Elac 3401 T Quadro nur Netzbrummen

  • Hallo,


    wie im Flohmarkt-Beitrag erwähnt habe ich heute einen ELAC 3401T erstanden.
    Leider ist alles was zu hören ist ein lautes Brummen das dem 50Hz des Netzes entspricht...die Lautstärke ist unabhängig vom Lautstärkepoti.
    Ich habe sämtliche Kondensatoren des Netzteils ausgetauscht...
    Die Spannungen des Netzteils passen, nur haben die 27V DC einen Wechselanteil von
    67V...die anderen haben weitestgehend 0V.
    Die Spannungen an den Endstufen passen.


    Hat jemand eine Idee?

    Mein ganzer Stolz:


    Dual KA 460
    Dual HiFi Board 4000


    Gruß,
    Michael

  • Hi !

    Die Spannungen des Netzteils passen, nur haben die 27V DC einen Wechselanteil von
    67V...die anderen haben weitestgehend 0V.

    Die +27V an Pin 17 der Netzteilplatine sind die gleichen +27V wie an Pin 5, der direkt zur Endstufe führt.
    Dümmstenfalls wäre der Siebelko C923 / 4700µF tot, verpolt eingebaut oder hätte keine Verbindung zum Board.
    Möglich wäre auch ein hingerichteter Gleichrichter. Sind die Endstufensicherungen alle heile (4 Stück flinke 1.4A) ?


    Aber 67V Wechselspannungsanteil ? Gegen was mißt Du dabei ?


    .

    Peter aus dem Lipperland


    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • Hey,


    Bingo.
    Der zweite 4700er wars.
    Hab ihn mangels 4700er gegen einen 6800er ersetzt und siehe da...Musik ohne 50Hz! :thumbsup:


    Jetzt hab ich nur noch folgendes Problem festgestellt:


    Das Radio funktioniert auf LW, MW und KW einwandfrei. Nur auf UKW ist das Audiosignal extrem leise und man muss den Lautstärkeregler schon sehr weit aufdrehen um etwas zu hören. Sender werden normal empfangen, nur nicht in Stereo.
    Können das die noch verbliebenen Frako-Teile auf der HF-Platine sein?

    Mein ganzer Stolz:


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    Gruß,
    Michael

  • Hi Michael !

    Können das die noch verbliebenen Frako-Teile auf der HF-Platine sein?

    Hmmmmm....Jaaaa.... wäre möglich. (Bewerte das als ein eher zögerndes "ja")


    Man kann nicht immer nur alles auf die Dinger schieben, obwohl Kondensatoren im allgemeinen überproportional oft an Mißgeschicken Schuld sind. Wenn aber schon im Netzteil die Elkos weggekackt sind, besteht eine große Wahrscheinlichkeit, daß es im Rest nicht viel besser aussieht.


    Wenn ich mal meine Kristallkugel bemühe, zeigt die mir C865 auf dem Stereodecoderboard.
    Das wird mit -28V an Boardpin 5 befeuert und über R834 etwas gesenkt und an C865 / 220µF herangeführt. Da der Widerstand mit 47 Ohm nicht sehr groß und die Stromaufnahme des Decoders auch nicht so gewaltig ist, würde ich mal annehmen, daß da so -25V am Kondensator anliegen müßten. Sofern der in Ordnung ist und kondensiert.
    Da die AM-Bänder funktionieren, dürfte auf der ZF-Platine im 455KHz-Teil (AM) alles einigermaßen im Lot sein.
    Im eigentlichen FM-Frontend (Platine UK) sitzen keine Elkos.


    Wenn dann noch die Schalter okay sind, kann das Problem eigentlich nur auf der Stereodecoder-Platine sitzen, wobei ein Restrisko übrigbleibt, daß es auf dem ZF-Board im 10.7MHz-Teil (FM) ein Problem gibt. Das dürfte aber ohne Meßsender, HF-Millivoltmeter und Scope recht schwierig aufzuspüren sein.


    "Kein Stereo" kann ein Hinweis auf ein Decoderproblem sein, aber auch auf eine ungenügende "Versorgung" aus dem ZF-Teil. Von dort kommt das FM-Multiplexsignal, was im Decoder durchgeleitet (Mono) oder in die beiden Kanäle aufgeteilt wird (Stereo). Dazu muß es aber einen bestimmten Pegel haben, sonst löst der Decoder nicht aus. Er ist etwas schwerhörig ... man nennt das "Stereo-Schwelle", unter der ein Signal nicht als gültiges, decodierbares Stereosignal akzeptiert wird.


    Dieser Decoder hat übrigens einen dedizierten Schalttransistor T873 für die "Stereo"-Leuchte.
    Er ist nicht von dem Typ, der verweigert, wenn die Birne durchgebrannt ist.


    Bingo.


    Der zweite 4700er wars.


    Wenigstens einmal richtig geraten ... :)


    .

    Peter aus dem Lipperland


    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • Hi,
    So also der auf der Stereo Platine war es nicht...dessen Austausch brachte keine Veränderung.
    Dann habe ich mir die zwei Elkos auf der Haupt-ZF Platine vorgenommen. Leider ist mir dabei ein Missgeschick passiert...ich hab den 100uF verdreht eingebaut und damit offensichtlich T925 gekillt. Es handelt sich um einen AC 152. Möglicherweise liegt noch so einer irgendwo bei mir herum...sonst muss ich erst Ersatz bestellen...

    Mein ganzer Stolz:


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    Gruß,
    Michael

  • Hi Michael !

    Dann habe ich mir die zwei Elkos auf der Haupt-ZF Platine vorgenommen. Leider ist mir dabei ein Missgeschick passiert...ich hab den 100uF verdreht eingebaut und damit offensichtlich T925 gekillt.

    Äh ... ?


    Welche hast Du ausgetauscht ?
    Der T925 ist der Stabilisator für die -28V. Der betreibt fast den gesamten Tuner.
    Im Schaltbild ist dafür ein AC173 angegeben.


    .

    Peter aus dem Lipperland


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  • Hallo, ich habe C291/292 getauscht und einen von den beiden verpolt...interessanter Weise stimmen die verbauten Werte auch nicht mit denen im Schaltplan überein...bei mir sind ein 220uF/35V und ein 100uF/50V verbaut...

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    Gruß,
    Michael

  • Hi Michael !

    Hallo, ich habe C291/292 getauscht und einen von den beiden verpolt...interessanter Weise stimmen die verbauten Werte auch nicht mit denen im Schaltplan überein...bei mir sind ein 220uF/35V und ein 100uF/50V verbaut...

    Das ist die Schaltung, die geregelte -30V für den FM-Teil bereitstellt.
    Dann ist Dir vermutlich T295 und nicht T925 hochgegangen.


    Im Schaltplan steht für C291 50µ ... und für C292 220µF.
    An C292 liegen mindestens 40V, an C291 30V. Also bist Du da mit 50V-Typen besser unterwegs. Mit 35V für den C292 ist der deutlich überfordert. Der C291 ist nur noch mal ein Zwischen-Puffer. Vermutlich war der 50µF doch etwas klein. Der Regler ist ein Beispiel ökonomischen Aufbaus aus der frühen Transistorzeit. Die AC132 (oder auch der AC152) sind nicht für über 30V zu gebrauchen - also werden zwei Regelglieder in Reihe geschaltet, die aus einer Z-Diode / Transistor Quelle geregelt werden.


    Für den AC132 / 152 geht auch AC128.


    .

    Peter aus dem Lipperland


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  • Servus,
    sorry war ein Zahlendreher...sollte natürlich der T295 sein.
    Okay also bestell ich mal den AC 128 und beschaff die im Plan angegeben Kondensatoren.
    Besteht die Gefahr dass es noch mehr Bauteile in der Nähe geschossen hat durch die Verpolung? :S

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    Gruß,
    Michael

  • Hi Michael !

    Besteht die Gefahr dass es noch mehr Bauteile in der Nähe geschossen hat durch die Verpolung? :S

    Wenn es dumm gelaufen ist, ist auch die Z-Diode Toast.
    Das ist eine BZY85D10 - vergleichbar mit ZPD10 10V / 0.5W.


    Der AC128 dürfte schwer zu beschaffen sein - aber an der Stelle sollte es ein Si-PNP wie der BC556 auch tun.
    Das ist "nur" eine Spannungsregelung. Da sind zwei Transis kaskadiert, weil einer allein die -46V nicht vertragen kann. Die vordere Stufe um T297 regelt von -46V auf rund -30V runter, die Stufe um T296 macht die endgültige Regelung auf -30V für den Preomaten (Festsender-Einstellung mit Spindelpotis) und den FM Drehwiderstand. T295 ist mit der Z-Diode die Spannungsreferenz.


    Da würde ich erstmal was aus der Bastelkiste nehmen. Ein BC177 / BC307 dürfte auch noch gehen. Wichtig ist, daß die Z-Diode heile ist.
    Ausprobieren und mit dem Einstellregler am Boardkontakt 18 auf -30V einstellen.
    .

    Peter aus dem Lipperland


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  • Hallo,
    der Diodentester zeigt bei der z-Diode eine Durchbruchspannung von 1,06V an. In die andere Richtung sperrt sie Ordnungsgemäß. Interessanterweise geht die Diode daneben auf der Platine in beide Richtungen mit 164mV durch...die hat wohl was...
    Ich kann die Nummer im Schaltplan nicht lesen...sieht nach D288 aus. Es handelt sich um eine BAY 18.


    Bei Reichelt würde ich alle Teile bekommen...o


    Zum Transistor: Ich hätte noch ein paar BC 303...gehen die auch?

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    Gruß,
    Michael

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  • Hi Michael !

    der Diodentester zeigt bei der z-Diode eine Durchbruchspannung von 1,06V an. In die andere Richtung sperrt sie Ordnungsgemäß. Interessanterweise geht die Diode daneben auf der Platine in beide Richtungen mit 164mV durch...die hat wohl was...

    Die meisten Diodentester in Multimetern können keine Z-Dioden prüfen, weil die Prüfspannung zu gering ist.
    Aber eine neue Z-Diode könnte ggf. nicht schaden.
    Die BAY18 ist eine 50V / 100mA Universaldiode. Dafür könnte man eine 1N4148-Standarddiode (100V / 250mA) oder - wenn man pessimistisch ist - eine 1N4001 (50V / 1A) nehmen. Das ist, was man meistens in der Grabbelkiste findet und was in vielen 1000 Geräten drinsteckt.


    Und: man kann Halbleiter nicht ohne weiteres *in* der Schaltung messen.
    Dioden müssen dazu zumindest an einem Ende abgelötet werden.


    .

    Peter aus dem Lipperland


    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • ....

    Zum Transistor: Ich hätte noch ein paar BC 303...gehen die auch?

    BC303: Si-PNP, 85V / 0.5A / 0.85W.
    AC132: Ge-PNP, 32V / 0.2A / 0.5W


    Beschaltung ist identisch. Geht also.


    .

    Peter aus dem Lipperland


    Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.

  • Hallo,
    also der aktuelle Stand ist dieser:


    Der BC 303 hält...allerdings die D288 in kurzer Zeit sehr heiß. Ich habe die ehemalige BAY 18 mit einer 1N 4007 ersetzt. Die Bauteilwerte ansonsten passen alle noch...bin bisl ratlos :S

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    Gruß,
    Michael

  • Hi Michael !


    Der BC 303 hält...allerdings die D288 in kurzer Zeit sehr heiß. Ich habe die ehemalige BAY 18 mit einer 1N 4007 ersetzt. Die Bauteilwerte ansonsten passen alle noch...bin bisl ratlos :S


    Kannst Du mal bitte die Spannung über dem 100 Ohm Widerstand R288 messen ?


    Das sollte einen Aufschluß darüber liefern, welcher Strom über die Diode in die Schaltung läuft. Gebraucht werden für die Einstellung der Festsender nur ein paar Milliampere und die von dem Teil erzeugten -30V gehen *nur* auf die Einstellregler. Die Spannung muß stabil sein, damit der eingestellte Sender nicht läuft, aber richtig *Strom* braucht der ganze Kram nicht.


    Je nachdem, welche Spannung an dem 100 Ohm abfällt, läßt sich daraus nach I = U / R der fließende Strom berechnen. Eventuell ist irgendwo noch was faul, wodurch ein hoher Leckstrom gegen Masse auftritt, der diesen Effekt bewirkt.


    .

    Peter aus dem Lipperland


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  • Hallo,
    also der Spannungsabfall beträgt 12,2 V was einen Strom von 122mA bedeutet.

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    Gruß,
    Michael

  • Hi Michael !

    also der Spannungsabfall beträgt 12,2 V was einen Strom von 122mA bedeutet.

    So sieht's aus.
    Das ist noch ein ganzes Stück von den 1A weg, für die eine 1N4007 geeignet ist.


    Allerdings wundere ich mich ein bißchen, an welcher Stelle so ein Stromfluß zustande kommen sollte.
    Der Preomat besteht aus 5 x 100K Spindeltrimmern + dem 100K Poti für die manuelle FM-Sendereinstellung. Die liegen an -30V und alle parallel. Dort dürften -30V / (100K / 6) = 1.8mA fließen. Das ist der "Nutzstrom", der für die Sendereinstellung notwendig ist und der unter allen Umständen stabil bleiben muß. Eine entsprechende Schaltung würde man 10:1 auslegen. Also für 2mA Nutzstrom sollte die Schaltung ohne Einbruch 20mA liefern können.


    So: von den -30V brückt die Z-Dioden-Regelung über R280, R281 und R282 gegen Masse. Davon ist R281 ein Trimmer, mit dem die Ausgangsspannung abgegriffen wird und als Vergleichs- bzw. Stellwert herangezogen wird. In der Summe ergeben die drei Widerstände einen Wert von 5.8K. Also fließen dort -30V / 5800 Ohm = 5.2mA gegen Masse ab. Sind ingesamt 7mA, die im 30V-Teil rausgehen.
    Damit sind wir aber noch ein ganzes Stück von 122mA entfernt.


    Ich habe den Schaltungsteil mal darstellerisch isoliert und die zu erwartenden Ströme analog zu den Bauteilen und zu den Werten im Plan ergänzt. Da ist nichts, was bei einwandfreier Bauteilfunktion mehr wie 10 - 20mA Stromfluß bewirken könnte. Verdächtig wäre der Vor-Elko C293, der die Roh-Siebung übernimmt. Oder die Messung stimmt aufgrund der hohen Restwelligkeit bei Einweggleichrichtung nicht. Aber egal wie: die Diode D289 dürfte nicht mal warm werden.



    .

    Peter aus dem Lipperland


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  • Hmm...
    Also an der Elko C293 ist OK...interessanterweise kann ich an keinem der Elkos eine signifikante Spannung messen.
    Nach genau 1 Minute Betrieb sind der Widerstand R288 und die Diode D289 so heiß dass man sich wirklich daran verbrennen kann.
    Irgendwie scheint über diesen Pfad die ganze vom Netzteil gelieferte Leistung verbraten zu werden...ich finde aber keine Kurzschlüsse etc.
    Auch die Transistoren sind alle in Ordnung.
    Das Ganze wird echt komisch langsam.

    Mein ganzer Stolz:


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    Gruß,
    Michael

  • Hi Michael !

    Also an der Elko C293 ist OK...interessanterweise kann ich an keinem der Elkos eine signifikante Spannung messen.

    Äh ??


    Das sind Stabilisierungs-Elkos, also müßten daran die im Plan gezeigten Spannungen abfallen.
    An C293 rund -46V
    An C292 die -40V
    An C291 die -30V


    Analog dazu müßten über R297 rund 6V abfallen, über R285 und R284 rund 10V. Am Emitter von T295 müßten lt. Plan gegen die (positive) Masse -11.5V zu messen sein. Demzufolge sollten am Basisanschluß die -11.5V + der Ube von rund 0.3V (bei einem Ge-Transis) also ca. -11.8V zu messen sein. Das ist der Wert, der mit dem Poti justierbar ist.
    Mit -30V am Ausgang müßten über R282 zur Zeit ca. 17.1V, über R280 ca. 7.6V zu messen sein.


    Irgendwo fließt da ein immenser Strom, der da nicht hingehört - und ich tippe nach wie vor auf den 100µF C293. Nimm' da einfach mal irgendwas anderes, was 50V aushält. Polarität beachten: Plus an Masse.


    .

    Peter aus dem Lipperland


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  • Hi,
    soeben C293 gegen einen 330uF mit 50V ersetzt...keine Änderung...die Diode wir nach wie vor glühend heiß...und das egal welcher Wellenbereich eingestellt ist...

    Mein ganzer Stolz:


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    Gruß,
    Michael

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