Kapazitätsspielerei

  • Hallo und vorweg: ich habe Lust ein bisschen zu spielen, daher mal hier dieser Thread mit vielen Fragen und vielleicht schon längst widerlegten Annahmen. Aber vielleicht will ja jemand mitspielen (äh, rechnen):


    Also, Ausgangssituation ist ein 1015 mit Shure M44MG mit N55E Originalnadel. Den habe ich wieder gängig gemacht und mir (als Spielerei) für den Dreher das Albedo-Kabel von Sommer als Phonokabel geleistet (ursprünglich war ein DIN-Kabel dran). Das ist im 1015 mit Ader/Ader angeschlossen, der Schirm einseitig mit der - Ader auf der Steckerseits aufgelegt. Die Masse habe ich aufgetrennt und ein separates Masse-Kabel vom Gehäuse zum Phono-Pre gelegt. Brummtechnisch ist das so absolut spitze.


    Nun habe ich einen Phono-Pre mit fein einstellbarer Anschlusskapazität ... und damit will ich ein bisschen spielen (also ich mache es bereits - und höre eigentlich kaum bis keine Unterschiede - aber ich bisschen rechnen am Samstag kann ja nicht schaden).


    Also, nun zu den bisher recherchierten "Fakten"(?):


    1. Das Shure M44MG will 450 pF, das war einfach

    2. Tonarmkabel rechnet man mit ca. 40 pF, wobei ich auch schon eine Info gefunden habe, dass es bei den alten Duals eher 100pF sind? Schon schwieriger.

    3. Das Albedo hat eine Ader/Ader Kapazität von 65 pF, Ader/Schirm von 110 pF (bei 1 Meter, das kommt auch hin). Was gilt da nun, der Schirm ist ja nur einseitig (Stecker- bzw. Phono-Pre-Seite aufgelegt)?

    4. Ich hab ja nun zwei Albedo-Kabel angelötet (je Kanal und Stekcer eines), muss man dann die Kapazität verdoppeln - oder gilt die je Kanal???


    Meine bisherige Rechnung wäre:


    40 pF Tomarmkabel

    85 pF Albedo (die beide Werte zusammen /2 ;) und nur einmal gerechnet)


    125 pF Summe


    Und damit brauche ich auf Seite des Phono-Pres noch 325 pF und alles ist gut.


    Aber vermutlich stimmt das nicht? Oder?


    Viele Grüße und danke fürs mitspielen (rechnen)

    Henrik

  • Tonarmkabel rechnet man mit ca. 40 pF, wobei ich auch schon eine Info gefunden habe, dass es bei den alten Duals eher 100pF sind? Schon schwieriger.

    Bei Tonarmkabeln aus 4 Einzeladern mögen 40 pF passen. 30 pF hatte ich bei einem 510 gemessen. Ich hatte auch mal eine technics mit 9 pF. Der 1015 hat geschirmte Leitungen, ich habe beim 1009 der wohl vergleichbar sein fürte, 90 pF gemessen.

    der/Ader Kapazität von 65 pF, Ader/Schirm von 110 pF

    Der Eingang ist an Ader/Schirm angeschlossen. Eine zweite Leitung wirkt sich da Kapazitätsmäßig nicht oder nur äusserst vernachlässigbar aus.

    Die Masse habe ich aufgetrennt

    Kann man machen. Kann man aber auch lassen.

    Das Shure M44MG will 450 pF

    Wenn man es mit weniger betreibt, verschlechtert sich der Klang. Z.B. wenn man es an einem modernen Vorverstärker mit 47 pF Eingangskapazität betreibt.


    Es besteht ja oft der Aberglaube, eine höhere Kapazität würde die Höhen absenken. Das wäre in einer RC-Kombination auch korrekt, nur haben wir hier eine LRC-Kombination.

  • Hallo Michael,


    *auf dem Schlauch stehend*: Was ist eine RC- bzw. LRC-Kombination ??? Ratlos :)


    Also dann rechne ich neu

    90 pF (Tonarmkabel)

    110 pF (1 Meter Albedo)


    200pF - verbleiben 250 pF für den Phono-Pre - richtig?


    Grüße

    Henrik

  • Henrik: ad 3.) Ob der Schirm ein- oder doppelseitig angeschlossen ist, ist an der Stelle egal - für die von Dir gewählte Art der Konfektionierung gilt die Summe aus den Kapazitäten Ader-zu-Ader und Ader-zu-Schirm.


    Grüße aus München!


    Manfred / lini

  • Ja, es gelten dann ca. 175 pF pro Meter (pro Kanal).


    Grüße aus München!


    Manfred / lini


    P.S.: Wenn's hilft, stell Dir das ganze Kabel einfach als einen reichlich seltsam geformten Plattenkondensator vor, oder meinetwegen auch als einen zylindrischen Kondensator, bei dem der Mantel noch mit einem zusätzlichen, zweiten Stift im Inneren verbunden ist - dadurch sollte dann auch offensichtlich werden, warum schon einseitige Kontaktierung des Schirms/Mantels ausreicht.

    Einmal editiert, zuletzt von lini ()

  • Ok, das ist echt spannend

    Zu dem Thema Kapazitäten gibts wirklich so unendlich viele (teils sehr unterschiedliche) Ansichten und Berechnungen .... ich mein, ich war auf einem technischen Gymnasium ... aber da steig ich aus ^^


    Wie gut, dass meine Ohren bei den verschiedenen Einstellungen des Phon-Pre eh keine Unterschiede hören ... Glück gehabt :S


    Naja, ich schalte jetzt einfach 220 pF zu, dann bin ich je nach Rechenart entweder bei 420 pF oder eben bei 495 pF. Damit kann ich leben

  • Ich denke es kommt auch auf das verwendete System an. Ein Shure M-44 ist da vielleicht nicht sooo wählerisch. Bei meinen Systemen von Audio Technica höre ich schon einen Unterschied zw. div. Kapazitätseinstellungen am Phono-Pre. Aber auch da mal wenig, mal deutlich.


    Carsten

  • Interessante These.


    Jamei... :) Wobei das so natürlich nur gilt, wenn die von Sommer angegebene Ader-zu-Ader-Kapazität auch wirklich die reine Ader-zu-Ader-Kapazität darstellt (wie bei Mogami - siehe etwa das Teilkapazitätsdiagramm unten dort: http://www.mogamicable.com/cat…rophone/quality_balanced/), und nicht etwa stattdessen tatsächlich die Kapazität Ader-zu-Ader plus (Ader-zu-Schirm)/2.


    Grüße aus München!


    Manfred / lini

  • Ader-zu-Ader-Kapazität

    Ader zu Ader macht Sinn, wenn die Eingangsstufe Ader und Ader sehen würde und nicht Ader-Masse. An meinen VVs schließe ich Ader und Masse an. Denen ist es egal was ausserhalb der Masse/Schirmung noch so rumfleucht.


    Bei symmetrischen Signalführungen (XLR) mag das anders sein. Aber häng mal eine Leitung mit Masse und Ader an ein Kapazitätsmessgerät und versuch dann mal die Gesamtkapazität durch die zweite Signalleitung zu beeinflussen. Viel Glück!

  • Michael: Wie oben schon angedeutet, halt ich's durchaus für möglich, dass Sommer gar nicht die reine Ader-zu-Ader-Kapazität spezifiziert - und dann käm bei der Summierung natürlich Schmonz raus. Doch dazu könnt ich nur Genaueres sagen, wenn ich dieses Kabel selbst vorliegen hätt - hab ich aber nicht. Entsprechend bleibt mir nichts anderes übrig, als mich an die von Sommer publizierten Daten zu halten.


    Grüße aus München!


    Manfred / lini

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