Dual Plattenspieler - Ingeneurskunst. Stichwort: Zigarettentest

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    • Dual Plattenspieler - Ingeneurskunst. Stichwort: Zigarettentest

      Guten Abend

      Ich melde mich hier noch zu so später Stunde zu Wort, da ich ein gewisses Experiment nicht ignorieren konnte. :thumbsup:

      Die Rede ist vom berühmten "Zigarettentest", den seiner Zeit der Dual 1009 ins Leben gerufen hat.
      Ich, als Raucher, kann das Experiment natürlich relativ leicht nachbauen 8)

      Man legt auf halber Strecke zwischen Plattenmittelpunkt und Plattenrand eine Zigarette zwischen Platte und Teller und beobachtet, wie trotzdem fehlerfrei abgetastet wird.
      Da der Großteil aller Dual Plattenspieler (ausgenommen die aktuelle Produktreihe) nach dem gleichen Prinzip funktionieren, konnte ich das einfach nicht unversucht lassen, also probierte ich es mit meinem Dual 510. Und seht selbst.

      KLICK MICH

      (Entschuldigt mir den Ton, der wird vom Smartphone nur so dumpf aufgezeichnet)

      Bezug und Ideenquelle liegt HIER


      Eigentlich sollten wir jetzt alle eine Gedenkminute einlegen für das, was damals die Gebrüder Steidinger samt Entwicklungsteam ins Leben gerufen haben.

      Man sollte das mal in einem anderen Forum posten und diverse Technics-, Reloop- und wasweisichwas -Besitzer zu einem solchem Versuch anstiften :whistling:
      Ich finde es einfach faszinierend, wie viel Filigranität hinter unseren Dual-Drehern steckt und welche Gedanken sich die Konstrukteure dabei gemacht haben.

      Übrigens habe ich ebenfalls den "90°-zur-Tischplatte-Test" gemacht, anbei darüber ein Bild.
      Auch sehr beeindruckend.


      In diesem Sinne: Analoge Grüße!

      Marco
      Bilder
      • IMG_20150108_215032.jpg

        173,49 kB, 726×545, 721 mal angesehen
      Grüße

      Marco


      "Es ist erst Beschiss, wenn es jemand merkt!"
    • ...und die Dinger klingen dabei noch gut! Das ist schon der Hammer! :thumbup: Ich würde sowas gerne mal bei einer 24.000.-€ Bohrinsel sehen...Gut, die haben meist keine kardanische Lagerung und es muss ein Riesenaufwand betrieben werden um die Teile exakt auszurichten, aber ich bin sicher daß selbst einige moderne Tonarme mit kardanischer Lagerung da ihre Probleme hätten.
      Immer wieder toll so was zu sehen! Klappt übrigens mit 1219, 1218, 1019...und wahrscheinlich noch einigen anderen Duals.

      Herzliche Grüße,

      Bernd
    • Für diesen Test ist ja in erster Linie die dynamische Auflagekraftregelung verantwortlich, dass der Arm das packt.
      Ein statisch balancierter Arm würde vermutlich aussteigen.
      Die kardanische Aufhängung kommt eher beim "Büchertest" zum tragen, wo auf der seinen Seite des Drehers einige Bücher untergelegt werden, der Dreher also sehr schief steht. Selbst so spielt der Arm völlig normal ab, eben weil er allseitig völlig ausbalanciert ist und alle Drehbewegungen genau in seinem Schwerpunkt stattfinden.
      Ja, da steckt schon ne Menge Gehirnschmalz in den "Brot-und-Butter-Kisten" aus dem Schwarzwald...!
      Gruß,
      Kai
      ___________________________________________________________

      Dreher im Bestand: 701 (1. Serie), 1019 (NOS), 1218, 2x 1219, 1229 (Wega 3430), 1249 - Elac Miraphon 22H, Elac PC 900 - Braun PS 500 - Metz TX 4963 - Thorens TD 320 Mk I, TD 166 Mk II - B&O Beogram 1200

      Erfahrung steigt proportional zum Wert des zerstörten Gegenstandes.
      "The difference between genius and stupidity is that genius has its limits." -Albert Einstein-
    • Hi Kai !

      boozeman1001 schrieb:

      Die kardanische Aufhängung kommt eher beim "Büchertest" zum tragen, wo auf der seinen Seite des Drehers einige Bücher untergelegt werden, der Dreher also sehr schief steht. Selbst so spielt der Arm völlig normal ab, eben weil er allseitig völlig ausbalanciert ist und alle Drehbewegungen genau in seinem Schwerpunkt stattfinden.
      Das ist ein Test, den ich regelmäßig nutze, wenn ich zu faul bin, das ganze Chassis auszubauen und was in der Mechanik gucken möchte-
      Es kommt auf der Tonarmseite raus, wird ca- 30° angekippt mit was drunter, damit es nicht wieder zurückfällt ... Testplatte drauf ... Start. Und schon geht das Theater los. Damit kann man Leute beeindrucken ...

      Neulich hat es mal jemanden erwischt, der "nur mal was fragen wollte", als ich gerade am 1009 am schrauben war. Sieht auch ziemlich komisch aus, wenn der so schräg steht und der Arm trotzdem die Einlaufrille erwischt und das Ding losspielt. Von den alten Veteranen mit ihre rustikal aussehenden Armen sollte man das auf den ersten Blick nicht erwarten.

      .
      Peter aus dem Lipperland

      Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.
    • Hi !

      chris12 schrieb:

      ich habe einmal gelesen, dass die sogar auf dem kopf stehend spielen können, wenn der plattenteller entsprechend befestigt wird.
      Der Teller ist zumindest bei den Reibrollen nicht das Problem. Ab einem bestimmten (negativen) Neigungswinkel purzelt Dir die Platte runter. Bei den Wechslern kann man mit einer frisierten Wechselachse einiges werden. Die wird ja in der Hohlachse verriegelt. Man braucht darauf nur ein fixierbares "Laufstück", was die Platte auf dem Teller hält und andererseits nicht so viel Reibung auf dem Label erzeugt, daß die Drehzahl runtergeht.

      Und schon kannst Du das Teil auf den Kopf drehen.

      .
      Peter aus dem Lipperland

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    • Hallo,

      auf einer Messe in Düsseldorf hab ich noch so ein "auf dem Kopfspieler", glaub einen 731Q gesehen.

      Die Japaner hatten ja auch nachdem ULM seine Vorteile gezeigt hat mit sehr leichten Tonarmen gespielt (Technics Tonarmsystem EPA 500), allerdings gingen sie nie dazu über die Auflagekraft durch eine Feder zu erzeugen - was vor allen Dingen bei leichten Tonarmen richtig wäre - daraufhin wurde dann ULM verteufelt.

      Ich weiß noch wie ein Verkäufer eines längst pleitegegangenen Ladens hier in der Kreisstadt regelrecht gegen die "Spielzeugtonarme" bei Dual gewettert hat.

      Peter
      Die Leute blicken immer so verächtlich auf vergangene Zeiten, weil die dies und jenes ›noch‹ nicht besaßen, was wir heute besitzen.
      Es ist nicht nur vieles hinzugekommen. Es ist auch vieles verloren gegangen, im guten und im bösen. Die von damals hatten vieles noch nicht. Aber wir haben vieles nicht mehr.
      (Tucholsky)

    • Leider läuft bei den großen Reibrad-Spielern der Motor nicht mehr so schön, da die Welle nicht mehr auf dem Lagerspiegel aufliegt, sonst hätte ich mir schon längst meinen 1219 an die Decke genagelt :D .

      Gruß Roland


      Wär das nicht n büschn unpraktisch bei der Bedienung? ;)
      Gruß,
      Kai
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      Dreher im Bestand: 701 (1. Serie), 1019 (NOS), 1218, 2x 1219, 1229 (Wega 3430), 1249 - Elac Miraphon 22H, Elac PC 900 - Braun PS 500 - Metz TX 4963 - Thorens TD 320 Mk I, TD 166 Mk II - B&O Beogram 1200

      Erfahrung steigt proportional zum Wert des zerstörten Gegenstandes.
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    • Die Dual-Tonarme sind schon klasse, da kann man sich das Gehühner mit Wasserwaage zum Ausrichten sparen wenngleich der Dreher schon einigermaßen waagrecht stehen sollte und nicht senkrecht, wie auf dem Foto (Beweis mit O-Saft-Glas), um z.B. das Tellerlager nicht einseitig zu belasten.

      Gruß

      Uli
      Bilder
      • 506_auf_Kante.JPG

        231,82 kB, 450×600, 338 mal angesehen
      CS: 1209, 504, 510, 741Q, 750-1
      CV: 1200, 440, 1500 RC
      CT: 440, 1240 (2x)
      CR: 5950 RC
      C / CC: 1280, 5850 RC, 839 RC
      CD: 40, 5150 RC
      CL(X): 241, 9020, 9200
      und: DK170, MC2555
    • Ach, gibs zu, das ist alles gephotoshopped... ;)
      Gruß,
      Kai
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      Erfahrung steigt proportional zum Wert des zerstörten Gegenstandes.
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    • das geht ja wirklich

      nach euren antworten hat`s mir in den fingern gejuckt, das mal auszuprobieren. für mich waren plattenspieler bisher die dinger, die am besten auf einem 25 meter im boden versenkten absolut waagerecht ausgerichteten betonsockel stehen mussten.

      seit ich dual plattenspieler kenne, weiß ich dass ich vor dem schrank, auf dem der dreher steht, springen kann, ohne dass etwas passiert (und das bei vom hausbesitzer auf dem vorigen teppich schlampig verlegtem laminat).

      aber das mit dem schrägen plattenspieler find ich doch beeindruckend.

      8o


      gruß
      thomas
      Bilder
      • schrägtest.jpg

        161,67 kB, 600×379, 298 mal angesehen
      Für die Platten: Dual CS 721 (Ortofon 2M Black), für die Ohren: Quadral Ascent 90 am Denon PMA-1510AE & Beyerdynamik DT770 (der alte), für`s Digitale: Tascam US-144 MK II & Mac Mini (Audition)


      discogs.com/user/thtr63/collection
    • Hi Thomas !

      thtr63 schrieb:

      aber das mit dem schrägen plattenspieler find ich doch beeindruckend.
      Wären wir in Amiland müßte eine dicke Bildunterschrift drunter:
      "Kinder ! Probiert das nicht mit Pappas Chop-Suey-Plattenspieler aus !" :D
      Sonst müßte sich Dein Anwalt bald mit landesweiten Schadensersatzklagen befassen.

      (Wie ? Du hast *keinen* Anwalt ? Lieber Himmel ... !)

      Schönes Bild. Wie aus dem Prospekt vom 1009.
      dual.pytalhost.eu/1009p1/1009-11.jpg

      Schwierig wird es nur, wenn die Bücher aus der Rubrik "schlüpfrige Inhalte" sind, wie "Autofahren bei Glatteis", "Ölindustrie in Tadschikistan" oder "Lolita". Dann besteht Abrutschgefahr ... :D

      .
      Peter aus dem Lipperland

      Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.
    • wacholder schrieb:

      Dann besteht Abrutschgefahr ...
      gut beobachtet - genau aus diesem grunde liegen auf der rechten seite zwei lithosteine.

      gruß
      thomas
      Für die Platten: Dual CS 721 (Ortofon 2M Black), für die Ohren: Quadral Ascent 90 am Denon PMA-1510AE & Beyerdynamik DT770 (der alte), für`s Digitale: Tascam US-144 MK II & Mac Mini (Audition)


      discogs.com/user/thtr63/collection
    • oh je - ich glaub mit meinem plattenspieler stimmt `was nicht ...

      ... als ich ihn noch steiler stehen hatte, sprang doch mal die nadel aus der rille

      ;(


      bei welchen anderen marken geht das eigentlich auch noch ???

      gruß
      thomas
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      • schrägtest 2.jpg

        299,05 kB, 600×773, 269 mal angesehen
      Für die Platten: Dual CS 721 (Ortofon 2M Black), für die Ohren: Quadral Ascent 90 am Denon PMA-1510AE & Beyerdynamik DT770 (der alte), für`s Digitale: Tascam US-144 MK II & Mac Mini (Audition)


      discogs.com/user/thtr63/collection
    • @ Thomas

      Ich würde bei solchen Test immer die Transportsicherungsschrauben anziehen, da das in "Schräglage" die Federn entlastet.
      Siehe auch mein Bild oben.

      Dass doch mal die Nadel aus der Rille springt, ist ungewöhnlich, wenn es keine Erschütterung gab ?(


      Bei mir war das nicht der Fall

      thtr63 schrieb:

      bei welchen anderen marken geht das eigentlich auch noch ???
      Das funktioniert bei allen Plattenspielern mit kardanisch gelagertem Tonarm und Erzeugung der Auflage- und Anti-Skating-Kraft mittels einer Feder.
      Somit auch bei fast allen Dual Geräten aus der Steidinger Ära.

      Bei Technics und vielen anderen Japanischen Fabrikaten würde die Nadel vermutlich bei der kleinsten Schräglage dermaßen aus der Rille fliegen :D
      Deswegen regen sich im Analogsektor anderer Foren zu viele Leute über die Ausrichtung ihrer Dreher mit Libelle, Wasserwaage etc. auf.

      Wir, die wir zum richtigen Hersteller gegriffen haben, können uns solche Geschichten natürlich sparen :thumbup:
      Ich möchte fast sagen, die Dual Geräte gehören zur Spitze der Bedienfreundlichkeit!
      Grüße

      Marco


      "Es ist erst Beschiss, wenn es jemand merkt!"
    • thtr63 schrieb:

      bei welchen anderen marken geht das eigentlich auch noch ???
      Elac. Den Hintergrund bitte ich zu entschuldigen, das ist unsere Küche. Hier beim 50H würde ich allerdings bei stärkerer Schrägstellung die Transportschrauben anziehen und die Gravitation in die Antiskatingeinstellung einfliessen lassen. Automatik funktioniert, nur an den Wechslerbetrieb habe ich mich nicht herangetraut.

      Grüße, Brent
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      • elacverti.jpg

        110,15 kB, 1.200×800, 286 mal angesehen
    • :D

      die transportsicherungsschrauben hatte ich nicht angezogen (ist aber nichts passiert). aber ein versuch mit `nem senkrecht stehenden dreher steht noch aus.

      (trau mich nicht)

      gruß
      thomas
      Für die Platten: Dual CS 721 (Ortofon 2M Black), für die Ohren: Quadral Ascent 90 am Denon PMA-1510AE & Beyerdynamik DT770 (der alte), für`s Digitale: Tascam US-144 MK II & Mac Mini (Audition)


      discogs.com/user/thtr63/collection
    • Bei meinem Versuch mit dem CS506 hatte ich die Transportsicherungsschraube natürlich angezogen, da diese Federn eben nicht für diese Betriebslage vorgesehen sind, sondern nur für vertikale "Arbeit".

      Hier übrigens noch einmal - bitte ganz herunterscrollen - ein CS731Q, der "auf Seetüchtigkeit" geprüft wird, ob dabei Hans Albers mit "Auf der Reeperbahn nachts um halb eins" gespielt oder Shanties, darüber schweigt sich der Bericht aus: hifimuseum.de/hifi-80-in-duesseldorf-01.html
      CS: 1209, 504, 510, 741Q, 750-1
      CV: 1200, 440, 1500 RC
      CT: 440, 1240 (2x)
      CR: 5950 RC
      C / CC: 1280, 5850 RC, 839 RC
      CD: 40, 5150 RC
      CL(X): 241, 9020, 9200
      und: DK170, MC2555