Dual Koffer P51 "rauschbrummen"

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Hallo Armin und alle anderen,

      vielen Dank für den weiterführenden Tipp!

      Das Digitalvoltmeter (Einstellung Wechselspannung) zeigt einen Messwert von 40,8 V am Netzteilausgang an. Seltsam...
      Daraufhin habe ich ein altes einfaches Telefon der Post an das Netzteil angeklemmt. Man hört ein Brummen im Hörer. Dies müsste der Beweis sein, dass das Netzteil nicht mehr sauber glättet.
      Zum Test habe ich die Feinsicherung herausgenommen und direkt stabilisierte 17,5 V DC aus einem Labornetzgerät in den Verstärker eingespeist. Siehe da, das Brummen ist verschwunden.

      Da ich den großen Elko (2200 µF) im Netzteil bereits neu gemacht habe, muss wohl der Gleichrichter defekt sein.
      Verbaut ist ein Selen-Gleichrichter BC 30C400 der Firma ITT. Kann man diesen gegen einen modernen Silizium-Brückengleichrichter mit 1A Belastung austauschen? (Abgesichert ist der Verstärker mit 0,5 A.)


      Grüße
      Markus
    • tubesaurus schrieb:

      demnach sollte 1 A ausreichen. 40,8V sind in der Tat seltsam.
      Gruß Armin
      Möglicherweise sind da Frequenzen und/oder Wellenformen im Spiel, bei denen das DMM nur mehr Mist misst.

      Ich bin jetzt absolut kein Profi (im Sinne von viel Erfahrung und Ahnung), aber für mich deutet der riesige Glätt-Elko schon darauf hin, dass erheblicher Glättungsbedarf besteht, sprich das Netzteil vom Aufbau nicht unbedingt das Gelbe vom Ei ist.

      Bei Ersatz durch einen Si-Brückengleichrichter ist zu beachten, dass die Ausgangsspannung deutlich höher ist! Also einen passenden Vorwiderstand einbauen, oder gibt es danach noch Spannungsregler mit ausreichend hoher Eingangstoleranz?
    • Das Netzteil ist einfachst aufgebaut und besteht nur aus Selengleichrichter und Glättungselko. Spannungsregler Fehlanzeige.

      Am einfachsten wäre es, passenden Ersatz für den Gleichrichter zu finden, jedoch befürchte ich, dass ein lang gelagerter NOS Selengleichrichter bald wieder ausfällt.
      Laut Service-Unterlagen kann man den Endverstärker von 17,5 - 19 V betreiben. Somit könnte ich hinter den neuen SI-Gleichrichter einen Spannungsregler 18 V einbauen.

      Vorwiderstand ginge auch, aber da das DMM teils unsinnige Werte anzeigt, kann ich den notwendigen Widerstandswert schwer berechnen. Müsste auch ein leistungsfähiger sein so um die 5 - 10 W.

      Heute habe ich erst mal die Primärseite des Netztrafos von 220 V auf 240 V umgelötet, da die Netzspannung hier mittlerweile um die 235 V beträgt.
      Als nächstes tausche ich den Gleichrichter gegen Silizium (muss noch besorgt werden) aus, löte den Verstärker ab und messe zunächst mal die Ausgangsspannung des Netzteils.
      Ich denke, dass der Einbau eines Spannungsreglers die einfachere Variante ist, da das Berechnen des Widerstandes entfällt.

    • Bei der Netzteilkonstruktion frage ich mich allmählich, ob der "Fehler" nicht eher ein Original-Feature ist und das Ding einfach nicht für feinere Ohren gebaut wurde.

      Um den Widerstand berechnen zu können bräuchtest du die Stromaufnahme der gesamten Schaltung, dann kannst du aus der Ausgangsspannung des neuen Gleichrichters, der Sollspannung (18 V) und dem Strom berechnen, wie viel Leistung dein Widerstand verbraten muss (Spannungsdifferenz mal Strom). Und aus dem ohmschen Gesetz den Widerstandswert natürlich.
    • den Widerstand kann man schlecht berechnen, der Strom schwankt sehr stark von Leerlauf bis Volllast. Ich würde es gar nicht so eng sehen, wenn da ein paar Volt mehr anliegen im Leerlauf, und etwas brummen diese Koffer immer. Hauptsache, es läuft wieder gut.
      Diese neuere Bauart mit dem TBA810 finde ich besser, diese sind wesentlich zuverlässiger, es sieht aber auf dem Foto so aus als wenn da ein diskret aufgebauter Verstärker vorliegt.
      Und den Knallfrosch im Auge behalten und profilaktisch auswechseln, kann nicht schaden
      Gruß Armin
      Schminkpinsel besorgen!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von tubesaurus ()

    • Habe nun den Gleichrichter ausgetauscht. Folgende Spannungen waren im Leerlauf messbar:
      ...mit altem Selengleichrichter: 17,1 V
      ...mit neuem Siliziumgleichrichter (BC250C1500): 18,2 V
      Somit liegt die Spannung auch mit Siliziumgleichrichter noch unter 19 V, sodass ich auf Schutzwiderstand bzw. Spannungsregler verzichten kann.

      Das Grundrauschen ist zwar geblieben, aber das Brummen ist nun etwas weniger geworden. Zusätzlich habe ich den Lautsprecherkorb mit dem Chassis leitend verbunden, wodurch das Brummen geringfügig weniger wurde.
      Da der Verstärker diskret in wirklich einfachster Weise gebaut ist, muss man wohl mit den restlichen Hintergrundgeräuschen leben. Dafür erzeugt der hochwertige massive Lautsprecher einen kraftvollen Klang.

      Den Knallfrosch im Laufwerk habe ich übrigens schon vorbeugend getauscht. Das Kunstleder des Koffers ist mit Pflegemittel (Amor All) behandelt, das einziehen muss. Auch das Laufwerk muss noch nachgeschmiert werden, ehe ich den P55 wieder einsatzbereit habe.

      Gruß
      Markus
    • ja das stimmt, der ovale Lautsprecher klingt ganz gut, und er ist mit den paar Watt ganz schön laut. Es besteht die Möglichkeit, eine Zusatzbox anzuschließen, wenn man da so ein frühes Modell hat, so Baujahr 1960, dann passt das ganz gut vom Wirkungsgrad, aber von einer normalen Hifi-Box kann man nicht viel erwarten mit der bescheidenen Leistung.
      Gruß Armin
      Schminkpinsel besorgen!
    • Hallo

      Auch mein P55 brummt, genau die gleichen Symptome.
      Den Frako Elko denke ich mal ersetzen, woher bekomme man den BC250C1500 ?
      Und was ist das für ein Kondensator ( der graue rechts oben aus dem 2 schwarze Kabel kommen) ?



      Es muss das Netzteil sein da die Lautstärke keinen Einfluss auf das konstante brummen hat.

      Vielen Dank
      Grüsse
      Heinz
    • hoswald63 schrieb:

      woher bekomme man den BC250C1500
      Hallo Heinz

      Mit glück bei den bekannten Röhrenhändlern. Wenn nicht umbauen auf einen normalen Gleichrichter. Für die Umbauten von Selen auf normale Gleichrichter gibt es im Netz anleitungen weil da noch ein dicker Keramikwiederstand dazu kommt. Hab ich vor einigen jahren bei einem Röhrenradio gemacht, allerdings nach anleitung

      Wolfgang
    • Hallo Heinz

      Der geht. Was ich wegen des Wiederstands schrieb war bei Röhrengeräten. Bei dem Koffer geht das normalerweise auch ohne. Möglicherweise haben die bei Dual nocht Restbestände von den SE-Gleichrichtern da gehabt und haben die erst verbaut. Wenn dein Gleichrichter funktioniert kannst du den aber auch weiter nutzen.

      Wolfgang
    • Ja, den Widerstand in hinter dem neuen Silizium-Gleichrichter kann man versuchsweise ermitteln,
      indem man die Spannung so einstellt wie es im Schaltplan angegeben ist. Natürlich muss auch die Belastbarkeit ausreichend groß sein. Der Widerstand ist abhängig von der Stromaufnahme des Verstärkers.
      Vielleicht muss der so 100-150 Ohm / 10Watt betragen.
      Schminkpinsel besorgen!
    • Hallo Zusammen,

      ich habe bei meinem P55 (Version mit TCA 150 C) wie bei Markus im Post#19 ähnliches leichtes Brummen das im Leerlauf nicht zu überhören ist.

      Der Unterschied ist, dass beim Kurzschließen des Eingangs am Regelverstärkers Brummen nicht aufhört.
      Dass hört auf erst beim Kurzschließen des Eingangs Leistungsverstärker.
      Beim Ausschalten (Netzstecker ziehen) bleibt Brummen für einige Sekunden noch da.

      Wechselspannung am Transformator ist max. 14,4V
      Gleichspannung am Ausgang am Netzteil max. 19V (Sollwert 17,5 V)
      Gleichspannung zwischen Regelverstärker und Leistungsverstärker (C27) 16,4 V (Sollwert 11,4)

      Dann habe ich die Messpunkte lt. Schaltplan kontrolliert.
      Leistungsverstärker:
      - am C26 waren es 18,3 V (statt 16,7)
      - am C29 waren es 9,8 V (statt 9)
      - am C22 waren es 12,7 (statt 11,6)

      Regelverstärker:
      - am Transistor (also C5) 16,4 V (statt 11,4)

      Netzspannung beträgt ca 230 V
      Dann habe ich die rote Brücke auf 240 V umgelötet.
      Jetzt ist die Wechselspannung am Transformator 13,3 V
      Gleichspannung am Ausgang am Netzteil 17,3 V (ist es jetzt zu wenig?)
      Gleichspannung zwischen Regelverstärker und Leistungsverstärker 17,3 V (Sollwert 11,4)
      Vermutlich war das gar nicht nötig in diesem Fall.

      Beim Anfassen der Masse (egal an welcher Stelle) hört das mit dem Brummen auf.

      Noch eine Auffälligkeit (könnte aber auch normal sein): wenn ich beliebigen Kontakt am Q-Ausgang berühre (ohne dass da etwas angeschlossen ist) kommt richtig lautes Brummen.

      Ich möchte jetzt nicht alle Elkos wild austaschen um dann festzustellen dass der Weg komplett falsch war.
      Vielleicht könnte mir jemand sagen was ich am besten zuerst machen soll.

      Gruß
      Waldemar
    • hört sich an als ob etwas mit der Siebung der Versorgungsspannung nicht stimmt.
      Ich würde da mal versuchsweise einen neuen Elko an die 17,5V legen. Evtl ist die Versorgung von dem Regelteil zusätzlich abgeblockt mit einem Elko, was aber in dem Service Plan nicht ersichtlich ist.
      Das erscheint mir am plausibelsten, da ja ein Kurzschluss des Eingangs keinen Einfluss auf den Brumm hat.
      Gruss Armin
      Schminkpinsel besorgen!
    • anbei der vermutliche
      Schaltplan von dem P55, der R24 4,7K trennt die Versorgungsspannung von der Endstufe zu der Vorstufe, dahinter sollen nur noch
      11,4V anliegen, und C27 soll die Spannung glätten. Dieser ist 10uF. Da würde ich zum ausprobieren einen anderen Elko anlöten.
      Irgentein Typ, 10-100uF, 20V würde dafür taugen.

      obwohl ich sehe gerade das Du da 17,3 V gemessen hast. Das kann ja nicht sein, es sei denn der BC173 zieht keinen Strom.
      Daher muss der Transistor auch geprüft werden, incl. R4 und R5.


      Gruss
      Bilder
      • P55.jpg

        153,29 kB, 1.348×837, 55 mal angesehen
      Schminkpinsel besorgen!
    • Vielen Dank für schnelle Antworten!
      also R4 und R5 sind in Ordnung.
      Transistor konnte ich noch nicht prüfen. Ich muss die Anleitung von Digital Multimeter lesen, wie ich das hinkriege. scheint nach einfacher Prüfung OK zu sein. R24 ist auch 4,7k. So wie ich die Messpunkte interpretiere, sollte vor dem R24 noch 17,5V zu sein und danach 11,4. Davor stimmt, danach sind es über 15 V. An dem Emitter des Transistors sind es 8,7

      C27 ist auch i.O.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von w6s8 ()

    • hallo Waldemar,
      dann scheint ja der Transistor in Ordnung zu sein.

      Es könnte eine Unterbrechung der Masse und damit der Abschirmung des Signal Kabels zum System vorliegen.
      Mit einem Ohmmeter auf 200Ohm Bereich von dem sagen wir mal, Minus des C16, die Masse durchmessen, bis zu den Kontakten
      im System. Da muss die Masse 2 mal ankommen, mit 0,2-0,4 Ohm.

      obwohl, eigentlich widerspricht sich diese Masse- Messung mit Deiner Kurzschluss-Prüfung am Eingang des Vorverstärkers.Schaden kann es aber nicht den Durchgang mal zu messen.
      "beim Kurzschließen des Eingangs am Regelverstärkers Brummen nicht aufhört."


      Danach scheint das Problem im Eingang des Regelverstärkers zu liegen. Also, P1 , R2, C4 checken !

      Was mich aber ein wenig stutzig macht ist, das Du schreibst daß das Brummen nicht aufhört wenn der Netzstecker gezogen wird, dann brummt es noch einige Sekunden. Auf jeden Fall würde ich mal messen, ob die Masse mit jedem Bauteil so wie im Schaltplan verbunden ist, insbesondere im Regelverstärker-Teil und an den Signalkabeln die zu der Schaltbuchse gehen.

      Solche Fehler sind doch eine kleine Herrausforderung, ich finde es spannend so einen Fehler zu finden.
      Gruss Armin





      Schminkpinsel besorgen!