Dual 604 Plumpslift

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    • Dual 604 Plumpslift

      Hallo zusammen,

      ich bin neu hier in dem Forum und begrüße alle herzlich miteinander.

      Zu meinem Problem: Nach längerer Standzeit plumpst nun der Tonarm von meinem Dual 604. Grundsätzlich kein Problem, da ich als Elektrotechnik-Ingenieur schon mit Schraubendreher, Lötkolben, Pinzetten und Zangen umgehen kann und da es ja auch hier im Forum einige Anleitungen zum "Entplumpsen" gibt. Leider stellte ich fest, dass alle Anleitungen sich auf die 12xx Serien beziehen müssen, denn mein 604 sieht untenrum komplett anders aus.

      Ich las, dass bei diesem Modell ein Demontieren des Tonarmes von Nöten sei und das dies viel Aufwand und Zeit kosten würde. Ich habe so etwas aber noch nie gemacht. Daher mache ich mir gerade folgende Gedanken:

      a) Ist das Rumfummeln am Tonarm nicht sehr gefährlich im Sinne von Kugellagerzerstören, Justierungvermurksen, etc.?
      b) Hat jemand so etwas schon mal beim 604 oder 621 gemacht und weiß von einer Anleitung oder ähnlichen Hilfen?
      c) Gibt es jemanden Versierten aus dem Raum Berlin, der mir helfen könnte bzw. es für entsprechendes Honorar machen würde?

      Des weiteren habe ich bemerkt, dass der Tonarm bei angezogenem Lift beim Loslassen sich zunächst gedämpft senkt, dann aber auf den letzten 3 mm runterrauscht. Liegt das definitiv wirklich an verharztem Öl oder ist etwas nicht mit der Feder in Ordnung. Der 604 hat doch in Ergänzung zum Öl eine Feder, wenn ich recht informiert bin...?!

      Für Unterstützung, Rat und Hilfe danke ich herzlich im Voraus.

      Grüße Bruce
      Dual 604, Dual 606, Dual CS 505-1, Dual CS 520, Dual 1219, Dual 1254, Dual 1226, Dual CS-620Q
      Technics SL-D3, Technics SL-BD3, Technics SL-DD3, Technics SL-Q300
      Thorens TD-105, Philips 406 Automatic, Sony PS-X45
      to be continued...
    • Hi Bruce !

      Erstmal recht herzlich willkommen im Tummelplatz der Dual-Verrückten.
      Hier findest Du rund 675.000 Jahre geballte Erfahrung mit den Dingern ... :D

      brucewillis schrieb:

      Des weiteren habe ich bemerkt, dass der Tonarm bei angezogenem Lift beim Loslassen sich zunächst gedämpft senkt, dann aber auf den letzten 3 mm runterrauscht. Liegt das definitiv wirklich an verharztem Öl oder ist etwas nicht mit der Feder in Ordnung. Der 604 hat doch in Ergänzung zum Öl eine Feder, wenn ich recht informiert bin...?!

      Nicht wirklich.
      Die eigentliche Absenkarbeit bzw. das Bremsen dabei macht ein Silikonöl der Konsistenz 300.000 ... echt: dreihunderttausend.
      Dagegen ist Bienenhonig geradezu Quecksilber. Das gibt es z.B. in Läden, die RC-Autos verkaufen. Dort wird es als "Ball-Gear Differential Grease" verkauft. Es bildet in Kugeldifferentialen sowas wie eine Sperrwirkung zwischen den Reibplatten, damit nicht ein Rad haltlos durchdreht.
      Kostet relativ teuer und ein kleines Töpfchen reicht ca. 950 Jahre bei nur einem Dreher ... ein Wartungsintervall von vier Jahren vorausgesetzt.

      Erstmal ein Blick auf das Servicemanual des 604:
      dual.pytalhost.eu/604s/

      Dort gibt es eine Seite mit einer Explosionszeichnung der Teile unterhalb des Chassisblechs:
      dual.pytalhost.eu/604s/13.jpg

      Für Dich interessant ist die "Liftplatte kpl." Teil 201.
      Das Silikonöl wird zwischen dem Heberbolzen 206 und dem Liftrohr appliziert. Also - erst den alten Schmodder mit Alkohol runterwaschen, das Ding trocknen und dann neues aufstreichen. Und alles wieder zusammenbauen. Das ist nicht ganz trivial, vor allem, weil man die Liftplatte auch erstmal aus dem Chassis ausbauen muß. Der Tonarm als solches bleibt dabei zusammen - was die Gefahr der immanenten Lagerzerstörung reduziert. Er wird nur gelockert und die unter dem Arm liegende Segmentplatte abgenommen.

      Wie das geht, ist im Kapitel "Austausch der Liftplatte" ab hier beschrieben:
      dual.pytalhost.eu/604s/13.jpg

      Aber Du willst die ja nicht tauschen, sondern "nur" neu schmieren.

      Beim Zerlegen ist auf die paar Kleinteile zu achten.
      Da ist oben einmal die Stellhülse 202 und eine kleine Druckfeder 203 innen im Rohr, die den Bolzen ein bißchen nachgiebig sein läßt, wenn der von unten gegen die Auskragung am Armlager drückt und letztlich den Arm hebt und senkt.

      (Ich habe einen 604, aber den habe ich das letzte Mal vor zwei Jahren oder so gewartet und benutze den nicht häufig ...)

      .
      Peter aus dem Lipperland
      Resterampe: mcamafia.de/lagerverkauf.htm

      Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.
    • wacholder schrieb:

      Hier findest Du rund 675.000 Jahre geballte Erfahrung mit den Dingern ...


      jo und 674.000 sind alleine von Dir :D :D :D

      zum Thema: Ich hab es bei einem vor einem halben jahr auch gemacht. Wenn man sich die EX-Zeichnung gut anschaut und dann in Ruhe dran geht ist das beim 604 wesentlich einfacher als bei den 12ern. Ist viel weniger Mechanik im Weg.
      VG
      Kai

      "Cause we find ourselves in the same old mess
      Singin' drunken lullabies"
    • Hier gibt es auch die schöne Bilderstrecke zum 601. Zumindest die Bilder zum Segmentausbau sollten dabei hilfreich sein. Kann man doch sicher auf den 604 übertragen oder ist das soviel anders?

      Dual 601 - Bilderstrecke: Liftstößel ausbauen und mit Silikonöl schmieren.

      Gruß Evil
      Dreher: 601, 607, 627Q, Technics SL D2, Sony PS20FB, Denon DP45F
      LS: Audio Physic Sitara, Crazy, CT280
    • Hi !

      evilknievel schrieb:

      Kann man doch sicher auf den 604 übertragen oder ist das soviel anders?
      Der 604 hat einen einfacheren Aufbau der ganzen Liftbolzen-Mimik.
      Der 601 ist in der Hinsicht erheblich komplizierter: es gibt die kleinen Sicherungsscheiben, die einem dauernd abhauen ...

      .
      Peter aus dem Lipperland
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    • Hi !

      evilknievel schrieb:

      Dann will ich auch einen 604 haben. 8)
      Kann ich nur empfehlen.

      Halbautomat mit DMS240E oder DMS242E je nach Alter. EDS500. Schönes Gerät.
      Meinen habe ich gekauft, bevor der Plattenspieler-Hype richtig losging.
      Erste Hand, fast neue Nadel, nahezu unverkratzte Haube, bei Abholung noch an einer guten Anlage testgehört ... 45 Euro.

      Kleiner Marktspiegel:
      4 laufende Auktionen, Rufpreise zwischen 120 und 350 Euro.

      Wirklich verkauft:
      Ab 32.50 Euro ohne Haube in der höheren Zarge bis zu unverständlichen 170 Euro für einen mit M95G-LM und Gebrauchsspuren von privat mit "Sofort Kaufen". Bin nicht sicher, ob das mit rechten Dingen zugegangen ist ...
      Im Mittelfeld liegen Verkäufe von 70 - 90 Euro, davon gab es mehrere mit auch mehreren Geboten drauf.

      .
      Peter aus dem Lipperland
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von wacholder ()

    • Herzlichen Dank erst einmal für die hilfreichen Erläuterungen und Tipps.

      wacholder schrieb:

      Der Tonarm als solches bleibt dabei zusammen - was die Gefahr der immanenten Lagerzerstörung reduziert. Er wird nur gelockert und die unter dem Arm liegende Segmentplatte abgenommen.
      Es beruhigt mich erst einmal, dass ich den Tonarm nicht auseinander nehmen muss. Worauf muss ich achten, wenn ich den Tonarm gelockert habe? Wenn der locker sitzt, läuft er da nicht Gefahr irgendwo anzustoßen oder zu verbiegen?

      Wie schauts aus mit diesen kleinen Sicherungsscheibchen? Mir scheint, dass die relativ schwer abgehen. Gibt es einen Trick? Bei zu viel Schmackes könnten diese kleinen fummeligen Dingerchen schon mal schnell hochfliegen und... sich verdünnisieren.

      Was meint ihr, wie viel Zeit sollte man einplanen. Ist ein Sonntagnachmittag mit 5 Stunden ausreichend?

      Grüße, Bruce
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      to be continued...