Dual CR230 Verstärker brummt

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    • Dual CR230 Verstärker brummt

      Hallo liebe Dual-Board Mitglieder,
      vor kurzem erhielt ich durch einen Dachbodenfund einen schönen alten Dual CS 12 26 Plattenspieler mit dazugehörigem CR 230 Verstärker.
      Funktioniert alles soweit ganz gut, nur eine Sache stört mich aktuell: Der Verstärker brummt.
      Das Brummen kommt sobald ich den Verstärker einschalte und verschwindet mit dem Ausschalten des Verstärkers.
      Es ist NICHT über die Lautsprecher zu hören, sondern kommt definitiv aus dem Inneren des Verstärkers (von oben vor dem Verstärker stehend hinten rechts), also soweit ich weiß von der Stelle,
      wo der Trafo sitzt.
      Interessant ist, dass das Brummen verschwindet, sobald ich den Verstärker rechts anhebe, also ihn in eine Schieflage versetze und wieder auftritt sobald ich ihn absenke.
      Zwischenzeitlich war das Geräusch auch mal für einen Abend verschwunden, doch ist nun leider wieder aufgetreten.
      Nun habe ich mich schon ein bisschen belesen, und dies kann wohl einerseits von ausgetrockneten Kondensatoren kommen (aber müsste das dann nicht immer auftreten??) und andererseits,
      was ich aufgrund des Verschwindens bei Kippen des Verstärkers eher vermute, von irgendetwas was am Trafo "lose" ist?

      Hat jemand vielleicht schonmal ein ähnliches Problem gehabt und kann mir als Laien erklären, woran es genauer liegen kann,
      und wie das Ganze zu lösen ist?

      Ich freue mich auf eure Antworten.

      liebe Grüße
      Spave
    • Hi Spave !

      Spave schrieb:

      Zwischenzeitlich war das Geräusch auch mal für einen Abend verschwunden, doch ist nun leider wieder aufgetreten.
      Nun habe ich mich schon ein bisschen belesen, und dies kann wohl einerseits von ausgetrockneten Kondensatoren kommen (aber müsste das dann nicht immer auftreten??) und andererseits, was ich aufgrund des Verschwindens bei Kippen des Verstärkers eher vermute, von irgendetwas was am Trafo "lose" ist?
      Also - erstmal herzlich Willkommen im Club der "Dual-Verrückten". Mit dem 1226 und dem CR230 ist das schon mal ein guter und an sich solider Grundstock. Beides sind Geräte, die eher im Mittelfeld zu finden sind - dafür sind sie vergleichsweise einfach in Schuß zu halten und produzieren einen guten 70er-Jahre-Sound. Die Probleme werden wir schon aussortieren. Irgendwie bestimmt.

      Also: wenn die Elkos im Netzteil ausgetrocknet wären, würde die Betriebsspannung des Verstärkers instabil sein und es würde über die Boxen brummen. Was Du hörst, ist in der Tat der Transformator. Das Problem beim CR230 ist, daß er einen vergleichsweise schweren Trafo hat, der - schwingstechnisch etwas ungünstig - auf einem leicht wabbeligen Boden sitzt. Wobei "wabbelig" jetzt nicht so zu interpretieren ist, daß er zu *dünn* wäre. Nein, er hat nur keine Quer- oder Längs-Versteifung, sondern ist eine glatte Platte mit zahlreichen Aussparungen.
      Und die schwingt nunmal leider.

      Hier zunächst mal der übliche Verweis auf die Service-Anleitung des CR230:
      dual.pytalhost.eu/cr230s/

      Da gibt es ein schönes Bild:
      dual.pytalhost.eu/cr230s/cr230s-15.jpg

      Da ist sehr gut zu sehen, daß der Trafo mit vier Schrauben im Boden befestigt ist. Um da dran zu kommen, muß erst das Außengehäuse ab.
      Das ist auf der Unterseite mit - wenn ich mich recht entsinne - fünf Schrauben in Kunststoffhaltern befestigt. Die rausdrehen und dann das Gerät und das Netzkabel nach vorne rausziehen. Dann liegt das Innenleben offen.

      An dem Bild sieht man auch schon, was ich mit "wabbelig" meinte. Zwischen den Löchern bleiben wenige Stege und das wird durch den Trafo leicht zu Vibrationen angeregt. Da gibt es mehrere Ansätze: 1. die Trafoschrauben etwas lösen, den Trafo zu einer Seite oder nach hinten fester andrücken und die Schrauben richtig festziehen. 2. die Schrauben ganz rausdrehen, größere Unterlegscheiben *von innen* unter die Sechskantbolzen legen und dann die Schrauben wieder reindrehen. Sinn der Übung: die Schwingungen verteilen sich anders und verteilen sich nicht so stark. 3. Gummi- oder Weichplastik-Scheiben zwischen Trafobolzen und Schrauben packen und *sanft* andrehen. Damit erreichen die Schwingungen das Bodenblech gar nicht erst.

      Eine Frage am Rande: wie weit würdest Du Deine elektrischen Fähigkeiten einschätzen ?
      Kannst Du mit einem Digital-Multimeter und einem Lötkolben umgehen - oder hättest Du jemand, der Dir assistieren würde ?

      Der CR230 ist in der Regel noch auf 220V Netzspannung eingestellt - wir haben aber unterdessen 230V Euro-Netz. Mit dem Umlöten eines Kabels kann man den auf 240V umstellen - was der internen Elektronik zugute kommt. Außerdem befindet sich auf der Trafo-Anschlußplatine ein Entstörkondensator, der den unseligen Drang hat, sich selber zu vernichten und der lautes Knistern, Rauch und Gestank abgibt, wenn er soweit ist. Der berühmte "Knallfrosch". Den sollte man bei einem Dachbodengerät mindestens austauschen, sonst dauert das Vergnügen nicht lange - dafür dauert es Tage, den Mief wieder aus der Bude zu kriegen.

      Der 1226 hat -oft aber nicht immer- einen ähnlichen Kondensator im Motorschaltkasten. Und auch der kann mal überraschend den Geist aufgeben und für Ärger sorgen. Dooferweise sind das Kondensatoren mit unterschiedlichen Werten ...

      Soweit alles klar ?

      .
      Peter aus dem Lipperland

      Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.
    • Hallo wacholder!
      Erstmal vielen lieben Dank für eine so zügige und vor allem umfangreiche Antwort :)
      Ich denke ich antworte dir am besten per Zitate, sollte am übersichtlichsten sein, hoffe ich.

      wacholder schrieb:

      An dem Bild sieht man auch schon, was ich mit "wabbelig" meinte. Zwischen den Löchern bleiben wenige Stege und das wird durch den Trafo leicht zu Vibrationen angeregt. Da gibt es mehrere Ansätze: 1. die Trafoschrauben etwas lösen, den Trafo zu einer Seite oder nach hinten fester andrücken und die Schrauben richtig festziehen. 2. die Schrauben ganz rausdrehen, größere Unterlegscheiben *von innen* unter die Sechskantbolzen legen und dann die Schrauben wieder reindrehen. Sinn der Übung: die Schwingungen verteilen sich anders und verteilen sich nicht so stark. 3. Gummi- oder Weichplastik-Scheiben zwischen Trafobolzen und Schrauben packen und *sanft* andrehen. Damit erreichen die Schwingungen das Bodenblech gar nicht erst.
      Das klingt schonmal sehr gut umsetzbar. Ich hoffe, dass ich mit 1. schon das gewünschte Ergebnis erzielen kann, gegebenenfalls würde ich sonst noch 3. in Erwägung ziehen, das scheint mir am effektivsten zu sein. Werde ich die Tage mal austesten.

      wacholder schrieb:

      Eine Frage am Rande: wie weit würdest Du Deine elektrischen Fähigkeiten einschätzen ?
      Kannst Du mit einem Digital-Multimeter und einem Lötkolben umgehen - oder hättest Du jemand, der Dir assistieren würde ?
      Leider bin ich selber elektrotechnisch so gar nicht begabt. Habe aber einen Verwandten der im Bereich der Elektrotechnik arbeitet und der vor einigen Tagen den Verstärker durchgemessen hat und ihm seine Funktionsfähigkeit diagnostiziert hat, da ich vermutete er würde kaputt sein, aber lediglich die Birnchen nicht mehr intakt waren. Die habe ich übrigens schon bestellt, und die wird er mir, sobald er die Zeit dafür hat, einbauen. Er hat soweit auch eigentlich die wichtigsten Dinge mit einem Multimeter durchgemessen und das Ganze mit "sieht soweit ganz gut aus" kommentiert :D

      wacholder schrieb:

      Der CR230 ist in der Regel noch auf 220V Netzspannung eingestellt - wir haben aber unterdessen 230V Euro-Netz. Mit dem Umlöten eines Kabels kann man den auf 240V umstellen - was der internen Elektronik zugute kommt. Außerdem befindet sich auf der Trafo-Anschlußplatine ein Entstörkondensator, der den unseligen Drang hat, sich selber zu vernichten und der lautes Knistern, Rauch und Gestank abgibt, wenn er soweit ist. Der berühmte "Knallfrosch". Den sollte man bei einem Dachbodengerät mindestens austauschen, sonst dauert das Vergnügen nicht lange - dafür dauert es Tage, den Mief wieder aus der Bude zu kriegen.
      Zu der Netzspannung: Ist es wichtig, den Verstärker auf 240V "umzulöten"? Oder muss man das nicht zwingend machen? Wenn es sehr wichtig wäre, gibt es dafür irgendwo eine Anleitung?
      Zu dem Endstörkondensator: Wo finde ich diesen, und warum sollte er speziell bei einem "Dachbodengerät" ausgetauscht werden? War bis vor wenigen Jahren wohl sogar noch in Gebrauch das Gerät. Muss nochmal nachfragen, wann er sozusagen "eingemottet" wurde.

      wacholder schrieb:

      Der 1226 hat -oft aber nicht immer- einen ähnlichen Kondensator im Motorschaltkasten. Und auch der kann mal überraschend den Geist aufgeben und für Ärger sorgen. Dooferweise sind das Kondensatoren mit unterschiedlichen Werten ...
      Danke für die Info, dann weiß ich Bescheid woran es liegen könnte, wenn sich plötzlich der Schallplattenteller nicht mehr dreht! Denke aber, solange es noch alles funktioniert herrscht da kein Handlungsbedarf?

      Lieben Gruß
      Spave
    • Hi Spave !

      Spave schrieb:

      Erstmal vielen lieben Dank für eine so zügige und vor allem umfangreiche Antwort :)
      Bitte sehr.
      Ich wollte zwar eigentlich schon ins Bett gegangen sein, aber man verpennt so schon genug vom Leben - und im Alter kommt man mit weniger Schlaf aus. Das holt man dann später nach .... tiefergelegt ... :D

      Spave schrieb:

      Das klingt schonmal sehr gut umsetzbar. Ich hoffe, dass ich mit 1. schon das gewünschte Ergebnis erzielen kann, gegebenenfalls würde ich sonst noch 3. in Erwägung ziehen, das scheint mir am effektivsten zu sein.

      Wenn sich das Geräusch schon durch einseitiges Anheben und Ankippen beeinflussen läßt, schätze ich mal, daß die Verschraubung des Trafo lose ist oder das Ding einfach irgendwie schräg draufsitzt. Also sollte 1. schon mal ein Resultat bringen.

      Spave schrieb:

      Leider bin ich selber elektrotechnisch so gar nicht begabt. Habe aber einen Verwandten der im Bereich der Elektrotechnik arbeitet und der vor einigen Tagen den Verstärker durchgemessen hat und ihm seine Funktionsfähigkeit diagnostiziert hat, da ich vermutete er würde kaputt sein,

      Gut. Die auszuführenden Arbeiten sind von niedrigem Schwierigkeitsgrad - für jemanden, der sich damit auskennt.

      Spave schrieb:

      Zu der Netzspannung: Ist es wichtig, den Verstärker auf 240V "umzulöten"? Oder muss man das nicht zwingend machen? Wenn es sehr wichtig wäre, gibt es dafür irgendwo eine Anleitung?

      Es ist nicht zwingend notwendig. Aber das Gerät hat "nur" einen Trafo - ohne Regelung dahinter. Da die Netzspannung um rund 5 Prozent angehoben wurde, ist auch die Abgabespannung des Trafos gestiegen. Das *kann* im Einzelfall die nachgeschaltete Elektronik mehr belasten, als notwendig. Die Umstellung ist einfach. Siehe Bild:



      Beim Ersetzen des Knallfrosches ist wichtig, daß der Ersatz für 275V Wechselspannung (statt 250V wie bei dem alten) geeignet ist und daß er der Typklasse X2 genügt. Heißt: brennt nicht, wenn er kaputt geht.

      Spave schrieb:

      Zu dem Endstörkondensator: Wo finde ich diesen, und warum sollte er speziell bei einem "Dachbodengerät" ausgetauscht werden? War bis vor wenigen Jahren wohl sogar noch in Gebrauch das Gerät. Muss nochmal nachfragen, wann er sozusagen "eingemottet" wurde.

      Das "wo" ist im Bild beantwortet.
      Das "warum" ist schwieriger zu erklären. Die damals verwendeten Kondensatoren hatten ein Gehäusematerial, was im Laufe der Jahre austrocknet und schrumpft. Das ist zum Teil ein chemischer, zum Teil ein physischer Prozeß, wodurch das Gehäuse feine Risse bekommt. Wenn das Gerät lange gestanden hat, ist durch die Risse Luft in den Kondi eingedrungen - und damit Feuchtigkeit. Wenn er jetzt wieder eingeschaltet wird, verdampft die Feuchtigkeit durch die hohe anliegende Netzspannung. Es bilden sich kleine Dampfbläschen, die das Gehäuse "knacken" und das im Kondi enthaltene Isolier-Öl verdampft in einer weißlichen, "italienischen" Wolke (riecht nach Essig & Öl ...).
      Die Reste sprazzeln auf der Platine und im Gehäuse herum und sind eklig zu entfernen.

      Bild von so einem Ding ?

      fotocommunity.de/pc/pc/pcat/735437/display/30013760

      Spave schrieb:

      Danke für die Info, dann weiß ich Bescheid woran es liegen könnte, wenn sich plötzlich der Schallplattenteller nicht mehr dreht! Denke aber, solange es noch alles funktioniert herrscht da kein Handlungsbedarf?

      An der Stelle im Dreher sitzt der Kondi über dem Motorschalter.
      Wenn er intern kurzschließt, schaltet der Motor nicht mehr ab und läuft dauernd durch. Der Teller bleibt zwar stehen, weil untendrunter das Antriebsrad ausgekuppelt wird, aber der Motor läuft weiter ...

      Ein Blick in den Motorschaltkasten teilt mit, ob Einsatz nötig ist, oder nicht.
      Wenn so ein rechteckiger Kondi, wie oben gezeigt, eingebaut ist und der schon hübsch rissig ist: austauschen. Das ist in dem Fall ein 0.01µF (10nF) 275V AC "X2". Ist eine bunte "Bonbonrolle" (zylinderförmig) drin, besteht kein unmittelbarer Handlungsbedarf. Die Rollenförmigen haben ein anderes Material und platzen eigentlich nicht. Habe ich bisher in all' den Jahren noch nicht gesehen. Und ich habe einen Flohzirkus von Geräten.
      Motorschaltkasten: das ist die schwarze quadratische Box auf der Unterseite des Dreherchassis, wo das Stromkabel reingeht. Da ist in der Mitte eine Schlitzschraube drin. Wenn man die rausdreht, kann man den Deckel runternehmen und reingucken. Vorher Stromstecker ziehen ...

      .
      Peter aus dem Lipperland

      Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.
    • wacholder schrieb:

      Beim Ersetzen des Knallfrosches ist wichtig, daß der Ersatz für 275V Wechselspannung (statt 250V wie bei dem alten) geeignet ist und daß er der Typklasse X2 genügt. Heißt: brennt nicht, wenn er kaputt geht.
      Ich habe im Internet gerade mal nach "Entstörkondensator 275V X2" gesucht und bin dann auf dieses Angebot bei Ebay gestoßen. klick
      Ist das der richtige und ist der Hersteller in Ordnung? Oder würdest du mir eher zu einem anderen raten und hättest eventuell direkt eine Verlinkung für mich? :)

      wacholder schrieb:

      An der Stelle im Dreher sitzt der Kondi über dem Motorschalter.
      Wenn er intern kurzschließt, schaltet der Motor nicht mehr ab und läuft dauernd durch. Der Teller bleibt zwar stehen, weil untendrunter das Antriebsrad ausgekuppelt wird, aber der Motor läuft weiter ...
      Da ich den Schallplattenspieler vorgestern erst geöffnet habe, um den Steuerpimpel zu reparieren (was zu meiner Überraschung tatsächlich mit ein wenig Fummelei geklappt hat!), würde ich ihn eigentlich ungern jetzt wieder direkt auseinander bauen :S Kann man auch ohne den Schallplattenspieler zu öffnen herausfinden, ob dieser Kondensator kaputt ist? Also ich meine damit, den Spieler einfach ganz normal laufen zu lassen, bis einem dann vielleicht mal auffällt, dass nachdem er sich eigentlich abgeschaltet haben soll, er irgendwie weiter läuft (kann man das überhaupt hören? Glaube ja fast nicht)? Oder gibt es eine andere Möglichkeit?

      Liebe Grüße
      Spave
    • Hi Spave !

      Spave schrieb:

      EDIT: Da steht irgendwas von 15mm, was geben die an und ist das in diesem Fall korrekt?
      Die technischen Werte sehen gut aus - das paßt. Die 15mm sind der Pinabstand.
      Man kann sich das aber "zurechtbiegen" - mache ich bei meinen Dingern auch immer, obwohl die Anschlußdrähte bei den Dingern wirklich nicht sehr lang sind.

      .
      Peter aus dem Lipperland

      Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.
    • Spave schrieb:

      Zitat von »wacholder«
      An der Stelle im Dreher sitzt der Kondi über dem Motorschalter.
      Wenn er intern kurzschließt, schaltet der Motor nicht mehr ab und läuft dauernd durch. Der Teller bleibt zwar stehen, weil untendrunter das Antriebsrad ausgekuppelt wird, aber der Motor läuft weiter ...
      Hatte ja darauf noch folgendes geschrieben:

      Spave schrieb:

      Da ich den Schallplattenspieler vorgestern erst geöffnet habe, um den Steuerpimpel zu reparieren (was zu meiner Überraschung tatsächlich mit ein wenig Fummelei geklappt hat!), würde ich ihn eigentlich ungern jetzt wieder direkt auseinander bauen Kann man auch ohne den Schallplattenspieler zu öffnen herausfinden, ob dieser Kondensator kaputt ist? Also ich meine damit, den Spieler einfach ganz normal laufen zu lassen, bis einem dann vielleicht mal auffällt, dass nachdem er sich eigentlich abgeschaltet haben soll, er irgendwie weiter läuft (kann man das überhaupt hören? Glaube ja fast nicht)? Oder gibt es eine andere Möglichkeit?
      Würde mich freuen, wenn ich noch eine Rückmeldung von dir erhalten würde :)

      Ganz liebe Grüße und danke für die viele Unterstützung!
      Spave
    • Hi Spave !

      Spave schrieb:

      Würde mich freuen, wenn ich noch eine Rückmeldung von dir erhalten würde :)
      Also ...


      ... ich weiß nicht, wie Deine Elektrik aussieht, aber pessimistische Naturen hängen ihr antikes Gerümpel an abschaltbare Steckdosen. Wenn sie nachts keinen Bock mehr haben, hauen sie den Schalter runter und gut ist. Dann ist da so oder so kein Strom mehr drauf und dann läuft da auch nix mehr.

      Solltest Du auch einer davon sein, ist es doch egal, ob der Motor noch weiterlaufen würde ... :)

      Im Ernst: wenn Du *ganz genau* hinhörst, kannst Du den laufenden Motor hören. Zumindest, wenn Du dicht genug dran bist. Wenn Du ihn schon auf zwei Meter hörst, ist ein Wartungsintervall und die Große Schmierkur überfällig. Da mußt Du einfach mal bei abgeschaltetem Dreher lauschen, ob Du irgendwas hörst (was nicht gerade der noch brummende Trafo im CR230 sein sollte). Wenn nicht, ist es gut. Möglich ist ja auch, daß Dein 1226 noch das zylinderförmige Teil drin hat. Guckst Du halt, wenn Du die Schüssel das nächste Mal aus der Zarge gepellt hast.

      .
      Peter aus dem Lipperland

      Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.
    • Bezugsquelle für Bauteile

      Hallo,

      die Ersatzteile, die benötigt werden, habe ich mir alle bei Reichelt Elektronik bestellt. Da gibts auch den Entstörkondensator als Ersatz. Und ich würde etliche Elektrolytkondensatoren wechseln. Und was immer wieder bei den Dualverstärkern gesagt wird und das gilt sicherlich genauso für den CR230: Die Ruhestrompotis in den Endstufen sollten auf jeden Fall erneuert werden, aber dazu sollte man schon etwas Erfahrung haben, zumal man diese richtig einstellen muss.

      Grüße aus Karlsruhe

      Martin
    • Hi Martin !

      martyka schrieb:

      Und ich würde etliche Elektrolytkondensatoren wechseln.
      Ja - der CR230 ist ein Aspirant für die blöden "ROE"-Zylinder. Leider. Damit hat sich Dual keinen Gefallen getan, aber *damals* war das noch nicht abzusehen. Das ist ein Langzeitschaden, der auftreten kann ... oder nicht. Genauso, wie die doofen schwarzen 100nF Keramikkondensatoren 10 x 5 x 2mm mit "100s" in weiß vorne draufgedruckt. Das sind auch Frustquellen.

      martyka schrieb:

      Die Ruhestrompotis in den Endstufen sollten auf jeden Fall erneuert werden, aber dazu sollte man schon etwas Erfahrung haben, zumal man diese richtig einstellen muss.

      Das Problem ist, daß der Eigner das nicht selber macht / machen kann.


      Spave: Bevor sich Dein Bekannter das Ding vornimmt - da sollten wir vorher nochmal Kontakt aufnehmen. Ich war jetzt etwas zurückhaltend in meinen Wartungshinweisen, da das Ding ja wohl läuft. Aber es gibt ein paar Bauteile, die man sich angucken sollte, wenn man die nächsten 20 Jahre Ruhe haben will.

      (Das Scheiß-Pflaster an meinem rechten Daumen behindert meine Schreibgeschwindigkeit ... ich vertippe mich dauernd ...)

      .
      Peter aus dem Lipperland

      Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.
    • Heyo,
      Also die Birnchen und der Kondensator sind jetzt da!
      War etwas verwirrt, dass bei den Birnchen ein Zettel bei ist, wo drauf steht: 2x 15v/0,2A Skala, 2x 6-7v/30ma Stereoanzeige und 1x 12-15V/30mA Instrumentenbeleuchtung. Ich hoffe, das stimmt soweit?

      Welche Dinge sollte ich denn meinem Bekannten noch sagen, die wichtig wären, wacholder?

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Spave ()

    • Hi Spave !

      Spave schrieb:

      War etwas verwirrt, dass bei den Birnchen ein Zettel bei ist, wo drauf steht: 2x 15v/0,2A Skala, 2x 6-7v/30ma Stereoanzeige und 1x 12-15V/30mA Instrumentenbeleuchtung. Ich hoffe, das stimmt soweit?
      Soweit ja.
      In der Stereo-Anzeige sind zwei Birnchen drin, die hintereinander geschaltet werden. Die Skala hat aus meiner Erinnerung zwei Birnen und das Instrumt für die Feldstärke eine kleine 12V T5 Glassockellampe in einer Fassung, die von der Seite her eingeschoben wird (und manchmal ziemlich besch....n im Instrument festklebt und man rundherum etwas hebeln muß, um sie rauszukriegen ...)

      Spave schrieb:

      Welche Dinge sollte ich denn meinem Bekannten noch sagen, die wichtig wären, wacholder?

      1. Der Endstufen-Killer Nummer 1 sind zerbröselnde Einstellregler für die Ruheströme. Nach Möglichkeit ersetzen. Wichtig sind nur die beiden 1K-Trimmer R612 (linker Kanal) und R612' (rechter Kanal). Der 250-Ohm-Trimmer R606 ist eine Art Pegelanpassung links zu rechts, womit der linke Kanal auf den rechten angepaßt wird - das kann notfalls drinbleiben. Dann über die herausgenommene Endstufensicherung den Ruhestrom auf 20mA nach ca. 5 Minuten Warmlauf einstellen. Lautstärke auf Null drehen.

      2. Endstufen-Killer Nummer 2 sind die glatten, zylindrischen Elkos mit "ROE" oben drauf in hellgrau, orange oder dunkelrot. Wenn's geht ersetzen ... Auch wenn das Ding *jetzt* noch läuft: wenn die Kondis sterben bilden sie häufig *Kurzschlüsse* - und das haut dem Gerät den Draht aus der Mütze.

      3. Umstellen auf 240V, um etwas überschüssige Last von der Elektronik zu nehmen. Skizze hatte ich Dir schon mitgeschickt. Das ist ein Draht zum Umlöten.

      Danach sollte das Gerät eigentlich die nächsten 20 Jahre mindestens störungsfrei laufen.
      (Falls wir dann überhaupt noch analoges Radio haben. Wenn nicht ist es noch ein guter Plattenspieler-Verstärker.)

      .
      Peter aus dem Lipperland

      Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.
    • Hallo wacholder!

      Heute war es dann soweit, wir haben uns den Verstärker vorgenommen. Den "Knallfrosch" haben wir getauscht, und den anderen Elko auf der Netzanschlussplatte gleich mit. Dann auf 240V umgelötet und hier und da an den Eingängen noch ein wenig neuen Lötzinn auf die Kontakte.


      Zur Beleuchtung:
      Komischerweise funktionierte aber nur die Skalabeleuchtung ohne Probleme. Auf den anderen Steckplätzen war leider kein Strom/Spannung drauf, leider war auch nicht genug Zeit da, um ausfindig zu machen, warum. Soweit so gut, damit kann ich aber gut leben.

      Problem:
      Jetzt habe ich den Verstärker zuhause wieder aufgebaut und muss aber feststellen, dass alles irgendwie so leise ist! Also ich kann die Lautstärke des Verstärkers auf Anschlag aufdrehen, und habe gerade mal Zimmerlautstärke :huh:


      Was kann das bloß sein? Kann das evtl damit zusammen hängen, dass wir den Verstärker auf 240V umgelötet haben und ist das vielleicht ganz normal?

      Edit: Habe auch das Gefühl, dass sich der Ton zum negativen gewandelt hat. Es klingt plötzlich so, als ob die Mitten fehlen
      ?(

      Ganz liebe Grüße
      Spave

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Spave ()

    • Hi Spave !

      Spave schrieb:

      Was kann das bloß sein? Kann das evtl damit zusammen hängen, dass wir den Verstärker auf 240V umgelötet haben und ist das vielleicht ganz normal?
      Nee, das ist nicht normal.
      Beim Umlöten von 220 auf 240V sackt die Ausgangsspannung des Trafos um 2 - 3 Volt vor dem Gleichrichter - also effektiv um vieleicht 3 - 4 Volt an der Elektronik (Tuner & Verstärker). Das nimmt nur ein wenig Überschußlast von den Bauteilen, die grundsätzliche Leistung bleibt aber erhalten. Ich mache das gewohnheitsmäßig und die Geräte sind nachher genauso laut, wie vorher.

      Spave schrieb:

      Den "Knallfrosch" haben wir getauscht, und den anderen Elko auf der Netzanschlussplatte gleich mit.

      Den 2200µF C901. Das ist der Kondensator für die -15V zum Tuner.
      Wenn man den verkehrt herum einlötet, bläst er einem die 1N4001-Diode der Gleichrichtung durch und dann hat man kein Radio mehr ...

      Spave schrieb:

      Komischerweise funktionierte aber nur die Skalabeleuchtung ohne Probleme. Auf den anderen Steckplätzen war leider kein Strom/Spannung drauf, leider war auch nicht genug Zeit da, um ausfindig zu machen, warum. Soweit so gut, damit kann ich aber gut leben.

      Es gibt nur noch die Instrumentenbeleuchtung, die ist parallel zur Skalenbeleuchtung angeschlossen. Das ist eine kleine T5 Glassockellampe, die seitlich in einem Halter in das Instrument eingeschoben ist.

      Die beiden (!!) Leuchten hinter der "Stereo"-Anzeige sind zwei 6 - 7V / 30mA T5-Glassockelleuchten, die in Reihe geschaltet sind und von der -15V Versorgung für den Tuner betrieben werden - aber nur dann, wenn auch ein Stereosignal vom Radio empfangen wird. Der Schalttransistor, der die einschaltet, verkraftet nur 250mA Strom und die Sockel der Lampen sind berüchtigt dafür, zu gammeln. Die sollte man einzeln und in Ruhe prüfen.

      Spave schrieb:

      Problem:

      Jetzt habe ich den Verstärker zuhause wieder aufgebaut und muss aber feststellen, dass alles irgendwie so leise ist! Also ich kann die Lautstärke des Verstärkers auf Anschlag aufdrehen, und habe gerade mal Zimmerlautstärke :huh:

      *Das* ist ein ernstes Problem und ich kann mir im Moment nicht wirklich erklären, wieso das so sein sollte.
      Was hast Du angeschlossen ? Plattenspieler ? Oder auch über Radio ?

      .
      Peter aus dem Lipperland

      Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.
    • Was natürlich noch wichtig gewesen wäre zu erwähnen, ich allerdings gestern im Eifer des Gefechts vergessen habe, ist folgendes:

      Das Lampenset was ich bestellt hatte, umfasste 5 Birnchen.

      2 davon, die etwas größeren, die die große Skala mit den Frequenzen beleuchten. Diese haben absolut keine Probleme gemacht und leuchten auch wunderbar.

      Dann 2, das sind diese gewesen, die in Reihe geschaltet werden, und die Stereoanzeige beleuchten sollen? Diese beiden haben wir eingesetzt und durchgemessen. Haben die beiden Kabel zurückverfolgt, und an der Stelle, wo sie endeten, "gegeneinander" gemessen -> keine Spannung drauf. Gegen Masse gemessen und siehe da, plötzlich Spannung anliegend.. Trotzdem leuchten Sie nicht.

      Nun gut, jetzt kommt der kritische und entscheidende Teil: Als wir dann das einzelne Birnchen austauschen wollten, was, wie du bereits sagtest, so seitlich eingeschoben ist und schonmal schwierig rauszubekommen ist, sahen wir, dass wir ein Birnchen bräuchten mit "Beinchen", ich hatte allerdings eins gesendet bekommen, mit so einer Art "Glassockel", und das ließ sich nicht wirklich verbinden. Dann haben wir geschaut, ob das Birnchen nicht vielleicht einfach Kontakt hat, wenn wir es reinstecken. Gesagt, getan, Gerät angeschaltet und weißer Rauch stieg entweder von der Halterung des Birnchens oder von etwas darunter liegendem auf. Hatten einen Kurzen verursacht, weil, so wie mein Bekannter sagte, "die Beinchen zusammen gekommen waren". Wir befürchten mittlerweile, dass genau das das Todesurteil für welches Bauteil auch immer war... ;(


      Jetzt hoffe ich, dass du aus deiner Erfahrung heraus, mir/uns vielleicht einen guten Tipp geben kannst, was da kaputt gegangen ist? ?(


      Lieben Gruß
      Spave
    • Hi Spave !

      Spave schrieb:

      Nun gut, jetzt kommt der kritische und entscheidende Teil: Als wir dann das einzelne Birnchen austauschen wollten, was, wie du bereits sagtest, so seitlich eingeschoben ist und schonmal schwierig rauszubekommen ist, sahen wir, dass wir ein Birnchen bräuchten mit "Beinchen", ich hatte allerdings eins gesendet bekommen, mit so einer Art "Glassockel", und das ließ sich nicht wirklich verbinden.
      Hmmm.

      Alle Instrumente bei den späteren Duals haben die T5-Glassockellampen. Die Fassung ist, wenn man reinguckt, quadratisch (Loch), wo an den Seiten links und recht die Kontaktplättchen sitzen. Die T5 haben seitliche Drähte, die unten rauskommen und an den Flanken des Mittelstegs links und recht auf den gegenüberliegenden Seiten hochgebogen sind.

      reichelt.de/T4-T5-T10-Sockel-P…GROUPID=3050&artnr=L+2306

      (Das wäre was für die "Stereo"-Leuchte - zwei in Reihe.)

      Spave schrieb:

      Gesagt, getan, Gerät angeschaltet und weißer Rauch stieg entweder von der Halterung des Birnchens oder von etwas darunter liegendem auf. Hatten einen Kurzen verursacht, weil, so wie mein Bekannter sagte, "die Beinchen zusammen gekommen waren". Wir befürchten mittlerweile, dass genau das das Todesurteil für welches Bauteil auch immer war... ;(


      Eigentlich sollte die Lampe direkt mit den Skalenlampen an der Trafowicklung hängen.
      Also vermute ich mal, daß einer der Anschlußdrähte etwas heiß geworden ist.

      Das erklärt aber noch lange nicht die leise Wiedergabe.

      Spave schrieb:

      Dann 2, das sind diese gewesen, die in Reihe geschaltet werden, und die Stereoanzeige beleuchten sollen? Diese beiden haben wir eingesetzt und durchgemessen. Haben die beiden Kabel zurückverfolgt, und an der Stelle, wo sie endeten, "gegeneinander" gemessen -> keine Spannung drauf. Gegen Masse gemessen und siehe da, plötzlich Spannung anliegend.. Trotzdem leuchten Sie nicht.

      Sie kriegen, wie gesagt, nur Spannung, wenn auch ein Stereosignal empfangen wird.
      Die Kontakte in den Fassungen sind manchmal oxydiert. Und wenn eine Birne durch ist, geht keine. Reihenschaltung. Da würde ich mal die Birnen mit dem Ohmmeter prüfen. Dann die Fassungen innendrin etwas säubern oder mit der Klinge eines kleineren Schraubendrehers etwas freikratzen. Dann nochmal probieren.

      Dann ist noch folgendes möglich: ihr habt die Birnchen irgendwie vertauscht.
      Für die Stereoanzeige braucht es 2 x 7V. Für das Instrument 1 x 12V / 30mA. Allerdings sollte auch die Schaltung aus einer 7V und eine 12V Birne zumindest bei der 7V-Birne ein schwaches Glühen hervorbringen.

      .
      Peter aus dem Lipperland

      Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.
    • Lieber wacholder,
      erst einmal vielen Dank, für deine guten, ausführlichen und schnellen Antworten!
      Das Problem haben wir mittlerweile gelöst, und wie so oft, saß das Problem nicht im Gerät, sondern vorm Gerät :D
      Hatte den Schallplattenspieler am PHONO CERAM Anschluss statt am PHONO MAGN angeschlossen. Hatte mich beim Anschließen an dem kleinen Schalter an der Rückseite orientiert, nur hatte mein Bekannter den aus welchen Gründen auch immer, umgestellt :rolleyes:

      Ich bin aufjedenfall froh, dass alles jetzt wieder läuft und möchte mich noch einmal recht herzlich bei dir bedanken :)

      Wünsche dir noch schöne Rest-Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

      Liebe Grüße
      Spave
    • Hi Spave !

      Spave schrieb:

      erst einmal vielen Dank, für deine guten, ausführlichen und schnellen Antworten!
      Bitte sehr - gern geschehen.
      Bin immer wieder froh über jedes Gerät, was gerettet werden konnte und wieder gute Musik macht. :)

      Spave schrieb:

      Wünsche dir noch schöne Rest-Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

      Danke, Dir auch. Jetzt gibt es bei der Sylvesterfeier vermutlich Musik von Platten ...

      .
      Peter aus dem Lipperland

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