Dual Plattenspieler 1214

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    • Dual Plattenspieler 1214

      An die Fachleute!
      Mein Plattenspieler, Dual 1214, kommt nach der Tonarmrückführung nicht zurRuhe.
      Der Tonarm wird nicht auf die Stütze abgesetzt und wiederholt ständig dieaufgelegte Platte.
      Sobald ich den Start-/Stopphebel auf Stopp stelle funktioniert dieEndabstellung einwandfrei.
      Woran könnte dieses Problem liegen?
      Über eine Hilfestellung würde ich mich freuen.
      Gruß
      Georg
      Entwicklung und Reparatur von elektronischen Komponenten
    • Hi Georg !

      Grundsätzlich sind das Symptome von Verharzung und Verklebung der alten Schmiermittel.
      Das ist leider ein immer wiederkehrendes Problem bei diesen alten Drehern.

      In dem Fall würde ich annehmen, daß der Umlenkhebel der Wechselautomatik #214 klebt und der Mechanik suggeriert, daß eine Wechselachse drinsteckt, auf der noch eine Platte steckt. Dann wird der entsprechende "Draht" im Kurvenrad angetickt, die Umschaltweiche auf dem Kurvenrad in Startposition gestellt und am Ende des Abstellvorgangs geht der Dreher wieder in den Startmodus.

      Das Servicemanual vom 1214 findest Du hier:
      dual.pytalhost.eu/1214s/

      Die Qualität ist leider nicht so berühmt ...

      Die Teile, die es zu reinigen und zu inspizieren gilt, sind in erster Linie die in und um die Teller-Lagerbrücke #213 angeordnet sind, also z.B. #193, 196, 197 und eben die Wippe #214. Wenn das Zeug klebt, gibt es den "Dauerspielmodus".
      Wenn die Abschaltbleche auf dem Kurvenrad verklebt sind oder zu labberig, dann gibt es den "Anheben-Absenken"-Endlos-Loop, weil der Dreher aus dem Stopmodus nicht rauskommt.

      .
      Peter aus dem Lipperland
      Resterampe: mcamafia.de/lagerverkauf.htm

      Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.
    • Hallo Peter,
      besten Dank für die schnelle Hilfe!

      Vorweg muss ich sagen, dass ich den Plattenspieler bereits gründlich von alten Fetten gereinigt und neu gefettet habe. Hierzu habe ich Spezialfette und Öle genutzt, die nicht verharzen.
      Anschließend wurde alles mit Erfolg justiert.

      Anfangs hat die Endabstellung funktioniert, jedoch nach einigen Testläufen kam er in die Endlosschleife. Nur wenn der Stopphebel betätigt wird, schaltet der Teller ab.
      Die Wechselachse können wir ausschließen, da keine vorhanden ist.

      Ich werde die von Dir beschriebenen Bauteile noch einmal genau unter die Lupe nehmen, irgendwo in diesem Bereich muss der Fehler stecken.
      Ich melde mich, sobald ich Erfolg oder noch Fragen habe,nochmals vielen Dank.

      Grüße aus dem Oberharz

      Georg
      Entwicklung und Reparatur von elektronischen Komponenten

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von TronikRath ()

    • Hallo!

      Mein 1229 hat exakt das selbe Problem! Versuch mal, den Netzstecker zu ziehen und den Vorgang durch Drehen des Tellers ablaufen zu lassen... bei mir funktioniert so alles Normal, ein mechanisches Problem lässt sich also wohl ausschließen und es muß einer der wenigen elektronischen Bauteile sein.

      Gelöst hab ich das Problem allerdings nicht, da ich den 1229 wenig nutze!

      LG,
      Stephan
    • Hi Stephan !

      Estepan99 schrieb:

      bei mir funktioniert so alles Normal, ein mechanisches Problem lässt sich also wohl ausschließen und es muß einer der wenigen elektronischen Bauteile sein.
      Sowohl 1214 wie auch 1229 haben *keinerlei* elektronische Bauteile, die irgendwie auf den Automatikablauf einwirken. Sie haben eigentlich gar keine Elektronik. Die haben einen Motorschalter und darüber einen Entstörkondensator, der 1229 hat noch eine kleine Schaltung für die Stroboskop-Glimmlampe, aber das war's.

      Der Handbetrieb liefert in der Regel nur einen Aufschluß *wie* etwas an dem Gerät funktioniert, manchmal auch was nicht funktioniert, aber meistens stimmt das Timing nicht, was unter Realbedingungen herrscht. Ein klebender Hebel zum Beispiel hätte im Betrieb mit von Hand gedrehtem Teller durchaus genug Zeit, seine richtige Position zu erreichen und "man sieht nix falsches". Im Betrieb mit dem Motor funktioniert es dann aber trotzdem nicht. So what ?

      Es gibt ein paar charakteristische Fehler:

      - "Abheben - Absenken"-Loop. Verursacht durch klebende oder labberige Schaltbleche auf dem Kurvenrad. Der ausdrehende Teller nimmt das Kurvenrad wieder mit, weil die Bleche im Weg des Schaltnockens rumhängen. Die Weiche im Kurvenrad steht auf "Stop", also wird der Arm nur angehoben, der Haupthebel vollführt eine Wendung nach außen, um den Arm zur Ablage zu befördern (wo er schon liegt) und senkt ihn ab. Es klackt ... der ausdrehende Teller nimmt das Kurvenrad wieder mit ... und so weiter. Da hilft nur, nach dem "Klack!" sofort den Teller anzuhalten. Drehen von Hand schubst den Vorgang wieder an, weil die Bleche immer noch falsch stehen.

      - "Aufsetzen - Abheben - Ausschwenken"-Loop. Meistens verursacht durch ein Kurvenrad, was nicht in der Neutralposition stehenbleibt (Kurzschließer verbogen, der es dort fixiert) oder wackelige Schaltbleche auf dem Kurvenrad . Nach dem "Start" hebt der Arm von der Ablage und schwenkt zur Platte. Setzt auf ... wird abgehoben und schwenkt zur Ablage zurück. Da die Umschaltweiche im Kurvenrad noch auf "Start" steht, wird im nächsten Umlauf der Arm wieder eingeschwenkt, setzt auf ... wird abgehoben usw.

      - "Dauerspiel"-Loop. In der Regel durch eine verklebte Schaltwippe auf der Lagerbrücke oder durch einen klebenden Druckstift in der Hohlachse des Tellers verursacht. Selten durch eine weggeflogene Haltefeder der Umschaltweiche im Kurvenrad. Am Ende der Platte hebt der Arm ab, schwenkt zur Ablage, verweilt dort angehoben (die Zeit, wo eine neue Platte von der Wechselachse nach unten fallen würde) und schwenkt wieder zur Platte und spielt sie erneut.
      Die klebende Umschaltwippe schwenkt nicht mit der Kurvenbahn am inneren Teil des Kurvenrades mit. Sie hängt im Abstellvorgang am Plattenende herunter und tickt die Umschaltweiche an, die dann in "Start"-Position gebracht wird. Das Kurvenrad wird auf die nächste Umdrehung geschickt und startet die Platte neu. In den meisten Fällen beendet ein "Stop" über den Laufwerkshebel den Vorgang, weil damit die Umschaltweiche auf "Stop" gesetzt wird, *bevor* sie in den Bereich der Umschaltwippe gelangt, die erst am Ende der Platte in der Auslaufrille gesetzt wird, um ein Abwerfen der nächsten Platte einzuleiten (wenn denn eine Wechselachse montiert wäre).

      .
      Peter aus dem Lipperland
      Resterampe: mcamafia.de/lagerverkauf.htm

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    • Hallo Stephan,
      ich glaube, dass Peter mit seiner Beschreibung Recht hat.
      In seinem letzten Absatz „Dauerspiel Loop“ beschreibt Peter genau das bei mir auftretende Phänomen. Diesen Bereich muss ich nochmal genau inspizieren.
      Dennoch vielen Dank für Deinen Beitrag.
      Gruß
      Georg
      Entwicklung und Reparatur von elektronischen Komponenten
    • Hallo Peter,
      in Deinem letzten Absatz beschreibst Du genau das Problem, welches bei mir auftritt.
      In der Serviceanleitung ist mit aufgefallen, dass auf der Umlenkweiche eine Gummitülle sitzt, die ich auf Vorhandensein oder Zustand kontrollieren muss. Dieses Teil habe ich bei der Montage nicht wahrgenommen.
      Ebenfalls muss ich die Schnappfelder inspizieren, die scheint nicht ordnungsgemäß zu arbeiten.
      Sowohl in die eine oder andere Richtung, wird die Umschaltweiche recht spät und müde umgeschaltet.
      Dabei werde ich mir auch den Druckstift genau anschauen.
      Kommende Woche werde ich mich damit befassen und anschließend berichten.
      Dir nochmal recht herzlichen Dank für Deine ausführliche und hilfreiche Unterstützung.
      Beste Grüße
      Georg
      Entwicklung und Reparatur von elektronischen Komponenten
    • Hi Georg !

      TronikRath schrieb:

      Ebenfalls muss ich die Schnappfelder inspizieren, die scheint nicht ordnungsgemäß zu arbeiten.
      Sowohl in die eine oder andere Richtung, wird die Umschaltweiche recht spät und müde umgeschaltet.
      Da reicht es schon, wenn sich auf der Achse der Umschaltweiche alter Fettschmodder angesammelt hat.
      Die kleine Schnappfeder sieht ungefähr so aus "-u-" und steckt zwischen dem hinteren Ende der Weiche und einer Tülle im Kurvenrad. Sie ist *winzig*.

      Am allerbesten - aus meiner weit entfernten Sicht - wäre es, Lagerbrücke und Kurvenrad nochmal komplett abzubauen. Dann kannst Du die Wippe der Wechselautomatik und den Druckstift in der Teller-Hohlachse auch nochmal inspizieren und Dir das Kurvenrad vornehmen. Bei der Gelegenheit auch mal Funktion und Sitz der beiden Abstellbleche auf dem Kurvenrad begutachten. Sie müssen einerseits leichtgängig genug sein, um von der Abstellschiene in den Mitnehmer am Tellerkranz geschubst zu werden, andererseits auch ein bißchen "aneinander hängen", damit sie nach dem Abschalten *im* Kurvenrad eingezogen stehenbleiben und keinen "Abheben-Absenken"-Loop auslösen. Ich nehme immer einen *winzigen* Klecks Öl dazwischen. Das reicht dann aus.


      TronikRath schrieb:

      Dir nochmal recht herzlichen Dank für Deine ausführliche und hilfreiche Unterstützung.
      Klar. Gern geschehen.
      Ich bin ein bekennender Altdreher-Recycling-Und-Wiederbelebungs-Fan ... ^^

      .
      Peter aus dem Lipperland
      Resterampe: mcamafia.de/lagerverkauf.htm

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    • Hallo Peter,
      wie Du beschreibst werde ich vorgehen!
      Du beschreibst die Schnappfeder in "u" Form. Seit längerem habe ich eine solche Feder hier rumliegen, mit der ich nichts anzufangen wusste.
      In letzter Zeit hatte ich hier zu viele Sachen auf dem Tisch, sodass ich am Ende diese Feder nicht mehr unterbringen konnte. Vermutlich habe ich diese gar nicht wieder eingebaut.
      Hier ein Bild von der Feder, in der Hoffnung, dass sie es ist.

      Irgendwie habe ich Probleme mit der Bildeinfügung. Daher lege ich es in den Anhang. Hoffentlich klappt das.


      Bin gespannt!

      Beste Grüße

      Georg
      Bilder
      • Schnappfeder-Umlenkweiche c.jpg

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      Entwicklung und Reparatur von elektronischen Komponenten
    • Hi Georg !

      TronikRath schrieb:

      Hier ein Bild von der Feder, in der Hoffnung, dass sie es ist.
      Nee, das ist was anderes.
      Technisch ist das eine Doppel-Schenkelfeder, ahnlich, wie sie bei Haubenscharnieren und (Trommelwirbel !) Wäscheklammern verwendet wird. Die gesuchte u-förmige Weichenfeder ist nur rund 5mm lang und aus *sehr* dünnem Draht. Dünner, als der bei einer Kulifeder.

      .
      Peter aus dem Lipperland
      Resterampe: mcamafia.de/lagerverkauf.htm

      Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.
    • Hallo Peter,

      Deine Info über die Feder hilft mir sehr!
      Dann brauche ich mir keinen Kopf zu machen, wo die hingehört.
      Alle Bastelarbeiten, bis auf den Plattenspieler, sind erfolgreich abgeschlossen.

      Diese Woche werde ich wohl nicht zum Plattenspieler kommen, bin imAugenblick ziemlich ausgelastet.
      Sobald ich daran gehe und näheres weiß, melde ich mich zurück, versprochen.

      Sollte ich Dir einmal helfen können, da ich in der Elektro- und Elektronikküche zu Hause bin, melde Dich einfach.

      Bis dahin, viele Grüße

      Georg
      Entwicklung und Reparatur von elektronischen Komponenten