Dual 1019 reaktivieren / überholen

  • Hallo zusammen!


    Ich plane, einen Dual 1019, der seit bestimmt 25 Jahren bei meiner Mama auf dem Dachboden steht, wieder in Betrieb zu nehmen.

    Dazu muss ich sagen, dass ich genau Null Ahnung von Plattenspielern habe, aber irgendwie total Lust, mal wieder schön analog Musik zu hören. Mehr zu mir vielleicht gleich im Vorstellungsbereich. :-)

    Eigentlich dachte ich, dass ich das Ding einfach einschalte und dann wirds schon funktionieren. Vielleicht neue Nadel dran oder so.

    Nun habe ich mich seit Tagen hier durchs Forum gelesen, mir haufenweise Youtube-Videos angeguckt und gehe mittlerweile davon aus, dass das Gerät unabhängig davon, ob es noch funktioniert oder nicht, eine Überholung gut vertragen könnte nach 25 Jahren auf dem Dachboden (Steuerpimpel? Plumpsarm?). Und ich bin mir sicher, dass ich hier qualifizierte Tipps und Tricks und Hilfe dazu bekommen werde.


    Jedenfalls ist morgen der große Tag und ich hole den Dreher ab. Den Beitrag zur Transportsicherung hab ich schon gelesen. Wird genau so gemacht!

    Aber trotzdem habe ich jetzt zur Vorbereitung schon mal eine allererste Frage:

    Spricht irgendwas dagegen, das Gerät einfach mal auszuprobieren, ohne irgendwas daran gemacht zu haben? Oder besteht die Gefahr, dass falls alles total verharzt ist, Gelenke, Achsen etc. blockiert sind, irgendetwas kaputt geht und alles noch schlimmer wird?


    Schonmal vielen Dank und ihr werdet in den nächsten Wochen sicher noch viel mehr von mir hören. :-)


    Beste Grüße,


    Sebastian

  • hallo Sebastian

    einen neuen Pimpel braucht der 1019 bestimmt nicht,

    einen Plumpslift hat er bestimmt auch nicht,

    hatte bisher noch keiner meiner 1019


    also nur die komplette Mechanik von dem alten Fett befreien, reinigen und neu fetten und ölen,

    Tellerlager nicht vergessen

    falls der Motor Geräusche macht, zerlegen und die Lager gründlich reinigen, falls das untere Lager eingelaufen ist, die beiden Nieten ausbohren, die Messingscheibe umdrehen und wieder an der unteren Lagerschale mit Schrauben befestigen,

    es gibt hier mehrere Threads wegen der Motorwartung,

    einfach in der Suche „Dosenmotor“ eingeben


    Gruß Albert

    Gruß
    Albert

  • Hallo Albert,


    ich wurde von der Konversation mit Dir ausgeschlossen. Was bedeutet das ? Da ich hier NEU bin verstehe ich es nicht. Kein Interesse am Tonarm ?

    Bitte um Aufklärung.


    Beste Grüsse

    Gerd

  • ...du kannst das gerät ohne weiteres testen...nur halt nix mit gewalt schalten. man könnte auch mal stromlos testen, indem man den teller dreht und schaut, ob die mechanischen abläufe funktionieren....machen die 1019er eigentlich fast immer.


    romme

  • Besten Dank Euch!


    Stromlos testen ist ein guter Tipp!


    Auf reinigen, neu fetten und ölen hab ich mich schon eingestellt. Geht das auch sinnvoll, ohne das Ding komplett zu zerlegen? Und dann müsste ich mir auch noch entsprechende Fette und Öle zulegen. Den Schmier-Thread habe ich schon gefunden, aber ist das vielleicht ein bisschen zu übertrieben und wissenschaftlich? Was für Mittelchen müsste ich mir dazu am besten zulegen? Habe da nämlich genau nichts. :-)

  • Auf reinigen, neu fetten und ölen hab ich mich schon eingestellt. Geht das auch sinnvoll, ohne das Ding komplett zu zerlegen?

    ...tja, das hätten wir gerne, aber wenn das Ding auf Dauer wieder funktionieren soll, wird man wohl ums Zerlegen nicht herumkommen. Wenn allerdings alle Automatikabläufe funktionieren und weder Motor noch Tellerlager Geräusche machen, kann man es für´s erste auch mit einer "Notschmierung" der relevanten Teile bewenden lassen und dafür stinknormales Motorenöl nehmen (ich nehme 20W-50er, weil ich das halt in meinen Oldtimern fahre...:)) D.h. einen Tropfen aufs Tellerlager und auch einen Tropfen auf die obere Lagerkugel des Dosenmotors. Wenn die Automatik nicht funzt, macht es wenig Sinn, auf Verdacht irgendwo herumzuölen (mit Ausnahme der Rillenachse vielleicht), sondern dann sollte man zerlegen, entharzen und neu schmieren. Sonst droht Frust ohne Ende mit täglich neuen Baustellen. Auch nicht den Lift ölen! - Da braucht´s was anderes. Aber "dat kriejemer später!"8)


    Gruß Gerhard

  • hallo Gerd

    hätte schon noch Interesse,

    hab dir eine PN geschickt

    Gruß Albert

    Gruß
    Albert

  • Hallo Zusammen!


    Ich habe das gute Stück jetzt zu Hause. Und trotz des traurigen Anblicks (Total eingestaubt, Zarge leicht kaputt...) funktioniert er deutlich besser, als ich gedacht habe. Zumindest beim ersten Versuch, jetzt leider nicht mehr.

    Aber erstmal Bestandsaufnahme, was ich da eigentlich hab:

    - Der 1019

    - Haube CH1

    - Zarge CK2

    - Tonabnehmer AT 20 SLb (Kennt den jemand? Taugt der was? Kriegt man dafür noch vernünftige Ersatznadeln?) - Ursprünglich war da auch mal der Shure M44MG verbaut. Aber ich erinnere mich düster, wie ich als Kind da mal die Nadel gerade gebogen hab, weil ich dachte sie wäre schief :evil:. Das gab natürlich Ärger und mein Vater hat dann wohl gleich das ganze System getauscht.


    Folgende Baustellen habe ich jetzt erstmal identifiziert:


    1) Kein Ton / Headshell-Kontakte

    Beim ersten Versuch, kam vernünfter Sound aus Kanal 1, Kanal 2 klang sehr verzerrt und blechern. Nach einer Weile und rumwackeln an den 50 Jahre alten Kabeln, kam dann aus Kanal 2 gar nichts mehr, sondern nur noch ein leises brummen. Daher dachte ich, es liegt an der Verkabelung. Der eine Kanal klang aber seht gut!

    Als ich dann irgendwann das Headshell abgenommen und wieder angebaut habe, war es dann genau umgekehrt. Kanal 1 war stumm und Kanal 2 klang gut. Daher gegeh ich davon aus, dass es mit den Kontakten in der Headshell zu tun hat. Die sahen auch sehr oxidiert und nicht gut aus.

    Hab dann ein bisschen dran rumgekratzt. Und bei dem Versuch, die Kontakt-Zungen ein wenig hochzubiegen, um den Druck zu erhöhen sind dann zwei aus dem Plastik gebrochen. Ich habs verbockt. Ich werde heute mal probieren, das provisorisch mit Sekundenkleber in Ordnung zu bringen, aber für langfristig hab ich mir das hier bestellt:

    https://www.ebay.de/itm/Best-A…ksid=p2057872.m2749.l2649

    Taugt das was?

    Und noch ne Frage: Womit mach ich am besten die Kontakte sauber? Die in der Headshell-Halterung sehen auch nicht so doll aus...


    2) Antrieb / Geräusche

    Leider wurde das Gerät mit dem Hebel auf Position "Start" eingemottet. So wurde also das Reibrad 25 Jahre in derselben Position auf die Motorachse gedrückt und hat dort jetzt eine leichte Delle. Das macht dann beim Spielen so ein lustiges rythmisches Geräusch. So in etwa wir früher, bei den Fugen der Betonplatten, wenn man mit dem Auto durch die DDR-Transitstrecke gefahren ist. :-)

    Ich schätze, ich brauche ein Neues.

    Kennt jemand das hier? Taugt das was?

    https://www.ebay.de/itm/DUAL-R…2933bb:g:~RsAAOSwjP9eILBM

    Ansonsten gibt es noch so ein paar Schleifgeräusche, aber ich gehe davon aus, das gibt sich wenn ich dann mal die Lager/Achsen öle/schmiere.


    3) Automatik spielt verrückt.

    Bei den ersten paar Versuchen, hat alles so funktioniert wie es soll. Dann aber auf einmal fing die Automatik an zu spinnen:

    1. Hebel auf Start

    2. Tonarm bewegt sich auf die Platte und senkt ab

    3. Tonarm hebt sich nach einer Sekunde wieder und bewegt sich in Park Position

    4. Tonarm senkt ab

    5. Tonarm hebt sich

    6. Nr. 4. und 5. wiederholen sich beliebig oft, bis irgendwann doch die Abschaltung funtioniert

    Ich gehe davon aus, das ist nichts wirklich wildes und nach einer kompletten Reinigung und neu fetten und ölen wirds wieder gehen. Ansonsten guck ich mal im Servicemanual.


    4) Ruheposition

    Wenn sich der Tonarm in Ruheposition begibt, trifft er nicht genau, sondern ca. 2mm zu weit links.


    Sieht also so aus, als wenn ich ein schönes Projekt für die nächsten paar Wochen habe. Meine Priorität ist auch in der Reihenfolge oben.


    Habt ihr schonmal irgendwelche Tipps, Tricks oder gerne auch links auf die besten Anleitungen hier im Forum?


    Vielen Dank und schönen Sonntag!


    Sebastian

  • Servus,

    Den Plan finde ich gut. :)

    Bei allem kann ich dir nicht weiter helfen, aber ein wenig.


    Kontakte reinigen: Glasfaserstift. Die wurden früher für technische Zeichnung verwendet um die Tusche abzukratzen.

    Und werfe auch mal einen Blick auf die Kontakte des Kurzschließers.


    Reibrad: So lange es nicht total hart ist kannst du versuchen die Delle rauszuschleifen. Der absolute Durchmesser spielt für die korrekte Geschwindigkeit keine Rolle. Das Rad muss nur groß genug sein/bleiben dass der Anpressdruck an Teller und Motorpulley (beide müssen sauber und va fettfrei sein) ausreicht.


    Dann würde ich erstmal reinigen und neu schmieren empfehlen. Das machen bevor du irgendwas neu justieren willst. Am Ende passt es nämlich eigentlich so wie es ist und du verstellst dir alles.


    Soweit viele Grüße.


    Roman

  • Das mit den Headshell-Kontakten ist DER Serienfehler. Das waren Stifte, die durch Löcher in den Kontaktzungen gesteckt und dann geschmolzen und plattgedrückt wurden. Mechanische Festigkeit: spätestens wenn die Weichmacher draußen sind nicht mehr vorhanden. Die Empfehlung hier im Forum war wenn ich mich richtig erinnere Pattex Repair Power Extreme. Deinen Ersatz kenne ich nicht, bin aber etwas misstrauisch, weil die Konstruktion mit diesen Kontaktstiften völlig anders aussieht.

  • Und werfe auch mal einen Blick auf die Kontakte des Kurzschließers.


    Reibrad: So lange es nicht total hart ist kannst du versuchen die Delle rauszuschleifen. Der absolute Durchmesser spielt für die korrekte Geschwindigkeit keine Rolle. Das Rad muss nur groß genug sein/bleiben dass der Anpressdruck an Teller und Motorpulley (beide müssen sauber und va fettfrei sein) ausreicht.

    Besten Dank für die Tipps!

    Deppenfrage: Was und wo ist der "Kurzschließer"?

    Und noch eine: Womit reinige ich am besten das Trip aus Reibrad/Motorpulley und Teller, damit es sauber und fettfrei ist? Seife vielleicht?

  • Der Kurzschließer schließt das Signal bei Aktivität der Automatik kurz (stumm) um Nebengeräusche zu vermeiden. Der ist am Übergabepunkt von Tonarmkabeln und Audiokabel. Oder besser gesagt es ist der Übergabepunkt selber. Die Kontakte sind zwei Blechlaschen. Die müssen sauber sein und auch sauber öffnen und schließen.


    Reinigung am besten mit Alkohol. Also nicht mit dem guten. ;) Der kommt woanders hin.

    Isopropanol oder Spiritus. Wenn's hartnäckig wird auch Waschbenzin.


    Schau wegen der Bezeichnung und Lage der einzelnen Teile am besten mal ins Service Manual.

    Hier im Board unter Anleitungen-Dual müsste das zu finden sein.


    Grüße Roman

  • Moin Sebastian,


    der Kurzschließer:


    Da sind gerne die Kontakte oxdiert und sorgen dann für allerlei lustige Effekte: Brummen, Knistern, totale Stille,...

    Wichtig ist der Bereich der beiden Kontaktzungen (grünes Kästchen) und natürlich die Kontakte der Steckschuhe.

    Auf meinem Bild sieht man schön, wie dunkel und angelaufen die sein können.


    Das Reibrad kannst du nach oben abziehen, den Lagerarm dabei gut festhalten. Daumen in der Mitte auf das Reibrad, zwei Finger drunter und vorsichtig abziehen. Dabei darauf achten, dass der kleine Kunststoffsicherungsring nicht verloren geht. Dann kann das Reibrad in die Bohrmaschine gespannt werden und mit feinem Schmirgelleinen abgezogen werden, bis die Delle raus ist. Reibrad dann z.B. mit Spiritus reinigen. Wasser und ein Tropfen Spüli geht für das Reibrad auch. Den Tellerinnenrand würde ich mit Reinigungsbenzin putzen.


    Gruß

    Martin

    Martins Lieblingsdreher: Dual 1229, Dual 1000/1001, Dual 300 Siesta, Luxor GW1. Alles Weitere im Profil.

    Einmal editiert, zuletzt von MaxB ()

  • ...das audio technica at20 ist durchwegs eine hausnummer...da hat dein vater nicht gespart.


    romme

  • ...das audio technica at20 ist durchwegs eine hausnummer...da hat dein vater nicht gespart.


    romme

    Ja, das war damals ein Spitzenklassesystem und kann sich heute auch noch sehen bzw gut hören lassen. Nadeln sind inzwischen rar (und teuer).

    Gruß Christian


    _________________


    Ich suche folgende LPs von Pearl Jam: Live on two legs, Lost Dogs, rearviewmirror

  • Das mit den Headshell-Kontakten ist DER Serienfehler. Das waren Stifte, die durch Löcher in den Kontaktzungen gesteckt und dann geschmolzen und plattgedrückt wurden. Mechanische Festigkeit: spätestens wenn die Weichmacher draußen sind nicht mehr vorhanden. Die Empfehlung hier im Forum war wenn ich mich richtig erinnere Pattex Repair Power Extreme. Deinen Ersatz kenne ich nicht, bin aber etwas misstrauisch, weil die Konstruktion mit diesen Kontaktstiften völlig anders aussieht.

    Ha! Ich hab die Kontakte jetzt mit Sekundenkleber fixiert. Bombenfest.

    Leider ohne das erwartete Ergebnis.

    Kanal 2 ist komplett stumm, auf Kanal 1 kommt ein ganz minimales Signal an, aber man hört es nur (ganz leise), wenn man den Verstärker voll aufdreht.

    Woran kann es noch liegen?

    Kann es sein, dass ich durch mein unbeholfenes rumgetatsche den Tonabnehmer kaputt gemacht hab? Durch statische Spannung oder so?

    Wäre es sinnvoll, mir nen billigen anderen Tonabnehmer zu besorgen um das auszuschließen?

    Oder habt ihr einen Tipp, wie ich mit dem Durchgangsprüfer am besten die Kontakte durchmessen kann?


    Die Verkabelung zum Verstärker funktioniert, die lustigen Störgeräusche vom Kurzschließer klingen wunderbar und klar. Ein Genuss. :-)

    Danke für die Infos zum Kurzschließer, den nehme ich mir vor, sobald wieder Ton rauskommt.


    ...das audio technica at20 ist durchwegs eine hausnummer...da hat dein vater nicht gespart.


    romme

    Ja, das war damals ein Spitzenklassesystem und kann sich heute auch noch sehen bzw gut hören lassen. Nadeln sind inzwischen rar (und teuer).

    Dann hoffe ich mal sehr, dass ich es nicht kaputt gemacht hab!

    Einmal editiert, zuletzt von Shinz () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Shinz mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • hallo Sebastian

    Das System nicht mit dem Durchgangsprüfer prüfen,

    damit kannst du mehr kaputt machen,

    Ohmmeter auf 1KOhm einstellen und Ohmwert messen, müssten einige hundert Ohm sein ca.

    500-600 Ohm


    R - RG Spule rechter Kanal

    L - LG Spule linker Kanal


    Albert

    Gruß
    Albert

    Einmal editiert, zuletzt von hetasa () aus folgendem Grund: erweitert

  • Ah. Danke, das ist auch ne Idee!


    Eigentlich meinte ich aber durchmessen, ob die Verbindung von den Kontakten im Headshell, die man auf den Tonabnehmer steckt, bis zum Innenleben (wo auch immer) richtig funktioniert...

  • die Verbindungen vom System zum Kurzschliesser

    und zum DIN Stecker hast durchgemessen ?

    Nee, genau das wollte ich machen. :-)

    Ich weiß nur nicht so richtig, wie ich das am Besten bewerkstellige...

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