Dual 621 mit unbekanntem System, Antiresonator ausgeleiert?

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    • Dual 621 mit unbekanntem System, Antiresonator ausgeleiert?

      Hallo zusammen,
      ich hatte gestern das Glück, einen gut erhaltenen Dual 621 zu ergattern:


      Das gute Stück ist leider leicht versifft und riecht nach Zigarettenqualm.
      Das ist alles nicht so schlimm, nur ich war so grell auf das Teil, dass ich garnicht mehr nach dem System geschaut habe.
      Kennt jemand dieses System:

      Fehlt da ggf. das Gehäuse drum herum? Das meinte jemand im Hifi-Forum.

      Der Antiresonator ist wohl auch nicht mehr der Beste. Bei leichtem Antippen schlägt er leicht an das Gehäuse.

      Ab wann ist der denn ganz hin und nicht mehr reparabel? Ich möchte es vermeiden, ihn auseinander zu bauen, wenn es nicht notwendig ist.

      Gruß,
      Christian
    • Hallo,
      zum unbekannten System kann ich folgendes sagen:

      Es handelt sich entweder um ein Shure M71 oder M75. Ohne den Dual-Plastikkörper für das Klick-System wurde es so von Shure ausgeliefert mit einer Federblech-Halterung für 1/2"-Befestigung. Es passen alle Nadeln N71 oder N75(-6), N91. Dadurch, dass der Kunststoffkörper fehlt, können viele Shure-Nadeln verwendet werden. Die meisten Shure-Systeme unterschieden sich nämlich nur durch die künstlich geänderte Gehäuseform, so dass nur bestimmte Nadeln passten. Ich nehme an, dass in dieses System sämtliche Nadeln passen, die für den rechteckigen Grundkörper (nicht den V-förmigen) geeignet waren. Unbedingt behalten!!!!

      Schau mal nach, ob an der Unterseite ein Aufkleber angebracht ist mit den genauen Daten des Systems.
      Wenn nicht, könnte es auch ein Nachbausystem sein, welches nicht von Shure hergestellt wurde, sondern in den 1980er Jahren von angeblich von der Firma Pfeiffer (Nachbaunadeln) hergestellt wurde und von Conrad Electronic vertrieben wurde. Das System wurde auf einer Pappkarte (Blister) zusammen mit zwei Ersatznadeln fragwürdiger Qualität verkauft. Das ganze wurde als "Ersatzsystem" bezeichnet. Ich hatte so ein System, es war deutlich ein Lautstärke-Unterschied zwischen Links und Rechts zu hören. Da hatte ich wohl kein Glück.

      Dieses System war ziemlich hell lackiert, fast gepulvert. Es hat nicht geglänzt, so ungefär die Farbe der älteren DUAL-Chassis (1219). Das andere originale, welches ich habe, ist glänzend schwarz, so dass Lackfehler mit einem schwarzen Edding gut zu retuschieren sind.

      Gruß,
      DUAL-Chris
      Seit neuester Zeit im Einsatz:
      1229 an NAD PP2 (beides wegen drei Jahre altem Sohn, der offensichtlich nach seinem Vater kommt und Autos auf dem Plattenteller fahren läßt, erstmal in Sicherheit gebracht), gefolgt von DUAL (Rotel) CV5650 an Teufel Ultima 120. Auch ein nettes, nicht zu verachtendes Dreamteam mit ordentlich Hoch- und Tiefgang, unterstützt durch NEUZUGANG DUAL CD 5150rc, ausgerüstet mit OPA 2604 (Burr-Brown).

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von DUAL-Chris ()

    • Hi Christian !

      Khayman schrieb:

      Das ist alles nicht so schlimm, nur ich war so grell auf das Teil, dass ich garnicht mehr nach dem System geschaut habe.
      Kennt jemand dieses System:
      Normalerweise sieht das Shure M75-6 so aus.
      Ich hatte unter meinem Garrard SP25-IV so eins drunter. Das ist eine ... äh ... "kostengünstigere" Variante des normalen M75. Technisch nimmt sich das nix, nur die Befestigung ist halt etwas simpler.

      Wenn auf der Nadel vorne nichts draufsteht, ist es eine Nachbaunadel. Die muß nicht schlechter sein, als eine Originale, es gibt gute Versionen auch mit elliptischem Schliff. Standard ist eine sphärische (runde) Nadel und das System verlangt eine Auflagekraft von 2 - 2.5p, 1.5 - 3.0p lt. Datenblatt:
      shure.com/idc/groups/tech_pubs…ent/us_pro_m75-6t2_ug.pdf

      In dem Guide sind auch ein Teil der anderen, für dieses System passende Nadeln aufgelistet.

      .
      Peter aus dem Lipperland
      Resterampe: mcamafia.de/lagerverkauf.htm

      Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.
    • Hallo Christian,

      Khayman schrieb:

      Der Antiresonator ist wohl auch nicht mehr der Beste. Bei leichtem Antippen schlägt er leicht an das Gehäuse.
      das Gewicht liegt noch nicht auf, schwingt also noch, ein an sich gutes Zeichen. Deutet auf eine noch intakte Federmechanik im Inneren des Resonators hin.

      Khayman schrieb:

      Ab wann ist der denn ganz hin und nicht mehr reparabel? Ich möchte es vermeiden, ihn auseinander zu bauen, wenn es nicht notwendig ist.
      Auf der Rückseite des Resonators befindet sich in der Mitte eine kleine Öffnung, in der sich eine kleine Madenschraube verbirgt. Mit einem Feinmechanik Schraubenzieher kannst du an dieser Stelle die Federkraft lösen/spannen. Sofern die Federmechanik wie o.g. intakt ist, solltest du das Gegengewicht wieder in komplett waagerechte Position bringen können.

      Gruß

      Matthias
    • Guten Morgen!

      Leider sind am 621 weitere Fehler aufgetreten. Die Automatik hakt manchmal, d.h. wenn man den Starthebel betätigt, schwenkt der Tonarm nicht zur Platte.
      Außerdem setzt der Tonarm fat beliebig auf der Paltte auf. Steuerpimpel?
      Ich werde das Gerät also einer eingehenden "Sanierung" unterziehen müssen. Momentan fehlt mir die Zeit dazu. Naja, die 39€ waren dennoch okay für das Gerät, denke ich mal so.

      renntiger schrieb:


      ...kannst du an dieser Stelle die Federkraft lösen/spannen. Sofern die Federmechanik wie o.g. intakt ist, solltest du das Gegengewicht wieder in komplett waagerechte Position bringen können.

      Danke für die Info, Matthias. Kann man die Schraube auch überdrehen oder zu fest ziehen? Da ist außermittig eine weitere Schraube. Wozu dient die denn?

      Gruß,
      Christian
    • Moin,

      Khayman schrieb:

      Außerdem setzt der Tonarm fat beliebig auf der Paltte auf. Steuerpimpel?
      würde ich jetzt mal sehr stark bejahen - und/oder evtl. Lifthülse zu hoch eingestellt.



      Khayman schrieb:

      Kann man die Schraube auch überdrehen oder zu fest ziehen?
      Kann man, muss man aber nicht :D . Nach und nach vorsichtig mit dem Uhrzeigersinn schrauben, immer wieder kontrollieren.

      Khayman schrieb:

      Da ist außermittig eine weitere Schraube. Wozu dient die denn?
      Gute Frage, vielleicht hält sie den AR insgesamt(?).

      Gruß

      Matthias
    • Hallo zusammen,
      so nachdem ich den AR demontiert habe bietet sich mir folgendes Bild:



      Nachdem ich mich hier und hier schlau gemacht habe, bleibt jedoch die Frage offen, wie genau dieses Schaumstoffplättchen positioniert werden muss. Yoda, wäre nett, wenn du deinen Beitrag dementsprechend ergänzen könntest.
      Ich gehe davon aus, dass es, obwohl es bei mir an der rechteckigen Mutter festklebt, nicht dort hingehört, sondern sozusagen auf das "horizontale" Blechstück festkleben sollte, oder? Alles andere macht wenig Sinn.

      Gruß,
      Christian
    • Den AR habe ich inzwischen halbwegs wieder in Stand setzten können.
      Nach ungefähr 10 Versuchen war die Feder so verbogen, dass nach dem Zusammenbau das Gegengewicht nicht mehr aneckt. Das Gewicht steht momentan sogar leicht nach oben. Die Feder hat nun definitiv nicht mehr die Ursprungsform. Total verbogen, inklusive leichtem Knick. Das stört mich als Perfektionist auch etwas. ;) Allerdings kann es nun frei schwingen. Immerhin.
      Allerdings frage ich mich, ob durch diesen generell wabeligen AR ein Auspendeln des Tonarms überhaupt möglich ist? Man muss doch nur ganz leicht an den Arm stoßen, um das AR-Gewicht zum Schwingen zu bringen.

      Weiter bleibt die Frage, welches System installiert ist. Auf der Nadel steht nichts drauf.
      Kann ich eigentlich jedes ½ Zoll System an die Befestigung bauen, z. B. ein Ortofon VM White?
      Oder sollte ich es bei einer neuen Nadel belassen? Aber welche?

      Zunächst möchte ich den Dreher auseinanderbauen, um die Mechanik zu schmieren. Welches Fett oder Öl verwendet man dazu am besten? Nähmaschinenöl, Silikonsprühöl oder Industriesprühfett hätte ich da.

      Gruß,
      Christian
    • Hallo und guten Abend,
      es wäre nett, wenn mir jemand bzgl. meiner obigen Fragen noch einen Tipp geben könnte.
      Im Biete Bereich wird gerade ein DNS240 angeboten. Das müsste doch auch passen?

      Ich möchte den 621 zu meinem Hauptdreher machen. Daher möchte ich ein System einbauen, dass zum einen preislich zum Dreher passt und zum anderen da maximale aus ihm herausholt.
      Bedenken habe ich nur wegen des AR. Einige Im Forum vertreten auch die Meinung, ihn komplett still zu legen. Kann man eigentlich ohne weiteres einen Tuning-AR z.B. vom 741Q anbauen?
      Oder ist das nicht ratsam?

      Gruß,
      Christian
    • Hallo Christian,

      den Antiresonator vom 741 kannst Du nicht verwenden, denn dieser ist zu leicht und für die ULM-Arme konzipiert. Da Du den originalen ja soweit hinbekommen hast, sodas er einwandfrei funzt, würde ich es dabei belassen.

      Du kannst jedes ! handelsübliche 1/2 Zoll System an dem Systemträger verwenden. Die DNS 240 Nadel ist für die DMS 220-240 Systeme, welche m.W. nach von Audio Technica für DUAL hergestellt wurden, von daher kannst Du diesen Nadeleinschub NICHT in Shure-Systemen verwenden. Ein Ortofon Vinyl Master White? Warum nicht!

      Vor dem Schmieren, solltest Du die Dreher-Mechanik gründlich von dem alten Mockerfett- und Öl befreien, z.B. mit Reinigungsbenzin. Die von dir genannten Fette und Öle würde ich persönlich nicht verwenden. Ich benutze für alle Dreher "stinknormales" Motorrad-Motoröl 10 W 40. Auto geht bestimmt auch. Wo Fett erforderlich ist, arbeite ich mit Lagerfett. Für "Spezialfälle" wie Schalter o.ä. nehme ich Lubrametallic. Dieses Schmiermittel bindet keinen Staub und verharzt nicht.

      Hilfreich für dich ist bestimmt auch dieser Link:

      Klick hier: http://dual.pytalhost.eu/607s/

      Dort findest Du die ausführliche Serviceanleitung für deinen Dreher! Damit sollte nichts mehr schiefgehen. Und die berühmt/berüchtigten Knallfrösche würde ich bei dieser Gelegenheit auch gleich austauschen. Darüber findest Du hier im Board auch reichlich Info's.

      Gruß Achim
      Macht doch WATT ihr VOLT !!!
      Dreher: DUAL CS 1229, 621, 701, 721, 731 Q, 741 Q, 5000. YAMAHA PF 800, YP-D 4.
      Das liegt auf dem Teller:
      Klick hier:
    • uuuups...

      habe gerade festgestellt, das vom 621 keine Serviceanleitung vorhanden ist. Bin einfach in der Spalte weitergegangen ohne zu sehen, das ich den 607 erwischt habe... peinlich. Kannst aber die vom 622 nehmen, ist quasi ein 621 mit ULM Arm und System.

      Gruß Achim
      Macht doch WATT ihr VOLT !!!
      Dreher: DUAL CS 1229, 621, 701, 721, 731 Q, 741 Q, 5000. YAMAHA PF 800, YP-D 4.
      Das liegt auf dem Teller:
      Klick hier:
    • Hallo zusammen,

      der Sommer ist vorbei und mein Röhrenradioprojekt beendet! Nun kann ich mich wieder dem 621 widmen.

      In der Bucht verkauft jemand Antiresonatoren vom 12xx und sagt in der Beschreibung, dass diese AR auch an andere Dreher passen würden, namentlich auch an einem 621. Stimmt das? Ich denke nicht!

      Welche AR sind denn baugleich zum 621er? Weiß das hier jemand?

      Gruß,
      Christian
    • Hallo!

      Kann mir niemand einen Tipp geben,welcher AR baugleich zu dem im 621 ist? Schade.


      Eine andere Frage:
      An verschiedenen Stellen wurde schon über Entstörkondensatoren geredet. Oft hieß es: "Nimm Rifa x2". An anderer Stelle wurde aber auch gesagt, dass man WIMA FKP1 verwenden kann.

      In meinem Dual ist folgender 10nF Kondensator über den Einschalter verbaut:


      Bedeutet das, dass hier ein Y-Kondensator verbaut ist? Das macht doch eigentlich keinen Sinn, da die Y nur zwischen Schutzleiter und Phase oder Schutzleiter und Nullleiter verbaut werden dürfen? Oder hat das Y was ganz anderes zu bedeuten?

      Die FKP1 darf man meines Wissens nur auf der Sekundärseite des Trafos benutzen, da sie nicht selbstheilend oder durchschlagsicher sind.
      Ich will hier niemanden mit meinem Halbwissen verwirren, daher wäre es schön, wenn sich hierzu ein Fachmann äußern könnte. Auch die Diskussion, ob mit eingebauten Vorwiderstand, mit zusätzlichem Vorwiderstand oder ohne wie im Originalzustand ist für mich als halber Laien verwirrend.

      Ähnlich verhält es sich mit dem 0,047µF auf der Sekundärseite:

      Hier scheint korrekterweise ein X-Kondensator verbaut zu sein. Wenn ich den ersetzte, darf ich keinen mit Vorwiderstand nehmen?
      Die Serviceunterlagen zum 621 gibt es im Downloadbereich nicht, in den Unterlagen zum 622 finde ich den 0,047µF überhaupt nicht. Der scheint dort nicht verbaut zu sein.

      Gruß,
      Christian
    • Y heißt man darf(!) ihn zwischen Phase und Schutzleiter verwenden, da sie eine erhöhte elektrische und mechanische Sicherheit aufweisen. X-Kondensatoren tun das nicht und sind folglich nur dort zulässig, wo bei Versagen keine Gefahr des elektrischen Schlags besteht. Einen X-Kondensator durch einen Y zu ersetzen ist also höchstens für den Geldbeutel ein (geringfügiges) Problem. Im umgekehrten Fall gibt es beim Durchschlagen des Kondis eine leitfähige Verbindung zwischen Phase und Schutzleiter.
    • HI,

      Khayman schrieb:

      Kann mir niemand einen Tipp geben,welcher AR baugleich zu dem im 621 ist? Schade.
      schau mal nach 604/ 521/510 etc. Evtl. sind sie nicht 100%ig gleich, aber es ist praktisch der gleiche Tonarm.

      Was die Kondis betrifft: X2 wurden eigentlich immer verbaut und das ist dann auch korrekt so ;)

      Grüße
      Kai
      VG
      Kai

      "Cause we find ourselves in the same old mess
      Singin' drunken lullabies"