Hallo und Fragen zur Restaurierung eines 1228

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    • Hallo und Fragen zur Restaurierung eines 1228

      Hallo Dualisten,

      bislang war ich nur im Braun Forum unterwegs. Nun hat es vor einiger Zeit ein defekter CS 1228 zu mir geschafft. Ein schöner Spieler, der mir schon jetzt viel Spaß macht. Dank dieses Forums und Eurer Hilfsbereitschaft habe ich das gute Stück auch wieder zum Laufen bekommen - das obere Motorlager hatte sich in seine Einzelteile aufgelöst. Der Vorbesitzer meinte, er hätte das Gerät schon so gekauft. Bei der Gelegenheit habe ich natürlich gleich eine Reinigungs- und Schmierkur gemacht. Nun kann ich zwar auf dem guten Stück Platten hören, einiges funktioniert aber doch nicht so, wie ich mir das vorstelle bzw. wie es eigentlich gedacht ist. Btw. an dem Gerät hat schon jemand geschraubt (auf Cinch umgerüstet, Steuerpimpel sieht auch neu aus, schwarz glatt, vielleicht Eigenbau).

      1. Im Automatibetrieb läuft der Plattenteller die ersten ca. 30 sek viel zu langsam, hörbar und lt. Stroboskop. Meine Vermutung war, dass ich die Schraube Nr. 171, die den Halterungsblock für den Haupthebel fixiert zu fest angezogen habe und der Block nicht mehr leichtgängig drehen kann. Das Problem ist nur, dass sich die Schraube im Betrieb selbst löst, wenn ich sie nicht fest anziehe und der Haupthebel dann keinen Druck mehr auf den Steuerpimpel überträgt. Zwischen Block und Chassis habe ich Molykote geschmiert, schien mir bei Metall auf Metall sinnvoll. Gibt es eine ungefähre Faustregel, wie fest die Schraube angezogen werden soll? Ein Drehmoment habe ich nirgends gefunden. Habe aber gerade den Beitrag von McZack von gestern gelesen, der genau um den Lagerblock geht - stramm anziehen ist also o.k. Dann muss es wohl was anderes sein.

      2. Tellerlager: Wie viele empfehlen, habe ich statt Öl hier Fett - Shell Alvania, das ich auch für das Kurvenrad benutzt habe - genommen, um evtl. Laufgeräusche des Lagers zu minimieren. Der Teller drehte danach deutlich langsamer, was ich über die Einstellschraube am Pitch Regler ausgeglichen habe. Nun scheint mir die Drehzahl aber recht temperaturabhängig, anfangs, auch im manuellen Betrieb, dreht der Teller langsamer als nach ein paar Minuten. Der Raum ist recht kühl (unter 15 Grad gerade) und wird nur bei Bedarf geheizt. Ist das normal, oder sollte ich ein anderes Schmiermittel verwenden. Blöderweise habe ich mir aber auch nicht gemerkt, wie herum der Lagerkäfig samt Kugeln eingesetzt werden muss. Ist es richtig, dass die Seite mit den rechteckigen Verstärkungen um die Kugeln nach unten gehört?

      3. Der Motor: wenn ich nah am Spieler stehe, höre ich bei offener Haube immer noch ein leises Surren, wahrscheinlich vom Motor. Ist das unvermeidlich, oder müsste der Motor völlig geräuschlos laufen?

      4. Lift: Wie hier öfters empfohlen, habe ich den Lift bei Start durch Automatik und folgend angehobenem Lift so eingestellt, dass der Arm jeweils ca. 1 mm über die Liftstütze fährt. Habe zwischenzeitlich aber festgestellt, dass ich den Arm mittels Lifthülse 68 und Schraube 48 nicht so tief einstellen kann, dass sich die Nadel nur 2-3 mm über den Starthebel absenkt, wie im Service Manual angegeben. Ist das problematisch oder eher zu vernachlässigen?

      Ich hoffe sehr auf Eure Hilfe, damit mein 1228 seine vollen Qualitäten zeigen kann. Optisch ist er jedenfalls in seiner weißen Zarge schon ein Schmuckstück und mit dem NOS M95HE dann auch vom Klang her eine Granate.

      Schonmal Danke und viele Grüße
      Nico

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Halunke ()

    • Moin und herzlich Willkommen Nico!

      Halunke schrieb:

      Gibt es eine ungefähre Faustregel, wie fest die Schraube angezogen werden soll?
      So fest, dass sie sich nicht mehr von selbst löst.

      Halunke schrieb:

      Öl hier Fett - Shell Alvania, das ich auch für das Kurvenrad benutzt habe - genommen, um evtl. Laufgeräusche des Lagers zu minimieren. Der Teller drehte danach deutlich langsamer, was ich über die Einstellschraube am Pitch Regler ausgeglichen habe. Nun scheint mir die Drehzahl aber recht temperaturabhängig, anfangs, auch im manuellen Betrieb, dreht der Teller langsamer als nach ein paar Minuten. Der Raum ist recht kühl (unter 15 Grad gerade) und wird nur bei Bedarf geheizt. Ist das normal, oder sollte ich ein anderes Schmiermittel verwenden.
      Fett ist da schon richtig. Klar, dass es bei niedrigen Temperaturen etwas fest wird.
      Ein paar (wenige) Tropfen Öl an der Achse runterlaufen lassen, kann nicht schaden,
      um dern Teller etwas leichter laufen zu lassen.

      Halunke schrieb:

      Der Motor: wenn ich nah am Spieler stehe, höre ich bei offener Haube immer noch ein leises Surren, wahrscheinlich vom Motor. Ist das unvermeidlich, oder müsste der Motor völlig geräuschlos laufen?
      In ein Meter Abstand sollte nichts hörbar sein. Falls doch, Motorlager reinigen und
      sich mit frischem Öl vollsaugen lassen. Gern macht auch die Reibradachse etwas
      Radau. Da mit Fett statt Öl schmieren, lässt sie meist verstummen.

      Sonst ist noch die Rillenachse ein häufiger Verursacher von mangelndem Andruck
      des Rades.



      Im laufenden Betrieb kann man auch das Reibrad mit Schleifpapier
      minimal abschleifen, dass sorgt für guten Kontakt beim Abrollen.


      LG, Micha
    • Hallo Micha,

      danke für Deine Hilfe. Das meiste hatte ich schon gemacht, vielleicht aber dabei geschludert. Ich habe den Lagerblock des Haupthebels gelöst und nochmal die Schraube schrittweise fester gezogen - also Haupthebel wieder drauf, paarmal per Hand hin und her gedreht und wenn sich die Schraube dabei wieder gelöst hat, Hebel wieder runter und etwas fester angezogen, bis es gerade so fest saß. Dann habe ich auch das Tellerlager nochmal großzügiger gefettet und den Lagerkäfig umgedreht, Motorlager geöffnet nochmal neu mit Feinmechaniköl getränkt. An der Rillenachse war tatsächlich verharztes Fett auf den Hebeln, auch entfernt und leicht geölt. Nun erreicht der Dreher im Automatikbetrieb Sollgeschwindigkeit, bevor sich der Tonarm absenkt, super! Nur leichte Gleichlaufschwankungen hat er noch am Anfang der Platte und. das Fett im Tellerlager muss sich immer erstmal "warmlaufen"

      Ich habe auch den Fehler beim Lift gefunden: Die Einstellhülse ist gerissen und wohl schonmal geklebt worden. Daran wird's wohl liegen, dass ich den Tonarm nicht tief genug eingestellt bekomme (nur ca. 1 cm über den Starthebel und nicht 3 mm wie im SM) und es mir mit dem Shure M95HE immer die Nadel aus der Rille kegelt gegen Ende der Platte. Mit dem AT 120 EB läuft's komischerweise, das fahre ich aber auch mit 0,5 g mehr Auflagegewicht.

      Was mich nur wundert ist, dass der Lift eigentlich funktioniert und sich im Automatik- und Handlift auf 1 mm Höhe über die Armstütze einstellen lässt. Nun brauch ich erstmal'ne neue Einstellhülse, bzw. versuche erstmal übergangsweise die Kabelbinder Methode.

      Viele Grüße
      Nico
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    • Hi,

      deshalb dachte ich erstmal an Kabelbinder, um mal schnell zu testen ohne gleich den ganzen Lift zu demontieren. Um die Stellhülse abzubekommen müsste auch der Tonarm runter, oder? Mal was anderes hat schon jemand Erfahrungen mit den Nachbau Selektor-Achsen/Rädchen für den Wechslertonkopf? Habe da auf Ebay Kleinanzeigen welche gesehen. Meine ist mir leider gebrochen, und nun hab ich ne Kugelschreibermine drin. Ich weiß, die Achse kann man kleben, hätte aber lieber eine neue.

      VG
      Nico
    • Hallo Thorsten,

      danke Dir, jetzt war ich erstmal verwirrt - die kleinere kommt zur Tellerseite? Habe es genau umgekehrt gemacht, wie es in der Anleitung von Dualcan steht:

      " make sure toplace the washer with the smaller inner diameter on the bottom andthe larger one on top. The larger hole is required to give the properspace needed by the platter’s brass bushing (Figure 19)"

      oder hier:

      1218 Tellerlager neu fetten

      in dem Beitrag steht auch, dass die glatte Seite des Lagerkäfigs nach oben gehört. Hätte ich das mal vor dem ersten Zusammenbau gelesen :)

      Viele Grüße
      Nico

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Halunke ()

    • Moin Nico,

      Halunke schrieb:

      die kleinere kommt zur Tellerseite?
      ich hab jetzt mal ein Lager von einem 1226 zerlegt, Tellerlager und Lagerbrücke sind identisch zum 1228.
      Von unten nach oben:


      Der Ring mit dem kleineren Innendurchmesser liegt oben.
      Das passt auch zur Laufbuchse des Tellers.


      Der große Innendurchmesser hat da etwas Spiel...


      Dafür passt der aber perfekt zur Lagerbrücke.


      Wenn man hier die Scheibe mit dem kleineren Innendurchmesser verwendet, dann sitzt das Lager nicht richtig auf der Brücke auf und es kippelt.
      Gruß

      Thorsten