Dual 721 Neuer Tonarm

  • Hallo Forum Teilnehmer,

    wer kann mir weiterhelfen,bei meinem Dual 721 muß Tonarm erneuert werden.Der alte Arm wurde wurde von jemanden mal ausgebaut. Meine Frage:Um was für Teile handelt es sich auf den Fotos

    und wo ist deren Lage sowie Anschluß Tonabnehmer kabel an der Platine? (schön wären Bilder)

    MfG sirius

  • A und B sind für die Kabeldurchführung unten im Gehäuse. Wenn die Kabel in A liegen werden B von hinten eingeschoben und setzten die Kabel fest.

    8)

    Gruß Lothar


    Plattenspieler: Dual CS 604, CS 621, CS704, DT250 USB - Verstärker: Denon PMA 720 AE - Boxen: Teufel Ultima 40 MK 2

  • C ist die Abdeckung für die Kontakte am Kurzschließer. Das Teil darunter ist eine Abschirmung und Fixierung für die Tonarmkabel.


    Gruss

    Richard

    _____________________________


    "First make it work, then make it pretty"

  • Hallo,


    die Serviceanleitung hast schon gesehen?


    http://www.hifi-archiv.info/Dual/721s/


    dort geben Dir die Detail- und Explosionszeichnungen weiter Auskunft.


    Der 721 hat einen sehr guten Tonarm, für das "ab Werk"-System das Shure V15III brauchte er trotzdem einen Antiresonator im Gegengewicht. Ist das Gegengewicht noch vorhanden?


    Peter

    Die Leute blicken immer so verächtlich auf vergangene Zeiten, weil die dies und jenes ›noch‹ nicht besaßen, was wir heute besitzen.
    Es ist nicht nur vieles hinzugekommen. Es ist auch vieles verloren gegangen, im guten und im bösen. Die von damals hatten vieles noch nicht. Aber wir haben vieles nicht mehr.
    (Tucholsky)

  • Hallo, Danke für Antwort.Der tonarm ist Komplett mit Resonator. Der PL soll dann auf Cinch laufen mit Ortofon Mc Qintett Bronze an einer Grundig sxv 6000.ich bin mir noch nicht im klaren über die Zuordnung der Zahlen auf Antiskating- elliptisch-kleiner Teilstrich dann großer Strich (ist das 1mN)?

    MfG sirius

  • Hallo,


    bis 1,5 Pond immer 0,1 Pond, höher 0,25 Pond pro Skalenstrich.

    Die Anleitung findest komplett

    https://www.hifi-archiv.info/Dual/721


    Beim Fine Line Bronze Schliff würd ich beim Antiskating etwas höher gehen und dann nach Gehör bei Sibilanten bei Radius unter 100 mm.


    Peter

    Die Leute blicken immer so verächtlich auf vergangene Zeiten, weil die dies und jenes ›noch‹ nicht besaßen, was wir heute besitzen.
    Es ist nicht nur vieles hinzugekommen. Es ist auch vieles verloren gegangen, im guten und im bösen. Die von damals hatten vieles noch nicht. Aber wir haben vieles nicht mehr.
    (Tucholsky)

  • Hallo,


    der C721 hat eine dreiskalige Einstellmöglichkeit beim Anti-Skating: Rundnadeln, elliptische Nadeln und CD4 für alle anderen schärferen Schliffe. Daher auch die 3 Skalen bei der Einstellung. Dual hat das so geeicht, das Auflagekrafteinstellung am Tonarm gleich der Einstellung auf der Antiskating-Skala ist.


    Thomas

  • Hallo, erstmal Dank für Antwort,

    Habe mir schon service Unterlagen heruntergeladen,bin mir aber über die Funktion der Schrauben (55) nicht im klaren -sollen bei Ausbau des Tonarms linksrum in den Lagerrahmen gedreht werden und wie wird der Tonarm zentriert,der Systemträger muß ja im richtigem Winkel zur Platte stehen .Es sei denn die genaue Lage ergibt sich durch den Bajonettverschuß.IN der Anleitung sieht das so einfach aus-aber einach ist eben nichts.

    Vielen Dank wer da genaueres zu schreiben kann

  • vinylfan78:

    Hallo Thomas,

    deine Erklärung der Antiskating-Skala finde ich sehr interessant. Ich habe ja seit einigen Monaten das AT33PTG/II mit einem ML-Schliff an meinem 721 montiert. Bisher hatte ich die AS-Skala für elliptsiche Schliffe angewendet. Die cd4-Skala war mir immer suspekt. M.W. wird die auch nicht näher in BDA beschrieben. Kann man die Verwendung der cd4-Skala irgendwo nachlesen?


    Beste Grüße

    Willi

    6.1 Home-Cinema-Studio:

  • Hallo 1234sirius,

    geht es bei Dir darum nur das Tonarmrohr zu erneuern, oder den kompletten Tonarm mit Lagerung? Das Tonarmrohr hat einen Bajonettverschluss, aber aber dafür musst Du den Tonarm erstmal aus dem Dual ausbauen und die kardanische Lagerung ("Tonarmrahmenkreuz") mit den Muttern öffnen. Dafür braucht man entsprechendes Werkzeug (bei dualfred erhältlich) und man muss die feinen Lager nachher wieder richtig einstellen. Das ist Präzisionsarbeit, die Ruhe und Zeit benötigt.


    Hallo Willi,

    In den Dual-Anleitungen steht nur, dass die Antiskatingkraft gleich der Auflagekraft einzustellen ist.

    Zur CD4-Skala:

    Diese ist für Quadrophonie wichtig, da dafür Finelineschliffe nötig sind, die hohe Frequenzen (jenseits 45kHz) abtasten können. Am bekanntesten wurde damals von JVC der Shibata-Schliff eingeführt, Shure hatte einen eigenen hyperbolischen Schliff dafür. Die Skatingkraft entsteht durch verschiedene Faktoren, wobei ein Hauptfaktor die Auflagefläche auf den Rillen ist. Finelineschliffe haben eine große Auflagefläche im Vergleich zu Rundschliffen oder Ellipsen (Ellipsen haben eine größere als Rundschliffe), dadurch ist auch die benötigte Antiskatingkraft für Finelineschliffe größer, daher auch die CD4-Skala. D.h. bei allen Schliffen, die eine größere Rillenberührfläche der Diamantflanken haben, ist diese Skala die richtige. Das gilt auch schon für die hyperelliptischen Schliffe der Era IV Generation von Tonabnehmern von Shure, da diese auch mit einer größeren Auflagefläche beworben wurden. So steht das zwar nirgends genau zusammengefasst an einer Stelle, aber ich habe viele Artikel aus alten Hifi-Zeitschriften gelesen und alte Dual und Shure-Prospekte.


    Übrigens, ist daher auch das Einstellen, der Antiskatingkraft mit einer rillenlosen Schallplatte völliger Quatsch, da dabei nur die Nadelspitze die glatte Plattenfläche berührt, aber in der Realität, diese das nie tut, sonst würde es zu Schleifgeräuschen kommen, wenn die Nadelspitze die Rillenspitze berühren würde. Die Nadel tastet nur mit den Nadelspitzenflanken die Schallplattenrillenwände ab. :) Die Dual-Ingenieure haben damals schon sehr genau gewusst, was sie machen (Entwicklung des Skate-O-Meter). Damals (60er und 70er) war man generell von den technischen Möglichkeiten durch die Raumfahrt und die Mondlandung fasziniert und es kam auf wissenschaftliche Forschung und neue Materialien (z.B. Berrylium) an und nicht auf "Vodoo". :) Leider ist heute wohl viel Wissen verloren gegangen, da man wieder auf höhere Auflagekräfte setzt und viele Materialien (z.B. Berrylium) für die Nadelträger nicht mehr zur Verfügung stehen. Tonarme und Nadelträger mit höherer Auflagekraft und statischer Auflagekrafteinstellung durch Gewichtsverschiebung sind "einfacher" bzw. mit weniger Aufwand zu bauen, da bei höheren Auflagekräften, weniger Antiskating-Kompensation benötigt wird und man daher wohl denkt, dass ungenaue Einstellungen mit Schnur und Gewicht oder Ähnlichem wohl ausreichen. Die Skatingkraft variert über den Verlauf der Schallplatte und hängt auch von den Rillenmodulationen ab. Daher ist sie nie genau zu 100% richtig einstellbar; es ging aber darum ein Verfahren zu entwickeln, das wohl eine gute Approximierung zum Ergebnis hatte. Nicht umsonst waren die Ursprünge von Dual im Schwarzwald in der Uhrenindustrie angesiedelt "Precision makes the difference in performance" als internationaler Werbeslogan von Dual war eine Kernkompetenz dieser Weltfirma, da dieses Wissen um Präzision und die ganzen selbst entwickelten Präzisionsmaschinen zum Einstellen von Tonarmlagern u.ä. sich nicht kopieren ließ. Da steckt jahrzehntelanges Know-How drin.:)


    Gruss,

    Thomas

  • Hallo 1234sirius,

    hast Du auch einen richtigen Namen? Normalerweise reden wir uns hier mit dem Vornamen an. :)

    Also der komplette Tonarm...dann ist die Sache ja gut in der Service-Anleitung beschrieben und das Tonarmrohr muss gar nicht ausgebaut werden. Einfach die Schritte befolgen und hinten auf die Explosionszeichnung am Ende Der Service-Anleitung nochmal die Anordnung der Teile anschauen. Das wird dann schon...:)


    Gruss,

    Thomas

    Einmal editiert, zuletzt von vinylfan78 ()

  • Hallo Thomas,

    herzlichen Dank für deine ausführliche Erklärung! Es ist schon unglaublich: Ich habe meinen 721 nun über 40 Jahre - und lerne immer noch dazu!

    Die CD4-Skala ist seit gestern im Einsatz und m.E. ist die Abtastung der berüchtigten Sibilanten (S-Laute) tatsächlich besser/feiner.:thumbup:


    Beste Grüße

    Willi

    6.1 Home-Cinema-Studio:

  • Hallo Willi,

    sehr gern geschehen :) . Deine Platten und Deine Nadel werden es Dir mit der Zeit danken, die richtige Anti-Skatingeinstellung gewählt zu haben. (Wegen sonst sehr einseitiger Abnutzung der Platte und Nadel bei zu wenig, oder zu viel Antiskating, auch wenn eventuell nicht hörbar). Mit welcher Auflagekraft spielst Du denn ab? Bei dem ML-Schliff, den Du beschreibst, sollte es bei korrekter Einbaujustage keinerlei Zischlaute (Sibilanten) geben, da dieser Art von Schliff dem "Schneidstichel" wohl am nähesten kommt.


    Hallo 1234sirius,

    okay, dann ist wohl für Dich nur der Abschnitt "Ausbau des Tonarmes kpl. mit Tonarmlagerung" in der Service-Anleitung interessant. Habe ich selber schon mehrmals gemacht. Einfach an die Schritte in der Anleitung halten und bitte vorher das Gewicht und das TK (Tonkopf mit/ohne Tonabnehmer) entfernen. :)


    Gruss,

    Thomas

    3 Mal editiert, zuletzt von vinylfan78 ()

  • Hallo Thomas,

    ich habe meinem AT33PTG/II die empfohlenen 2g gegeben. Dieses TA-System läuft auch bei 1.8g sicher und problemlos durch die Rille.

    Allerdings finde ich die Basswiedergabe bei 2g etwas fülliger und damit (subjektiv) schöner.

    Tatsächlich hatte ich mit dem AT 33 nur selten auffälligere Sibilanten. Eine dieser (Test-) Scheiben ist meine LP "This is the Moody Blues". Die habe gleich nach der Umstellung auf CD4 angehört und nur noch extrem selten -und dann auch noch deutlich schwächer- "SZ-Laute wahrgenommen was ziemlich sicher sowohl der Aufnahme als auch dem Zustand der LP's geschuldet war.

    Gerade höre ich von Vangelis "Direct" -eine diesbeüglich kritische LP- die supersauber abgespielt wird! :)

    Fazit: Die CD4-Skala -analog zur AK eingestellt- passt zu 100%. Das werde ich nie mehr ändern!!

    Es ist schon irre was so ein 40+ Jahre alter 721 für Überraschungen aus der Tasche zaubern kann!:huh:


    Nochmals besten Dank für diesen Hinweis!:thumbup:


    Beste Grüße

    Willi

    6.1 Home-Cinema-Studio:

  • Hallo Willi,

    bitteschön, sehr gerne. :)

    Ich habe zwischenzeitlich meinen Beitrag #10 oben mittlerweile etwas ergänzt...


    Viele Grüße,

    Thomas

  • Hallo Thomas,

    ich werde mich in Kürze mit dem PL beschäftigen.Kannst du auch etwas zur Umrüstung auf Cinch sagen, es geht um den genauen Anschluß der Masseleitung, da soll es extra Steckplätze geben? Das übliche Umrüstschema hab ich schon. Eine andere Frage wäre - der manuelle Tonarmlift bewegt sich bei ausgeschaltetem Gerät nicht (absenken,Hochfahren),ist das so richtig,oder ein Defekt?

    MFG jens

  • Hallo Jens,

    wenn Du den Tonarm schon ausgebaut hast, könntest Du auch gleich den Lift neu schmieren und die Vertical Tonearm Control, da diese oft nach Jahren schwergängig funktioniert und dann deren Drehkurve (Teil Nr.223) oft bricht.


    Die Masseleitung wird bei dem Dual 721 laut Dual an die Schraube der Zugentlastung, die vom Kurzschließer abgeht, mit einem Gabelkabelschuh (oder einem in Ringform) geklemmt. Die Drahtbrücke muss korrekterweise aufgetrennt werden, bzw. abgeknipst, da die Masseleitung nun separat erfolgt. Als ein gutes und passendes Kabel geht z.B. das RG174, oder ein Mikrofonzwillingskabel mit entsprechend niedriger Kapazität, da die meißten Tonabnehmer so um die 250pf Gesamtkapazität wollen, ab der 2. Hälfte der 70er Jahre. Das Shure V15 Type III möchte noch so 400-500pf haben.


    Zum Tonarmlift:Bitte in der Service-Anleitung Fig. 17 und Überschrift "Justagepunkte" durchführen. Natürlich muss der Lift auch bei manuellem Bedienen, ohne Automatik, funktionieren. Daher ist das Zusammenspiel zwischen Stellschiene (Nr. 246) und Lift noch nicht richtig eingestellt.


    Gruss,

    Thomas

  • Hallo Thomas,

    Ja bei den Kapazitäten muß man aufpassen, als Hauptsystem läuft ORTOfon mc 25fl, das harmoniert mit dem grundig sxv6000 super- löst meiner Meinung noch besser auf wie das Q bronze.Ich meine gelesen zu haben der Grundig hat als Kapazität 50pf

    MfG jens

  • Hallo Thomas,


    darf ich mich auch kurz einklinken, da mich Deine kompetenten Ausführungen zum Antiskating auch sehr interessieren. Ich benutze auf meinem 731 eine Nadel 40 auf einem OM-ULM-Adapter von Dualfred. Meines Wissens hat die Nadel einen VdH-Schliff. Dann wäre hier doch wohl auch die CD-4-Skala die richtige, oder?


    Herzliche Grüße

    Klaus

    DUAL: CS 731Q, CV1500RC, CT1540RC, C839RC

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