Der Dual CS 510 - Der Dual-"Underdog" in einem ersten persönlichen "Test"

  • Völlig verranzt und sehr wartungbedürftig kam er für eine Spottpreis zu mit, der CS 510 ohne Tonabnehmer und ohne TK.


    Nun steht er da, der CS 510 in seiner nußbaumfolierten Konsole (zum Glück noch die alte Form und nicht die „Basewannenzarge“ mit dem großen Anteil an sichtbarem Kunstsroff, soll mir noch einmal einer den CS 741Q „Plastikbomber“ nennen).


    Was zu schmieren war, ist geschmiert worden, gereinigt und etwas aufgehübscht wurde er natürlich schon. Am Tonarm ist ein Shure M91 montiert, das hatte ich mal mit einem 1219 mitbekommen, den ich später eben ohne den TA verkauft habe. Ich wollte auch wenigstens ein Shure im Bestand haben. Da ich der Originalnadel, die daran war nicht vertraute, habe ich eine Pfeiffer Nachbaunadel erstanden. Ich habe keine Ahnung, welchen Stellenwert die unter den Nachbauern einnehmen, immerhin hat Pfeiffer meines Wissen auch mal selbst Tonabnehmer hergestellt.


    Aber schön allein sein genügt nicht. Die Ausstattung fand ich am 510 auch interessant, vor allem der in meinen Augen elegante „Sägezahnteller“, der nun von einem Dualfred-LED-Element in originalem Orange angeblitzt wird. Der Zahnriemen ist in Ordnung und der neue Thakker-Riemen für den Antrieb arbeitet offenkundig perfekt.


    Na, dann kann es ja losgehen. Es sind erste Eindrücke, die Nadel hat weit unter zehn Betriebsstunden und ist vielleicht „noch etwas steif in den Knochen“, sei‘s drum, ohne Nutzung kein Einspielen und Gelegenheit für erste Eindrücke.


    Angeschlossen wurde der CS 510 an den CV 440, an dem die CLX 9200 betrieben werden, also nicht die schlechtesten Voraussetzungen, um zu einem Urteil zu kommen.


    Als erstes fällt die sehr angenehme Bedienung auf. Noch nie habe ich eine Haubenautomatik gehabt, die so perfekt arbeitete. Sie hält bis kurz vor der Geschlossen-Position, dann scheint sie eher noch dem Weg in die Endlage Nachdruck zu verleihen. Der Deckel sitzt jedenfalls satt auf der Konsole auf.


    Die Drehzahleinstellung ist einfach, nicht der Rede wert bei einem Dual.Plattenspieler, wo es keine unausgegorenen Konstruktionen mit einem händischen Umlegen des Riemens gibt.


    Stroboskopfanatikern sei gesagt, daß, einmal eingestellt, die Drehzahl auch über die Dauer einer Langspielplatte problemlos gehalten wird. Vielleicht wird man hier sogar eher weniger frustriert als bei den Dual-Direkttrieblern ohne Quarzstabilisierung, wo die elektronisch geregelte Drehzahl des Antriebs genauer ist als die Frequenz, mit der das Stroboskop arbeitet, welches dann optisch „wegläuft“. Beim CS 510 ist beides synchron, driftet das eine, driftet das andere genauso, hörbar ist so etwas ohnehin nicht.
    Eine Ausflug zum Test des im Antriebs ja weitgehend gleichen CS 1249 im Vergleich zu den ermittelten Werten für den CS 704 oder CS 721 zeigt, daß die Unterschiede in Bezug auf Rumpelwerte und Gleichlaufschwankungen im Bereich der Meßtoleranzen liegen, in jedem Fall sind sie weit von den viel schlechteren Werten der Schallplatte selbst entfernt.


    Das zeigt sich auch beim Hören, weder ist störende Rumpeln zu hören, noch Jaulen bei Klaviermusik oder „Zittern“ bei langgezogenen Violinenklängen. Es klingt sehr ruhig, souverän und „groß“.


    Am Tonarmgegengewicht fällt auf, daß es einen festen Teil (nicht nur der Aufnahmedorn) und einen in dem festen Teil flexibel aufgehängten Teil gibt. Offenbar eine frühe Version eines Antiresonators.


    Eine geniale Erfindung ist der „Rillenfinder“; mal eben eine 45er Maxi-Single im Halbdunkel ohne Risiko für die Nadel auflegen? Das ist damit kein Problem. Auch bei Singles geht es einfach schneller als mit einem Automatikspieler. So ein Dreher während meiner Schuldisko-Ära, das wäre ein Traum gewesen.


    Zum Klangbildvergleich ist für mich der CS 741Q mit auf dauerhafte 1/2“-Befestigung und das Dual DMS 750 mit der Nadel 30 von Ortofon die Referenz. Das ist natürlich eine hohe Marke, kostet schon allein der Tonabnehmer aktuell fast 300€.


    Also rauf auf recht betagtes Vinyl, „Trouble“ von Sailor, die Scheibe kenne ich in- und auswendig. Als allererstes eine freudige Überraschung: Das erste Mal erlebe ich einen Tonabnehmer am Phonoeingang, der nicht erheblich leiser als die anderen Quellen ist. Warum bekommen die heutigen Hersteller das nicht hin? Dann das nächste postive: Das Knistern und Knacken ist noch weniger als beim Ortofon, kaum hörbar.


    Und der eigentliche Klang? Ok, n den tiefen Bässen fehlt es doch, da ist eher ein Knarren zu hören, wo beim Ortofon „Wucht“ drin ist. Wer vielleicht mit kleineren Boxen hört, dem wird es vielleicht weniger auffallen als über ausgewachsene Standboxen. Auch an die samtige Brillianz in höheren Höhen kommt das Shure so nicht heran. Was absolut stimmig ist, das sind die Stimmlagen, die Ortbarkeit und der Klangcharakter der Instrumente. Das ist absolut natürlich, sogar etwas weniger „sezierend“ als beim Ortofon. Das ist dann eher eine Geschmacksfrage. Nun muß man dem Shure die Nachbaunadel zugute halten, die zudem noch nicht eingespielt ist. Wie es mit einer Orginalnadel oder gar einer der sagenumwobenen Jico-Nadeln aussähe, steht auf einem anderen Papier (Passen die Nadel für das M95 eigentlich auch auf den Systemkörper des M91?). Aber Jico-Nadeln sind direkt z.B. bei Thakker genauso teuer wie eine Ortofon Nadel 30, beim Direktkauf aus Japan ist man offensichtlich auf Paypal angewiesen und hat noch die Unwegbarkeiten von Zoll usw. Da wäre eine solche Nadel durchaus zu angemessenen Preisen von unter 100€ zu haben. Es geht ja „nur“ um einen zusätzlichen Dreher.


    Ich werde den CS 510 sicher noch einmal mit einem Ortofon M20E ausprobieren, das habe ich mit originaler Nadel liegen. Ich denke, dann werden die Karten neu gemischt und der CS 741Q „muß sich warm anziehen“.


    Die Verwendung des CS 510 ist schon klar. In ein paar Monaten wird endlich unsere Älteste samt Enkeltochter samt einer Unmenge an Gerümpel in eine eigene Wohnung ziehen. Dann kann ich – trotz Bauch – mal wieder richtig durchatmen, unsere Jüngste zieht dann in das freigewordene Zimmer und wir nehmen das Ihrige dann als Nähe-, Bastel- (Hurra!) und eben zusätzliches Hörzimmer.


    Da sich jeweils noch hunderte normaler und Maxi-Singles habe, kann ich die da ideal hören. Durch den Rillenfinder des CS 510 lassen sich gerade die Maxis weitaus angenehmer als auf dem CS 741Q, dem CS 505-3 oder dem CS 701 abspielen.


    Das der CS 510 hier de facto als „Geheimtip“ gehandelt wird, ich sehe, daß dies zu Recht so ist. Er ist einfach zu warten, auch für Anfänger ohne Frust beherrschbar, liefert eine Performance, die dem der Topmodell in nichts nachstehen dürfte, wenn man gleiche Tonabnehmer und einen Blindtest voraussetzt – das alles bei sehr moderaten Preisen.


    Es ist ein ketzterische Frage, ich weiß, aber wer, wenn man die Tonarmhöhenverstellung nicht braucht, braucht einen CS 704, der hörbar vermutlich nichts besser macht als der CS 510? Elektronikmacken erspart man sich ohnehin. Denn der CS 510 hat keine Elektronik, nicht mal einen Knallfrosch oder einen Kurzschließer. Probleme beschränken sich im Signalweg auf Gammel im Headshell oder gammelige Stecker am anderen End der Leitung.


    Eines ist klar: Er soll bleiben, ich denke, er läuft, wenn sonst keiner mehr läuft, in seiner Einfachheit dem cS 505-3 ähnlich, aber massiver und wertiger wirkt er. Nicht einmal Puristen werden einen Makel an einem CS 510 finden, er hat Riemenantrieb, keine Elektronik, keine Automarik (einige glauben immer noch die Welt sei eine Scheibe und eine Automatik, auch die von Dual, verschlechtere den Klang.)


    Gruß


    Uli

    CS: 1209, 504, 510, 750-1
    CV: 440, 1500 RC
    CT: 1240
    CR: 1750, 5950 RC
    C/CC: 5850 RC
    CD: 130, 40, 5150 RC
    CL(X): 241, 710, 9200
    KA 230
    und: DK170, MC2555

  • hallo Uli


    mit deinen positiven Erfahrungen zu dem 510 gebe ich dir in allen Punkten recht :thumbup:


    auch mich begeistert mein 510 dermaßen daß er für immer bei mir bleibt und verstecken braucht er sich vor den 6ern und 7ern überhaupt nicht :thumbsup:


    Albert

    Gruß
    Albert

  • Hallo Uli!


    Der 510 ist wahrlich der Geheimtipp schlechthin. Generell die riemengetriebenen Duals. Mein 1239A spielt mit einem Vinylmaster Blue keinen Deut schlecht als beispielsweise ein 714Q oder 704. :thumbup:


    Gerade die CLX9200 sind aufgrund ihres analytischen und neutralen Klangbildes perfekt in der Lage die Tonabnehmer und Dreher bis ins letzte auszureizen und zu fordern. :thumbsup:


    Viel Spass mit dem Dual 510


    Gruß Jan :)

    Am CR1780/CV1700 mit CL730/CLX9200 drehen/erklingen wahlweise:
    Dual 1219 mit Shure M91 MG-D
    Dual 1228 mit Shure M91 MG-D
    Dual 1239A mit Shure M75 Type D
    Dual 714Q mit Ortofon Vinylmaster Blue
    Dual 704 mit Shure V15 III (Jico SAS)
    Dual 455-1 mit Ortofon OMB30
    Dual 1019 mit Shure M44MG
    Dual C830
    Dual CD100RS
    Dual DK710

  • Hi Uli !

    (Passen die Nadel für das M95 eigentlich auch auf den Systemkörper des M91?).

    Nein.


    Das M95 ist technisch eher am V15-III orientiert, das M91 ist ein M75 Ableger mit hohem Plastikträger.
    Es "frißt" aber auch die M71- und M75-Nadeln, wobei das lediglich etwas doof aussieht.


    Du solltest Dir für den 510 zumindest das M95G-LM besorgen, mit dem der damals in den Handel kam.
    Das mit einer guten, grauen Original-Rundnadel ist schon mal ein bis anderthalb Klassen über dem M91 angesiedelt und wird dem Charakter des 510 weit mehr gerecht. Und legt selbst damit Klanglich nochmal eine Schüppe zu. Wenn Dir dann noch eine gelbe N95ED/D- oder eine schwarze N95HE/D-Nadel über den Weg läuft, machst Du den 741 nur noch Sonntags nachmittags an.


    :D


    Ich habe zwei 510 in der Sammlung und mir gefällt ihr unpretentiöses und souveränes Auftreten.
    Sie verzichten auf aufdringlichen optischen Schnickschnack, haben keine überflüssige Mechanik und dem Arm darf man auch "bessere" Abtaster anvertrauen. M20E hatte ich drunter, geht ganz gut. Vielleicht einen Tacken hinter dem 701 oder 704, aber deutlich besser als auf Geräten, die *eigentlich* für leichtere Abnehmer gedacht waren. Der Arm hat genug Masse, daß auch 1.0p ohne Probleme mit dem M20E darstellbar sind.


    Am besten hat mir der 510 mit dem Pickering VX15 / D750 gefallen, aber das kam dann an den BSR810. Der eine 510 hat immer noch das M95G-LM, mit dem er ausgeliefert wurde, der andere hat zur Zeit ein M99E (ein T4P-System mit Adapter) drunter und spielt auch nicht schlecht.


    ^^

    Peter aus dem Lipperland


    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • Schöner Bericht, Uli, da freue ich mich mit Dir!
    Leider habe ich mit meinen beiden 510 nicht so viel Glück, da es mir nicht gelingt, den beiden Motoren das Summen abzugewöhnen. Ich weiß zwar, dass die Motoren still laufen können, aber leider nicht bei mir, trotz neuer Silikondämpfer. Ich erwäge ernsthaft, einen alten Motor des 502 einzubauen, der nach 10 Jahren im Dachboden ruhig wie ein Mäuschen läuft.
    Ansonsten teile ich Deine Meinung: der 510 hat alles, was ein guter Plattenspieler braucht, und schön ist er auch.
    Gruß
    Heinz

  • Na super!


    Ich brauch noch einen 510er, und da werden die Preise jetzt ja drastisch steigen... ;)


    Im Ernst, Kurt aus Bochum hat mir aus ähnlichen Gründen wie den vom Grafen genannten, zum 510er geraten. Jetzt hab ich zwar nicht die Vergleichsmöglichkeiten, aber das Shure V15 III mit Jico SAS vom Thakker bringt mir immer noch ein (dümmliches, aber sehr glückliches) Grinsen ins Gesicht!

  • Leider habe ich mit meinen beiden 510 nicht so viel Glück, da es mir nicht gelingt, den beiden Motoren das Summen abzugewöhnen.

    Das Summen liegt aber vermutlich am Pulley nicht am Motor. Das hatte ich auch und dachte das geht nicht ohne. Dank Peter wurde ich eines besseren belehrt. Zieh mal ein Schmiergelpapier durch die Lamellen und beseitige die Grate. Das wirkt Wunder.


    Ansonsten kann ich dem Urteil über den 510 nur zustimmen.

    VG
    Kai




    Einmal editiert, zuletzt von tpl1011 ()

  • Ja, das stimmt.
    Meinen 510 hatte ich von Kai. Den habe ich weiter aufgearbeitet (Zarge richtig lackiert) und an einen Bekannten weitergegeben.
    Das Pulleygeräusch habe ich wegbekommen. Dazu habe ich feines Schmirgelpapier vom Autolackierer genommen. Die haben zumeist 600, 1000, 2000 und 4000er von 3M. Das ist so dünn, dass es sehr gut zwischen die Lamellen passt. Kein Vergleich zu Billigzeug aus dem Baumarkt, wo es die feinen Körnungen eh nicht gibt.


    Klanglich ist der 510 keinen Dutt schlechter als ein "großer" Dual.


    Viel Spaß damit.


    VG Andreas

    Ich biete:
    Im Moment nichts.

  • Der 510 ist wahrlich der Geheimtipp schlechthin. Generell die riemengetriebenen Duals. Mein 1239A spielt mit einem Vinylmaster Blue keinen Deut schlecht als beispielsweise ein 714Q oder 704. :thumbup:

    Auch die jüngeren, mit 8 oder 16pol (zB 522 / der Evergreen 505) schlagen sich gut.


    Steckt einen ordentlichen Abnehmer drunter und gut.


    Deshalb halte ich meine Thorens und die 5xx von Dual.


    Gruß Wolfgang

    Dual: 505-2(Sw.),505-3(Nuss.), CS650RC(Si.),C919-1(Nuss.), MV61(Nuss.)
    Linn: LP12 Majik, Thorens: TD160, TD240-2 (Nuss.)

    SABA: Freiburg tc, 8050, 8120, alle Nuss.
    Abzugeben:alle Geräte mit roter Kennzeichnung
    Ehemalige Dual:CS504,CS505-1,CS522,1214,1219,1229(2x,darunter SABA 785),1246 (3x),1249 (2x),704,CS627q,2*CS741q Satin,CR60,C810,C812,CR1730,C824,komplette 1462er-Serie in Braun

  • Auch beim 1239A kann ich das bestätigen. Der Kleine kommt bestens mit einem hochwertigen Schliff klar.



    VG Andreas

    Ich biete:
    Im Moment nichts.

  • Also, mittlerweile ist der CS 510 ins Schlafzimmer gewandert, tut nun anstelle des nun verdrängten CS 505-3 mit OM 20 seinen Dienst. Grund ist allein schon die durch den Rillenfinder sehr viel einfachere Bedienung.


    Also finden weitere Tests erst einmal dort statt, der CR 5950 RC ist sicher ein guter "Spielpartner", die Dual BS6 sind jedoch zu hoch und zu dicht zusammen platziert, klingen etwas hohl im Baß, zum Hören nebenher ok, aber nicht für Vergleiche. Also habe ich den Sennheiser HD 25 angeschlossen, Der Hörer wird auch von Profis zum Monitoring eingesetzt.


    Zunächst wurden zwei Stücke von Sailor "The Third Step" (meine allererste Schallplatte aus dem Jahr 1976) mit dem Shure M91 zur Probe gehört. Die Stücke waren "Quay Hotel", die Herausforderungen da sind eine hohe Dichte der Klange, tiefe Schläge auf eine Militärtrommel, Räumlichkeit und die 12-String-Ovation Akustik-Gitarre mit ihrem speziellen, "silbrigen" Klang. Das zweite Stück (Melancholy) ist schon fast klassisch angehaucht. Es beginnt mit einem Pianopart, ähnlich der "Mondscheinsonate", zunächst mit einem, dann mit zwei Piano, dazu gesellt sich dann im Verlauf ein Brass-Synthesizer und dann ein ARP-Baß-Synthesizer mit teils abgrundtiefen Bässen. Das Lied klingt in einem langen Ton aus, der jegliches Jaulen schonungslos offenbart. Hier zeigte sich wieder, daß dem Shure die abgrundtiefen Bässe nicht so gelingen, auch das leichte und klare in den Höhen geht ihm etwas ab. Es bleibt das geringe Hintergrundgeräusch und der angenehm hohe Ausgangspegel.


    Herausforderer war das Ortofon M20E mit einer Orignalnadel. Klar, das ist nicht "fair", aber das ist meine Alternative in der Kiste. Also, umgesteckt, ausbalanciert, eingestellt und los ging es.
    Ok, nun war der Pegel wieder etwas leiser, auch das Rumpeln der Platte war etwas vernehmbarer, aber das ist z.B. beim OM30 genauso. Und der Klang? Wow, das muß schon sehr nach am OM30 sein, die Ovation glitzerte hell, die Militärtrommelschläge hatten Wucht und Tiefe, das quietschende Schild aus dem Synthesizer kam wunderbar authentisch und räumlich. Die Sitmmen waren etwas zurückhaltender als beim Shure zu hören.


    Und "Melancholy". Die Klavieranschläge sauber vernehmbar, die Bässe abgrundtief, wie es sich gehört.


    Übrigens zeigt der Baß in diesem Stück schnell auch die Grenzen von Boxen auf. Nicht jede Box bekommt das sauber hin. Vielen geht der Baß schlicht zu weit herunter, dann fehlt der "Saft" im Klang, es ist mehr ein trockenes "Knurren", nichts für die Magengrübe. Andere Boxen werden entlarvt, daß sich einen aufgeblähten Oberbaß haben und unangenehm dröhnen vor allem Baßreflexboxen sind da anfällig, sei es, weil sie falsch aufgestellt sind, sei es, daß sie schlecht konstruiert sind.


    Das System kann der CS 510 gut vertragen, Ein anderes Shure müßte ich teuer kaufen, dieses habe ich, dieses bleibt nun am Arm.


    Das Shure bleibt in der Kiste und ist nun das ideale System für Flohmarkplatten und auch für Sampler à la "Super 20" oder "Highlife". Da kann etwas mehr Lautstärke nur gut tun, auch fällt hier das Fehlen der ganz tiefen Bässe nichts ins Gewicht - auf solchen Platten bewegt sich unter 100 Hz ohnhin nicht viel. So sehe ich das M91 unter dem Aspekt, daß es eigentlich ja an den Reibradlern betrieben wurde. Da ist das Fehlen der ganz tiefen Bässe auch nicht schlecht, hört man so das Rumpeln weniger, auch hatten die Schallplatten zur Blütezeit der Reibradler und des Shure M91 meist weniger sehr tiefe Bässe. Was sagt uns das? Tonabnehmer und Plattenspieler müssen zueinander passen. Dual hat in der Steidinger Ära meist ein "glückliches Händchen" gehabt. Das Shure, ich mag es, mit ihm kann ich eher "warm werden", was mir z.B. mit DMS 210 und DMS 240E nicht gelang, die waren irgendwie "tot" im Klang, es fehlte auch da, aber noch in weitaus größerem Maße an Baß. Vielleicht liegt es am Hersteller "AT", auch ein AT 120 was ich mal an einem CS 721 gehört habe, würde ich eher als "ideal für Piccoloflötenliebhaber" bezeichnen.


    Es ist jedenfalls eine immer wieder erlangte Erkenntnis, daß an den Wandlern am stärksten über den Klang entschieden wird (und natürlich durch den Abhörraum und die Aufstellung). Was der Tonabnehmer nicht abtastet, kann nicht aus den Lautsprechern oder Kopfhörern kommen, wenn diese wiederum nichts taugen, ist alles davor "vergebene Liebesmüh'".


    Zum anderen ist die Erkenntnis bedeutsam, daß es bei den Herstellern durchaus verschiedene Klangphilosophien gibt. Die Ortofon-System sind sehr neutral, klanglich wird nichts hinzu- und nicht weggenommen, in welcher Weise die Darbietung erfolgt, hängt natürlich von der Preisklasse ab.


    Die Shure sind angenehme Allrounder, die einfacheren etwas "grober", aber nicht unangenehm, die "guten" habe ich leider noch nicht gehört, bin aber überzeugt, daß ein V15 III und höher es, wie die teureren Ortofon, fast allen Recht machen kann.


    Die AKGs sind auch klasse, neigen aber gern zu Ausfällen. Ein P8 ES habe ich mal an einem CS 731Q gehört, das war schon Klasse.


    Die ATs, nun, für den, der keine abgrundtiefen Bässe mit Wucht und Präzision mag - es gibt tatsächlich Menschen, denen Bässe unangenehm sind - können sie eine Alternative sein. Auch bei bestimmten Musikstielen, z.B. Akustikgitarre mit oder ohne Gesang und z.B. bei Sprachplallen, kann so ein System vorteilhaft sein. Ebenso gut ist so ein System an stark rumpelnden Plattenspielern, dieses wird dann viel weniger übertragen. Man merkt, ich mag die ATs nicht.


    Gruß


    Uli

    CS: 1209, 504, 510, 750-1
    CV: 440, 1500 RC
    CT: 1240
    CR: 1750, 5950 RC
    C/CC: 5850 RC
    CD: 130, 40, 5150 RC
    CL(X): 241, 710, 9200
    KA 230
    und: DK170, MC2555

  • Hi !


    Grund ist allein schon die durch den Rillenfinder sehr viel einfachere Bedienung.


    Das ist - im Schlafzimmer- ja auch nicht ohne Ironie....


    :D

    Peter aus dem Lipperland


    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • leider läuft bei den Direkttrieblern ohne Quartzstabilisierung nicht das Stroboskop falsch, sondern der Kaltleiter kann die Temperaturabhängigkeit der Regelung nicht komplett kompensieren. Die besagten Direkttriebler laufen kalt zu schnell.
    Nach 30 Minuten ist der Spuk vorbei.
    DUAL ist es aber gelungen, das Märchen von der instabilen Netzfrequenz gut zu verkaufen. Viele glauben es bis heute.

    Viele Grüße
    Alois



    Dual 721 mit Ortofon OM30 und getrennten Massen, Hitachi HCA 7500, Hitachi HMA 7500, Saba MT201, RFT CD9000, Canton GLE 409

  • Haben die das? Da hätte sich jeder Energietechniker bei EnBW (e.on) und RWE (dtsch. Netzleitstelle) geschüttelt.


    Ich sehe schon, ihr verkauft eure 6xx/7xx ohne Quarzregelung und steigt um auf Riementriebler.


    Und neben denen ziehen die von Thorens ein. Guckt mal da rüber, so ein TD280 oder 3xx oder die vielen 160er-Ableger. Thorens wusste auch wie es geht.


    Gruß Wolfgang

    Dual: 505-2(Sw.),505-3(Nuss.), CS650RC(Si.),C919-1(Nuss.), MV61(Nuss.)
    Linn: LP12 Majik, Thorens: TD160, TD240-2 (Nuss.)

    SABA: Freiburg tc, 8050, 8120, alle Nuss.
    Abzugeben:alle Geräte mit roter Kennzeichnung
    Ehemalige Dual:CS504,CS505-1,CS522,1214,1219,1229(2x,darunter SABA 785),1246 (3x),1249 (2x),704,CS627q,2*CS741q Satin,CR60,C810,C812,CR1730,C824,komplette 1462er-Serie in Braun

    Einmal editiert, zuletzt von analogi67 ()

  • Riemenantrieb konnte Thorens durchweg besser als Dual. Der Lamellenpulley ist alles andere als optimal, aber es musste ja unbedingt eine Pitchregelung geben, die 99,9 ℅ aller Besitzer dieser Geräte niemals brauchen. Der Mechanismus ist nicht von ungefähr bei fast allen angebotenen entsprechenden Drehern verharzt und fest.
    Ich habe ausschließlich Reibrad- und Direkttriebler hier.


    Diethelm :-)

    "Leeve Mann!", sach ich für die Frau.

  • Psst, nicht weiter sagen das T bessere Riementriebler als D gebaut hat ;)


    Ansonsten... war da noch der 502 und 1241.


    Gruß Wolfgang

    Dual: 505-2(Sw.),505-3(Nuss.), CS650RC(Si.),C919-1(Nuss.), MV61(Nuss.)
    Linn: LP12 Majik, Thorens: TD160, TD240-2 (Nuss.)

    SABA: Freiburg tc, 8050, 8120, alle Nuss.
    Abzugeben:alle Geräte mit roter Kennzeichnung
    Ehemalige Dual:CS504,CS505-1,CS522,1214,1219,1229(2x,darunter SABA 785),1246 (3x),1249 (2x),704,CS627q,2*CS741q Satin,CR60,C810,C812,CR1730,C824,komplette 1462er-Serie in Braun

  • Riemenantrieb konnte Thorens durchweg besser als Dual. Der Lamellenpulley ist alles andere als optimal, aber es musste ja unbedingt eine Pitchregelung geben, die 99,9 ℅ aller Besitzer dieser Geräte niemals brauchen. Der Mechanismus ist nicht von ungefähr bei fast allen angebotenen entsprechenden Drehern verharzt und fest.
    Ich habe ausschließlich Reibrad- und Direkttriebler hier.


    Diethelm :-)

    Na ja, dafür schwabbelt es bei T doch nervig. Mein TD 166 ist seit fast einem Jahr eingelagert.
    Die Pitchregulierung revidiert man einmal im Leben und dann ist das Gerät fit für die nächsten 40 Jahre.


    VG Andreas

    Ich biete:
    Im Moment nichts.

  • Och, ich hatte jahrelang einen Thorens, erst den TD 145 Mk. 2 und dann einen TD 160. Das war zu der Zeit mein Hauptdreher, neben einem Dual 1218, damit ich auch 78er Schellackplatten abspielen konnte.
    Letztens Endes musste der letzte Thorens meine Wohnung verlassen, weil er deutlich zu schnell lief. Das konnte der Dual 714 naturgemäß viel besser. Seitdem hat sich dann so langsam die Dualitis bei mir eingestellt. Heute tut nur noch ein Nicht-Dual (Lenco L 75) bei mir regelmäßig Dienst, ansonsten nur Duals. Aus nostalgischen (oder sentimentalen) Gründen besitze ich noch einen nicht funktionsfähgien SONNI, mein erster eigener Plattenspieler überhaupt, zu Weihnachten 1963 von den Großeltern bekommen.


    Diethelm :-)

    "Leeve Mann!", sach ich für die Frau.

  • Hi,


    ich bin ja PS/ Vinyl-Newbie und seit einem 1/2 Jahr ist mein erster Dreher ein CS 510 in richtig guten Original Zustand.
    Und hatte gleich von meinem Bruder ein älteres Elac ESG 796 H30 Jubiläum bekommen.
    Und was auch noch einwandfrei spielt, wie ich empfinde.
    Seitdem habe ich noch 3 Dreher (Philips AF 877/ GP412, Micro Seiki DD20/ Nagaoka MP11-Leihgabe und seit neustem Pro Ject RPM 1.3 Genie mit 2m Bronce)
    und überlege als welche jetzt wieder gehen sollen.
    Aber ich muss sagen, dass der Dual 510 sich von der Haptik/ Qualität und Bedienung am Besten anfühlt und mein Liebling ist. :)
    Es Rumpelt und Brummt absolut gar nichts.
    Es wurde für den 510 auch mal das Plattentellerlager vom 601 empfohlen.
    Hat das mal wer gemacht? Und würde der Plattenteller mit Antriebsteller vom 601 evtl. auch Passen?
    Wäre nur mal so eine Idee zwecks Masse. ?(


    Beste Grüße
    Theo

    ciao
    Theo

  • Dafür gab's später die Blattfederung.


    Stimmt die Einstellung der Schraubfedern der 16x-Serie ist da jahrelang nichts dran zu machen. Braucht man Übung, bis die Auslenkung stimmt und die Schaltgabel muss auch noch passen ( deshalb warf Linn beim LP12 die Schaltgagel raus, fügte ein Aufsteckpulley bei plus den Zwei, längeren Riemen).


    Immerhin , bedenkt man das Alter der 5xx mit Variopully, liefen die fabrikfrisch störungsfrei. Wer könnte schön ahnen das die 40-45 Jahre später immer noch unter Dampf gehalten werden?


    Gruß Wolfgang

    Dual: 505-2(Sw.),505-3(Nuss.), CS650RC(Si.),C919-1(Nuss.), MV61(Nuss.)
    Linn: LP12 Majik, Thorens: TD160, TD240-2 (Nuss.)

    SABA: Freiburg tc, 8050, 8120, alle Nuss.
    Abzugeben:alle Geräte mit roter Kennzeichnung
    Ehemalige Dual:CS504,CS505-1,CS522,1214,1219,1229(2x,darunter SABA 785),1246 (3x),1249 (2x),704,CS627q,2*CS741q Satin,CR60,C810,C812,CR1730,C824,komplette 1462er-Serie in Braun

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!