Dual 604 – Nachbaunadel oder anderer Tonabnehmer?

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    • Dual 604 – Nachbaunadel oder anderer Tonabnehmer?

      Hallo :)

      Ich habe einen Dual 604 mit dem originalen Tonabnehmer DMS 240 E und der Originalnadel DN 241. Klingt wirklich gut! Ich weiß allerdings nicht, ob es noch die 1. Nadel ist bzw. wie viele Spielstunden sie schon hat. Jetzt steht ja in der Anleitung, dass nach 300 Stunden die Nadel gewechselt werden sollte (auch um Schäden an den Schallplatten zu vermeiden).

      Wenn die Nadel gut klingt, ist dann alles in Ordnung? Sie zu einem Fachhändler zum Überprüfen zu bringen war 1980 sicherlich noch einfacher ;) Ich mache mir nur Sorgen, dass was kaputt gehen könnte …

      Die originale Nadel scheint es ja nicht mehr zu geben, nur Nachbauten (oder?!). Deswegen jetzt zu meiner eigentlichen Frage: Kann an „einfach“ so eine Nachbau-Nadel nehmen? Oder sollte man unbedingt versuchen, eine originale zu bekommen? Oder sollte man gleich auf einen anderen Tonabnehmer umrüsten, für den es Nadeln gibt? Und wenn ja: auf welchen?

      Ich habe hier einiges über Tonabnehmer und Nadeln gelesen, aber so richtig schlau werde ich nicht daraus. Vielleicht gibt es für den 604 eine allgemeine Empfehlung? Vielen Dank für jede Hilfe!
    • Naja, 300 Stunden sind sicher etwas "konservativ" gerechnet. Mir gefällt das DMS240 sehr gut. Es gibt sicher bessere Systeme, aber für den Preis ist es schon in Ordnung. Bei Nachbaunadeln wäre ich vorsichtig, da habe ich noch keine gehört/gesehen, die besser als eine noch immer erhältliche sphärische DN221 ist.

      Muß mal nachsehen, ich müsste noch eine ungebrauchte "NOS" (alter Lagerbestand) der grünen DN242 haben. Die gab es mal für ca. 50 € als ungelabelte Bulkware in der Bucht.

      Eine gebrauchte Nadel mit unter 50 Stunden auf der Uhr hab ich auf jeden Fall.

      Einen anderen Tonabnehmer kann man immer nehmen, am ähnlichen 621 hab ich mit großer Zufriedenheit Systeme bis zum Shure V15III oder Ortofon M20 betrieben. Das V15 ist schwer zu bekommen, das M20 wäre eine Möglichkeit.
      Ansonsten ein Ortofon VM/5x0, das VM blue/530 dürfte da ganz gut passen. Ansonsten verträgt der mittelschwere Arm mit Anti-Resonator (schwabbelt der noch oder hängt der schon?) einiges an guten bis hochwertigen Systemen.
      Mit bestem Gruß - Stefan

      meine Dreher und sonstiges Hifi-Geraffel: im Profil
    • Der Antiresonator schwabbelt einwandfrei, da hängt nichts! Der Tonabnehmer klingt an sich wirklich super, den würde ich behalten, wenn es geht …

      Wo ist eigentlich der Unterschied zwischen DN 241 und DN 242? Auf den erhältlichen Nachbaunadeln steht ja „DN 241/242“.

      Eine DN 221 kann man also auch nehmen? Bzw. wo ist hier der Unterschied zur DN 241? (Sorry für die blöden Fragen, ich bin noch nicht so lang in dem Geschäft …)
    • Den Tonabnehmer kann man natürlich behalten, das kritische Bauteil ist hier die Nadel. Deren Zustand kann man entweder mit einem Mikroskop (300x Vergrößerung, am besten stereoskopisch) und einiger Erfahrung beurteilen.
      Oder mittels Gehör: Falls hohe Töne sauber wiedergegeben werden und auch die Innenrillen einer LP sauber abgetastet werden, kann man die Nadel weiter betreiben. Auch das bedarf einiger Erfahrung, und ist mit einer angeschlagenen/abgespielten Nadel nicht gerade plattenschonend.
      Sicher ist aber eigentlich nur die erste Methode - grade bei gebrauchten Nadeln unbekannten "Vorlebens".

      Die DN241/242 unterscheiden sich mbWn nur in der Farbe des Plastikeinschubs- der eine ist orange, der andere grün.

      Die DN221 haben eine sphärische, gebondete (Diamantsplitter mittels Metallschafts befestigt) Nadelspitze, die DN241/242 eine elliptische, gebondete. Die DN221 löst aufgrund des Schliffes "obenrum" in den hohen Frequenzbereichen nicht so gut auf wie die elliptische DN241/242. Und theoretisch sind elliptische Nadelspitzen plattenschonender und halten länger.
      Zumindest ist die vorgesehene Auflagekraft etwas höher (2,0-2,5mN ggüber 1,5) bei der 221.
      Mit bestem Gruß - Stefan

      meine Dreher und sonstiges Hifi-Geraffel: im Profil
    • l3u schrieb:

      Wenn die Nadel gut klingt, ist dann alles in Ordnung?
      I.d.R ja. Wenn es anfängt zu verzerren (und sonstige Fehlerquellen dafür ausgeschlossen sind), sollte man sich das Ding mal genauer anschauen. Frage ist nur, ob man den schleichenden Beginn des Verschleißes mitbekommt. Aber 300 Std. sind eigentlich kein Wert, bei dem man sich graue Haare wachsen lassen sollte. Viele meiner Systeme/Nadeln sind drüber - aber ich höre auch nichts mehr. :D
      Viele Grüße

      Jochen
    • Hallo,

      sehe ich wie Jochen - die 300 Stunden sind sicher kein Wert der wie ein Fels in der Brandung steht!

      Mit den Nachbaunadel für das DMS 240/242 ist das so eine Sache - es gibt wirklich gute und richtig schlechte. Darüber gab es hier schon viele Diskussionen. Da die meisten Nachbaunadeln preislich sehr günstig sind, ist das Risiko zumindest kalkulierbar.

      Ich hab hier eine wirklich gut klingende - die hing aber an einem Dreher und ich weiß nicht wo sie gekauft wurde/wer sie hergestellt hat. Die klingt im Vergleich zu meinen Originalen keinen deut schlechter - zumindest in meinen alten Ohren.

      Ich persönlich würde warten, in der Bucht tauchen immer mal wieder NOS Syteme für einen moderaten Kurs auf - günstiger gibt es kaum etwas vergleichbares, denn das System ist schon recht ordentlich - klar nach oben ist immer Luft.

      Bis denne

      Wolfgang
    • outis schrieb:

      Wenn es anfängt zu verzerren
      Dann ist es eigentlich schon zu spät. Je nach Gehör/Anlage/"Achtsamkeit"/Aufmerksamkeit kann da schon die Rille gefräst sein. Für zweifelhafte Kandidaten hab ich immer eine Hauf&Henkler oder ähnliche Granaten im Giftschrank...

      So wie ich es verstanden habe, sind zuerst die hohen Töne betroffen und mit zunehmenden Verschleiß schlägt es in die tieferen Lagen durch.
      Ich selber tu mir schwer zwischen "schlechter Pressung" und "abgespielter Nadel" zu unterscheiden.

      Und unter dem Nadelmikroskop erkenne ich ohne einschlägige Berufserfahrung nur wirklich "harte Fälle" mit wirklich runtergenudelten/abgesplitterten Nadelspitzen. Aber: no risk, no fun...
      Mit bestem Gruß - Stefan

      meine Dreher und sonstiges Hifi-Geraffel: im Profil
    • Hat hier jemand schonmal so eine Jico-Nadel benutzt? Ich hab gerade mal den Tonabnehmer inspiziert (nicht nur das Datenbnlatt). Der Plastikeinschub der Nadel ist schwarz, und es steht „242“ drauf. Ist das dann auch eine Nachbaunadel? Die originalen waren ja scheinbar orange bzw. grün?
    • l3u schrieb:

      Hat hier jemand schonmal so eine Jico-Nadel benutzt? Ich hab gerade mal den Tonabnehmer inspiziert (nicht nur das Datenbnlatt). Der Plastikeinschub der Nadel ist schwarz, und es steht „242“ drauf. Ist das dann auch eine Nachbaunadel? Die originalen waren ja scheinbar orange bzw. grün?
      Ja, es dürfte sich um einen Nachbau handeln.
      Die Originale sehen so aus:

      Gruß Gerd

      2x Dual 714Q, Dual-Leuchtwürfel
    • Hallo,
      Ich hole meine Nadeln immer bei Thakker (das sind Jico Nadeln soweit ich weiß) oder bei Jico direkt. Bis jetzt noch keinerlei Beanstandungen. Klingen sehr gut.
      Stelle die Auflagekraft meistens um 0,25 höher ein.
      Andreas
      leider der Dualitis erlegen :D 8o :saint:

      Gruß Andreas

      Dual 510 mit DMS 240E
      Dual 601 mit Ortofon M20E
      Dual 621 mit Shure V15III
      Dual 630 mit Ortofon OMB
      Dual 650 mit Ortofon 55E
      Dual 701 mit AT VM95ML
      Dual 704 mit Shure V15III
      Dual 714 mit DN160E
      Dual 721 mit Shure V15III
      Dual 731 mit Ortofon OM30
      Dual 1219 mit Shure DM103 M-E
      Dual 1229 mit Shure DM103 M-E
      Dual 1249 mit Shure DM103 M-E
    • Wie gesagt, hatte da noch nie Probleme. Sind auch nett und hilfsbereit am Telefon.

      (Bin weder Verwandt noch Verschwägert noch Bekannt) ^^

      Andreas
      leider der Dualitis erlegen :D 8o :saint:

      Gruß Andreas

      Dual 510 mit DMS 240E
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      Dual 1249 mit Shure DM103 M-E
    • Vielen Dank für die ganzen Informationen! Ich denke, ich werd’s mal mit so einer Nachbaunadel von Thakker probieren, wenn man dafür schon eine Empfehlung bekommt. Scheinbar ist es ja wirklich schwer, Originalteile zu bekommen, und wenn, dann kosten sie fast so viel wie der ganze Plattenspieler gekostet hat …