Restauration Dual 504

  • Hallo ihr Lieben,



    ich habe mir vor kurzem meinen ersten Plattenspieler gebraucht gekauft. Da ich gerne bastel und technisch nicht ganz unbegabt bin, habe ich beschlossen einen 504 wieder aufzubauen.

    Leider gibt es ein paar Punkte bei denen ich mir nach dem ich mich hier im Forum umgeschaut habe noch nicht sicher bin wie ich weiter verfahren soll.


    - Ich habe den Tonarm ausbalanciert. Wie nach Anleitung erst das Gewicht grob verstellt. Dabei ist mir aufgefallen das das Gewicht locker auf dem Stift sitzt, wie nur mit einer Feder verbunden. Ist das normal? Zusätzlich ist die Feinabstimmung durch drehen am Gewicht quasi nicht möglich. Ziehen und drücken am Gewicht hat einen viel Größeren Einfluss als drehen.


    - Wenn ich das Antiskating auf 0 Stelle bewegt sich der Tonarm trotzdem zurück, erst wenn ich in den minus Bereich stelle bleibt der Tonarm irgendwann stehen. Ist das normal? Kann man die Werte irgendwie überprüfen?


    - Das Cinch Kabel war sehr stümperhaft montiert und wurde von mir getauscht. Wie groß spielt hier die Leitungskapazität eine Rolle und kann ich die des Originalkabels irgendwo finden um meins anzupassen?


    - Bei der Montage des Cinch Kabels, wurde die Erdungsbrücke nicht getrennt und der Schirm für R & L ausgangsseitig einfach mit der Masse verbunden (wie beim Din). Funktioniert so weit, aber ein umrüsten auf getrennte Schirmung und Erdungsdraht ist sinnvoll oder?


    - Die leidige Frage der Ersatznadel für n DMS 240 E... Originalnadeln sind quasi nicht zu bekommen. Nachbauten soll es n paar ganz ordentliche geben. Hier ist bei Recherche schon viel Zeit ins Land gegangen. Falls wer einen guten Tipp, hat bin ich dankbar, wenn nicht muss ich auf gut Glück einkaufen.


    - Umschaltung der Geschwindigkeit funktioniert nicht. Die Mechanik scheint zu funktionieren, aber der Riemen kommt nicht auf die 45 Umdrehungen Welle. Ich habe aber den Verdacht, dass die Antriebsrolle nicht exakt montiert ist und in der Serviceanleitung eine Zeichnung mit der Position auf der Motorwelle gefunden. Das möchte das noch überprüfen. Bin aber auch hier für Input dankbar.


    Viele Grüße

    Sven

  • - Die leidige Frage der Ersatznadel für n DMS 240 E... Originalnadeln sind quasi nicht zu bekommen. Nachbauten soll es n paar ganz ordentliche geben. Hier ist bei Recherche schon viel Zeit ins Land gegangen. Falls wer einen guten Tipp, hat bin ich dankbar, wenn nicht muss ich auf gut Glück einkaufen.


    - Umschaltung der Geschwindigkeit funktioniert nicht. Die Mechanik scheint zu funktionieren, aber der Riemen kommt nicht auf die 45 Umdrehungen Welle. Ich habe aber den Verdacht, dass die Antriebsrolle nicht exakt montiert ist und in der Serviceanleitung eine Zeichnung mit der Position auf der Motorwelle gefunden. Das möchte das noch überprüfen. Bin aber auch hier für Input dankbar.

    Hallo Sven,


    zu diesen zwei Fragen habe ich Tipps. Zuerst zur zweiteren:

    Das kann auch an einem schlechten Riemen liegen, dass er nicht auf die 45 U-Welle springt. Wenn Du das ausschliessen kannst, dann hat es einen anderen Grund.
    Zur Nadel:
    Diese hier aus den USA sollte eine Originale NOS (New Old Stock) sein, zudem zu einem günstigen Preis:

    https://www.ebay.at/itm/DUAL-D…nal-DUAL-NOS/324171372162

    Manche Firmen die Nachbauten vertrieben haben, hatten auch Originale im Sortiment. Astatic dürfte so eine Frima gewesen sein.


    Edit: Achja, willkommen an Board übrigens. :thumbup:

  • Hallo Seven,


    kein Thema, das kriegen wir hin:


    - Dass das Gewicht ein bisschen wackelt ist normal, das nennt sich Antiresonator. So lange nichts abfällt ist das alles ok^^.
    Beim ausbalancieren beachten: die grobe Einstellung wird über das Vor- und Zurückschieben des Gewichts eingestellt nur die Feineinstellung über den Ring. Danach erst Gewicht und Antiskating (beide vorher 0-Stellung) einstellen.

    Antiskating lässt sich unter der Haube einstellen. Wobei ich das beim 504 jetzt grade nicht im Kopf habe. Normal wäre bei Stellung 0 mit 0 AK dass der Arm steht, bei AS 0,5 muss er langsam zur Stütze ziehen.


    - Das Thema Kapazität füllt ganze Foren. Die originalen hatten so ca. 100pF pro Meter, damit machst Du nichts falsch. Es gibt System, vor allem von Audio Technica (von denen stammt auch Dein DMS240E) die haben es gerne mit weniger. Hier hilft dann kürzeres Kabel, ein RG174 Kabel als Ersatz oder ein Vorverstärker der einstellbar ist.

    Bei Shure wäre es umgekehrt die haben gerne was mehr. Unterm Strich sind die Werte die Dual verwendet hat aber ein guter Mittelweg.


    - Wenn nichts brummt lass es wie es ist. Der reinen Lehre folgend solltest Du beide Brücken auftrennen und ein separates Kabel für den Potentialausgleich rauslegen. Bei mir an meinen Verstärkern macht das aber keinen Unterschied, weshalb ich das nicht mehr mache. DIN ab Cinch dran feddich. Wichtiger ist eh, dass alle Kontakte sauber sind, dafür besorgst Du Dir am besten einen Glasfaserradierer.


    - Ersatznadeln ist schwierig. Original kaum mehr zu bekommen, NB Qualität schwankend. Ich habe meine DMS240 alle ausgemustert. Wenn Du Dich nicht in Unkosten stürzen willst als Tipp das ATVM95E. Das ist ungefähr das gleiche wie Dein 240er lässt sich aber mit besseren Nadeln deutlich aufbessern


    - Da wird wohl ein neuer Riemen fällig. Koche den alten mal 15 Minuten in ausreichend Wasser und danach im Wasser abkühlen lassen. Oftmals funktioniert es dann wieder eine Zeitlang. Oder halt gleich mal die 10-15,- in einen neuen investieren ist halt ein Verschleißteil.

    Schau Dir aber die Mechanik am Motor genau an. Wenn Du den Pitchregler drehst wandert dann der Kegel der im Pulley steckt rauf und runter? Dann ist eh erst mal alles soweit ok. Wenn nicht hat er sich festgesetzt, dann ist zerlegen reinigen und abschmieren angesagt. Bei der Gelegenheit kannst Du auch den Motorlagern gleich mal ein bisschen Sinterlageröl spendieren.


    Wen Du schon beim Ölen bist, mach auf jeden Fall das Tellerlager sauber und gibt ihm auch nicht ein paar Tropfen Öl.


    Der 504 ist ein schöner und unkomplizierter Dual der eine Menge Spaß machen kann, wenn es einem aufs Musikhören und nicht aufs Basteln ankommt.


    VG

    Kai

    VG

    Kai







  • Hallo Sven,


    Bezüglich des Anschlusses der Tonkabel hab ich Dir einen Link zur Anleitung von Dual kopiert.

    http://www.hifi-archiv.info/Dual/504s/504%20Service%2002.jpg

    Dort sind die beiden Anschlussmöglichkeiten, die technisch richtig sind, gezeigt.


    Das von Dual verwendete Originalkabel dürfte eine Kapazität von etwa 100 bis120 picofarad pro Meter

    Kabellänge gehabt haben.

    Für die meisten Systeme wird ein Bereich der optimalen Anschlusskapazität von 200 bis 4oo pF angegeben.

    Diese Anschlusskapazität ergibt sich aus der Kapazität der Tonarmkabel, der Kapazität der Anschlussleitung zum Vorverstärker

    und der der Anschlusskapazität des Vorverstärkers.

    Beispiel: Tonarmkabel ca20pF , Anschlussleitung . ca 1,5x100pF=150pF, Kapazität in Duals Vorverstärker TVV47 ca 175pF

    macht in Summe 345 picoFarad

    Es gibt Tonabnehmer, die sind relativ unkritisch in Sachen Kapazität, es gibt auch welche, die "empfindlicher" sind.

    Beeinflusst wird hauptsächlich die Hochtonwiedergabe...


    Audio-Technica haben gerne etwas weniger, Shure gerne etwas mehr kapazität.


    Am Einfachsten ist es, die Originalanschlussleitung beizubehalten und Cinchstecker nach der verlinkten Anleitung zu verwenden.


    Grüsse

    Florian


    Edit: Kai war schneller beim Schreiben :)

    Dreher : CS721; CS 704; CS 621; CS 604; CS 601; 1229; 1219; 1019; 1218: 1209

  • Wenn ich das Antiskating auf 0 Stelle bewegt sich der Tonarm trotzdem zurück, erst wenn ich in den minus Bereich stelle bleibt der Tonarm irgendwann stehen. Ist das normal?

    Hallo Sven,

    Antiskating "0" bedeutet, dass keine Krafteinwirkung auf den Tonarm erfolgt, der der Skating-Kraft entgegenwirkt. Dementsprechend darf sich der Tonarm bei Einstellung "0" nicht zur Stütze zurückbewegen. Du solltest die sogenannte "Antiskatingscheibe" auf Risse und auf korrekte Nullstellung überprüfen. Dazu musst du den Spieler aus der Zarge holen aber das hast du ja schonmal gemacht beim Kabeltausch.


    Gruss

    Richard

    _____________________________


    "First make it work, then make it pretty"

  • Du solltest die sogenannte "Antiskatingscheibe" auf Risse und auf korrekte Nullstellung überprüfen.

    Hallo,

    der Drehknopf ist die "Antiskatingscheibe".
    Eine Änderung der Grundeinstellung kann nur durch die Federspannung vorgenommen werden.

    ----- -----

    Der Pin des Antiskatingarms läuft in einer Art Rille auf der Unterseite des Einstell-Knopfs.

    Grüße Gernot
    Es soll ja Leute geben, die hören, ob das Lautsprecherkabel rot oder blau ist.

    >>> Bitte keine technischen Fragen per PN, nutzt das Board, dann hat Jeder was davon <<<

    2 Mal editiert, zuletzt von papaschlumpf ()

  • So, heute ist wieder Basteltag!
    ich möchte mich erst mal für alle Rückmeldungen bedanken!

    Das kann auch an einem schlechten Riemen liegen, dass er nicht auf die 45 U-Welle springt.

    Das ist in der Tat möglich. Beim ersten auseinander legen ist mir der vorhandene Riemen mit 4 mm Breite sehr dünn vorgekommen. Das könnte für den "Umwerfer" zu dünn sein. Weiß wer die Breite vom

    Originalriemen?


    Diese hier aus den USA sollte eine Originale NOS

    sehr cool! Die hatte ich auch schon gesehen, aber konnte mit Marke etc. nicht viel anfangen und hab die deshalb als Nachbau abgetan. Werde eine, evtl zwei bestellen :)

    Beim ausbalancieren beachten

    Das hab ich streng nach Betriebsanleitung genauso gemacht! Leider hat das drehen am Ring wie gesagt gefühlt keinen Einfluss. Ich denke das der Gummi in dem das Gewinde steckt ziemlich fertig ist. Es ist ausbalancieren ist mit etwas Geduld aber möglich und runter fallen tut auch nichts.

    Antiskating lässt sich unter der Haube

    Das hab ich schon gefunden, nur das auf 0 der Arm schon deutlich zur Stütze hin gezogen wird.

    Das Thema Kapazität füllt ganze Foren


    Edit: Kai war schneller beim Schreiben

    Das ist mir auch schon aufgefallen, sonst wäre ich da nicht von alleine drauf gekommen.Originalkabel war leider nicht mehr vorhanden, da an dem Spieler schon vorher (stümperhaft) gebastelt wurde. Spricht was dagen den Tonabnehmer auszubauen und einfach die Kapazität des ganzen Sytems bis zum TA zu messen?

    Koche den alten mal 15 Minuten in ausreichend Wasser

    so was kann man sich auch nicht ausdenken :D
    Wird ausprobiert, aber werde vermutlich auch n neuen bestellen um auf nummer sicher zu gehen.


    Schau Dir aber die Mechanik am Motor genau an.

    Hab ich schon gemacht, da mich die alte Technik interessiert und ich auch verstehen will wie das alles funktioniert. Bin Elektrotechniker und finde die mechanische pitch anpassung umso faszinierender weil das heute sicher elektronisch laufen würde :D
    funktioniert so weit alles wie beschrieben, Motor habe ich auch zerlegt und gewartet.


    wenn es einem aufs Musikhören und nicht aufs Basteln ankommt.

    Ich bring solche Geräte gerne auf Vordermann, dass ich weiß das alles sauber und gut läuft. Bin aber nicht böse, wenn das dann auch erstmal so bleibt.


    Eine Änderung der Grundeinstellung kann nur durch die Federspannung vorgenommen werden.

    Genauso hab ich mir das auch vorgestellt. Hört sich aber leider so an, als ob man das Zuhause nicht so einfach machen könnte ohne das nötige Werkzeug :/

    Einmal editiert, zuletzt von SvenF () aus folgendem Grund: Nix gut Deutsch, Legastheniker am Start...

  • Genauso hab ich mir das auch vorgestellt. Hört sich aber leider so an, als ob man das Zuhaste nicht so einfach machen könnte ohne das nötige Werkzeug

    Im Prinzip ändert sich die Grundeinstellung des Antiskatings mit der Länge der Feder.
    Da die diffizile Feder mit Sicherungs-Lack fixiert ist, schwierig.

    Grüße Gernot
    Es soll ja Leute geben, die hören, ob das Lautsprecherkabel rot oder blau ist.

    >>> Bitte keine technischen Fragen per PN, nutzt das Board, dann hat Jeder was davon <<<

  • sehr cool! Die hatte ich auch schon gesehen, aber konnte mit Marke etc. nicht viel anfangen und hab die deshalb als Nachbau abgetan. Werde eine, evtl zwei bestellen

    Hallo Sven,


    ist doch ein Nachbau, sorry. In einem anderen Thread gings auch um diese Nadel. Und da haben mit Astatic erfahrene User gemeint, dass es ein Nachbau ist. Allerdings ein sehr guter, der der Originalen nicht nachstehen soll.

    Siehe hier:
    Suche (NOS) DN 242 für DMS 242

  • ist doch ein Nachbau, sorry.

    Kein Problem, ich schau mir das später noch mal in Ruhe an.

    Ich habe einen Fehler gefunden der vermutlich die meisten Probleme beim ausbalancieren des Tonarmes und daraus folgend auch für die Tonqualität hatte. Der Tonarm war nicht richtig montiert. Die vordere Schraube vom Bajonetveschluss, die den Tonarm mit Lager verbindet, war nicht richtig befestigt. Das hat dazu geführt, dass es den Tonarm vorne im Lager angehoben hat. Damit sind natürlich alle eingestellten Druckwerte und das ausbalancieren für die Katze.
    Kein Wunder das der Vorbesitzer Probleme hatte.

    Einmal editiert, zuletzt von SvenF ()

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