Dual 1219 in Nordmende-Zarge

  • Mahlzeit!

    Beim Durchforsten meines Bildröhrenlagers auf der Suche nach einem paar Plattenspielern finde ich Plattenspieler, von denen ich nicht mehr wußte, daß ich sie vor mehr als 22 Jahren im Sperrmüll gefunden habe.

    Unter anderem einen weiteren 1219 (neben einer Grundig-Zarge, meine ich), diesmal in einer Nordmende-Zarge.

    Die Nordmende-Optik wertet den Plattenspieler spürbar auf. :thumbup:


    Nordmende war immer schicker als Grundig.


    Nachteile gibt es auch eine Menge!

    Die Haube ist vorne und hinten offen, also kein Staubschutz! :thumbdown:

    Durch das Eigengewicht der Haube haben sich die Flanken gespreizt und die Haube fällt deshalb aus den Scharnieren!!!!!!! :thumbdown:

    Was für eine Schrottkonstruktion. <X

    Damit die Haube nicht ständig auf den Tonarm fällt, sehe ich nur 2 Möglichkeiten:


    1.) Nachfertigung der Haubenhalter (um die Originale unverändert zu lassen) und Befestigung der Haube mit Schrauben & Muttern.

    2.) Erhitzen der Haube und Zurückbiegen der selben, so daß die Haube wieder stramm sitzt. Diese OP kann aber ordentlich schief gehen! :thumbdown:


    Wie habt Ihr das Problem gelöst? Ich möchte beide 1219er behalten.


    Gruß,

    Fernseheumel

    Beschlagnahmt Villen - Signatur auf Wunsch der Moderation entfernt! :(

  • Hallo,


    So eine ? :



    Da bleiben nicht viele Möglichkeiten. Die einzig "sinnvolle": Bau Dir aus MDF eine "Kiste", lege die Haube da drauf und erwärme die "Knick-Kanten" vorsichtig (!!!) . Aber wirklich gaaaaaaanz vorsichtig und über die volle Länge gleichmäßig. Die Flächen mit mehrfach gefalteter Alu- Folie oder (noch besser) einer MDF oder Holz- Platte abdecken - halt "nur" die Kanten erwärmen.

    ---------------------------
    MFG: Maico


    ... Die Musik entsteht durch die Pausen zwischen den Noten ...

  • Hallo Maico,

    Genau so eine! Dein Ratschlag ist gut gemeint, kann aber bei meinem (Un-)Glück nur schief gehen. ||

    In meiner Nähe gibt es ein Unternehmen das Plexiglas verarbeitet... wird natürlich Geld kosten.... :thumbdown:

    Ich werde berichten.


    Gruß,

    Fernseheumel

    Beschlagnahmt Villen - Signatur auf Wunsch der Moderation entfernt! :(

  • Hi Eumel


    Ist kein Hexenwerk, so habe ich schon erfolgreich verzogene Klapp-Schiebe-Hauben gerettet. Und ich war recht unsanft mit einem Heißluftfön dabei Ö.Ö

    Nach misslungenem Versuch kannst Du immer noch zum Acrylspezi gehen.

    Liebe Grüße, Michael


    298767-ukraine-fahne-flagge-small-jpg


    Ich biete verschiedene Nachbau-Reibräder für die meisten DUAL-Dreher, für einige PEs, Garrard Zero, Braun PS-500 und TK12-Nachbauten, Hubstücke, Stellachsen, VTA-Keile und -Spacersets, Tonarmauflagen...

  • Servus Dualisti,


    ich bin der Meinung, die Hauben verbiegen sich nur, weil 1-2 Generationen vor uns einen Stapel Schallplatten oder Bücher für Monate auf dem Plattenspieler geparkt haben und das dann auch noch in der Sonne stand. Habe hier im Forum schon von DUALs im Wintergarten gelesen, owei, da gehört ein Plattenspieler nicht hin, es sei denn der Wintergarten ist durchweg klimatiseriert, aber dann leistet man sich eigentlich andere Spieler...


    Ich habe schon häufig verbogene CH21 und CH20 Hauben/-teile mit heißem Wasser, einem hohen Backblech, Gewichten und Geduld gerade gezogen.

    Risse und Brüche entstehen und Scharniere/Gelenke leiden oft bei diesen Hauben weil Plexi verzogen.


    Die verbogenen Haubenteile behandele ich jeweils einzeln. Lege den Patienten zunächst zum "Angewöhnen" in ca. 60° heißes Wasser aus dem Wasserhahn in ein hohes Backblech. Bringe mit zwei drei Wasserkochern Wasser zum kochen, schütte es dann ins Blech zu den Haubenteilen dazu oder entferne mitunter zuvor das 60° heiße Vorwärmwasser. Gefühlsache! Ca. 80°C dürfte die Sache dann schliesslich haben. Darin lasse ich die Haubenteile 5-10 Minuten durchwärmen. Aufpassen, wenn noch die scharzen Scharnierteile montiert sind, die werden grau bei zuviel Temperatur!


    Bei leichtem Bogen im Material genügt es dann schon -bei Backblechen mit einem Bauch nach unten- das verbogene Teil noch im Heißwasserbad mit einem Kochlöffel in den Backblechbauch zu drücken, ca. 1 Minute, dann raus damit aus dem Heißwasserbad auf ein Küchentuch auf gerader Fläche legen und mit weiterem Küchentuch abdecken, evtl. mit Gewichten belegt abkühlen lassen.


    Bei schweren Fällen beim Abkühlvorgang mittels untergelegten Hölzchen (5mm Höhe genügt vollauf) und etwas mehr Gewicht einen Gegenzug erzeugen und so abkühlen lassen. Evtl. mehrere Durchgänge bis es passt.


    Bis jetzt klappt das tadellos, ohne Spannungsrisse ohne Verluste. Das wichtigste dabei: Geduld!!!


    Gruß Michael

    Meine schwarzwälder Untermieter: CS505-3, 1229, 1219,1218,1216, 1215, ach ja und Tannenzäpfle.

    Zitat Hagen Rether: "Wenn der Mann ein Hobby hat, kann sich das Hobby warm anziehen"

  • Hallo Michael!

    Danke für den abenteuerlichen Vorschlag. ^^ Dieses Abenteuer werde ich eingehen. :/

    Sollte man im Backblech ein Geschirrtuch ablegen, damit die Haube nicht eventuell doch schwarze Partikel vom Blech aufnimmt?

    Oder muß ich das Muster des Tuches auf der Haube befürchten?

    Ich muß mir allerdings zuvor noch ein genaues Thermometer besorgen. Gibt es Empfehlungen?


    Gruß,

    Fernseheumel


    Beschlagnahmt Villen - Signatur auf Wunsch der Moderation entfernt! :(

    Einmal editiert, zuletzt von Fernseheumel () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Fernseheumel mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Hi Fernseheumel,


    meine Bleche waren jeweils sauber, dank Pyrolyse. ;)


    Aber ein Kuchentuch mit beilegen ist eigentlich eine gute Idee. Verhindert zumindest Kratzer. So weich, dass sich das Gewebemuster des Geschirrtuchs abbilden könnte werden die Haubenteile beileibe nicht, die Oberfläche bleibt straff und glatt.


    Ich habe nach Gefühl gearbeitet, 80°C habe ich durchs 30 Jahre Grünteebrühen halbwegs genau im Gefühl, die Finger wollen da dann einfach nicht mehr dran, bei 70 geht´s Fingertunken noch für ein paar Sekunden. Bisher habe ich mich mutig ohne Thermometer dran gewagt, hatte bei der ersten Haube peau a peau immer mehr frisch Abgekochtes nach kurzer Abkühlung laaaangsam dazu geschüttet. Inzwischen bin ich aufgrund der Erfolge mutiger. Ich hätte noch ein Thermometer vom Bierbrauen, fällt mir dazu gerade ein. Oder das Kerntemperaturgerät vom Grill sollte auch gehen.


    Mit Pattex Special Kunststoff geklebte Haubenteile tempere ich inzwischen auch auf diese Weise, ob´s wirklich nötig ist - keine Ahnung.


    Viel Erfolg + Gruß Michael

    Meine schwarzwälder Untermieter: CS505-3, 1229, 1219,1218,1216, 1215, ach ja und Tannenzäpfle.

    Zitat Hagen Rether: "Wenn der Mann ein Hobby hat, kann sich das Hobby warm anziehen"

  • Also heute war nochmal eine Frontplatte der CH21 dran, die Stand an den Seiten hoch und lag beim Aufklappen nur in der Mitte auf.

    Ich habe mal den Kerntemperaturfühler ins Wasserbad gestellt. Leider leuchtet sein Display nur ganz kurz, so schnell kann ich beim Smartphone garnicht knipsen. Die Temperatur hatte in der Spitze 76°C, bis es zum (verwackelten) Foto kam ist die Temp schon auf 71°C runter. 3-4 Minuten habe ich die Frontplatte darin belassen und dann ging es zur Abkühlung unter Belastung. Ich habe etwas zuviel bzw. zu lange belastet ich habe nun sogar eine leichte Überhöhung in Gegenrichtung. Ich hoffe über die Bilderstrecke wird der Vorgang nachvollziehbar...


    Die Scharnierteile von der oberen Halbklappe wurden vor dem Einbau noch mit Silikonfett OKS 1110 behandelt, ganz bestimmt tut es auch ein anderes, dieses hat zufällig eine Lebensmittel-Zulassung, ich darf die CH21 also ab sofort behutsam mit der Zunge sauberwischen :P

  • Vielen Dank nach Rodgau!

    Da kann ja fast nichts schief gehen.


    Gruß,

    Fernseheumel

    Beschlagnahmt Villen - Signatur auf Wunsch der Moderation entfernt! :(

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