Beiträge von Thorsten R

    Frage dazu: Wie sehr muss die Antiskating daneben sein, bis man klangliche Einbußen hat? Der Hauptwert der AS liegt doch eigentlich darin, den Verschleiss von Nadel und Platte möglichst gleichmäßig zwischen rechts und links zu verteilen. Interessant dazu finde ich drüben bei Audiokarma die entsprechenden Anmerkungen von dem Retipper Chris (Cafe Latte). Er berichtete wiederholt, dass er häufig Nadeln eingeschickt bekam, welche einen verstärkten Verschleiss der äusseren Flanke zeigten. Auf entsprechende Nachfrage bei seinen Kunden bekam er offensichtlich häufig oder so gut wie immer zu hören, sie hätten die Antiskating nach Anleitung eingestellt. Das führte offensichtlich häufig zu einer Überkompensation.

    Ohne Maads Antwort vorweg nehmen zu wollen: Gönne dem 1228 auch die technische Kur (reinigen, fetten, Sinterlager des Motors mit neuem Hydraulik - Öl versehen, und so weiter). Das Ding ist ein halbes Jahrhundert alt, und bei meinem Near-mint - Exemplar aus der Nachbarschaft war das obere Motorlager ausgelaufen, da er offensichtlich ohne Wartung lange betrieben wurde. Gab es bei Dualfred zum Glück neu. Und gerade der 1228 ist vergleichsweise leicht zu warten, gut in Schuss klingt er klasse.

    Dass Du eine gewisse Absolutheit für die 10 % postulierst. Die gibt es nicht. Die Skatingkompensation ist immer eine Annäherung. Und sollte deshalb in jedem Fall mit einer Testschallplatte ermittelt werden. Wobei auch bei guten derartigen Scheiben (zum Beispiel RCA Erato) immer der Hinweis steht, dass man den so ermittelten Wert für die Praxis verringern soll.

    Wie kann man eine allgemeingültige Regel aufstellen, wenn Real-World - Ergebnisse was völlig anderes ergeben? Und - siehe Dual Antiskating - Einstellknöpfe - die Hersteller selbst verschiedene Kompensationswerte für verschiedene Schliffformen aufführen? Für einen Plattenspieler mit einer definierten Nadel, welche eine Fertigungs- und Oberflächenbearbeitungstoleranz von 0 hat, mag das stimmen.

    Zudem wurden erste Patente hierzu schon 1932 in den Staaten vergeben, in unserer HiFi - Welt war der SME 3009 im Jahre 1959 der erste kommerziell eingesetzte Arm mit Antiskating.

    Edit: Die erste bekannte mathematische Aufarbeitung des Phänomens findet man hier: The Skating -Force Phenomenon--Part 1 and 2 (Oct./Nov. 1967) . Ist um den SME 3009 herumgeschrieben worden.

    Genau das mit der sauberen Politur ist extrem wichtig. Mir fällt es seit Jahrzehnten beim Antiskating - Check mittels modulierter Testschallplatte auf. Bekanntlich hängt die nötige Kompensation davon ab, was für einen Widerstand in der Rille der Diamant hat. Und da gibt es eben Nadeln, welche - verglichen mit anderen mit "gleichem" Schliff - extrem wenig Kompensation brauchen. Da fallen mir ein: Einige Shures (speziell M95ED), ganz extrem die scharfe Ellipse des AT 13 Ea (die echte ATN 13), die ADCs XLM III sowie die getippte R90X vom 990XE. Diese Nadeln brauchen wenig bis fast gar keine (ATN13) Kompensation. Schaut man sich die unter´m Mikroskop an, sieht man echte glänzende Schmuckstücke. Die Black Diamonds hingegen brauchen hohe Einstellungen.

    Das ist übrigens der Grund, warum mich die Skalen auf den Antiskating - Einstellscheiben eigentlich überhaupt nicht interessieren.

    Tja. Und da liegt der Hase im Pfeffer. Gerät: 621. Da haben wir mit den bei uns dafür benutzten Platten, weil gut aufgenommen und uns wohlvertraut, gegeneinander antreten lassen: Ein kaum benutztes 242, mein M20E mit NOS - Nadel, ein neues ATVM95ML. Letzteres hatte die feinsten Höhen - aber im für uns so wichtigen Mittenbereich gefielen uns das "Dual" und das M20E merklich besser. Wie viele Audio Technicas von damals (ich denke auch an mein AT13Ea mit NOS Originalnadel) ist das 242 ein beachtliches System. Denn wer hat´s erfunden?

    Aber ich hätte dann doch noch eine Frage. Die gilt im Grunde für alle modernen Dual - Geräte: Ist die effektive Tonarmmasse in etwa vergleichbar mit der von alten Geräten wie 1229, 1249 und so? Ich frage für meine Magnetsysteme.

    Dual 1009. 1019. 1209. 1210. 1211. 1214. 1216. 1218. 1219. 1229. Und viele andere mehr. Chuo Denki (CEC) BD 2000. 2200. 3200. 4200. 5200. 8200. Und sehr viele andere mehr. Bei denen sieht das Kurvenrad samt Antriebszahnrad soger genauso aus wie bei den neuen Duals. Andere Hersteller lass´ ich jetzt mal weg, es gab genug.

    Frage beantwortet?

    Roman,
    wenn man den Arm ausbalanciert, dann steht die Federkraft doch (hoffentlich) vorher auf "0" - wirkt also nicht. Dann verhält sich der Dual wie jeder andere Spieler mit kardanisch gelagertem Tonarm auch - oder etwa nicht? Und wenn nicht, warum nicht?

    Deine Annahme ist völlig richtig. Der Unterschied liegt darin, dass die Feder, mit der Du die Auflagekraft einstellst, lageunabhängig ist. Das Gewicht, mit dem Du den schwerkraftgeregelten Arm einstellst, muss genau nach unten, zur Platte hin, wirken. Sprich den Arm in gezielte Unbalance bringen. Dafür muss der Plattenspieler genau ausgerichtet werden, sonst wirkt die Auflagekraft eben nicht genau im 90° Winkel zur Platte.

    Nun, er muss beim Federhaus - Tonarm nicht genau waagerecht stehen. Zumindestens nicht in der Ebene Vorne - Hinten. Denn theoretisch ist der Schwerpunkt des Armes direkt in der Mitte der Tonarmlager. Ob das in der Rechts - Links - Ebene genauso ist, habe ich noch nicht ausprobiert (warum auch?). Insofern ist er wirklich etwas aufstellungsunabhängiger.

    Gegenüber einem "schwerkraftgeregelten" Arm nach sorgfältiger Justage kann ich keine echten Vorteile erkennen. Im Gegenteil - die Komplexität ist bei letzerem deutlich geringer.

    Anders ausgedrückt - mir ist das völlig egal. Dass schon erstaunlich lange der 1019 mit ADC 990XE mein Daily Driver ist, bleibt davon völlig unbenommen.

    Und klar - die Diskussion um die Schwerkraftveränderungen ist hier natürlich "tongue in cheek". Dass sie an meiner Aussage, sie schwanke also anscheinend, völlig vorbeigeht, ist ein fun fact. Denn an einem Ort schwanken tut sie natürlich nicht. Dass sie bei örtlichen Veränderungen sich ebenfalls verändert, ist klar.

    Schön, dass Du das sagst. Ich traute mich schon gar nicht mehr. Tut sie natürlich nicht. Wenn eine Bewegung gegen eine Federkraft ausgeführt wird, erhöht sich die Last an dem "Bedienpunkt" (der Nadel). Wenn die Nadel der Federkraft folgt, wird die Last geringer.