Dual CS20 1215, lange unbenutzt - wer kann reparieren oder möchte kaufen?

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    • Dual CS20 1215, lange unbenutzt - wer kann reparieren oder möchte kaufen?

      Hallo an alle Sachverständigen hier im Board,

      wir sind gerade beim "Ausmisten" und haben schon seit langem einen Plattenspieler Dual CS20 1215 unbenutzt in einem Zimmer herumstehen, welches nun renoviert ist. Ein Test des Gerätes ergab, dass es nicht mehr anläuft. Wahrscheinlich muß es neu geschmiert und innen gereinigt werden. Äußerlich in Top-Zustand, keine Beschädigung oder Verstaubung von Haube, Zarge oder Plattenspieler zu erkennen. Ein zur Wiedergabe geignetes Radio (Yamaha CR-420) haben wir noch in diesem Zimmer zu stehen, im Regal darunter wäre noch Platz für den Dual. Mein Mann möchte den Plattenspieler entsorgen, aber zum Wegwerfen ist das Gerät meines Erachtens zu schade. Zwar habe ich noch die original Bedienungsanleitung und auch aus dem Internet eine Datei geladen, aus der hervorgeht, wie man das Gerät auseinandernimmt und wo man schmiert, aber ich wage mich da nicht heran und würde wohl eher etwas verschlimmbessern.
      Frage:
      Wer hier in diesem Forum kommt aus Berlin und traut sich eine Untersuchung und Reparatur zu oder möchte das Gerät erwerben?
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    • Hallo und willkommen!

      Monalisl schrieb:

      Mein Mann möchte den Plattenspieler entsorgen, aber zum Wegwerfen ist das Gerät meines Erachtens zu schade



      Bloß nicht wegwerfen! einen so gut erhaltenen 1215 gibt's nicht mehr oft! Woran hakt es denn eigentlich? Ist der Motor hinüber oder liegt "nur" ein mechanischer Defekt vor? Falls "nur" die Automatik oder der Geschwindigkeitshebel rumzickt - das hab sogar ich mit meinen "Wurstfingern" hingekriegt...verschlimmbessern kann man da eigentlich nichts...meistens stehen sich die Dreher nur "kaputt", das öl verharzt mit der Zeit und die brauchen meist nur eine sparsame Schmierung - und laufen dann wieder wie am ersten Tag...

      Da ich nicht in Berlin wohne, kann ich mir das Gerätchen leider nicht ansehen, und wenn ich noch nen Dreher kaufe, gibt's Ärger...hat meine Frau gesagt...und ich hör auf meine Frau...

      Andere indiskrete Frage: wollt ihr noch Schallplatten hören, euch einen "neuen" Dreher zulegen oder das Hobby ganz abschaffen?
      Falls ihr noch weiter Vinyl hören wollt, werdet ihr ein wenig Geld in die Hand nehmen müssen, die Qualität des 1215 zu ersetzen.

      Er ist zwar sicherlich nicht der beste Reibrad-Dreher, der gebaut wurde. Aber bestimmt nicht der schlechteste.

      Und allein schon wegen dem interessanten Tonarm wäre er erhaltenswert.

      Aber es ist schon interessant, dass dein Mann den Dreher entsorgen will - normalerweise ist es andersrum, die Herren - so wie ich - entwickeln einen unbändigen Jäger-und-Sammler-Trieb, sind sie erstmal mit dem Dual- (oder Braun-) Virus infiziert...
      Mit bestem Gruß - Stefan

      meine Dreher und sonstiges Hifi-Geraffel: im Profil

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von highwaychile ()

    • Hallo highwaychile,

      vielen Dank, dass Du Dich meines Themas angenommen hast.

      highwaychile schrieb:

      Woran hakt es denn eigentlich? Ist der Motor hinüber oder liegt "nur" ein mechanischer Defekt vor?
      Ja, wenn ich das (als Laie) beantworten könnte! Also wenn ich den Stecker anschließe, den Tonarm entriegele und den Hebel auf Start drücke, tut sich rein gar nichts. Man hört kein Motoren-Geräusch (oder wäre da nichts zu hören?) und sieht nicht, dass der Drehteller anläuft. Oder muß ich erst eine Platte auflegen oder den Teller anschieben? Ich kenne mich mit dem gerät auch nicht mehr aus. Der Tonarm läßt sich auch nicht händisch in Position bewegen. Vielleicht ist doch der Motor oder das Netzteil defekt? Soll ich das Gerät mal zum Radiogeschäft bringen? Ob die sich mit so alten Geräten noch auskennen?

      meistens stehen sich die Dreher nur "kaputt", das öl verharzt mit der Zeit und die brauchen meist nur eine sparsame Schmierung - und laufen dann wieder wie am ersten Tag...
      Das vermute ich eben auch!

      Platten haben wir noch ganz viele im Wohnzimmer, dort steht auch ein neuerer Plattenspieler von Pioneer. Die Dual sollte im Gästezimmer bleiben zusammen mit dem Yamaha-Radio. Wenn der Dual aber nicht mehr (für einen vertretbaren Preis oder überhaupt) reparabel wäre, würde ich eher dafür plädieren, an dessen Stelle einen CD-Player dort hinzustellen.
      Mir tut es eben nur leid, den Dual auf die Müllhalde zu werfen, falls er mit einfachen Mitteln wieder zum Leben erweckt werden könnte. So solide Geräte werden doch heutzutage gar nicht mehr gebaut!
    • Monalisl schrieb:

      Soll ich das Gerät mal zum Radiogeschäft bringen? Ob die sich mit so alten Geräten noch auskennen?



      Das dürfte sich nicht rentieren, da kostet bei manchen der Kostenvoranschlag mehr, als das "Ding" im reparierten Zustand wert wäre.


      Monalisl schrieb:

      Tonarm entriegele und den Hebel auf Start drücke, tut sich rein gar nichts. Man hört kein Motoren-Geräusch (oder wäre da nichts zu hören?)



      Wenn der Start-Mechanismus noch funktionierte, und der Motor anlaufen täte, wäre ein leises Surren vernehmbar. Anschieben braucht man den Plattenteller auch nicht. Evtl. liegt es ja im Bereich Einschalthebel - Umschalthebel der "Hund begraben". So wie ich das Service-Manual deute, ist der Einschalthebel mit einer Schraube (Nr. 161) befestigt - wie bei meinem 1218. Wenn sich die löst, kann der eine Hebel den anderen nicht mehr betätigen, der Starthebel dreht durch und es passiert nix.

      Der Startvorgang ist ja im Manual erklärt

      dual.pytalhost.eu/1215s/1215-09.jpg


      Was mir zu denken gibt, ist, dass sich der Tonarm nicht bewegen lässt...das sollte definitiv nicht passieren.

      Aber warte noch ein wenig, vielleicht meldet sich ja noch ein erfahrenes Mitglied mit einer besseren Idee...

      Wenn du dich wirklich von dem Dreher trennen magst, stell ihn doch mal in der "Biete"-Rubrik ein...evtl. meldet sich ja jemand.
      Mit bestem Gruß - Stefan

      meine Dreher und sonstiges Hifi-Geraffel: im Profil
    • Hallo,

      highwaychile schrieb:

      Wenn der Start-Mechanismus noch funktionierte, und der Motor anlaufen täte, wäre ein leises Surren vernehmbar.
      Leider surrt da überhaupt nichts. Mir fällt auch auf, dass man den Schalter für die Drehzahleinstellung von Position 33 aus nicht nach rechts drehen kann. Er steht entweder auf 33 oder man kann ihn noch nach links davon drücken, wo er einrastet.

      highwaychile schrieb:

      Was mir zu denken gibt, ist, dass sich der Tonarm nicht bewegen lässt...das sollte definitiv nicht passieren.
      Woran kann das liegen?
    • Hi,

      kann sein dass der Dreher im Automatikmodus festhängt.

      Versuche einmal folgendes; Netztsecker ziehen, Tonarm verriegeln und den Teller langsam von Hand drehen.
      Wenn Du knacksende Geräusche hörst ist das die Automatik die jetzt abläuft. Wenn die Geräusche aufgehört haben nochmals versuchen den Tonarm von Hand einzuschwenken.
      Dann auch mal den Drehzahlhebel testen.
      MfG, Ronny :)


      Lern Fliegen: air-touch.de/
    • Monalisl schrieb:

      Drehzahlhebel geht nicht auf 45 oder 78 zu stellen Kann das eine Transportsicherung sein?



      Das hört sich nach "Verharzung" an. Transportsicherungen hat der 1215 nur die üblichen Entnahmesicherungsschrauben.

      Der Motor läuft mit Netzspannung, da kann sich auch kein Netzteil verabschieden...

      Zur Blockade des Tonarms: kann es sein, das die Lifthöhenbegrenzung "auf Anschlag" nach oben oder unten ist? Das könnte auch die horizontale Bewegung hemmen. Im Manual hat diese Schraube die Nr. 211:

      dual.pytalhost.eu/1215s/1215-08.jpg

      Dieser Quell immerwährender Freude hat mich sogar bei meinem 621 genervt...
      Mit bestem Gruß - Stefan

      meine Dreher und sonstiges Hifi-Geraffel: im Profil
    • Hallo,

      highwaychile schrieb:

      Zur Blockade des Tonarms: kann es sein, das die Lifthöhenbegrenzung "auf Anschlag" nach oben oder unten ist? Das könnte auch die horizontale Bewegung hemmen.
      Vielleicht habe ich mich missverständlich ausgedrückt:

      Der Tonarm läßt sich schon vertikal bewegen, wenn man die Verriegelung wegklappt, aber ich kann ihn nicht horizontal, also Richtung Plattenteller schwenken, oder ist das normal?

      Gerade verstehe ich, dass Du wohl meinst, eine mögliche Lifthöhenbegrenzug könnte verhindern, dass man den Arm zur Seite schwenken kann. Werde ich mal überprüfen.
    • Leider hat die Stellung der Schraube Nr. 211 (egal, wie herum ich sie drehe) bei mir keinerlei Auswirkung auf die horizontale Schwenkfähigkeit des Tonarms gebracht. In der Beschreibung steht ja auch nur, dass man damit die Höhe der Abtastnadel über der Schallplatte variieren kann. Funktioniert dieser Drehtest auch bei gezogenem Netzstecker (habe es so gemacht)?
    • Diese Lifthöheneinstellung kann, wenn zu hoch eingestellt, den Tonarm an der Bewegung hindern. Dann drückt die Schraube zu stark auf den Lifthebel, und der blockiert dann die ganze Mechanik. Das war's dann auch nicht...

      Hast du den Dreher schon mal aus der Zarge gehoben und von unten angesehen? Dann erkennst du evtl., woran es hakt...

      Du kannst ja dann gleich mal nachsehen, was passiert, wenn du das Kurvenrad von Hand anschiebst...

      (Bei meinem 1218 hat es geholfen, die beweglichen Teile mit säurefreiem Kriechöl einzusprühen, gängig zu machen und dann ging's an die Reinigung und Feinjustage)
      Mit bestem Gruß - Stefan

      meine Dreher und sonstiges Hifi-Geraffel: im Profil
    • Hi !

      Der 1215 leidet nach langer Standzeit in der Regel an einem festsitzenden Motor und an total verharzter Mechanik.

      Daher surrt auch nichts, der Teller dreht sich nicht und die Automatik funktioniert nicht.

      Wichtigstes Dokument: : dual.pytalhost.eu/1215s/1215-15.jpg

      Wenn sich schon der Geschwindigkeitshebel nicht umstellen läßt, ist der übelst verharzt. Nicht mit Gewalt !
      Wenn es erst kurz und hart knackst ist was abgebrochen. Das gleiche gilt für den Automatikhebel: der wird intern verriegelt, wenn er auf Start gezogen wird und erst durch den *drehenden* Teller nach Ablauf der Funktion wieder freigegeben. Eigentlich sollte man die Automatik wieder in die Neutralstellung bringen können, wenn man bei gezogenem Netzstecker den Teller *langsam und gleichmäßig* im Uhrzeigersinn dreht. Irgendwann klickt es mal innendrin und der Starthebel *sollte* wieder in die Neutralposition zurückfedern. Kann er aber nicht, wenn er in der Lagerung verharzt ist.

      Mein Tip für den Anfang und um erstmal ein Stück weiter zu kommen.

      Eine Dose Sprühöl besorgen, am besten WD40 (Baumarkt).
      Ein wenig Nähmaschinenöl oder Feinmechanikeröl besorgen (auch Baumarkt oder den Oppa nebenan fragen ...)

      Plattenteller runternehmen (Sicherungsring an der Tellerachse abnehmen, Teller nach oben ziehen).
      Tonarm auf der Ablage verriegeln.
      Das Chassis aus dem Gehäuse ausbauen (siehe Bedienungsanleitung)

      Die beiden unteren Schrauben (130) am Motor lösen und den Lagerdeckel (129) abnehmen.
      Kurz mit dem WD40 unten das Lager einsprühen und eine Stunde einwirken lassen. Dann mit etwas Klopaier und einem Wattestäbchen die Reste rausputzen. Ein paar Tropfen Nähmaschinenöl in das Lager träufeln und wieder aufsetzen und die Schrauben festziehen.

      Oben am Motor kommt die Motorwelle mit dem Stufenrad heraus. Dort, wo die Welle aus dem Motor kommt, auch ein Tröpfchen Nähmaschinenöl einträufeln. Das läuft dann von allein nach unten.

      Den Dreher ans Stromnetz anschließen, den Arm von der Stütze runter nehmen und ein Stück nach innen schwenken.
      Klickt es ? Dreht der Motor ?

      Wenn ja, ist ein Teil des Problems schon behoben. Wenn Nein, trotzdem weiterlesen & weitermachen.

      Nun gucken, ob das Treibrad oben gegen die Antriebswelle geschwenkt wird oder ob es sichtbar "festhängt". Da ist ein Schwenklager an dem Hebel (142 - dort wo es mit Hebel 108 verbunden ist), auf dem das Rad befestigt ist. Das mal vorsichtig mit WD40 einsprühen. Das Treibrad vorher mit einem Tuch abdecken, damit das kein Öl abkriegt. Das wäre ziemlich übel.

      Dreher umdrehen und sich die Seite angucken, wo das Treibrad in der Hebelage befestigt ist und wo der Drehzahlumschalter sitzt.
      Das ist ein graues Gußteil (108. ) , was auf einer glänzenden Metallstange (in Teil 109) rauf und runter rutscht. Dazwischen ist ein Teil mit Stufen (111). Dort, wo die Metallstange durch das Gußteil geht mit WD40 einsprühen und einige Zeit einwirken lassen. Die "Stufen" auf dem Gußteil auch mal kurz mit dem Sprühöl einnebeln. Das ist zwar nicht sonderlich professionell, hilft aber, das alte Fett wieder etwas auf- bzw. anzulösen und beugt verkleben vor. Nach einiger Zeit *sollte* sich die Geschwindigkeitseinstellung wieder betätigen lassen.

      Nächste Baustelle: Automatikhebel.
      Da ist von oben eine runde Befestigung aufgeschraubt, die die Hebelwelle in einem Lager in der Chassisplatte festhält.

      Möglichkeit 1: zwischen der Halterung (161) und der Chassisplatte mit WD40 sprühen und den Hebel hin- und her wackeln. Wenn die Automatik noch eingerastet ist, kann man von Hand die Sperre lösen.
      Da sitzt der eine Hebel mit einer "Nase" (Metallstift) in einer W-förmigen Auskerbung des zweiten Hebels.
      (Hebel 178 auf Hebel 177 in der Zeichung im Servicemanual)
      Den Hebel ein Stück Richtung Mitte schieben, dann springt die Verriegelung wieder heraus.

      Möglichkeit 2: die Halterung des Hebels (161 mit der Schraube 160) lösen, anheben und Öl dazwischen träufeln, damit es nach unten ins Lager läuft. Dabei auch etwas den Hebel bewegen. Sollte dann gleich schon wieder leichter gehen.

      Letzte große bekannte Problemstelle: das Mittellager an der Hebelei, die den Motor einschaltet und das Treibrad einkuppelt.
      Das ist der Bolzen 180, auf dem die meisten Hebel zusammenlaufen. Insbesondere der Hebel 174 - dieses lange DIng, was in einem Bogen unter dem Motor durchgeht.

      Oben die Federscheibe abnehmen, die beiden Hebel 177 & 178 etwas anheben, WD40 einsprühen, eine halbe Stunde warten.
      Der Hebel 174 muß sich *leicht* um den Bolzen 180 drehen lassen, sonst wird entweder der Motor nicht eingeschaltet, bleibt dauernd eingeschaltet, und / oder das Treibrad wird nicht an die Antriebswelle geschwenkt.
      Wenn's einigermaßen leicht geht, die Hebel 177 & 178 wieder mit der Federscheibe festclipsen (geht am besten mit einer Spitzzange - oder mit einem Schraubendreher mit dicker, flacher Klinge, die man gegen die Federscheibe drückt - und dann einmal kurz und fest hinten auf den Griff klopft: "Klick" und sitzt ... oder "Klick-Pling" und die Sucherei geht los ... :)
      Besser Flach- oder Kombizange und sanft drücken.

      So.
      Nun die Kiste wieder umdrehen, Teller aufsetzen, Stromstecker rein gucken, ob der Teller dreht, ob sich die Geschwindigkeiten umschalten lassen und ob die Automatik funktioniert.

      Der 1215 ist ein rustikales Möbel mit einer sehr soliden Mechanik. Mit etwas Öl an den richtigen Stellen kann so ein Ding noch ein paar Dekaden überleben. Schwierig wird es, wenn das Treibrad total verhärtet ist, was aber selten vorkommt. Meistens hat sich nur eine glasierte Schicht rundherum gebildet. Da muß man bei abgenommenem Teller in Position 78 upm das Rad mit der Hand am Schwenkhebel etwas gegen die Antriebswelle drücken (damit es schön fest angedrückt wird) und dann mit 400er Schleifpapier an der der Welle entgegengesetzten Seite etwas gegenhalten, bis die verhärtete Schicht runtergeraspelt ist und das Rad wieder schön mittelgrau und griffig ist.

      Der Tellerinnenrand (wo das Rad gegenläuft) und die Antriebsachse darf man gern mit etwas Brennspiritus reinigen. Das erhöht den Grip ebenfalls.

      Noch Fragen ?

      .
      Peter aus dem Lipperland
      Resterampe: mcamafia.de/lagerverkauf.htm

      Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.
    • Guten Abend

      und herzlichen Dank erst mal an alle, die sich bisher den Kopf mit meinem Problem zerbrochen haben!
      Die Anleitung von Wacholder ist ja wirklich super! Das gibt eine Menge Fieselarbeit, das sehe ich schon auf mich zukommen. Da ich aber so etwas noch nie gemacht habe, bin ich schon besorgt, dass mir die 261 Teile vor die Füße fallen.
      Das Chassis aus dem Gehäuse ausbauen (siehe Bedienungsanleitung)

      Auf welcher Seite steht das in der Dual Service Anleitung? Habe ich irgendwie nicht gefunden. Muß man dazu diese beiden Kreuzschlitzschrauben lösen? Kann man dann das ganze Chassis umdrehen, um von der Unterseite zu schauen? Aber dann müßte man das ja auf den Tonarm legen, und der würde beschädigt.

      Noch Fragen ?
      Die kommen dann mit Sicherheit. Leider werde ich erst mal die nächsten Tage keine Zeit haben wegen zwei Konzertaufführungen unseres Chores.
    • Guten Abend,

      zum rausnehmen zuerst den Plattenteller abnehmen. Beim 1215 müsste man zuerst eine Abdeckscheibe (13) und Sprengring (14) entfernen, danach den Plattenteller abnehmen. Kann manchmal fest sitzen, aber nach ein bisschen hin und her sollte er runter gehen...

      dual.pytalhost.eu/1215s/1215-17.jpg

      Frage an Wacholder:

      Kann man das Tonarmgewicht "einfach" runterschrauben? Zur Not kann es auch drauf bleiben.
      Was aber runter sollte, wäre das System. Tonarm verriegeln, das System seitlich festhalten, den silbernen Hebel am Tonabnehmer nach hinten schwenken und sicher verwahren...

      Was das lösen der Transportsicherungsschrauben angeht, find ich die Anleitung vom "Urvater" 1009 noch immer ganz hilfreich:


      dual.pytalhost.eu/1009p1/1009-05.jpg

      Die hintere zuerst lösen, das Chassis anheben und dann vorne weiter machen...

      Und wenn man so weit ist, schauen, ob die Kabel in einer Führung drin stecken, evtl. lösen.

      Das ganze dann umgedreht auf 3 Klopapierrollen plazieren. Und dann gemäß Peters Anleitung sich mit den 261 Einzelteilen beschäftigen...
      Mit bestem Gruß - Stefan

      meine Dreher und sonstiges Hifi-Geraffel: im Profil
    • Hi !

      Monalisl schrieb:

      Das gibt eine Menge Fieselarbeit, das sehe ich schon auf mich zukommen. Da ich aber so etwas noch nie gemacht habe, bin ich schon besorgt, dass mir die 261 Teile vor die Füße fallen.
      Schon, etwas Bastelei ist das schon - zugegeben.

      Aber das macht einen Teil des Reizes und den Charme dieser alten Kisten aus: da *kann* wenigstens noch was gemacht werden. So einen Tupperware-USB-Made-In-China-Dreher, der schon mit dem "Grünen Punkt" auf dem Gehäuse produziert wurde, kannste nur noch in die Tonne kloppen.

      Naja ... was das vor die Füße fallen betrifft, kann ich Dich beruhigen.
      Sofern Du beim Rausheben des Chassis nicht gerade einen Schwächeanfall erleidest, fallen bestenfalls gelöste Kleinteile raus. In erster Linie der berühmt-berüchtigte "Steuerpimpel" (hat nix mit dem Finanzamt zu tun ...) wenn er zerbröselt ist - oder ein paar kleine Scheiben, Federn, Kugeln, Muttern und Bruchstücke von beschädigten Teilen. Tote Insekten, Zigarettenkippen, die Mittelachse(n) für den Plattenteller oder "45er-Sterne" aus Plastik erwähne ich nur der Vollständigkeit halber.
      Sowas liegt meistens im Bodensatz unten im Gehäuse.

      Übrigens: in einem schönen, flauschigen Flokati kann man allerhand Kleinteile versenken.
      Viele Schrauben, Federscheiben, Kugeln und wasnichtnoch verschwinden darin zunächst spurlos. Ich habe in meiner Hamburger Wohnung einen braun-schwarzen Hochflor gehabt, der so allerhand verschluckt hat und was man nur mithilfe eines starken Magneten (alter Lautsprechermagnet) aus dessen unergründlichen Tiefen wieder hervorlocken konnte "bevor es sich der Tyranno-Saugus holt". Wenn's beim Dysan erst im Rohr rasselt, ist z.B. die verlorene Lagerkugel 232 der Abstellschiene erstmal endgültig verschwunden .... außer man *liebt* Staubsauger-Autopsie. (Magnet !)

      Monalisl schrieb:

      Monalisl schrieb:

      Das Chassis aus dem Gehäuse ausbauen (siehe Bedienungsanleitung)
      Auf welcher Seite steht das in der Dual Service Anleitung? Habe ich irgendwie nicht gefunden. Muß man dazu diese beiden Kreuzschlitzschrauben lösen? Kann man dann das ganze Chassis umdrehen, um von der Unterseite zu schauen? Aber dann müßte man das ja auf den Tonarm legen, und der würde beschädigt.
      Ah - Nirgendwo. Entschuldigung !

      Das ist schon so viele 1000 mal gefragt & beantwortet worden, da habe ich fahrlässig wieder mal angenommen, daß das inzwischen zum Allgemeinwissen gehört.

      Kurzgefaßt:
      Die großen Kreuzschlitzschrauben losdrehen, bis sie in den Löchern labbern. Nach oben ziehen und nach außen kippen. Das löst an der Unterseite die Tellerscheiben und man kann das Gerätechassis anheben. Bei vielen alten 12xx-Geräten sitzt an der rechten Seite so eine Metallwinkel drunter (unterm Tonarm). Daher erst das Gerät an der linken Seite hochnehmen, etwas kanten und dann rechts heben und nach links weg nach oben ziehen ... Tadaaa ... hat man es (fast) in den Händen.

      Da hängen noch die Kabel dran. Je nach Gehäuse sind die unten nur durch ein Loch im Boden gesteckt (wie meistens bei den 121x) oder mit einer Zugentlastung ("Halbmond") festgeklammert. Die hat an den Seiten links und rechts zwei kleine Plastiklaschen, die man nach innen zusammen drückt, dann an den beiden Kabeln leicht ziehen, um das Ding rauszukriegen. MIt den Kabeln dran um 90 Grad schwenken und nach innen ins Gehäuse stecken. Später kann man dann mit dem Dreherchassis die Kabel aus dem Gehäuse rausziehen und das Gehäuse beiseitestellen, um sich später drum zu kümmern.

      Wenn es erst draußen ist, ist mein erster Arbeitsgang den dösigen Metallwinkel auf der Tonarmseite zu amputieren. Eine Schlitzschraube. Rausdrehen, beiseitepacken und vergessen, daß es den mal gegeben hat.

      Für den "kleinen Service" pflege ich das Dreherchassis umgedreht entweder auf drei (oder vier) Papperollen zu stellen oder auf einen 12 x 12 x 5 cm großen, oben offenen Karton zu stellen. Die Mittelachse des Tellers befindet sich dann im Karton und der Arm liegt nicht auf. Es gibt ganz tolle Montagerahmen für die Geräte, aber für "nur mal so" ist das etwas überpowert - und wenn man vorsichtig ist und nur etwas nachgucken, fotografieren oder ölen möchte (ohne wirklich feste zu schrauben) überlebt es das Gerät auch, wenn man es *sachte* auf dem Tonarm und z.B. zwei oder drei Lagen alter Putztücher ablegt.
      Wichtig ist nur, daß man nicht mit Kraft von oben auf dem Chassis herumdrückt - z.B. beim Lösen der Lagerschrauben am Motor. Das möchte der Arm dann doch vielleicht übelnehmen.

      Monalisl schrieb:

      Noch Fragen ?

      Die kommen dann mit Sicherheit. Leider werde ich erst mal die nächsten Tage keine Zeit haben wegen zwei Konzertaufführungen unseres Chores.
      Viel Erfolg damit. Erstmal die Sachen vorne in der Prioritätenliste abfackeln.

      Hinter der Dreherschrauberei steht sicher nicht der Druck, unbedingt bis Heiligabend damit durch zu sein, oder ?
      Im Grunde ist das ein Abend, wenn alles klappt und man alles parat hat und nicht noch mehr Baustellen auftauchen.
      Daß der Tonarm sich jetzt im Moment nicht richtig schwenken läßt, führe ich darauf zurück, daß die Automatik schon im Eingriff ist und das Ding blockiert. Vielleicht ist es auch was mit dem Lift, aber das läßt sich in letzter Konsequenz erst sagen, wenn man die Grundfunktionen wieder am laufen hat.

      Das Ganze ist kein Hexenwerk, überwiegend nur Wartung und Einstellen. Manchmal etwas probieren und studieren, *wie* einzelne Funktionen ausgeführt werden und welches der vielen Teile in dieser "Schwarzwälder Kuckucksuhr" für was zuständig ist. Aber wie schon gesagt: alte Duals, die rein mechanisch arbeiten, leiden durch langes Herumstehen und Nixtun und verkleistern. Das ist bei alten Uhren, alten Autos und alten Leuten auch nicht anders ... :D

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    • Hi Stefan !

      highwaychile schrieb:

      Frage an Wacholder:

      Kann man das Tonarmgewicht "einfach" runterschrauben?
      Bei den alten Modellen 121x mit dem "einfachen Armen" ist das Gewicht nur auf das Gewinde im Armrohr draufgedreht. Nicht so wie bei den größeren / späteren Modellen (1218 / 1219), wo es eine Feststellschraube gab und man das Gewicht mitsamt der Achse rausziehen und abnehmen konnte.

      .
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von wacholder ()

    • Hallo,

      vielen Dank für die vielen super guten Erklärungen und Anleitungen hier! Da muß ich mich nun mal langsam durcharbeiten. Aber Weihachten mit allem Drum und Dran kommt immer näher, mal schauen, wann ich wie weit komme. Nachdem das gute Stück schon so lange rumgestanden hat, ist es jetzt aber auch nicht so dringend.
      Ich werde mich auf jeden Fall wieder melden, wenn es Fortschritte und Ergebnisse gibt.

      Euch allen wünsche ich eine schöne (Vor)-Weihnachtszeit! :love: :thumbsup: