Überholung 1019

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    • Überholung 1019

      Moin zusammen,

      ich habe kürzlich einen 1019 bekommen, der mir sehr gut gefällt und auch insgesamt in einem guten Zustand ist, aber doch eine Überholung bekommen soll, so wie er von unten aussieht. Er läuft zwar, aber insgesamt doch etwas schwergängig. Nun habe ich mich mal dran gemacht und es kommen ein paar Fragen auf dabei:

      1. Sollte man den Kondensator wechseln und wenn ja, was für einer sollte da rein? Im Service-Heft steht er drin mit 10000pF und 700V.



      2. Ich habe die Antriebsrolle nicht runter bekommen, obwohl die Madenschraube ganz raus war. Gibt es dazu Ideen wie man da vorgehen kann, ohne den Anker zu gefährden?

      3. Ich hatte mich beim Testlauf gewundert, dass dieser megaschwere Teller nur relativ kurz nachläuft und mir deswegen Achse und Tellerlager angesehen. Beide waren erstaunlicherweise keineswegs trocken, aber was mir merkwürdig vorkommt ist, dass das Lager mit dem Boden nach oben eingebaut war, Ist das so richtig? Für mich würde es mehr Sinn machen, es umzudrehen.




      Wenn ich die Brücke in der Hand halte und den Teller drauf stecke, um ihn probeweise drehen zu lassen, dreht er sich deutlich schlechter, wenn das Lager so rum drin ist, wie es eingebaut war. Andersherum dreht er sich wesentlich besser. Leider kann ich aus der Explosionszeichnung im Service-Heft nicht erkennen, wie das original sein soll. Kann mir dazu jemand was sagen?

      4. Der Motor sieht ziemlich trocken aus. Leider ist ja das untere Lager vernietet und mein Versuch, den Schmodder da drin mit Öl rauszuspülen, hat nicht so geklappt wie ich wollte. So werde ich wohl nicht drum herum kommen, die 3 Deckelnieten aufzubohren und später zu verschrauben, oder?

      Grüße von Hanno
      Was man dem Volk dreimal sagt, hält das Volk für wahr.
      Heinrich von Kleist
    • Hanno. schrieb:

      Sollte man den Kondensator wechseln
      Das ist ein Keramikkondensator, der gehört nicht zu den üblichen Verdächtigen.
      Kann durchaus drin bleiben.

      Hanno. schrieb:

      Ich habe die Antriebsrolle nicht runter bekommen
      Kann zum Tränken des Lagers durchaus drauf bleiben. Wenn der Pulley denn doch
      runter soll, ein Tröpfchen WD40 in das Loch der Madenschraube geben und ein
      paar Stunden einwirken lassen. Benzin und eine Tropfen Öl bewirkt das Gleiche.
      Wenn sich das Teil dann immer noch wehrt, kann man mit einer gebogenen
      Spitzzange von unten hebeln. Allerdings nur in die Richtung, wohin die Welle
      zeigt, sonst verbiegt diese.

      Hanno. schrieb:

      dass das Lager mit dem Boden nach oben eingebaut war
      Kugeln gehören nach oben. Die obere Scheibe vom Lager hat einen anderen
      Innen-Durchmesser als die Untere.
      In das Tellerlager gehört dann Fett, kein Öl. Das würde schnell weglaufen.

      Hanno. schrieb:

      Der Motor sieht ziemlich trocken aus. Leider ist ja das untere Lager vernietet und mein Versuch, den Schmodder da drin mit Öl rauszuspülen, hat nicht so geklappt wie ich wollte. So werde ich wohl nicht drum herum kommen, die 3 Deckelnieten aufzubohren und später zu verschrauben, oder?
      Der Schmodder lässt sich mit Benzin oder Iso entfernen. Ausbohren ist nicht nötig.
      Allerdings nach dem Spülen die Lager und die Filzringe gut vollsaugen lassen. Über
      mehrere Stunden hinweg immer wieder etwas nachschenken.


      LG, Micha
    • Moin Hanno,

      also 'Kugel gehören nach oben' ist etwas komisch ausgedrückt, da der Käfig mit den Kugeln zwischen zwei Scheiben läuft.

      Richtig ist aber, dass das Lager so wie auf dem Bild falsch herum ist. So bringt das nichts, denn der Teller reibt auf der Lagerschale und die liegt fest auf der Lagerbrücke.
      Der Teller sollte auf der Scheibe aufliegen, die auf den Kugel gelagert ist. Mit drei kleinen Blechlaschen wird das Innenleben des Lagers in der Lagerschale gehalten und diese Laschen müssen oben sein. Nur so kann das Lager seinen Dienst tun.

      Gruß
      Martin
      Martins Lieblingsdreher: Dual 1229, Dual 1000/1001, Dual 300 Siesta, Luxor GW1. Alles Weitere im Profil.
    • Moin,


      mickdry schrieb:

      Kann zum Tränken des Lagers durchaus drauf bleiben.
      ... ja, das habe ich eigentlich auch so gesehen, aber die Idee mit den "Lösemitteln" in der M-Schrauben-Bohrung ist gut, danke, auch für Deine anderen Tipps Micha!


      MaxB schrieb:

      Richtig ist aber, dass das Lager so wie auf dem Bild falsch herum ist.
      ... danke Martin, das habe ich auch so gesehen und denke, dass das der Grund war, warum der Teller etwas schwergängig gelaufen ist. Es scheint also schon mal ein "Fachmann" dran gewesen zu sein vor mir. Der hatte das Tellerlager wohl auch neu geschmiert, vermutlich ohne es aufzumachen und deswegen von außen Öl reinlaufen lassen, anstatt Fett zu benutzen, so sah der Inhalt jedenfalls aus.


      Mal sehen, wie er am Ende wird, aber ich denke, es lohnt sich absolut, weil der mir von der Mechanik und vom verbauten Material her insgesamt sehr solide aussieht. Wenn man das Chassis später noch in eine schöne Vollholzzarge stecken würde, anstatt in die Holzdekor-Kiste und dann die originale Haube drauf, die noch erfreulich gut aussieht, ohne Sprünge und Risse und schwere Ausführung, könnte das doch ziemlich nett aussehen :) Gibt es übrigens irgendwo eine Zeichnung mit den Maßen für die Aufnahme für diese Chassis?

      Grüße von Hanno
      Was man dem Volk dreimal sagt, hält das Volk für wahr.
      Heinrich von Kleist
    • Moin nochmal,

      ich habe da nochmal ein paar Fragen zu der Überholung des 1019:

      Der Lagerbock vom Haupthebel war sehr unbeweglich bevor ich ihn ausgebaut und gereinigt habe. Wie beweglich muss der sein? Ich kenne das von anderen Spielern, dass der etwas gefettet ist sich sehr leicht drehen lässt. Das ist hier nicht so, weil der durch die Blattfeder sehr stramm gehalten wird, oder müsste ihn ggf. ordentlich fetten. Wie macht ihr das bei diesem Modell?



      Außerdem war zwischen dem Kurvenrad und dem Chassis keine Scheibe o.ä., sodass die Stelle dort schon etwas eingelaufen ist. Ich hätte an der Stelle eine dünne Messing- bzw. Kupferscheibe vermutet, wie ich das bei anderen Modellen schon hatte. Fehlt die hier oder ist da werksseitig keine vorgesehen? Auf der Zeichnung im Service-Heft finde ich auch keine.





      Und wie ist das mit dem Steuer-Pimpel bei diesem Spieler? Muss man den auch wechseln? Das ist ja ein ganz anderes Material als das was man üblicherweise von den anderen Dual's kennt.

      OK, letzte Frage: wie läuft das mit dem Lift hier? Da soll ja eine "Wacker-Silikon-Kautschuk-Streichmasse" zwischen die Scheiben geschmiert werden, wo gibt es sowas oder was kann man alternativ nehmen, sodass der Lift angemessen läuft?

      Grüße von Hanno
      Was man dem Volk dreimal sagt, hält das Volk für wahr.
      Heinrich von Kleist
    • Moin,

      nur ganz kurz...

      So besonders leicht dreht sich der Haupthebel nicht. Etwas Fett ist ok, aber 'ordentlich' klingt nach zuviel und würde es nicht leichter machen.

      Ob da eine Scheibe unter dem Kurvenrad ist, kann ich so aus der Erinnerung nicht sagen, müsste ich nachschauen.

      Steuerpimpel wie bei den späteren Duals gibt es hier nicht. Die kleine Plastikreibfläche macht eigentlich nie Probleme, also nicht versuchen zu wechseln.

      Für die Reibplatte des Lifts kann man das vom 'modernen' Lift bekannte 500000cts Silikonöl nehmen. Das kann man in kleinen Spritzen kaufen. Evtl. hat hier im Board auch jemand was abzugeben.

      Gruß
      Martin
      Martins Lieblingsdreher: Dual 1229, Dual 1000/1001, Dual 300 Siesta, Luxor GW1. Alles Weitere im Profil.
    • MaxB schrieb:

      Für die Reibplatte des Lifts kann man das vom 'modernen' Lift bekannte 500000cts Silikonöl nehmen.
      Hallo,
      ich denke mal 500.000 Silikonöl ist für die große Fläche ein wenig zu extrem. Wenn der Dreher in einem kühlen Raum steht,
      kommt der Tonarm so schnell nicht runter.
      Ich würde 250.000 oder 300.000 bevorzugen.
      Nochmal ein Hinweis: Silikonöle mit verschiedenen Viskositäten sind mischbar. Hierbei verändert sich, entsprechend der Mischung, die Viskosität des Gemischs.
      Grüße Gernot
      Es soll ja Leute geben, die hören, ob das Lautsprecherkabel rot oder blau ist.

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