Unpassender Tonabnehmer am Dual 704? Falsche Justierung? Nadel springt.

  • Hallo an alle,

    Zwischenstand:

    Ich habe mal ein kleines zusätzliches Gewicht am Gegengewicht befestigt, damit ich bei gleichem Tonabnehmer-Aufbau, ohne Änderung der Tonarmhöhe (Bauhöhe des unproblematischen Shure TA ist gleich) das Gegengewicht nicht zu weit nach hinten rausschieben muss.
    Hat nichts gebracht. Auch mit "normal" eingestecktem, ausbalancierten Gegengewicht springt die Nadel/Tonarm bei jeder winzigen Bewegung.

    S E L T S A M

    Das lässt mich gerade etwas ratlos zurück. Ich ging davon aus, dass das weit rausgezogene Gewicht das Problem ausmacht. :/:?:

    Es bleibt mir also nichts anderes übrig:
    - Distanzblättchen habe ich entfernt (wiegt quasi nichts, das hohe Gewicht kommt tatsächlich vom Goldring G800)
    - ich montiere mit kürzeren Schrauben oder Schrauben von oben eingesteckt (@ Tornadone: danke für die Idee), damit der TA in den Dual-Systemträger passt

    - Die Tonarmhöhe muss ich anpassen, weil das System eine niedrigere Bauhöhe als das Shure hat, die Tonarmhöhe aber für das Shure-System eingestellt wurde


    Wenn es dann immer noch springt, weiß ich nicht mehr weiter.

    Ich melde mich.

    Beste Grüße und Danke für Eure Tipps.

  • Hallo Christoph,


    bei den alten Goldrings gibt es gerne 'mal Probleme mit der Nadellagerung, das sind zumindest meine Erfahrungen. Typisch wäre bei einem verhärteten Lagergummi dann ein auffällig lautes Abtastgeräusch (Du kannst eine leise mechanische Musikwiedergabe direkt vom Tonabnehmer hören) und eben Springen der Nadel. Wiedergabe über die Stereo-Anlage kann leicht verzerrt oder dünn im Bass sein.


    Ist das Lagergummi dagegen zu weich, bleiben die Abtastgeräusche zwar aus, aber Springen kann ebenfalls vorkommen und schlimmstenfalls setzt der Systemkörper auf die Platte auf.


    Grüße, Brent

  • Laut Datenblatt soll es ja mit 2,5gr. gefahren werden. Der Bereich ist mit 1,5 - 3,5 sehr weit gesteckt.

    Hast du es mal in 0,5gr Schritten ausprobiert, also mit 1,5 anfangend bis 3,5?

    Liebe Grüße
    Ludwig

    Ich vermisse den Dislke Button


  • Hi Brent,
    interessant. Ich hatte vorhin eine Platte lautlos gespielt und deutlich mehr mechanische Wiedergabe als sonst gehört. Mir als Anfänger sagt das nichts.
    Zum Glück habe ich mir bereits eine neue Nadel liefern lassen.
    Ich probiere das mal aus und berichte.

    Danke für den Hinweis.
    Was es nicht alles für Möglichkeiten gibt.

    VG
    Christoph


    Laut Datenblatt soll es ja mit 2,5gr. gefahren werden. Der Bereich ist mit 1,5 - 3,5 sehr weit gesteckt.

    Hast du es mal in 0,5gr Schritten ausprobiert, also mit 1,5 anfangend bis 3,5?

    Hi Ludwig,

    so ganz schrittweise habe ich es nicht gemacht, aber bis 2,5gr bin dann gekommen.
    Im Rahmen des oben genannten Versuches werde ich auch die 0,5gr Schritte mal bis 3,5gr ausreizen. Mal sehen.

    Danke dafür!
    VG
    Christoph

  • Im Rahmen des oben genannten Versuches werde ich auch die 0,5gr Schritte mal bis 3,5gr ausreizen. Mal sehen.

    Hi Christoph,


    die dynamische Auflagekraft geht beim Dual CS704 bis 3p per Federhaus - und das ist für hochwertige Tonabnehmer wirklich ausreichend. Alles höhere wie 1,5p führt zum überdurchschnittlich schnelleren Plattenverschleiß und dem Verschleiß der Diamantspitze. Da wirken enorme Kräfte auf die Rillen, ähnlich wie beim Landen eines großen Flugzeugs auf der Landebahn. Zumal Du ja auch "nur" einen konischen Diamanten benutzt (Rundnadel) und keinen ML-Schliff, bei dem sich die Auflagekraft dann wenigstens auf eine größere Auflagefläche verteilen würde. Das Goldring sollte schon bei 2p Auflagekraft problemlos spielen. Hast Du denn am Antiresonator vorher das Rändelrad für die Feineinstellung ganz zurück gedreht und nur anhand des Herausziehen des Dorns die Balance eingestellt?

    Eventuell möchtest Du ja mal ein Video von der ganzen Sache machen, da kann man sich ein besseres Bild machen und Dir auch besser helfen.

    Generell gilt, dass die Schrauben am Tonabnehmer immer nur so kurz wie möglich sein sollten und auch frei vom Tonabnehmerkörper sein sollten, um Resonanzen zu verhindern. Das war schon vor Jahrzehten so und ist nichts Neues. Das gehört einfach zum sauberen Einbau eines Systems dazu, wie die Ausrichtung.


    Gruss,

    Thomas

    3 Mal editiert, zuletzt von vinylfan78 ()

  • Hallo an alle,

    vinylfan78: danke Dir für den Hinweis. Das Ausprobieren mit den recht hohen Auflagekräften resultiert aus dem Datenblatt des Goldring G800, das eine AK von 2,5gr - 4,0gr angibt. Ich weiß dahingehend nicht wirklich Bescheid, inwieweit diese AK zu viel sein könnte.


    Zur Zeit ist es so:

    Das Goldring habe ich direkt in den TK-Systemträger eingebaut, Schrauben andersherum und nun passt es.

    Erstaunlich: das Gewicht passt jetzt und ich brauche das Gegengewicht nur minimal rausschieben, balancieren geht, AK und AS eingestellt.

    Es funktioniert! Kein Springen mehr.

    Hätte nie gedacht, was so ein Distanzplättchen ausmachen kann.


    Ich danke Euch. Das war auch Zugewinn an Erfahrungen.


    Beste Grüße

    Christoph

  • Hallo,


    Hebelgesetz...


    Peter

    Die Leute blicken immer so verächtlich auf vergangene Zeiten, weil die dies und jenes ›noch‹ nicht besaßen, was wir heute besitzen.
    Es ist nicht nur vieles hinzugekommen. Es ist auch vieles verloren gegangen, im guten und im bösen. Die von damals hatten vieles noch nicht. Aber wir haben vieles nicht mehr.
    (Tucholsky)

  • Hast Du denn am Antiresonator vorher das Rändelrad für die Feineinstellung ganz zurück gedreht und nur anhand des Herausziehen des Dorns die Balance eingestellt?

    Hierzu habe ich noch eine Nachfrage:


    Tatsächlich habe ich das nicht getan. Beim Wechsel des TA habe ich das Gewicht verschoben, um die Balance herzustellen und dann am Rad die Feinjustierung vorgenommen.

    Muss man dieses Rad immer, vor jedem TA-Wechsel zurückdrehen? In welche Richtung?

    (In Uhrzeigersinn?)


    Beste Grüße

    Christoph

  • Nun, es empfiehlt sich, dieses Rad zur Feinbalance vor dem groben Ausbalancieren durch das Verschieben des Gegengewichts in eine mittlere Position zu drehen, so daß man die Feinanpassung in beide Richtungen vornehmen kann.


    Gruß


    Uli

    CS: 505-4, 506, 626, 731Q, 750-1
    CT: 450M, 1140, 1240
    CR: 1750, 5950 RC

    CV: 1100, 1200, 450M

    C/CC: 450M, 810. 820, 1280, 5850 RC
    CD 5150 RC
    (C)L(X): 231, 241, 710, 1000-Set, 9200
    und: DK170, MC2555, Rack 3020

  • Danke für den Hinweis. D A S wusste ich nicht.

    Bin froh das es jetzt klappt.

    Kleine Frage am Rande: durch das viele Hin und Her mit dem TK-Systemträger ist mir aufgefallen, dass es plötzlich Probleme mit den Kanälen gibt.
    sprich: mal geht der rechte Kanal nicht oder nur extrem leise, mal geht der linke Kanal nicht. Es brummte plötzlich deutlich. Am Ende kam aus beiden Kanälen nichts.

    Ich habe hier im Forum schon gelesen (unter TK 24 "spinnt"), dass dieses Problem häufig auftritt und dass es beim Tk 24 oft zu Kontaktproblemen kommt.
    Ok, wenn man das weiß, gibt es ja die üblichen "Reinigungs"-Vorschläge.
    Was mich aber stutzig macht:

    Nach einem Einstecken des Tk 24 Systemträgers in das Headshell kam aus beiden Kanälen nichts.
    ???
    Ich habe daraufhin das NF-Kabel aus dem Phonopre entfernt und wieder eingesteckt.
    Plötzlich ging es wieder und das Signal kam auf beiden Kanälen.
    :/
    Weiß jemand, womit das zusammenhängt?


    Beste Grüße
    Christoph

  • Hast du noch die originalen RCA Stecker am 704? Die sind nämlich leider nix besonderes und leiden oft an Wackelkontakt.


    Viele Grüße


    Roman

  • Hi Roman,


    nein, der Dual 704 wurde generalüberholt und es sind Cinchstecker montiert.


    Vielleicht liegt es trotzdem daran? Vielleicht sind die nicht sooo hochwertig.


    VG

    Christoph

  • RCA ist Cinch. 😉

    Sind die Stecker schwarz und weiß und angegossen? Das wären die Originale.

  • Dann sinds schonmal nicht die originalen was ein gutes Zeichen ist. 😜

    Kontaktprobleme am TK gibt's ja öfters mal. Aber was das mit deinem NF Kabel zu tun hat ist mir schleierhaft.

    Du kannst eigentlich nur mal die Strippen durchmessen wenn das TK montiert ist und mal wieder aussetzt. Einfach den ohmschen Widerstand mit Digitalmultimeter jeweils zwischen Pin und Kragen des jeweiligen Kanals. Da müsste dann jeweils der Spulenwiederstand des Systems zu messen sein.

  • Nach einem Einstecken des Tk 24 Systemträgers in das Headshell kam aus beiden Kanälen nichts.
    ???
    Ich habe daraufhin das NF-Kabel aus dem Phonopre entfernt und wieder eingesteckt.
    Plötzlich ging es wieder und das Signal kam auf beiden Kanälen.

    Die TKs sind Jahrzehnte alt. Da muss man mit Kontaktproblemen rechnen. Ich kenne das : dass man ein TK mehrfach ein- und ausklipsen muss, bevor es problemlos leitet. Also : kein wirkliches Problem.

    Grüße,
    Albert


    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


    If I'm writing nonsense - simply forget it :whistling:

  • Moin,


    zwei Anmerkungen dazu:

    1. Tornadone : Der 704 hatte original noch DIN-Stecker, Cinch kam erst am 714/731.

    2. Ich würde sowohl die Kontaktstifte am TK 24 als auch die Kontaktplatte mit dem Glasfaserreiniger behandeln. In 90-95% aller Fälle wird damit das Problem behoben.


    Die Cinchstecker sollte man trotzdem im Auge behalten, auch mal deren Lötstellen kontrollieren und das Kabel auf scharfe Knicke prüfen, um einen Kabelbruch auszuschließen.

    Beste Grüße


    Günther



    "Listen to the music"

    Derzeit am Start: Dual CS 704 mit X-5 MC von Jo, CS 701.1 mit Panasonic EPC270 und BD oder AT 3200XE, 491 mit M75D und Stylus Company N75ED; Yamaha C-4 Vorstufe, TPA 3255 Class D Endstufe, Philips CD 460, Eigenbau-LS;

    vor der "Werkstatt": 2x 731Q, Philips CD 303;
    Abzugeben: CS 504 schwarz, 626 in weiß, 505-2 ohne Haube, 505-3 DD-Umbau mit EDS 500, 1239 in Nussbaum-Zarge, 1010S Chassis defekt, i-Supra Phono-VV, 2-3 Paar Eigenbau-Lautsprecher und noch mehr...

  • . Tornadone : Der 704 hatte original noch DIN-Stecker, Cinch kam erst am 714/731

    Ich sag mal Jein. Den gab's ab Werk sowohl mit DIN als auch mit RCA. Konnte man sich aussuchen. 😉


    Viele Grüße


    Roman

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