CS 627 Q - Problem mit Startautomatik

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    • CS 627 Q - Problem mit Startautomatik

      Hallo zusammen,

      Als ich vor einiger Zeit aus dem Urlaub zurück kam, zeigte mein Dual CS 627 Q Plattenspieler ein seltsames Verhalten, indem er plötzlich den Tonarm beim Starten nicht mehr bis zur Einlaufrille fuhr, sondern die Nadel vor der Rille ins Leere senkte. Ich ging davon aus, jemand hätte an dem Gerät herumgespielt, und stellte die Automatik daher anhand der drei Justierschrauben wieder so ein, dass die Nadel wie gewohnt bis zur Rille fuhr.

      Nach der "Neujustierung" ergab sich zunächst das Problem, dass sich der Tonarm beim Start in angehobener Haltung nicht mehr frei über die Platte schwenken ließ, sondern auf Höhe der Einlaufrille blockierte. Sobald der Arm jedoch einmal in die Einlaufrille abgesenkt und wieder angehoben wurde, ließ er sich wieder frei schwenken. Ein zunächst seltsames Verhalten, mit dem ich jedoch vorerst zu leben bereit war.

      Nun jedoch hat der Spieler wieder drei Tage gestanden und zeigt jetzt beim Einschalten plötzlich erneut das Symptom, dass der Tonarm sich entweder vor der Einlaufrille ins Leere senkt oder alternativ lediglich einen knappen Zentimeter weit fährt, um sogleich zurück in die Ausgangsposition zu schnellen, woraufhin sich der Spieler ausschaltet. Lediglich wenn ich direkt nach dem Einschalten ca. den ersten Zentimeter manuell schiebe, reicht die Bewegung der Automatik aus, um die Nadel in die Einlaufrille zu setzen.

      Die Stopautomatik nach Ablauf einer Platte funktioniert dagegen tadellos, weshalb ich einen Defekt des Steuerpimpels für unwahrscheinlich halte.

      Hat hier vielleicht jemand Erfahrung mit derartigen Problemen und weiß Rat, wie ich Abhilfe schaffen kann? Habe ich vielleicht durch meine "Justierung" nach dem Urlaub das ursprüngliche Problem durch eine falsche Einstellung verschlimmert? Wie bekomme ich die Automatik wieder hin?

      Ich bin euch dankbar für jeden Hinweis!

      Viele Grüße
      Thomas
      Dual CS 627 Q mit Ortofon TKS55E über Hama PA 506 an Yamaha RX-V440RDS mit JBL SCS178 BE 5.1
    • Es kann dennoch der Pimpel sein, da nämlich auch nur ein Teil des Pimpels abbrechen kann (wenn er zerbröselt) und dadurch die Automatik nur halb (mit der Rückführung) funktioniert. Der umgekehrte Fall kommt seltener vor, nämlich das der Start funktioniert, aber die Rückführung nicht mehr.
      MfG
      Stefan

      CT 19 NB, CV 121 NB (schwarze Front), C 919 S, CK 6 NB 1209 M71/M91 (im Wechsel), CS 741 Q (Anthrazith) MCC-120, CS 601 NB M20E, 1228 in WEGA 3231 Grado XG
    • So, es hat leider doch etwas länger gedauert, bis ich dazu gekommen bin. Hier nun die Fotos aus dem Inneren. Ich nehme an, der Pimpel ist das orange-braune Ding? Sieht mir etwas ausgefranst aus... was sagt ihr dazu?

      Danke für die Hilfe und viele Grüße!
      Thomas

      [EDIT]
      Beim darüberstreifen entpuppen sich die "Fransen" als Fett...
      [/EDIT]
      Bilder
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      Dual CS 627 Q mit Ortofon TKS55E über Hama PA 506 an Yamaha RX-V440RDS mit JBL SCS178 BE 5.1

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von CubicTom ()

    • Hallo,
      ich hab zwar nichts zu deinem Problem aber besonders das erste Foto zeigt ja, was aus der schönen Mechanik im Laufe der Jahre geworden ist. Ich meine damit das Abgespeckt sein und die Verwendung von Kunststoffteilen.
      Da zeigt sich bereits der Sparzwang.

      Gruß,
      Christoph
      Seit neuester Zeit im Einsatz:
      1229 an NAD PP2 (beides wegen drei Jahre altem Sohn, der offensichtlich nach seinem Vater kommt und Autos auf dem Plattenteller fahren läßt, erstmal in Sicherheit gebracht), gefolgt von DUAL (Rotel) CV5650 an Teufel Ultima 120. Auch ein nettes, nicht zu verachtendes Dreamteam mit ordentlich Hoch- und Tiefgang, unterstützt durch NEUZUGANG DUAL CD 5150rc, ausgerüstet mit OPA 2604 (Burr-Brown).

    • Hallo,

      die Reibfläche des Haupthebels muss komplett sauber und "trocken" sein. Fett lässt den Pimpel "quellen", daher wechseln.

      "Plastik" bedeutet nicht unbedingt billig. Formenbau war damals teuer und von rechnete sich nur bei größeren Fertigungsmengen.

      Dual hatte damals eine Menge Grundlagenforschung betrieben vor dem Wechsel von den Metallzargen zu den Kunststoffgehäusen mit Subchassis, von denen man sich auch eine Kostensenkung erhoffte aufgrund der einfacheren und schnelleren Produktion.

      Und ob ein Haupthebel aus Metall oder ein gespritzes Teil aus PS ist ändert weder an Funktion noch Haltbarkeit was.

      Moderne Flugzeuge bestehen auch zum großen Teil aus Kunststoffen - leichter und stabiler.

      Peter
      Die Leute blicken immer so verächtlich auf vergangene Zeiten, weil die dies und jenes ›noch‹ nicht besaßen, was wir heute besitzen.
      Es ist nicht nur vieles hinzugekommen. Es ist auch vieles verloren gegangen, im guten und im bösen. Die von damals hatten vieles noch nicht. Aber wir haben vieles nicht mehr.
      (Tucholsky)
    • @8erberg: Danke für die Info und die Verteidigung meiner 80er-Jahre Kunststoffzarge. ;)

      Nun zum Pimpel-Wechsel: Ich habe mal irgendwo gelesen, man könne die Isolierung von Kabeln verwenden. Nun scheint mir der Original-Pimpel doch ziemlich breit im Vergleich zu einer Kabelisolierung... Worauf muss ich denn bei einem Ersatz achten ( Material-Beschaffenheit, Vorgehen beim Umbau, etc.)?

      Seit ich den Dreher nach dem Fotografieren wieder Zusammengebaut habe, funktioniert die Startautomatik im übrigen gar nicht mehr. Der Tonarm muss nun komplett von Hand auf die Platte gesetzt werden und fährt nach dem Abspielen eigenständig zurück. Kann ein möglicherweise "gequollener" Pimpel tatsächlich Ursache dieses Verhaltens sein? Ich habe auch das Gefühl, dass die drei Justageschräubchen völlig verstellt sind... :(

      Viele Grüße
      Thomas
      Dual CS 627 Q mit Ortofon TKS55E über Hama PA 506 an Yamaha RX-V440RDS mit JBL SCS178 BE 5.1
    • Hallo,

      es hatte wohl schon jemand aus für ihm gutem Grund den Haupthebel mit Fett eingeschmiert (der Pimpel hatte wohl nicht mehr genug Reibung gefunden).
      Reinige erst einmal die Fläche komplett mit Alkohol. Für einen Pimpel kannst Du selber hier im Forum nach Anleitungen für Ersatzpimpel suchen.... Es gibt sehr viele.
      Die Reibfläche evtl. leicht anrauhen.

      Danach fixiere den Tonarm auf der Stütze und lass die Startprozedur einmal durchlaufen. Meist sortiert sich die Automatik dann selber.

      Eigentlich ist zum Justieren nur der Exzenter zum Einstellen des Aufsetzpunktes (wenn o. g. Grundjustage nicht funktionieren sollte) vorhanden. Siehe Servicanleitung S. 8 - Schräubchen "J"

      Ja, ich oute mich: ich mag die "Plastikbomber", der schlanke und elegante ULM-Tonarm hat was.
      Hatte selber den halbautomatischen Bruder und fand das Gerät gut - wenn mir nicht mein 721 übern Weg gelaufen wäre hätte ich ihn noch heute.
      Na ja, heute hat ihn ein Hobbymusiker für seine Schallplatten und ist ebenso ganz angetan.

      Peter
      Die Leute blicken immer so verächtlich auf vergangene Zeiten, weil die dies und jenes ›noch‹ nicht besaßen, was wir heute besitzen.
      Es ist nicht nur vieles hinzugekommen. Es ist auch vieles verloren gegangen, im guten und im bösen. Die von damals hatten vieles noch nicht. Aber wir haben vieles nicht mehr.
      (Tucholsky)
    • Hallo,
      ich finde diese Reihe von Spielern ja auch schön. Mich als Maschinenbau-Techniker hat es nur erschreckt, wie sehr die Mechanik reduziert ist, obwohl sich ja auch ein Teil direkt unter dem Teller abzuspielen scheint. Mein Post sollte nicht abwertend sein. Ich hatte nur im ersten Moment den Eindruck einer "Mogelpackung", doch wenn die Funktionen erfüllt sind und laufen, ist es doch ok.

      Gruß,
      Chris
      Seit neuester Zeit im Einsatz:
      1229 an NAD PP2 (beides wegen drei Jahre altem Sohn, der offensichtlich nach seinem Vater kommt und Autos auf dem Plattenteller fahren läßt, erstmal in Sicherheit gebracht), gefolgt von DUAL (Rotel) CV5650 an Teufel Ultima 120. Auch ein nettes, nicht zu verachtendes Dreamteam mit ordentlich Hoch- und Tiefgang, unterstützt durch NEUZUGANG DUAL CD 5150rc, ausgerüstet mit OPA 2604 (Burr-Brown).

    • Hallo,

      Wenn ich alleine überlege wieviel Arbeitsgänge wohl alleine in dem metallenen Haupthebel steckte...

      Das Kurvenrad liegt oberhalb des Subchassis, so ist es "von unten" nicht sichtbar.
      Das sieht natürlich völlig ungewohnt aus.

      Peter
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      Es ist nicht nur vieles hinzugekommen. Es ist auch vieles verloren gegangen, im guten und im bösen. Die von damals hatten vieles noch nicht. Aber wir haben vieles nicht mehr.
      (Tucholsky)
    • Hallo zusammen!

      Ich wollte mich noch einmal zurückmelden: Habe den schwarzen Hebel und die Reibefläche gründlich entfettet und den Pimpel durch ein Stück Innenisolierung eines Koaxialkabels ersetzt, welches ich mit einem Teppichmesser auf die entsprechende Höhe zurechtgeschnitten habe.

      Die Automatik flutscht nun wieder wie neu in alle Richtungen!

      Vielen Dank für eure Hilfe und die sachkundigen Tipps!

      Thomas
      Dual CS 627 Q mit Ortofon TKS55E über Hama PA 506 an Yamaha RX-V440RDS mit JBL SCS178 BE 5.1