Welche Wartungsmaßnahmen sind an einem frisch gefangenen Golden 1 notwendig?

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    • Welche Wartungsmaßnahmen sind an einem frisch gefangenen Golden 1 notwendig?

      Ich habe einen Golden 1 erstanden, der viele Jahre in einem Abstellraum zugebracht hat. Der äußerliche Zustand ist gut. Da ich aber mit einem 728Q schon einmal ein Silvesterfeuerwerk veranstaltet habe, als ich ihn nach jahrelanger Standzeit eingeschaltet habe, frage ich vorsichtshalber:

      Gibt es am G 1 einen Knallfrosch, der vor der erneuten Inbetriebnahme ausgetauscht werden muss?

      Welche anderen Maßnahmen sollten ergriffen werden, bevor man ihn wieder in den regulären Betrieb nimmt? Antriebriemen austauschen? Was noch?
      freundliche Grüße

      Ralph


      Dreher: CS 741Q, CS 731Q, CS 728Q
      MC-Systeme: Goldring Elite, Ortofon MC20 Super ... MM-Systeme: ELAC 796, AT 150 Sa, TK60E mit DN 160
      Vorverstärker: Aikido 1+ und Aikido Hybrid Supreme
      Verstärker: Harman/Kardon HK 6800 ... Receiver: Dual CR 1730
      Boxen: Nubert NuWave35 und Dual CL 720

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von CS 728Q ()

    • Hi Ralph !

      Der G1 hat laut Platinenplan einen Entstörkondensator CP01 auf dem Transformator-Board - der ist aber z.B. nicht im Schaltplan eingezeichnet. Ich würde mal gucken, ob der bestückt ist. Sollte er vorhanden sein, ist es vermutlich ein 47nF / 250V~ (0.047µF) und der sollte schon gegen einen zeitgemäßen 47nF / 275V~ X2 ausgetauscht werden.

      Des weiteren wird das Gerät die notorischen zwei Netzteilelkos von Roederstein haben (die vertikalen messingfarbenen Rollen), die sich gerne mal unvermutet die Karten legen und dann die Sicherungswiderstände mit wegreißen.
      Das ist einmal der CP06 (3300µF) und dann der CP07 (2200µF), wofür ich in beiden Fällen 40V-Typen als Ersatz empfehlen würde.

      Es gibt noch ein paar kleinere Elkos, die man dann *vielleicht* noch ersetzen könnte, wie den CP08 (100µF) und den CP09 (10µF) in der +5V-Stabilisierung.

      Antriebsriemen ist bei den Geräten mit dem Prozessor-geregelten Antrieben immer eine gute Idee, weil ein abgenudelter Riemen dazu führt, daß der Dreher mitten im Betrieb den Arm hebt, oder gar nicht erst aufsetzt, weil ihm die Geschwindigkeit nicht paßt oder schwankt.

      Ansonsten sind dann nur die üblichen Schmierstellen, die ein wenig der Wartung bedürfen, wenn das Gerät lange gestanden hat.

      ^^
      Peter aus dem Lipperland

      Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.
    • Danke Peter - das hilft!
      freundliche Grüße

      Ralph


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    • Fällt mir gerade auf: Wie justiert man bei dem Dreher eigentlich ein System? Wenn ich das richtig verstanden habe, bleibt der Tonarm ja oben, wenn der Magnet stromlos ist. Stecker ziehen bringt also nichts. Bei bestehender Verbindung zum Weltstromnetz ist es ähnlich witzlos: Schwenkt man den Tonarm ein, um ihn abzusenken, dreht der Motor los. Und nun?
      freundliche Grüße

      Ralph


      Dreher: CS 741Q, CS 731Q, CS 728Q
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    • Hallo Ralph,

      ein kleines "Feuerwerk" ist beim Golden 1 nicht zu eerwarten. Dort sind keine "explodierenden" Knallfröschtypen mehr verbaut.

      Ein häufiger auftetendes Problem bei dieser Geräteserie, ist ein Problem mit der Drehzahlkonstanz. Dann hebt die Elektronik permanent den Lift während des Abspielens an und senkt ihn dann wieder, wenn die Drehzahl passt. Für diese Problematik gibt es leider mehrere mögliche Fehlerquellen.

      Oft ist nur der Riemen zu ersetzen und die Laufflächen an Teller und Antriebsroll mit etwas Spiritus zu reinigen. Dabei sit zu beachten, dass sehr viele Ersatzriemen nicht die gleichen Riemenmaße, wie das Original haben. Vele Typen erzeugen eine wesentlich höhere Riemenspannung als beim Original. Das ist kontraproduktiv für die angesprochene Problematik.

      Das Lift auf/ab Spielchen kann aber auch seine Ursache auf der Steuerplatine oder am Motor selbst haben. Letzeren gibt es leider nicht mehr als Ersatzteile.

      Zum Thema Systemeinstellung mit der Lehre, kannst Du einfach den Riemen aushängen. Dann dreht der Teller nicht mehr los, auch wenn der Speiler am Netz hängt. Dieser Trick funktioniert beim CS5000 und beim Golden 1, nicht aber beim Nachfolder CS750. Denn dort wird ein Zahnkranz am Teller für die Motorregelung verwendet.

      Gruß Alfred
      Gewerblicher Anbieter von Dualersatzteilen auf dualfred.de
    • Sicher freut sich sowohl das Lager das Plattentellers aus auch das des Antriebsmotors über einen Tropfen frisches Feinmechanikeröl. Keinesfalls Fett oder Motoröl verwenden, was bei anderen Drehern gut ist, bringt hier nur Probleme, dann dann Motor und Teller zu schwer laufen. Ersteres führt zum Brummen des Motors, zweiteres zu einem "Nazi-Plattenspieler", der ständig durch Heben des Arm nervt.

      Um den Motor zu ölen, muß man den Rotor herausnehmen, dazu die beiden weißen Plastikteile vorsichtig auseinanderdrücken und den Rotor vorsichtig nach oben abziehen. Obacht wegen der sehr dünnen, offen liegenden Anschlußdrähte der Flachspulen. Man kann auch versuchen, altes Öl und Ablagerungen vor den Neuölen aus dem Lager zu entfernen.

      Um den Tonarm zur Justage des Überhangs abzusenken, auch wenn der Liftmagnet ihn oben halten will, kann man auch das Balancegewicht entfernen, dagegen kommt der Liftmagnet auch nicht an. Netzstecker vorher ziehen ist ja klar, nicht daß die Schablone oder andere Meßmittel die Nadel köpfen.

      Viel Freude mit dem neuen Dreher wünscht

      Uli
      CS: 1209, 504, 510, 741Q, 750-1
      CV: 1200, 440, 1500 RC
      CT: 440, 1240 (2x)
      CR: 5950 RC
      C / CC: 1280, 5850 RC, 839 RC
      CD: 40, 5150 RC
      CL(X): 241, 9020, 9200
      und: DK170, MC2555
    • Herzlichen Dank auch an Alfred und Uli.

      Ich werde als erste Maßnahme also mal Alfreds "Spezialriemen" bestellen, um allen Unwägbarkeiten beim Kauf eines Ersatzriemens aus dem Wege zu gehen. Alfreds Riemen ist ja besonders genau dem Original nachempfunden. Dann ist die Baustelle schon mal sicher beseitigt.
      freundliche Grüße

      Ralph


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