärische Nadeln auch geeignet, hohe Frequenzen abzutasten, was z.B. der Frequenzschrieb eines Denon DL-103 beweist.

    Gruß

    Uli

    Ich denke das ist oft auch der Punkt wo das "Einspielen" einer Nadel zum Tragen kommt. Die poliert sich noch am Vinyl in den ersten Spielstunden

    Nein, einspielen wird sich nur das Lagergummi. Die unpolierte "Black Diamond" wird sich nicht in ein paar Stunden von der Vinylplatte polieren lassen, obwohl sie möglicherweise nicht dieselbe Härte wie ein nackter, kristallorientierter Naturdiamant hat, wie die ATN 20, die Gerhard gezeigt hat. Diamanten werden mit einer Paste mit Diamantstaub poliert.

    Da wird eher die "Black Diamond" durch ihre rauhe Oberfläche die Rillenoberfläche "polieren".

    Hallo Jürgen,

    die Vergrößerung der Bilder reicht leider nicht aus, um den Verschleiß direkt beurteilen zu können. Das ist eigentlich bei fast allen Nadelmikroskopen ähnlich. Deshalb nutzt man eher die Beurteilung der Reflektionseigenschaften der Kontaktflächen der Nadel zur Rille. Durch Abnutzung werden die durch die Rille polierten Flächen immer größer, was man gut sehen kann, wenn man die Nadel undter dem Mikroskop hin und her dreht.

    Was man sagen kann ist das die Nadel gut genug aussieht um mal einen Hörtest zu machen ohne gleich die Platte zu beschädigen. Ich hatte auch mal den Fall einer angeblich abgenutzten Nadel, die nach einer Grundreinigung wieder verzerrungsfrei abtastete.

    Gruß

    Uli