ELAC Anlaufkondensator beim Miracord 18H (Miracord 50H)

  • Hallo zusammen,


    ich bring gerade einen Elac Miracord 18H wieder "zum laufen" (obwohl wirklich viel ist da garnicht zu tun gewesen).

    Er hat jetzt 30 Jahre gut verpackt rumgestanden und ist auf Schlag wieder angesprungen - sogar die Automatik klappte auf Anhieb!

    Nun ist der Apparat in gefühlt neuwertigen Zustand und wie ihr ja alle wissen werdet, ein sehr seltenes und begehrtes Sammlerstück!

    Und jetzt, wo ich ihn "aufgemacht" und gereinigt habe, kann ich nur sagen, daß das wirklich "High-End" (und das schon vor knapp 60 Jahren!) ist und der Aufdruck "Studio" auf dem Gegengewicht ist weißgott keine Übertreibung!..


    Nun aber meine Frage.

    Sie sind mir zwar nicht um die Ohren geflogen, aber immerhin sind das die Art von Papierkondensatoren, die ich bei solch alten Geräten normal immer als erstes rausschmeisse.

    Nun ist der Apparat in einem so schönem, originalem Zustand, daß ich da nicht unbedingt eingreifen will.

    Einer ist ein Anlaufkondensator für den Motor, also schon ein immanent wichtiges Bauteil mit 1µF 500 Volt.

    Uwe hatte mal geschrieben, daß man Ankaufkondensatoren grundsätzlich auch gegen Folienkondensatoren austauschen kann.

    Da könnte ich ja den Alten ausfräsen und einen MKS dort drin "verstecken".

    Mit dem 68nF könnte ich das gleiche machen...


    Was habt ihr für Erfahrungen mit diesen Kondis? Der "50H" hat ist ja tatsächlich von der Konstruktion ganz dicht beim "18H" - bloß daß der zusätzlich noch den Wechslerbetrieb hat...


    Vielleicht brauchen die ja aber auch garnicht unbedingt ausgetauscht werden!?



    Schöne Grüße, Andreas

  • Moin Andreas,


    ich hatte irgendwo so um die 30 Elac Miraphon und Miracord in den letzten Jahren: 17H, 20, 40, 22H, 50H, 770 etc. und habe bei keinem einzigen der Geräte einen Kondensator gewechselt. Manche der Spieler liefen bei mir monatelang im Alltagsbetrieb, andere waren 40 Jahre nicht benutzt worden.


    Ich hatte da nie Probleme mit den Kondensatoren - kein Geknacke, keine Anlaufprobleme, keine Explosionen. Persönlich würde ich daher einfach die alten Teile drinnen lassen.


    Grüße, Brent

  • Mein Miraphon 22 H läuft schon seit 5 Jahren mit entsprechenden Folienkondensatoren (1µF + 68nF in Reihe 100 Ohm).

    Auch wenn die alten Teile nicht als störanfällig gelten kann es nach 50 Jahren nicht schaden, wenn man neue Kondis verbaut.

    Man muss ja nicht immer darauf warten, dass sich so ein Teil schwer rauchend und stinkend verabschiedet ;)

  • Hallo ihr beiden,

    ...ja, das sind beides auch genau die Aspekte, die mir durch den Kopf gingen.

    Jetzt bleibt die Frage, wie genau solche Papierkondensatoren altern.

    Aufgrund des Allgemeinzustandes des 18H gehe ich davon aus, daß er nicht wirklich viel/lange genutzt wurde.

    Wenn er dann die ganze Zeit gut und trocken gelagert wurde (wobei er durchaus in kalten Wintern Frost bekommen hat) - altern diese Kondis dann vielleicht weniger?..

    Gehen die eher durch Feuchtigkeit kaputt und/oder durch lange Betriebsdauer und/oder durch Be-/Überlastung und nicht so bei trockener Lagerung?

    Schöne Grüße,

    Andreas

  • Hallo Andreas und Kollegen,


    ich kann Brents Aussage zu 100% bestätigen, zwar sind bei mir nicht ganz so viele Elacs durchgelaufen, aber schon Einige, sodass meine Bestätigung mindestens statistisch nachvollziehbar ist. Kein Einziger hatte jemals einen Kondensator-Defekt! Ob ich sie regelmäßig betrieben habe oder nur nach vielen Jahren geprüft und weiter gegeben habe.


    Deshalb ist die Fragestellung schon fast obsolet, oder hatte jemand schon mal einen defekten Kondensator bei den alten Elacs?


    Was ganz generell zum Ausfall führt (gem. deiner Frage) ist eher die Luftfeuchtigkeit, die durch den Kunststoff aufgenommen wird, im Zusammenspiel mit dem Entweichen der Weichmacher, versprödet der Kunststoff, lässt ihn reißen und Luftfeuchtigkeit dringt ungehindert an die Kondesator-Folienwicklung und und und...


    Gruß, Uli

  • Hallo Andreas,

    ich hatte keine explodierten Kondensatoren.

    Aber ich hatte beim 50H, 50H II und beim 750 II immer das Einschaltknallen. Nach Tausch gegen neue war das Knallen komplett weg. Die Kondensatoren sahen auch nicht kaputt aus.

    Wenn da keine Fehler aufgetreten sind, ist ein Tausch nicht unbedingt nötig. Falls Du den verkaufen willst, sollten die Kondensatoren vielleicht vorsorglich getauscht werden.


    Grüße

    Norbert

  • Hallo Andreas,

    Ich hatte auch noch nie Probleme bei meinen ELACs mit den Kondensatoren.


    Aber meine Frage in die Runde - verzeih Andreas -

    warum hat mein Miracord 3 eigentlich gar keinen solchen Kondensator?

    Anfängerfrage ? :/ falls ja, dann sorry ;) .

    Grüßle Ralph



    "Ein Moderator (lat. moderare ‚mäßigen‘) dient dazu, freie Neutronen, die bei ihrer Freisetzung meist relativ energiereich, also schnell sind, abzubremsen."

  • von meinen oder bei mir durchgerauschten ca. 60 Elac`s mit (H), haben alle den Original Kondensator behalten.

    ein 18H lief bei mir bis vor kurzem die letzten 10 Jahre täglich, ohne Eingrif in die Elektrik.


    nein


    das war aber nicht der Anlaufkondensator

    Gruß
    Andreas

  • Guten Morgen.

    Hallo Andreas@agisis , ich denke, die wurden allgemein immer Entstörkondensator genannt.

    Bei einem meiner Elac waren zwei verbaut. Dieser zweite war dann wohl der Anlaufkondensator? Kuck an, wieder was gelernt. :thumbup::thumbup::thumbup:


    Grüße

    Norbert

  • Na dann gebt auch nochmal mein "Senf" dazu. Nein die sind noch nie um die Ohren......Der Entstörkondensator am Schalter hat jedoch den Funken nicht mehr bremsen können ("Schaltknacken"). Im Zuge der Säuberung und fit machen für die nächsten Hörsessions habe ich den Anlauf " C" aber getauscht.

    (Das alles beim 770H)


    Schalter C41eO8e-3v5L._SY180_.jpg

    Motor C41tpELK92pL._AC_.jpg

    Gruss abi

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