Beiträge von Heinz2

    Hallo Christian,

    Am rechten Kanal scheinen noch die ursprünglichen Typen von Motorola drin zu stecken...

    die Ersatztypen im linken Kanal entsprechen in ihren Daten für Strom- und Spannungsbelastbarkeit sowie für die zulässige Verlustleistung etwa den Originaltypen MJ15015/16. Sie entsprechen den Originaltypen aber nicht bei der sog. Transitfrequenz, da sind sie um etwa den Faktor 10 schlechter, d.h. langsamer. Das hat normalerweise Auswirkungen auf Frequenzgang und Verzerrungen insbesondere im oberen Hörbereich.

    Der Ersatz sollte deshalb eigentlich auch an anderer Stelle in der Schaltung Änderungen notwendig gemacht haben, um die Stabilität der Schaltung gegen Erregung von Eigenschwingungen zu sichern.


    Ein Fachmann würde die Stabilität des linken Kanals mit Oszilloskop und geeigneten Testsignalen überprüfen.


    Falls Du am Klang Deines Verstärkers bisher nicht auszusetzen hattest, würde ich auf eine Änderung verzichten. Ein Rücktausch der Endstufentransistoren könnte aus den o.g. Gründen zu Schwierigkeiten führen.

    Die Vorstufentansistoren habe ich mir nicht angeschaut. Sie sind meist auch weniger kritisch.


    Gruß


    Heinz

    Hallo Peter,


    nachdem wir hier schon bei Liter/Stunde angekommen sind, nochmal zurück zum Anfang:


    Ich vermute, dass es mit dem "Innenwiderstand" der beiden Transistoren zusammenhängt, oder liege ich da falsch.


    da liegst Du geringfügig falsch :-)

    Jedenfalls wenn ich Deinen "Innenwiderstand" mit dem Innenwiderstand aus dem Transistor-Datenblatt gleichsetze.


    Wie der Ruhesstrom eines bestimmten kommerziellen Verstärkers vom Konstrukteur festgelegt wurde kann ich nur erraten. Eine Rolle spielen dabei sowohl die thermische Dauerbelastung wie auch die Qualität der Ruhestromstabilisierung und die noch zu tolerierenden Übernahmeverzerrungen. Alles muß in der Regel gegeneinander abgewogen werden. Man kann als Kunde nur hoffen, daß diese Abwägung nicht zu sehr zugunsten der Betriebssicherheit und damit meist zu Lasten der unangenehmen Übernahmeverzerrungen erfolgt ist.


    Ob dem so ist oder nicht, kann man nur mit relativ großem Aufwand an Meßmitteln feststellen. Falls keine Servicedaten vorliegen liegt man bei den heute üblichen Endstufen mit komplementären bipolaren Transistoren mit einem Wert um 50mA für den Ruhestrom meist nicht falsch.

    Bei Verstärkern, die ich selbst gebaut habe, lag der bzgl. Übernahmeverzerrungen optimale Wert meist etwas höher, z.B. bei 60..70mA.


    Gruß


    Heinz

    hallo, wäre jemand von euch bereit mir bei dem aufbau eines modernen netzteils mit z.B. einem schaltplan zu helfen?Lg golan


    Hallo Golan,



    gerade beim TVV43 mit seiner relativ niedrigen Betriebsspannung und dem geringen Stromverbrauch gibt es eine überlegenswerte Alternative zum üblichen Trafo-Netzteil.
    8 oder 9 Babyzellen in Serie geschaltet reichen für ca. 2000 Betriebsstunden.
    Der Vorteil:
    billig,
    reiner Gleichstrom (reiner geht`s nicht),
    man muß keine Schaltung aufbauen.
    Nachteil:
    größerer Raumbedarf, daher wohl nur als externe Einheit zu realisieren,
    man muß daran denken, die Batterie zusammen mit dem Plattenspieler auszuschalten.



    Ich betreibe einen Vorverstärker für einen MC-Tonabnehmer seit mehr als zwei Jahrzehnten auf diese Weise. Vier AA-Batterien halten länger als die Diamantnadel des TA. Wenn ich den TA nach 1000..1500 Stunden austausche, lege ich bei der Gelegenheit auch neue Batterien ein. Hat bisher mehr als zufriedenstellend funktioniert.



    Gruß



    Heinz

    Hallo Michael , Armin und zusammen,

    ein Frage hätte ich noch:


    Der zusätzliche Widerstand RX (300K-270K) parallel zu dem C3 verbindet den Kollektor von dem 2. Transistor mit dem Emitter von dem ersten Transistor, und dadurch wirkt zusätzlich zu der Wechselspannungsgegenkopplung eine Gleichstromkopplung.
    Aus welchem Grund wird der RX hinzugefügt?
    Wegen der zusätzlichen Gleichstromkopplung, oder wegen einer Frequenzgangkorrektur?
    Wenn das Letztere der Fall wäre, dann könnte man ja noch ein ca. 0.1uF in Reihe mit RX schalten, um diese zusätzliche Gleichstromkopplung zu vermeiden.

    Zudem habe ich auch noch den 274 kOhm parallel zu C3 geschaltet, obwohl mir dessen Sinn nicht bekannt ist.


    ich wurde kürzlich auf diesen thread aufmerksam gemacht, da er sich auch auf Beiträge von mir im Dampfradioforum bezieht.
    Vielleicht kann ich zur Klärung o.g. Fragen bzw. zur "Analyse des TVV43" noch etwas beitragen. Frank(E280F) hat ja schon einiges dazu gesagt.



    Im verlinkten thread des DRF wurde - an etwas versteckter Stelle - auf den Sinn des RX-Widerstandes schon mal hingewiesen. Wenn man, wie ich das immer mache, den Frequenzgang des TVV43 mit einem vorgeschalteten Invers-RIAA-Netzwerk mißt, dann sollte sich bei korrekter Entzerrung durch den TVV43 am Ausgang eine konstante Ausgangsspannng von 20Hz...20kHz ergeben. Ohne den Widerstand RX erhält man jedoch eine leichte Anhebung im Baßbereich bei ca. 100Hz von einigen dB. Der Wert dieses Widerstands hängt etwas von der Stromverstärkung der verwendeten Transistoren ab. Bei mir waren 274kOhm (ein Normwert der E96-Reihe) optimal. In einem vorangehenden Testaufbau mit anderen AC151-Transistor-Exemplaren waren es 390kOhm.



    Die Einfügung dieses Widerstands ist etwas für Genauigkeitsfanatiker. Der hörbare Unterschied liegt an der Grenze der Wahrnehmbarkeit. Für manchen mag eine geringe Anhebung im Tiefbaßbereich auch angenehm sein.



    Der Strom, der durch diesen Widerstand fließt, beträgt ca. 10µA. Das hat einen vernachlässigbaren Einfluß auf den Arbeitspunkt des ersten Transistors. Ein zusätzlicher Abblockkondensator war bei meinem Aufbau nicht notwendig.



    Schaltungtechnischer Hintergrund:
    Die sog. RIAA-Schneidkennlinie (genauer gesagt: deren Übertragungsfunktion) wird durch drei Zeitkonstanten bzw. Eckfrequenzen definiert. 3180µs, 318µs und 75µs bzw. 50Hz, 500Hz und 2120Hz. Das Gegenkopplungsnetzwerk im TVV43, das für den Frequenzgang verantwortlich ist und das den Schneidfrequenzgang kompensieren soll, sollte theoretisch auch drei Zeitkonstanten haben. Im Original-TVV43 hat es aber nur zwei: C3*R7 = 2.2nF*22kOhm = ca. 48µs und C5*R7 = 15nF*22kOhm = ca. 330µs. Die hier fehlende Zeitkonstante hat die Aufgabe, die Verstärkung bei tiefen Frequenzen nach oben zu begrenzen. Im Original-TVV43 übernahm die begrenzte Verstärkung der beiden Transistoren und vermutlich der später nicht mehr bestückte Widerstand R12 diese Aufgabe.
    In meiner modifizierten Version habe ich durch Änderung von C3 auf 4n7 und Einfügen von RX die Zeitkonstanten etwas angepasst für einen korrekteren Frequenzgang. Die dritte Zeitkonstante ist jetzt also Rx*C5 = ~300kOhm*15nF = ca. 4500µs. Die zweite hat sich geändert auf C3*R7 = 4.7nF*22kOhm = ca.103µs. Da sich die Zeitkonstanten im Gegenkopplungsnetzwerk etwas gegenseitig beeinflussen, müssen sich ihre Werte auch etwas von denen in der RIAA-Definition unterscheiden.



    Einen Einfluß auf den Frequenzgang hat übrigens auch der Eingangswiderstand des nachfolgenden Verstärkers. Dieser sollte im Idealfall 100kOhm oder größer sein. 10kOhm wären definitiv zu wenig.



    Gruß



    Heinz