hallo Vangelis, da die Endstufe gleichstromgekoppelt ist kann man es nicht sagen wo der Fehler liegt, da ein defektes Bauteil den kompletten Verstärker beeinflusst. Da sind auch 3 Dioden, D3,D4,D5 und 2 Elkos ,C25, C27 beteiligt. Diese sollten geprüft und gegebenenfalls ersetzt werden.
Grundsätzlich kann man Transistoren auch mit der Diodentestfunktion prüfen, wenn man weiss was man tut. Das kann ich jedoch nicht beurteilen ob es bei dir der Fall ist. Ein Komponententester liefert jedoch zusätzliche Informationen wie den hfe, und zeigt sofort an ob es sich um PNP oder NPN Typen handelt.
Die Endstufe hat eine elektronische Überlastsicherung, diese würde ich erstmal ausbauen, solange bis es funktioniert. Dafür T7 auslöten. Nachher kann der T7 wieder eingelötet werden, vorher aber prüfen.
Bei der Inbetriebnahme , nach Austausch der def. Bauteile, würde ich einen Regeltrafo verwenden. Damit nur soviel Spannung einstellen, damit sich bei den Transistoren die sogenannte UBE Spannung einstellen kann. Mit Kontrolle dieser Basis-Emitter Spannung kann man bei den meisten Transistoren auch im eingebauten Zustand prüfen, ob sie ok sind. Diese UBE Spannung beträgt ungefähr 0,6V bei NPN, und -0,6V bei PNP Transistoren. Es gibt auch andere Methoden der Inbetriebnahme, mit sogenannten Angstwiderständen, jedoch verwende ich einen Regeltrafo.
Eine wichtige Spannung ist die sogenannte Bias Spannung. Hier in diesem Fall gibt es eine unsymmetrische Bias -Spannung, weil die Endtransistoren eine quasikomplementäre Konfiguration haben. Das heisst, T8 und T10 bilden ein Darlington Paar, welches 1,17V Basisvorspannung benötigen, das sieht man im Schaltplan. T9 und T11 bilden ein sogenanntes Sziklai-Paar , und daher wird hier nur -0,62V Basisvorspannung benötigt. Also soll ca. 1,8V zwischen den Basen von T8 und T9 anliegen. Und diese 1,8V Spannung sind wichtig für den Ruhestrom, welcher mit R39 einstellbar sein muss.