Capxon Elkos: entsorgen oder verwenden?

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    • Capxon Elkos: entsorgen oder verwenden?

      Hallo an alle,

      ich habe hier eine ziemliche Fuhre ganz neue Capxon Elkos (105°C/50V) mit unterschiedlichen Kapazitäten von einem Händler. Vor Capxon Elkos wird ja im Netz immer gewarnt. Ist es sinnvoll, die z.B. in der Motorsteuerung von einem Direct Drive Dual zu verwenden oder lieber gleich entsorgen und Markenware von Rubicon kaufen? Stelle mir die Frage gerade, weil ich einen 491 offen habe und mich die roten ROE-Zylinder und ein paar Tantals anlachen, die ich neben dem Siebelko (kaputt) in der Stromversorgung gerne austauschen würde. Sind die Elkos von Capxon wirklich soviel schlechter als alle anderen Elkos? Hier gibt es ja genügend Cracks, die mir das sicherlich beantworten können.

      Gruß
      Jörg

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Jockel_1970 ()

    • Hallo Jörg,

      kenne den Hersteller zwar nicht, kann mir auch weiterhin nicht vorstellen, dass Elkos aus Neuproduktion und dann noch mit 105°C Temperaturfestigkeit nichts taugen sollten.
      Über Kondensatoren und insbesondere Elkos wird viel fehlerhaftes in den Foren berichtet.

      Was ist zu tun?

      1. Grundsätzlich sollte man Kondensatoren zunächst auf Haarrisse, geplatzte Umhüllungen und bei Elkos besonders auf Undichtigkeiten oder
      austretende Stoffe hin untersuchen. Durch Eindringen von Feuchtigkeit wird ein Kondensator zu einem niederohmigen Widerstand und
      verwandelt sich bei angelegter Netzspannung zu dem allseits bekannten Knallfrosch.

      2. Eine Messung mit einem Kapazitätsmessgerät vornehmen.

      3. Und wenn man immer noch skeptisch ist, einfach die angegebene Gleichspannung (hier 50 V) über Nacht anlegen und das ganze am
      nächsten Morgen erneut überprüfen und ggf. die Messung wiederholen.

      Gruß
      Bebi (Bernd)
    • Hi Bernd,

      danke für die Antwort. Die sind wirklich neu und in Ordnung, da hab ich vollstes Vertrauen zu dem Anbieter. Es ging mir mehr um eine Einschätzung bezüglich der Qualität von Capxon Elkos und ob man sie besten Gewissens verbauen kann oder eben besser hochwertige kaufen sollte, obwohl man die Capxon rumzuliegen hat. Mit 105°C und 50V Spannungsfestigkeit sollte sie ja eigentlich belastbar genug sein für eine Motorsteuerungsplatine. Ich muss allerdings dazusagen, dass die alten ROE-Zylinder noch die volle Kapazität haben, was ja aber wohl nichts heißt, denn kaputt können die ja trotzdem sein oder zumindest sterbend. In der Bad-Caps-List tauchen die Capxon wie viele andere ja auch auf und alles, was man über sie liest, ist äußerst negativ, wobei ein kaputter Elko ja nicht unbedingt etwas mit der Qualität und dem Hersteller zu tun haben muss, sondern auch dem nicht optimalen Einsatz (zu knapp bemessene Spannungsfestigkeit) geschuldet sein kann. Ich bin da zumindest sehr verunsichert, was die Capxons angeht.

      Gruß
      Jörg

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Jockel_1970 ()

    • Hallo Jörg,

      probieren geht nicht nur in diesem Fall über studieren!

      Nach meinen Erfahrungen verabschieden sich Kondensatoren häufig durch die zuvor beschriebenen Umstände. Andererseits sind Kondensatoren meines Erachtens auch nicht häufiger von Ausfällen betroffen, als andere Bauteile.

      Ich hatte noch vergessen zu sagen, dass sich besonders Elektrolytkondensatoren durch lange Nichtbenutzung von Geräten (ich meine Jahrzehnte) verändern. Werden Geräte mit langen Standzeiten in Betrieb genommen, kann es zu Kurzschlüssen kommen und zur Zerstörung periferer Bauteile führen. Elkos in diesen Geräten müssen wieder langsam zum Leben erweckt, das nennt man in der Fachsprache "formiert" werden.
      Während dieses Vorgangs wird die Betriebsspannung langsam unter Beobachtung des Leckstroms hochgefahren. Beim Erreichen der Sollspannung hat der Elko dann auch wieder seine volle Kapazität erreicht.
      Dieses Verfahren führe ich bei alten Rundfunkgeräten durch, um die Optik in den Geräten zu erhalten. Bei ca. 80% ist das Formieren erfolgreich. Ich habe mehrere Geräte von 1937-1939 im Betrieb, die mit den originalen, meistens Lade- und Siebelkos im Netzteil, einwandfrei laufen.
      Ich stamme noch aus einer Generation, die diese Kniffe kennt und auch gelernt hat.

      Mir ist natürlich auch klar, dass das bei den heutigen Preisen und Mengen der eingesetzten Kleinelkos illusorisch wäre, mit Formieren anzufangen.
      Bei der Inbetriebnahme von Geräten mit langen Standzeiten messe ich grundsätzlich die Stromaufnahme des Gerätes. Bei defekten Geräten ist sie wesentlich höher und häufig löst nicht einmal die eingebaute Sicherung aus.

      Gruß Bebi (Bernd)
    • Hi Bernd,

      das Formieren wird ja sogar schon bei NOS-Ware empfohlen, wenn man mal ein bisschen im Netz liest. Ist ingesamt eine Technik, die mir völlig unbekannt war, wobei ich mich allerdings ohne Übertreibung auch als technischen Legastheniker bezeichnen würde. Speziell die Röhrenfreaks sind da ja den normalen Analogen in dem Bereich deutlich voraus. Voraussetzung dafür ist aber wohl, dass der Elko noch die volle Kapzitätsleistung hat. Das ganze ist ja mehr vorbeugend zu sehen, wenn eine Elko mal gekokelt hat (der Siebelko hat ordentlich gestunken, ist aber nicht geplatzt), wird das wohl nichts mehr bringen, oder? Generell ist aber der Ansatz, alles möglichst original zu belassen, absolut in meinem Sinne. Alles andere ist verbastelt, wenn man es genau nimmt. Ich glaub, ich belass einfach den alten Roederstein und die Tantals drin und schau mal, wie es sich entwickelt. Das Formieren ist derzeit etwas, was meine technischen Kenntnisse und Fähigkeiten doch etwas übersteigt. Einen Austausch bekomme ich noch halbwegs hin. Ich werde die Thematik aber mal im Hinterkopf behalten.
      Dieser Thread(besonders der Beitrag vom Gerhard Eisenbarth) ist für mich zumindest halbwegs nachvollziehbar und beschreibt die Vorgehensweise. Die Capxons werde ich für Notfälle aufheben und versuchen, was noch original ist, original zu belassen. Der Siebelko ist aber nicht mehr zu retten, der kommt raus (der war, wie schon gesagt, sehr heiß und hat geschmort).

      Oha, für solche Aktionen, braucht es dann auch das entsprechende nicht gerade günstige regelbare Netzteil.

      Gruß
      Jörg

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von Jockel_1970 ()

    • Auch, wenn mein Beitrag ein wenig spät kommt:

      Wie viele aufgeblähte, kapazitätsarme CapXon-Elokos soll ich dir liefern?

      Der Grund des schlechten Rufs dieses Herstellers ist nach meinen Recherchen und ausgebauten defekten Elkos völlig berechtigt.
      Vor ein paar Jahren hatte mal ein chinesischer Hersteller von Elektrolyten vor, Geld zu verdienen. Leider war aber die Zusammensetzung des Elektrolyten fehlerhaft.
      So kam es dann, dass alle Hersteller von Elkos, die mit dieser Jauche versorgt wurden, Qualitätsprobleme hatten.
      Diese Probleme sind keine Frage von Überlastung , 105° oder Fehldimensionierung der Schaltung, sondern ein Problem der Betriebszeit der Elkos.
      Wer billig kauft, kauft zweimal.
      Übrigens: Auch ein 105°-Aufdruck ist keine Garantie für eine lange Haltbarkeit (und das schon gar nicht, wenn der Aufdruck in China angebracht wurde)

      Mein Rat: Wenn du keine Risiken von Frühausfällen haben willst, schicke die Elkos zurück nach China.

      Die Chiesen können nicht einmal einfache Mikrofonkabel, Metallschichtwiderstände oder Keramikkondensatoren bauen.

      Gruß
      Norbert
      www.n-malek.de

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    • Hallo Norbert,

      Ich habe die ganze Sendung wieder zurückgegeben. Wenn so deinen Beitrag lesen, dann scheint da wohl tatsächlich was dran zu sein, dass die Teile nichts taugen. Der Händler hat sie auch anstandslos (zwar etwas unfreundlich aber immerhin) zurückgenommen, obwohl der das nicht hätte machen müssen. Sind die Panasonic FC denn in Ordnung oder sollte es in jedem Fall mindestens Rubicon sein? Wie sieht es mit Jamicon aus; wahrscheinlich auch nicht besser als mit Capxon, oder?

      Gruß
      Jörg
    • Hallo Jörg,

      die Ersatzhersteller, die du aufgeführt hast, incl. Jamicon, sind mir bisher nicht negativ aufgefallen. Und es muß auch nicht immer Rubycon sein, die ohne Frage in der ersten Liga mitwirken.

      Wir reden im "Bereich Dual" über Anwendungen, die keine besonderen Anforderungen an Elkos stellen, wie z.B. erhöhte Strombelastung oder hohe Umgebungstemperaturen. Wir brauchen nur Elkos, die solide hergestellt wurden. ;)

      Gruß
      Norbert
      www.n-malek.de

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    • Hallo Norbert,

      vielen Dank für die Auskunft. Die Elkos sitzen ja auch bei den Plattenspielern nicht im Audioweg, somit macht das ja Sinn, keine Hightech-Zeug, aber solide Markenware (abseits von Capxon) zu verwenden. Dann kann ich meine Jamicon ja doch noch verwenden - von denen habe ich auch noch ein ganze Menge.

      Gruß
      Jörg

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Jockel_1970 ()

    • Jockel_1970 schrieb:

      Die Elkos sitzen ja auch bei den Plattenspielern nicht im Audioweg
      Da brauchst Du dir erst Recht keine Gedanken zu machen.

      Allein in Filtern, wo Cs eingesetzt werden, würde ich keine Elkos nehmen, da deren Kapazität sehr ungenau ist. Wir sprechen vom NF-Bereich. Bei HF erübrigt sich die Frage natürlich. Aber ein Audiosignal ist sowaaaaas vooooon laaaangsam (vgl. Martin Zeil), daß es sogar die Ohren hören können. ;)


      Gruß