Dual 721 Motorlager EDS 1000-2 schmieren??

  • Hallo,
    ist es notwendig bzw. sinnvoll beim EDS 1000-2 Motor die Lager zu schmieren? Bei den herkömmlichen Motoren (1229 usw.) ist es ja unbedingt notwendig da die Lager nach der Langen Zeit einfach trocken sind und die Welle meistens dementsprechend mitgenommen sind. Unterliegt der 721er Motor den selben altersbedingten Problemen oder wurde hier damals anders gefertigt bzw. vorgesorgt. Lt. Dual Prospekt ist der ja angeblich für die Ewigkeit gebaut ;) .

    Vielen Dank schonmal,
    Reini

    Plattenspieler - Dual CS522 mit ULM45E
    -
    Verstärker - harman/kardon HK3390
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  • Hi Reini !

    Lt. Dual Prospekt ist der ja angeblich für die Ewigkeit gebaut .

    Wenn man Ewigkeit als "mindestens zehn Jahre, aber weniger als dreißig Jahre" definiert, dann trifft das wohl zu.

    Inzwischen sind zumindest die Schmierstoffe des unteren Drucklagers deutlich in die Jahre gekommen. Sie sind zersetzt, zermahlen und verdrängt worden. Es gab für diese Thematik in der Vergangenheit mehrere Threads und da der Aufbau des EDS1000 nicht so trivial ist, wie bei den "Waschmaschinenmotoren" der Netzstromdreher, ist das eine Sache, die alle fünf Sinne und etwas Verstand erfordert. Grundsätzlich ist das innere Wellenlager auch "nur" ein Sinterbronzelager, in dem eine Stahlwelle läuft. Es sollte mit einem adäquaten Öl behandelt werden. Das Drucklager im unteren Deckel, der nach dem Abnehmen der Elektronik durch Herausdrehen von zwei Schlitzschrauben vergleichbar leicht abnehmbar ist, sollte vielleicht mit einem druckfesten Schmierstoff behandelt werden, wie z.B. MoS2-Paste.

    *Nicht* an der dicken Schlitzschraube in der Mitte rumfummeln. Die stellt die Lagerhöhe und damit den Rotorsitz des Ankers ein.
    Wenn die Höhe nicht stimmt, schleift der Rotor an den Spulen und das wird über kurz oder lang fatale Folgen haben.

    Ich selber hatte den EDS1000 noch nicht komplett auseinander. Die anderen beiden "großen" EDS920 und EDS930 schon, aber die sind auch wieder ganz anders aufgebaut.

    Man könnte einige Tropfen Sinterlageröl oder 10W40 Motoröl unterhalb des (abschraubbaren) Mitnehmer-Zahnkranzes entlang der Hauptachse applizieren und auf die Schwerkraft bzw. die Kapillarkraft vertrauen, daß sich das Lager "nimmt, was es braucht". Kann mich im Moment nicht entsinnen, daß ich hier schon irgendwas über das Zerlegen des EDS1000 und die Fallstricke dabei gelesen hätte.

    .

    Peter aus dem Lipperland

    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • Guten Abend,

    da allein schon das Zerlegen des EDS nicht untrivial ist, würde ich diese Baustelle nur im Fehlerfall angehen.
    Das Schmiermittel ist mbWn an den Motorlagern Molykote, ein fester Schmierstoff, der sich nicht so schnell verflüchtigt wie z.B. das Lageröl in den Synchronmotoren der 1219/1229. Zudem dürfte der EDS1000/2 besser abgedichtet sein.

    Edit: Peter war mal wieder schneller - bis ich meinen Satz zu Ende gedacht habe, ist bei Peter eine komplette Anleitung fertig...

    Mit bestem Gruß - Stefan

    meine Dreher und sonstiges Hifi-Geraffel: im Profil

  • Hi Stefan !

    Edit: Peter war mal wieder schneller - bis ich meinen Satz zu Ende gedacht habe, ist bei Peter eine komplette Anleitung fertig...

    Das liegt daran, daß ich meine Textbausteine anders sortiert und schneller im Zugriff habe ... :D

    Wenn man jahrzehntelang Kundenservice macht und teilweise auch E-Mail und telefonisches Helpdesk, dann muß man schon mal schnell was zusammenklickern können. Und dann ist da noch die IBM-Tastatur ...

    .

    Peter aus dem Lipperland

    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • Das liegt daran, daß ich meine Textbausteine anders sortiert und schneller im Zugriff habe ...

    Meine sind alle in meinem recht unsortierten Hirnkastl. Random access memory hat da eine etwas andere Bedeutung...
    Ich tippe mit einer Thinkpad-Tastatur auf einem T420. Nicht schlecht für ein Notebook - aber die TPs waren auch schonmal besser.

    (Und, kleiner Exkurs in's Berufsleben: Als 3rd-Level-Support hat man etwas mehr Zeit, die Probleme zu wälzen. Das "Grundrauschen" hat das Helpdesk schon abgefangen, die Standardanfragen hat die Verfahrensbetreuung abgearbeitet, und der Rest sind meist Einzelfälle, auf die keine vorgefertigte Antwort passt...)

    Mit bestem Gruß - Stefan

    meine Dreher und sonstiges Hifi-Geraffel: im Profil

  • Hi Stefan !

    Ich tippe mit einer Thinkpad-Tastatur auf einem T420. Nicht schlecht für ein Notebook - aber die TPs waren auch schonmal besser.

    Das Ende kam mit der R-Serie. Die taugte noch was. Als die Dinger dreistellig wurden, ging der Level runter.

    Besonders peinlich: T540p. Eine Tastatur, wo man die Innenschablone mit vier schmalen Rillen nach oben unter den Tastenkappen durch schieben muß, um an die sechs winzigen Schräubchen in der Mittelreihe zu gelangen, mit denen das Teil festgemacht ist ... wobei man die darunter liegenden Kappen garantiert an der Oberkante verkratzt. Und wenn man beim Verschieben der Innenschablone nicht aufpaßt, gehen einem Tastenkappen fliegen, die man nicht wieder drauf kriegt = neue Tastatur fällig.

    Urks ! <X

    und der Rest sind meist Einzelfälle, auf die keine vorgefertigte Antwort passt...

    :D

    Meistens hat man Antworten, auf denen einem die Fragen fehlen ...

    .

    Peter aus dem Lipperland

    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • Hallo,
    alles klar. Vielen dank für die hilfreichen Hinweise. Dann werde ich wohl nur bei Zeiten das untere lager neu schmieren und ev. wie Peter sagt beim Zahnkranz ein bisschen Öl anbringen.
    Wie ich herausgelesen habe, handelt es sich beim Schmierstoff des unteren Lagers offenbar um ein Fett. Sollte man hier unbedingt ein Fett nehmen oder kann man hier auch ein Öl nehmen?
    Vielen Dank, Grüße Reini

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  • Sollte man hier unbedingt ein Fett nehmen oder kann man hier auch ein Öl nehmen?

    Da würde ich schon ein langzeitstabiles Fett (am besten: auf Lithiumseifen-Basis ) nehmen - Öl wird mE zu leicht verdrängt und der Schmierfilm könnte abreißen. Wenn Öl, dann ein ehr zähes wie Sägenkettenöl.

    Mit bestem Gruß - Stefan

    meine Dreher und sonstiges Hifi-Geraffel: im Profil

  • Hallo,
    na dann werde ich mal so ein fett besorgen. Hab bei Conrad schon eines gefunden. Lithiumseifenbasis mit MoS2. Das sollte gut geeignet sein :)
    Vielen Dank, Grüße Reini

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  • Hallo zusammen!

    Zumindest die Sinterlagerbuchsen der EDS 920 und EDS900 sind ölgeschmiert, bzw. waren sie mal. Ich hab mich vor ein paar Tagen dazu "überwunden" meine beiden Motoren mal zu öffnen und zu schmieren. Das war auch bitter nötig. Die oberen Lager waren bei beiden vollkommen trocken. Die unteren hatte ich bereits vor einiger Zeit geölt, ebenso den Lagerspiegel gefettet.
    Da die Motoren nicht so schnell laufen, wie die Netzstrommotoren von beispielsweise den Treibradlern, sind die Lager auch nicht so stark belastet, zudem gibt es keine Radialkräfte auf die Motorwelle vom Treibrad.
    30 Jahre halten die DD's sicherlich problemlos ohne nachschmieren, aber dann wirds langsam kritisch.

    Ich möchte niemand dazu verleiten, seine DD's zu öffnen und evtl. zu zerstören, da der Eingriff doch ein wenig Geschick bedarf, aber Öl bräuchten die Lager schon. Vielleicht nicht heute und auch nicht morgen, aber sie brauchen welches. :/

    Gruß Jan :)

    Am CR1780/CV1700 mit CL730/CLX9200 drehen/erklingen wahlweise:
    Dual 1219 mit Shure M91 MG-D
    Dual 1228 mit Shure M91 MG-D
    Dual 1239A mit Shure M75 Type D
    Dual 714Q mit Ortofon Vinylmaster Blue
    Dual 704 mit Shure V15 III (Jico SAS)
    Dual 455-1 mit Ortofon OMB30
    Dual 1019 mit Shure M44MG
    Dual C830
    Dual CD100RS
    Dual DK710

  • Hi Jan !

    Da die Motoren nicht so schnell laufen, wie die Netzstrommotoren von beispielsweise den Treibradlern, sind die Lager auch nicht so stark belastet, zudem gibt es keine Radialkräfte auf die Motorwelle vom Treibrad.

    An der Stelle würde ich mal ein "?" setzen.

    Die Taumelkräfte der - im Schnitt - recht schweren Teller belasten die Lager seitlich doch ganz schön. Warum sind die wohl als Hülsen ausgebildet und nicht als kleine Punktlager wie bei den "Cassettenrecorder-Motoren" ?

    .

    Peter aus dem Lipperland

    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • Hallo Peter!

    Die größte Kraft leitet sich wohl aufgrund des "hohen" Gewichts des Tellers eher auf den Lagerspiegel, also achsial nach unten und da der Teller herstellerseitig ausgewuchtet sein sollte, kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass dort große Taumelkräfte entstehen, die aber evtl. wenn auch gering verhanden, dann doch durch die Lagerhülsen gut abgefangen werden sollten, wie du schon sagtest.
    Beim anlaufen des Tellers könnten die Taumelkräfte aber schon etwas stärker sein.
    Die einseitige Belastung der Abtastspitze ignoriere ich einfach mal... :D

    Gruß Jan :)

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  • Hi Jan !

    Beim anlaufen des Tellers könnten die Taumelkräfte aber schon etwas stärker sein.

    Genau da liegt der Hase im Pfeffer, wie man so schön sagt.

    Ein Schwerpunktdiagramm zeigt die Misere. Der Schwerpunkt des bewegten Teils liegt *im* Teller und der balanciert hoch oben fast am Ende der Motorwelle, die sich nach unten im Drucklager abstützt. Die Wellenlager liegen auf halbem Weg dazwischen. Wenn der Motor andreht, entsteht ein Kippmoment, was durch die Lager abgefangen werden muß. Das funktioniert sehr gut, wie wir wissen, sonst würden die Dinger nicht so lange halten. Aber der seitliche Druck am oberen und unteren Ende der Hülsen ist schon erheblich und sollte nicht unterschätzt werden.

    .

    Peter aus dem Lipperland

    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • Huhu ;)

    oder:

    ein schmieriges Thema

    Grundsätzlich: wo gelagert wird, rieseln Späne. Wie viele es sind, hängt freilich vom Lager ab; bei den Meisten hiervon liegt die Abnutzung im Molekularbereich, wobei die aufkommenden Kräfte nicht unterschätzt sein wollen. Heutzutage können höchstpräzise Lagerstellen geschaffen werden, die in dieser Qualität vor 30... 50 Jahren überhaupt noch nicht möglich waren und wenn Dual Achsen und Lager gefertigt hat/hat fertigen lassen, dann waren das zwar gute Teile, doch auch nach damaligen Massstäben nicht Solche höchster Präzision: das hätte weder Dual, noch irgendein Kunde zahlen können und wollen; es ist schlicht ein Kompromiss zwischen Güte und Bezahlbarkeit gewesen - und ist es, bei anderen Herstellern guter Geräte, heute noch. In der Praxis: Lagerschalen sind in der Regel von grösserem Durchmesser, als die zugehörigen Achsen, damit Diese nicht klemmen. Die meisten Hersteller richten sich hierbei nach zum Verwendungszweck passenden Normwerten. Kleine Abweichungen im Rundlauf sind, je nach Präzision der Maschine, auf welcher gefertigt wird, immervorhanden, sprich: zwischen Oval und Polygon sind sämtliche Formen denkbar und in der Praxis zu finden. Nun kommen noch die Oberflächen hinzu: unter dem Mikroskop betrachtet, sieht auch eine auf Hochglanz polierte Oberfläche wie eine Katzenzunge aus. Die Achsen unserer Dreher sind i.d.R. poliert und das finde ich prima, doch die messingenen oder bronzenen Lager sind es nichtund ergo noch wesentlich rauer. Bei dieser Paarung werden während des Einlaufens Oberflächen platt gedrückt und verfestigt, Überstehendes abrasiert und die Toleranz zwischen den Bauteilen erstmals vergrössert, bis im weiteren Betrieb nur noch kleinere Veränderungen der abrasiven Art statt finden. Durch die Lagertoleranz und die Rundlaufungenauigkeit per Form tritt nun ein anderer Effekt auf: das Taumeln und Eiern. Im Anlauf und bis sich die Massen physikalisch stabilst möglich verteilt haben, eiert und taumelt es kräftig, doch um den "Stabilen" Zustand zu erhalten, finden auch anschliessend permanent winzigste Korrekturbewegungen innerhalb des Systems Lager/Lagerschale statt. Die wirken sich wie Schmiedeschläge im Mikrobereich aus, verdichten hier, tragen dort ab und im Laufe der Zeit ist das Lager nicht nur über die Reibung hinüber. Das kann, logisch, Jahrzehnte dauern, doch Nichts ist für die Ewigkeit. An dieser Stelle kommen Schmierstoffe ins Spiel; sie sorgen für geringere Reibung, gleichen in geringem Maße Toleranzen aus und mildern mechanische Schläge ab - Letztere werden z.B. im System Plattenteller/Lagerstelle durch den hohen Schwerpunkt gerne verursacht. Ein zähviskoses Öl wird eventuell ein kürzeres Nachdrehen des Tellers verursachen, doch es schmiert dennoch hervorragend - weshalb es an dieser Stelle von Dual vorgesehen wurde. Ausserdem - Stichwort Schwingungen: die werden durch die dämpfende Wirkung des Öls von Diesem zum Teil geschluckt, was ebenfalls sehr erwünscht ist, denn sonst würden wir den Antrieb besser hören, was Niemand möchte. Schnell laufende Spindeln mit günstigerer und/oder niedrigerer seitlicher Kraftbeaufschlagung kommen mit dünneren Ölen aus, denn hier ist möglichst präziser Gleichlauf und dementsprechend geringe Bremswirkung gewollt. Hohe Drücke wiederum erfordern, um niedrigerer Lagerabnutzung willen, einen Schmierstoff, der Drücke gut aufnehmen oder gar verteilen kann; dass hier Fette zum Einsatz kommen, verwundert daher nicht. Möchte man dennoch möglichst wenig Reibung zwischen den Teilen haben, werden Festschmierstoffe zugesetzt, wie Teflon oder Molybdänoxid bei Molycote, aber auch - heutzutage - keramische Trockenschmierstoffe. Verseifte Lithiumfette können an geeigneter Stelle ebenfalls verwendet werden, doch hier verlieren sich meine Kenntnisse über deren spezielle Eigenschaften; wenn ich es recht betrachte, setzt man sie dort ein, wo Kunststoffe geschmiert werden sollen, doch dort präferiere ich Silikonpasten, da die freundlich zu Kunststoffen sind und i.d.R. genügend gut schmieren.

    Dies waren nun meine 5 Cent zum Thema Tellereiern/-taumeln und Lagerschmierung - ich hoffe, dass es erhellt und Spass gemacht hat; in diesem Sinne freundlich grüsst

    Robert, der olle Klugscheisser

  • HI Robert !

    Dies waren nun meine 5 Cent zum Thema

    5 Cent ? Eher 'n ganzer Euro.

    Wenn Du das noch etwas ausrollst, schön in Kapitel untergliederst und mit Quellen belegst, kannst Du das als Ghostwriter schreibfaulen Ingenieurstudenten anbieten ... ;)

    Peter aus dem Lipperland

    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • Hi Robert,
    danke für die spannende Darstellung der Lagerproblematik.
    Wie ernst das Thema mit dem Taumeln des Tellers bei den DDs ist, zeigt uns heute die mit jedem Smartphone verfügbare Zeitraffertechnik:
    Das sollte jeder DUALI gesehen haben!
    Bei meinem 721 sah es nicht so schlimm aus, aber das Thema Schmierung ist für mich noch nicht abgehakt.
    LG
    Günter

    Hört abwechselnd mit Dual 701, 721, 606, Nordmende RP1400. Aktuell mit Nordmende RP1400 mit VM95ML.
    Suche verschlissene oder abgebrochene Nadel für AT-100E, AT-120E, AT-120Eb, AT-440Mla AT-440MLb, AT-150MLX, AT150SA

  • 5 Cent ? Eher 'n ganzer Euro.


    Wenn Du das noch etwas ausrollst, schön in Kapitel untergliederst und mit Quellen belegst, kannst Du das als Ghostwriter schreibfaulen Ingenieurstudenten anbieten ... ;)

    Hallo Peter, lass' mal: mir ist da nur der Werkstoffprüfer wieder mal aus dem Käfig ausgebüxt - inzwischen hab' ich ihn aber wieder eingefangen :whistling: .

    ...

    Wie ernst das Thema mit dem Taumeln des Tellers bei den DDs ist, zeigt uns heute die mit jedem Smartphone verfügbare Zeitraffertechnik:
    Das sollte jeder DUALI gesehen haben!
    Bei meinem 721 sah es nicht so schlimm aus, aber das Thema Schmierung ist für mich noch nicht abgehakt.
    LG
    Günter

    Hallo Günter,

    gern geschehen - hat ja auch Spass gemacht. Ernst, finde ich, wird das Thema erst, wenn es hörbar wird *rapumpel, rapolter* - und bis dahin mag es lediglich ein optischer Nebeneffekt sein. Die Filme aus dem Link von dir sind lyder not more online :S , aber die beschreiben den Kreiseleffekt dort ganz gut. Interessant hierbei ist der Turnus, in dem das bei dem einen Player wiederkehrt: etwa alle 16 Minuten, woran man erkennt, wie Masse, Drehzahl und die Lagertoleranz, durch den hohen Schwerpunkt noch angeregt, einander zu beeinflussen suchen und wie lange die periodische Schwingung eigentlich dauert (bis die Teilstabilität neu hergestellt werden muss/wird). Das Thema Schmierung ist ein Weites, denn es gibt die verschiedensten Ansichten darüber, was richtig ist, und was falsch. Wenn du dich damit intensiv beschäftigst, wirst du jedoch wahrscheinlich zu mir aufs Pferd kommen und ähnliche Produkte verwenden, wie ich es tue. Dass du dich schmiertechnisch um dein Gerät kümmerst, dürfte die Rapumpelpolterei seeeehr weit hinaus schieben! Übrigens erwarte ich bald eine kleinere Lieferung des Renotac-Ersatzes; es ist ein Haftöl und wie gemacht für die Plattentellerlagerei, sowie vom Originalhersteller - kleiner Hinweis...

    Sowohl dich, als auch den Peter freundlich grüsst


    Robert

  • Hallo,

    habe vor einiger Zeit auch das Motorlager geschmiert. Motorwelle lässt sich relativ gut ausbauen. Habe beide Gleitlager mit Sinteröl benetzt.
    Bei dem Axiallager ist das mit dem schmieren so eine Sache. Durch die geringe Drehzahl und die noch geringere Umfangsgeschwindigkeit kann sich nicht wirklich ein Schmierfilm
    aufbauen. Bin dann davon abgegangen an dieser Stelle ein Fett z.B Klüber NBU15 zu verwenden. Meine Befürchtung war das sich das Fett mit bewegen muss.
    Habe dann die Hartmetallfläche leicht mit Öl benetzt. Resultat der Arbeit war das der Plattenteller rund 20 Sekunden länger benötigt bis er zum Stillstand kommt.

    Gruß
    Thomas

  • Genau da liegt der Hase im Pfeffer, wie man so schön sagt.

    Dann dreh den Teller per Hand auf ca. Nenndrehzahl und schalte dann ein. :D
    Dann sollte der Verschleiß in den Lagern minimal sein. Im ernst, ich denke der größte Verschleiß liegt am Lagerspiegel. Da herscht der größte Druck, gerade auch wegen der kleinen, natürlich gewollten Auflagefläche. Deshalb sollte man auch hier ein Fett verwenden speziell für hohe Drücke. Ich hab dort nen Klecks MoS2 reingegeben. Die Sinterbuchsen hab ich mit zwei, drei Tropfen Motoröl 20W50 versorgt. Ich hab schon überlegt sie auszutreiben und in Öl zu kochen, aber das wäre vermutlich übertrieben.

    Ich erinnere mich noch gut daran. Vor einigen Jahren hab ich ein Treibrad an einen Dual 410 angepasst. Dafür musste die Sinterbuchse aussen leicht abgedreht werden. Man konnte sehen, wie das Öl aus den Poren blubberte und den Meißel schmierte. 8o

    Werden solche Sinterbuchsen eigentlich vor der Montage tatsächlich gekocht? Oder wie saugen sie sich mit Öl voll?

    Gruß Jan :)

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  • Hallo,
    vielen dank für die echt interessanten Beiträge :) Ich habe hier im Board über Google einen Thread gefunden, wo man sich schon mit der Zerlegung des EDS 1000 beschäftigt hat.

    Zerlegung EDS 1000

    Scheinbar dürfte es garnicht sooooo eine Hexerei sein, allerdings besteht offenbar die Gefahr, daß man beim Zerlegen bzw. dann beim Zusammenbau die Drähte der Spulen beleidigen oder sogar abreißen kann.
    Mir ist zwar nicht ganz klar warum das so ist, da man die Motorhälfte ja gerade nach oben wegzieht, aber ich weiß nicht genau ob ich das wirklich ausprobieren möchte ;) .

    Ich werde zunächst das untere Lager mit dem empfohlenen Fett schmieren und unten am der Achse ein wenig Sinterlageröl anbringen. Ist sicher besser wie garnichts :whistling: .

    Danke nochmal,
    Grüße Reini :thumbup:

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