Beiträge von Albert W.

    Geduld, Geduld !


    Das allererste Standardprocedere : verriegle den Tonarm und betätige dann den Starthebel. Lass den Tonarm verriegelt, bis der Spieler wieder abschaltet. Das ist von DUAL so vorgesehen, um die Automatik wieder neu zu justieren.


    Erst wenn das nicht hilft, kannst Du mit Fehlersuche und Reparaturen beginnen.

    Mich hatte die leichte Schiefstellung des Chassis nur optisch etwas gestört.

    Die Optik ist nicht das Problem, sondern dass da eine Feder an Spannkraft verloren hat (plattgedrückt ist). Da ist das Ausziehen der Feder auf die ursprüngliche Länge sinnvoller, als die zusammengedrückte Feder zu unterfüttern.

    Ist die Federung noch in Ordnung ? Es ist auch einen Versuch wert, das gesamte Gerät von der Auflagefläche zu entkoppeln. (Es genügen zB. 4 Teelichter an den Ecken.). Manchmal wird zuviel Schwingung von den Boxen auf das Chassis übertragen.

    M91 und M103 sind dasselbe System - und gehören zur Familie von M71 / M75.


    Shure hat höchstwahrscheinlich aus Marketinggründen dasselbe System mit immer höheren Nummern benannt, um eine (nicht existierende) Weiterentwicklung vorzutäuschen.


    Zusätzliche Verwirrung erzeugt, dass die Systeme mit Zusatzbuchstaben benannt wurden, die die Nadel bezeichneten, mit der sie ausgeliefert wurden.


    Auch wurde der schmale Plastikteile des Nadelträgers bei 71 / 75 später gegen einen hohen Plastikteil ausgetauscht hat. Die Nadeln können gegenseitig ausgetauscht werden, wenn man den hohen Plastikteil niedrig feilt bzw. wenn man die unschöne Optik eines niedrigen Plastikteils bei den Systemkörpern akzeptiert, die für einen hohen Plastikteil ausgelegt sind.


    ---


    Dein Bild ist schwierig zu deuten, da drei der 5 Systeme gar keine Nadel haben.


    Das linke M91 hat eine Nachbaunadel (grau, ohne Beschriftung). Da wurde der Plastikkörper anscheinend zu niedrig gefertigt - was für die Wiedergabe aber unwesentlich ist.


    Die Beschriftung der Systeme wurde offenbar während der Produktion des M91 verändert. (Es wurde am oberen Rand "Shure" hinzugefügt. Das System blieb aber dasselbe.)


    ...


    Conclusio : lass Dich von Shure und seinem Bezeichnungslabyrinth nicht verwirren. Genieße den schönen Klang.


    Was wichtiger ist : ich habe bei meinen Systemen festgestellt, dass die verschiedenen Systeme (auch derselben Bezeichnung !) verschieden klingen. Offenbar gab es bei der Herstellung eine gewisse Streuung.

    Daß Kontakte nach Jahrzehnten anrosten ist völlig normal und in der Regel leicht zu beseitigen. (Wichtig : es können sowohl die Kontakte am TK als auch am Headshell oxydiert sein.) Wenn der Glasradierer nichts nützt, kann Kontaktöl den Rost unterwandern und den Kontakt wieder herstellen. Allenfalls können auch die Kontaktschuhleins vom TK zum System betroffen sein.

    Von der Leistung bin ich etwas enttäuscht, 4x18 Watt (bzw. 2x24 Watt an 4 Ohm) Nennleistung für das damalige "Spitzengerät" ? Na ja.

    Bitte höre es Dir erstmal an, bevor Du (falsch) urteilst. Der HiFi-Spitzenverstärker von Philips Anfang der 70er "RH 591" hatte 2x20Watt Sinus- und 2x30Watt Musikleistung. Zeitgleich wurde der Receiver "Konzertmeister 22RH78" mit 2x6,5Watt angeboten.(Beides nach DIN-Norm !) Die klingen mit Lautsprechern aus dieser Zeit hervorragend - überraschenderweise sogar der Konzertmeister. Damals wurde noch grundsolide Qualität hergestellt und der unsinnige Watt-Hype hatte noch nicht begonnen. Die späteren Ultrahoch-Watt-Angaben entsprachen nicht mehr den DIN-Normen und sind Phantasieangaben.


    Entscheidend ist die Verwendung von Lautsprechern mit hohem Wirkungsgrad.

    Nur zur Richtigstellung : der 1019 hat natürlich mit seinem über 3kg schweren Plattenteller einen ausgezeichneten Gleichlauf. Er war seinerzeit - als klassische Musik auf LPs schon gang und gäbe war - einer der besten Plattenspieler und ist natürlich auch für diese hervorragend geeignet. Das Rumpeln kommt eher von Platten als von einem gut gewarteten Reibradler. Der Fehlwinkel beim Singleplay läßt sich beim 1019 mit einem original von Dual mitgelieferten Keil korrigieren (den man sich leicht auch selbst herstellen kann, zB. aus Balsaholz. Wenn ich mich richtig erinnere, hat er einen Winkel von 4° - ist also nicht die Welt, wenn man bedenkt, dass der Schneidewinkel bei der Plattenherstellung von 20° auf 15° verändert worden ist.)

    Der 1019 ist ein 10-Plattenwechsler. Dh.: Der Winkel von der Nadel zur Platte ist nur auf der 3./4. Platte übereinander korrekt. Original ausgestattet war er zB. mit einem Shure M44. Wenn man eine einzelne Platte abspielt, ist wegen des Fehlwinkels eine elliptische Nadel wahrscheinlich nicht optimal. Das M44 hatte seinerzeit eine sphärische Nadel.


    Natürlich dauert es eine Zeit, bis sich Hörgewohnheiten ändern. Anfangs fehlen einem meist die Klangcharakteristika der bisher gehörten Gerätevariante.


    Vorschlag : probiere einfach das verwandte (sehr häufige und deswegen üblicherweise preisgünstige) Shure M71/75/91/101/103 (gebraucht - dasselbe System mit verschiedenen Bezeichnungen aus Marketinggründen). Die sphärischen Nachbaunadeln dafür sind meistens gut und billig. Dann lass dem 1019 Zeit, sich in Deine Ohren und in Dein Herz zu spielen. Der 1019 ist nicht umsonst legendär.


    PS.: Wichtig ist natürlich die korrekte Einstellung von Auflagekraft und Anti-Skating. Falscheinstellungen führen da zu Klangverzerrungen.


    Viel Spaß !

    Wenn ich jetzt zum Beispiel ein hochwertiges System das an einem Dual-Wechsler hing auf einen

    Hitachi schraube, brauche ich keinen Keil.

    Genau.


    Es muss nicht der Winkel des Systems selbst korrigiert werden (der stimmt bei einem Plattenspieler ohne Wechslerfunktion immer).


    Es wird nur die Fehlstellung des Tonarms bei Wechslern beim Singleplay-Betrieb korrigiert.

    "Revidiert an den üblichen Schwachstellen" klingt nicht gut - bzw. kann Alles bedeuten oder Nichts. Was sind die "üblichen Schwachstellen" bei einem 728 ? Ein seriöser Verkäufer gibt an, was genau gemacht worden ist.


    Bei einem Privatverkäufer hast Du kein Recht auf Rückgabe, auch wenn sich gar nichts mehr tut. (Das kann dann auf den Versand geschoben werden : "bei mir zu Hause lief er einwandfrei".)