Dual 721 ausführliche Restauration, Reparatur, Umbau, usw.

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    • Dual 721 ausführliche Restauration, Reparatur, Umbau, usw.

      Dual 721 - Versuch eines Kompendiums

      Inhaltsverzeichnis:
      I. Vorwort
      II. Zum Dual 721
      III. Reparaturen
      IV. Zargenumbau, Tonabnehmer und Umbauten
      V. Links und interessante Themen

      I. Vorwort

      Liebe Forengemeinde,
      dieses Thema stellt in mancher Hinsicht eine Fortführung meines bereits bestehenden Themas über den Dual 1218 dar, geht aber in seiner Essenz darüber hinaus. Zunächst möchte ich Dankeswünsche an, ..., richten, die sich sehr für die Möglichkeiten aber vielmehr noch für den Erhalt des 1218ers engagiert haben. Wenige Worte möchte ich noch über die Zukunft der HS 51 Einheit und dem 1218 Dual verlieren: Das Gerät wird in naher Zukunft mit angemessenen Vintage Breitbandlautsprechern ausgestattet werden. Als weitere Quelle wird wohl ein Radiomodul hinzukommen um diesem wirklich feinen Gerät ein Gesicht zu geben. Die Kosten hierfür belaufen sich auf ein Minimum, das Gerät selbst wird seinen Platz im Wohnzimmer finden.

      Warum dieser Thread?
      In diesem Thema will ich ausführlich über meinen Dual 721
      berichten, mich mit der Restauration und den üblichen Reparaturen beschäftigen
      und nicht zuletzt einige Möglichkeiten bezüglich Umbauten und „Verbesserungen“
      anführen. Man könnte dieses Thema also auch ein kleines Kompendium des Dual 721
      nennen.

      Allgemeines zum Spieler wird in schwarz geschrieben,
      persönliche Veränderungen und Ideen zu meinem Dual 721 werde ich in Rot
      schreiben.

      Was ich mit meinem noch so vorhabe? Ich will das Gerät von
      seiner Plastikwanne trennen und in eine schöne Zarge setzen. Dabei soll ein
      Terminal angebracht werden, das es erlaubt, die Cinchkabel und das Stromkabel
      zu wechseln. Dies soll aus Gründen der Flexibilität erfolgen, klanglich bringen
      diese Maßnahmen beim Dual 721 nichts (da sie allgemein nichts bringen).
      Weiterhin möchte ich mich um einen schönen Tonabnehmer bemühen. Entweder muss
      ich hierbei versuchen das ohnehin schon tolle Shure V15 im NOS Zustand zu
      bekommen, oder eine klangliche Verbesserung durch ein anderes System zu
      erzielen. Dies ist aber nicht primär. Das Hauptaugenmerk meiner Maßnahmen soll
      zunächst auf dem Zargenumbau und Reparaturen aus Gründen der Restauration
      liegen.


      Ein wenig Polemik vorweg:
      Ich möchte eine Lanze für die Geräte der Gebrüder Steidinger brechen. Meine Suche nach einem geeigneten Plattenspieler hat mich weit geführt. Ich hörte auf meiner Suche Plastikbomber aus den späten 80er und 90er Jahren, zeitgenössische Pressholzschachteln, Bohrtürme, angebliche High End Dreher und viele Vintage Geräte. Von allen Geräten, auf die ich gestoßen bin, konnten nur die letztgenannten punkten. Sieht man von ihnen ab und betrachtet die Alternativen, erkennt man schnell folgendes: Entweder man kauft absolut überteuerten Schrott, gefertigt in China zu Centbeträgen und absolut unfähig „klanglichen“ und vielmehr „musikalischen“ Ansprüchen zu genügen, oder man ist auf den High End Bereich angewiesen. High End klingt nach Hai End und es handelt sich hierbei wirklich um bissige Preise. Ein Laufwerk soll nicht klingen und doch wird in diesem Bereich mit allerhand schillernden Klangbeschreibungen geworben. Vielleicht sollen damit die hohen Preise gerechtfertigt werden. Doch soll ein Plattenlaufwerk das Medium nur so verlustfrei wie möglich befördern. Und genau da hat meine Suche ein Licht am Ende des Tunnels bekommen. Es geht um die Einsicht, dass der Plattenspieler an sich die Schallplatte ohne sie großartig zu behindern bewegen muss. Wer Prestige möchte, soll sich gerne im High End Bereich herumtreiben. Dort werden in erster Linie haptische Bedürfnisse bedient. Wer aus neoromantischen Beweggründen einen schicken Plattenspieler sucht, ist auch bei den zeitgenössischen Drehern im unteren und mittleren Preissegment gut aufgehoben. Beachtet man jedoch musikalischen Beweggründe und nicht zuletzt auch Verarbeitung und Wertigkeit, ist man in diesen Marktsegmenten falsch bedient. Doch wozu soll man greifen? Wer das nötige Kleingeld besitzt, kann durchaus unter aktuellen Plattenspielern hochwertige Geräte finden. Wer sich jedoch relativ günstig aus der Affäre ziehen möchte, ist auf den Gebrauchtmarkt angewiesen. Vintage Geräte sind in ihrem Preisrahmen unschlagbar. Da das Medium Schallplatte bis zur Geburt der CD nahezu das Monopol der Musikwiedergabe dargestellt hat, wurden auch viele Abspielgeräte produziert. Nicht alles, was alt ist, ist gut. Aber Konkurrenz, große Produktionsmengen und die Konzentration auf den Schallplattenspieler haben es einfach ermöglicht, dass sehr hochwertige Geräte zu vernünftigen Preisen verkauft werden konnten. Die üblichen Verdächtigen sind heute kein Geheimnis und zu ihnen wird größtenteils geraten: Dual, Thorens, Lenco, Pioneer, … . Die Einsicht, dass jene Geräte einfach fabulös für ihren Preis sind, musste aber von den meisten Hifi Enthusiasten teuer erkauft werden. Leider. Ich habe mich auf meiner Suche nach einem Spieler für den Dual 721 entschieden. Warum? Nun, das soll sich im folgenden klären – auch der Sinn dieses Beitrags soll aufgelöst werden.


      II. Zum Dual 721:
      Als direkter Nachfolger zum 701 kam der 721 als Topmodell der Firma Dual im Jahr 1977 auf den Markt. Meine Version habe ich gebraucht mit dem Shure V 15 erstanden, um das sich selbst kultische Verehrung rankt. Für mich stellt dieses Gerät, nach einiger Recherche, als ein wahres Gesamtpaket dar: Ein vollautomatischer Direct Drive mit tollen Messerwerten und noch dazu nicht wartungsintensiv –Was will man mehr?

      Daten zum Laufwerk:

      Die Daten zum Gleichlauf und die Einstellmöglichkeit des Plattenlaufwerks, sind bis heute absolute Spitzenklasse. Schon 1977 wurde dem Dual 721 attestiert, dass seine Fähigkeiten „auf einem so hohen Niveau stehen [die durch die] Unzulänglichkeiten der heutigen Schallplatte[…] kaum voll genützt werden“[1] können. De facto limitiert die Schallplatte das Laufwerk, denn das Gehör kann bei diesen feinen Unstimmigkeiten keine Veränderungen mehr wahrnehmen. Das Thema Gleichlauf soll damit ad acta gelegt werden; wie sieht es mit dem Rumpelabstand aus? Nach Din Messung ergibt sich ein Rumpelabstand von 48 dB. Nach einem Test der Stereo aus dem Jahre 1977 kann ein relativer Wert von 52 dB erreicht werden. Eine Hörbarkeit des Laufwerks ist somit nahezu ausgeschlossen.


      Daten zum Tonarm:

      Der Tonarm stellt in gewisser Hinsicht die Limitierung des Laufwerks dar. Das relativ hohe Gewicht des Tonarmes und der Anti-Resonater verlangen ein System mit recht hoher Compilance. Dabei fallen die meisten – wenn nicht alle – guten MCs weg und man ist an MM Systeme gebunden. Aber dazu mehr im Bereich der möglichen Systeme für den Dual 721. In der Standardkonfigurierung mit dem Shure V 15 liegt die Eigenresonanz des Armes bei rund 8 Hz. Ich persönlich würde mir eine kleine Sammlung von NOS Shure V15 Systemen zulegen, denn mit diesen funktioniert der Arm meiner Erfahrung nach sehr gut. Ansonsten bietet der Arm viele Einstellmöglichkeiten und ist natürlich mit anderen Systemen kombinierbar. Antiskating, Vertikale Justierung, Auflagegewicht und die Absenkung sind regelbar.

      Mein persönliches Fazit: Der Dual 721 ist ein verdammt gutes Laufwerk. Wenn man Kritik üben möchte, dann ist das nur am Tonarm möglich. Technisch ist dieser einwandfrei, jedoch fehlt es ein wenig an den Kombinationsmöglichkeiten mit Systemen. Die technischen Daten beider Elemente des Plattenspielers sprechen für mich Bände und haben mich zum Kauf eines 721 bewegt. Es ist fast unmöglich, dass zeitgemäße Plattenspieler da mithalten können. Zumindest nicht in vernünftigen Preisregionen (man sehe Brinkmann, die Dualkonzepte kopieren).

      III. Reparaturen
      Hierbei bitte ich ein wenig um Mithilfe. Besonders häufig
      scheinen ja Probleme mit dem Steuerpimpel aufzutreten. Auch die Stroboskoplampe
      ist eine bekannte Übertäterin.
      Gibt es dazu schon gute Anleitungen?







      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von iKorbinian ()

    • IV. Zargenumbau, Tonabnehmer und Umbauten
      1. Tonabnehmer
      Durch die schwere des Armes sind vor allem Systeme mit hoher Nadelnachgiebigkeit, d.h. Compliance zu empfehlen. Probleme machen hierbei die MC Systeme, die bei einer Compliance von 20 und mehr eher rar angesiedelt sind.

      Eine kleine Auswahl an Systemen, die durch ihre hohe Nadelnachgiebigkeit bestechen. Dabei sind nur MM Systeme aufgeführt.

      Compliance 20

      Goldring: G1006, G1012, G1022, G1042, G1042 Reference, 2100, 2200, 2300, 2400, 2500,
      Grado: Prestige Black1, Prestige Green1, Prestige Blue1, Prestige Red1, Prestige Silver1, Prestige Gold, Reference Linie, Statement Linie
      Ortofon: 2M Red, 2M Blue, 2M Bronze, 2M Black, Super OM40, Ortofon Vinyl Master Series,
      Shure: M97xE
      Van den Hul: nahezu alle MC Systeme


      Compliance <20

      Wichtig: Härtere Nadeln sind mit Vorsicht zu genießen. Die Chance, dass die Nadel einmal aus der Fuge springt steigt mit geringerer Nadelnachgiebigkeit!
      Benz Micro: MC-Silver, MC-Gold, Ace, Glider, Wood, Reference (
      µm/mN=15)
      Koetsu: Black, Rosewood, Urushi (µm/mN=14)
      Sumiko: Pearl, Black Pearl, Blue Point (µm/mN=15)

      2. Umbauten
      VORSICHT! Bei Umbauten - egal welcher Art, immer den Netzstecker ziehen!
      2.1 Din zu Cinch
      Die meisten Adapter von Din auf Cinchstecker sind minderwertig und führen zu Problemen, wie Brummschleifen, Knackser oder mindere Soundqualität. Um den 721 auch mit modernen Komponenten nutzen zu können, bietet sich der Umstieg von Din auf Cinchstecker an. Eine passable Anleitung findet sich unter folgendem Link:
      Umbauanleitung DIN auf Cinch

      Es hat sich übrigens herausgestellt, dass das einfache Vorschalten eines Vorverstärkersdas Problem im Regelfall nicht löst. Zwar entzerrt dieser, er kann aber nicht dem Brummen entgegenhalten.

      -in Bearbeitung-

      3. Zargenumbau
      -in Bearbeitung-

      V. Links und interessante Themen

      Dual Bedienungsanleitung wega.we.funpic.de/721/
      Dual Service-Anleitung wega.we.funpic.de/721s/
      Ein schöner Prospekt wega.we.funpic.de/dual/721.html
      Zeitgenössischer lesenswerter Testbericht wega.we.funpic.de/721T/
      Dual Board www.dual-board.de
      Zargen von Ebel-Holztechnik ebelholztechnik.de/
      Dual Plattenspieler dual-plattenspieler.de/



      Viele Grüße bisher,
      Korbinian

      Fußnoten:
      1) Tsobanoglou, Stratos, Direktantriebler Dual 721, in: Stero 36/1976

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von iKorbinian () aus folgendem Grund: 1. Weitere Tonabnehmer wurden hinzugefügt. 2. Eine Anleitung zum Umbau auf Cinchstecker wurde hinzugefügt.

    • Hallo Korbinian,
      gutes Projekt, es wird aber nicht leicht sein, das Kompendium am Ende von weniger wichtigen Randinformationen zu befreien. Ich hoffe, dass Du da Unterstützung von einem Moderator bekommst. Die Randinformationen sind während der Erstellung aber wohl wichtig, damit Du die Relevanz der Ratschläge einschätzen kannst.
      Auch ich halte den 721 für einen sehr guten Dreher, ziehe in letzter Zeit aber den 701 vor, da er mit ein ruhigeres Klangbild produziert. Auch ich fahre das Shure V15 III, allerdings mit Jico-Nadel, und finde die Abtastwerte und den Klang aber nicht so gut und bevorzuge deshalb das ADC XLM MKIII. Und es gibt bestimmt auch gute MC-Systeme, die zum 721 passen.
      Ich hatte noch keinerlei Reparaturen am 721. Nur die Umrüstung auf Cinch-Kabel welche aber hier im Forum öfter beschrieben wurde.
      Zu Verbesserungsmöglichkeiten des 721: bei meinen Abtasttests habe ich festgestellt, dass der Teller des 721 nicht stabil auf dem Unterteller aufliegt, sondern etwas kippelt. Dadurch sprang die Nadel schon bei mittleren Abtastwerten aus der Rille. Optisch läuft der Teller absolut sauber und schlagfrei. Dieses Problem schien damals im Forum unbekannt zu sein.
      Weil mir nichts besseres einfiel, habe ich ein Stück Küchenkrepp zugeschnitten und zwischen Teller und Unterteller gelegt. Damit wird das Kippeln des Tellers gedämpft und jetzt sind die Abtastwerte insbesondere beim ADC-System excellent.
      Viel Glück bei diesem Projekt!
      Günter
      Hört abwechselnd mit Dual 701, 721, 606, Nordmende RP1400, Lenco L75. Aktuell Nordmende RP1400.
      Suche verschlissene oder abgebrochene Nadel für AT-100E, AT-120E, AT-120Eb, AT-440Mla AT-440MLb, AT-150MLX, AT150SA
    • iKorbinian schrieb:

      Compliance <=20


      Hallo Korbi,

      es muss heißen oder >=. Dein "<= " bedeutet das Gegenteil, nämlich "kleiner oder gleich".
      Ansonsten finde ich dein Vorhaben sehr ehrgeizig und ich hoffe, dass dabei was Gescheites heraus kommt.
      Wir helfen dir gerne!

      Übrigens fahre ich meinen 721 auch schon seit geraumer Zeit mit einem ADC XLM MkIII improved, manchmal auch mit einem Ortofon M 20 FL super. Beide sagen mir mehr zu als das Shure. Einige Ausnahmen bei bestimmten Platten gibt es, aber diese Diskussion ist hier ja schon bis zum Erbrechen geführt worden... :wacko:

      LG Holgi
      Früher dachte ich, wenn man alt wird, sieht man die Welt mit anderen Augen. Heute bin ich selbst sechzig und sehe sie noch genau wie vorher!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Hannoholgi ()

    • Hallo Korbinian

      sorry, aber scherer Tonarm und hohe Compliance, dass passt normalerweise eher nicht.

      s. dein Zitat: [Der Tonarm stellt in gewisser Hinsicht die Limitierung des Laufwerks dar. Das relativ hohe Gewicht des Tonarmes und der Anti-Resonater verlangen ein System mit recht hoher Compilance].

      Es ist genau anders herum. Ein schwerer Tonarm kommt mit TA's mit niederer Compliance s. gut zurecht, ein leichter Tonarm braucht Systeme mit hoher Compliance und das war z. Bspl. ein Problem der Dual ULM Dreher und hier besonders auch der ULM 2 Dreher, ab 728 u. 741'er Ära, wobei hier der Antiresonator das Problem eher etwas abmildert, da ja selbst in der Einstellanleitung für den AR der Bereich bis zu einer Compliance von 15 ging.

      Allerdings siehst du auch genau in dieser Anleitung schon das Problem. So ein System mit so niederer Compliance braucht eine größere Systemmasse um noch zu funktionieren, das heißt im Klartext nichts anderes, als das die sogenannte eff. TA Masse durch das schwerere System und ein dann noch zusätzlich erforderliches Gegengewicht am AR, erhöht wird.

      Ich glaube auch nicht, dass der Tonarm am 721 ein irgendwie limitierender Faktor ist, der ist sicherlich einer der Besten Tonarme der damaligen Plattenspieler Generationen und meiner Meinung nach jedem damaligen SME weit überlegen. Es gab ihn halt nur in den Dual Drehern und nicht als OEM Version für andere Laufwerkshersteller wie die SME.
      Der 721 Tonarm war meines Wissens übrigens auch kein wirkliches Schwergewicht, sondern eher von der leichteren Sorte, aber natürlich auch kein ULM Tonarm, aber hier gibt es sicherlich Spezialisten, die auch hier die genauen Werte kennen.
      Für mich Suboptimal ist nur das Headshell, aber Dual wollte halt damals das bekannte Klicksystem für best. Systeme weiter nutzen.

      Thomas
      Es ist nicht alles digital.
    • Das mit der Tonarmmasse beim 721/704 interessiert mich jetzt auch mal. Kann irgend jemand eine korrekte, nachprüfbare Angabe machen, wie hoch dieselbe ist?
      Man liest immer wieder von "ich glaube" und "liegt wohl bei ungefähr soundsoviel Gramm"... aber genau weiß das wohl niemand, oder? :?: In den technischen Daten taucht der Wert jedenfalls nicht auf.

      Gruß Holgi
      Früher dachte ich, wenn man alt wird, sieht man die Welt mit anderen Augen. Heute bin ich selbst sechzig und sehe sie noch genau wie vorher!
    • Die effektive Masse zu bestimmen dürfte schwierig sein, da sie nach meiner Auffassung nicht nur vom eigentlichen Gewicht der Komponenten, sondern auch von der Lagerung abhängt (oder irre ich da?).
      Da die ULM-Arme aber mit 8g und gleichzeitig 50% weniger als Vorgängermodelle beworben werden, gehe ich von etwa 16g für den 721 aus (einschließlich TA)!
      Momentan in Betrieb: 621, 721, 731, 1219, 1229, 1239A, 1249 und 491A-RC (inkl. IR-Fernbedienung)
      Neuzugänge jederzeit willkommen! :thumbsup:
    • Liebe Forengemeinde,

      der Thread ist nicht zuletzt da, dass ich mehr und mehr über den Dual 721 lerne. Das mit dem Tonarm ist ein vages Thema, wie ich feststelle. In der Anleitung und den technischen Daten finde ich auch nichts wirklich verbindliches.

      bavbimmer schrieb:

      Ich glaube auch nicht, dass der Tonarm am 721 ein irgendwie limitierender Faktor ist, der ist sicherlich einer der Besten Tonarme der damaligen Plattenspieler Generationen und meiner Meinung nach jedem damaligen SME weit überlegen. Es gab ihn halt nur in den Dual Drehern und nicht als OEM Version für andere Laufwerkshersteller wie die SME.
      Der 721 Tonarm war meines Wissens übrigens auch kein wirkliches Schwergewicht, sondern eher von der leichteren Sorte, aber natürlich auch kein ULM Tonarm, aber hier gibt es sicherlich Spezialisten, die auch hier die genauen Werte kennen.
      Für mich Suboptimal ist nur das Headshell, aber Dual wollte halt damals das bekannte Klicksystem für best. Systeme weiter nutzen.
      Zumindest das Headshell - so weit sind wir uns absolut einig - limitiert die Auswahl der Tonabnehmer. Vielleicht war ich im Bereich des Zusammenspiels von Tonarmen und Compliance falsch gewickelt. Das tut mir Leid - ich will kein Unwissen verbreiten, bin aber wirklich davon ausgegangen. Es ist wohl nötig, dass eine Waage Zahlen liefert.
      Vielleicht sollte ich zunächst eine andere Headshell anführen, die kompatibel zum Arm und zur anderen Abnehmern ist. Aber dafür gibts ja die Bearbeitungsfunktion ;)

      Viele Grüße,
      Korbinian
    • Hallo,

      warum sollte die Headshell des 721 die Auswahl an Tonabnehmern limitieren?

      Die Headshell nimmt alle gängigen 1/2 Zollsysteme auf. Der Tonarm ist höhenverstellbar - also warum limitiert?

      Was häufiger bemängelt wird sind die Kontakte im Headshell - aber auch das würde ich nicht als Schwachstelle ansehen.

      Wenn es Kontaktschwirigkeiten gibt sind die in der regel binnen 30 sek. zu beheben.

      Ich persönlich halte das Headshell der Dualspieler in der Vor-ULM Zeit für eine sehr durchdachte Lösung. Die Möglichkeit Dualklicksysteme ohne besondere Justage zu verwenden ist für den weniger ambitionierten Nutzer klasse, diejenigen die sich da nicht einschränken möchten können in die Systemträger eben wie auch in einem SME Headshell jeden beliebigen TA einsetzen.

      Ob einem die Headshell gefällt - nun da sind wir bei Geschmacksfragen und da lässt es sich trefflich streiten.

      Bis denne

      Wolfgang
    • hallo korbinian,


      zum tonarm ist hier ja schon etwas erhellendes gesagt worden - es handelt sich um ein von der eff. masse her eher mittelschweres exemplar, welches durch den anti-resonator auch mit weich aufgehangenen systemen harmoniert. aber eigentlich fühlen sich da grade auch die meisten mc´s mit ihren üblichen parametern dran wohl.
      auch kann er wimre systeme bis 10 g (ohne tk ) ganz ohne handstände ausbalancieren und das reicht für die meisten ordentlichen brummer.

      die eff. masse liegt um die 12 g und läßt sich im übrigen nicht mit ner waage, sondern z.b. mit nem schwingversuch ermitteln. (stichwort "masse-feder-system").

      evtl. ist dieser fred:

      dual-board.de/index.php?page=Thread&threadID=35875&

      ... interessant für dich, denn da geht es genau um dieses thema.


      auf deinen zargenbau bin ich gespannt - der steht bei mir für selbiges gerät auch noch an.

      was deine kabelpläne und ansichten über "haiändige" tendenzen angeht, bin ich in fast allen punkten gegensätzlicher meinug - aber das thema ist ein heißes eisen - daher schweige ich mich mal des weiteren dazu aus ^^
      das soll uns aber nicht davon abhalten durch gegenseitigen austausch neue erkenntnisse zu gewinnen!

      bei mir werkelt übrigens grade ein sumiko blue point special evo III am 721 und das ist in meinen augen ein sehr gutes match! die laterale resonanzfrequenz liegt im übrigen knapp über 9 hz, während die vertikale durch den ar nicht wirklich auswertbar ist (wird nach oben verschoben, verschwindet dabei aber fast gänzlich)...

      grüssle henner
      Musik??? ...ist das nicht das Geräusch, das aus den Lautsprechern kommt, wenn ich meine Anlage teste?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von defektO ()

    • hallo,

      luebeck schrieb:

      Auch ich halte den 721 für einen sehr guten Dreher, ziehe in letzter Zeit aber den 701 vor, da er mit ein ruhigeres Klangbild produziert.
      ich kann deinen grundsätzlichen eindruck genau nachvollziehen - würde aber statt "ruhiger" lieber auf "lahmer" umformulieren - so unterscheiden sich die geschmäcker... :D :D :D


      grüssle henner
      Musik??? ...ist das nicht das Geräusch, das aus den Lautsprechern kommt, wenn ich meine Anlage teste?
    • defektO schrieb:

      auch kann er wimre systeme bis 10 g (ohne tk ) ganz ohne handstände ausbalancieren

      Wimre Systeme? Was sind das bitte für welche? Ich staune immer, was man hier noch für Fachtermini lernen kann...
      Ich nehme an, das ist ein Teppfihler.
      Nehmt euch doch bitte die Zeit, eure Beiträge vor dem Absenden noch einmal kurz durchzulesen, dann kann man sich solche Anfragen sparen.

      LG Holgi
      Früher dachte ich, wenn man alt wird, sieht man die Welt mit anderen Augen. Heute bin ich selbst sechzig und sehe sie noch genau wie vorher!
    • Moin,

      @ Hannohlogi

      das war kein Tippfehler! So schreibt man das heute:

      WIMRE, Wenn Ich Mich Recht Erinnere

      Sinn und Zweck dieser ganzen Abkürzungen erschließen sich mir auch nicht. Als mod in einem anderen Forum bin ich aber auch täglich damit konfrontiert und könnte nur noch k... wenn ich mir den Sinn einens Textes zuerst mal zusammen googeln muß.

      Die hier war wenigstens noch deutsch, meist sind die BuchstabenWirrWarrs ja auch noch dem denglischen entnommen :evil:

      Gruß Tom
    • @ Korbinian: Das Thema mit dem 721 halte ich für ein gutes, Du liegst allerdings wirklich mit den theoretischen Überlegungen zu Arm und Compliance weitab vom Schwarzen. Und gerade der Arm ist (nicht nur meiner Meinung nach) absolute Spitzenklasse. Und er ist gerade durch die Höhenverstellbarkeit und das gemütliche Gewicht, welches beinahe mit allen Systemen gut harmoniert, super-universell (und alles andere als limitierend).
      Deine Begeisterung mit dem Dreher teile ich allerdings aus vollem Herzen :thumbup: . Die einzige echte Schwäche sehe ich beim 721 bei der ständig wandernden Strobo-Funktion. DAS ist wirklich armselig gelöst für solch ein Spitzen-Produkt :thumbdown:. Und natürlich die Plastik-Pisswanne...

      GuzziTom schrieb:

      WIMRE, Wenn Ich Mich Recht Erinnere

      Also ich bin ja wirklich ein Verfechter gepflegter Sprache (habe irgendwann sogar einmal im Freundeskreis scherzhalber den Titel "Gute Fee der zivilisierten deutschen Sprache" bekommen, mit Urkunde :D ), aber die seit Jahrzehnten bestehende Floskel IMHO krampfhaft in WIMRE zu re-germanisieren ist doch völliger Krampf :wacko: . Und das gilt auch für alle anderen schon geläufigen und sprachübergreifend gebräuchliche Abbreviationen jedwerder Sprache :thumbdown: .
      Wer will sucht Wege. Wer nicht will sucht Erklärungen.
      Hungarian Proverb: It is not enough to be impolite, you must be wrong, too.

      Dual 505-3, 601, 701, 704, 721, 741, 1019, 1219, 1229, 1249, 5000... Thorens TD 224, Toshiba SR-510 u.a.
      Living population: irgendwas > 34

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Knallfrosch ()

    • h., (< abkürzung für "hallo")

      Knallfrosch schrieb:

      IMHO krampfhaft in WIMRE zu re-germanisieren ist doch völliger Krampf
      ich dachte das wimre > "wenn ich mich recht erinnere", wäre schon längst forenüblich und würde niemand mehr an die grenzen seines verstandes führen - was dies allerdings mit imho > "in my humble opinion" > "meiner bescheidenen meinung nach" zu tun hat, bleibt mir schleierhaft.
      jedenfalls könnt ihr helden der sprachkultur heute abend der mutti berichten, daß ihr nochmal was gelernt habt :D :D ^^

      Knallfrosch schrieb:

      Die einzige echte Schwäche sehe ich beim 721 bei der ständig wandernden Strobo-Funktion. DAS ist wirklich armselig gelöst für solch ein Spitzen-Produkt :thumbdown:. Und natürlich die Plastik-Pisswanne...
      ...das mit dem strobo kann ich in keiner weise als störend nachvollziehen - steht bei mir aber auch meist, als wär´s quarkgesteuert und schadet der performance in keinster weise. was die zarge angeht muß ich dir recht geben - das ding macht sich schonmal durch dröhnigen bass unangenehm bemerkbar und ist haptisch ne frechheit!


      grüssle henner
      Musik??? ...ist das nicht das Geräusch, das aus den Lautsprechern kommt, wenn ich meine Anlage teste?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von defektO ()

    • Knallfrosch schrieb:

      aber die seit Jahrzehnten bestehende Floskel IMHO krampfhaft in WIMRE zu re-germanisieren ist doch völliger Krampf

      WIMRE gibts auch schon ewig. Und warum sollte man nicht auch deutsche Abkürzungen im deutschsprachigen Raum verwenden dürfen.
      Diese Abkürzungen wurden aus gutem Grund während der Mailbox/Usenet-Zeit eingeführt, war doch die Bandbreite der Datenleitungen damals arg begrenzt :D.
      [IMG:http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/cc/Coupleur-accoustique-IMG_0298.JPG]
      Smilies sind übrigens ebenfalls zu dieser Zeit in Mode gekommen.

      BTW (<- by the way): WIMRE ist das deutsche Synonym für IIRC (If I remember correctly).

      Gruß,
      Gerhard

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von veloci ()

    • Jööhh - der Koppler ist ja super :thumbsup: ! Mit den Dingern hab ich auch noch gearbeitet; Mann, da floss das Geld dahin, dass es einem die Tränen in die Augen trieb...
      Also WIMRE ging irgendwie völlig an mir vorüber, obwohl ich nun schon gut 25 Jahre in der Branche tätig bin. Aber all diese Floskeln wie auch AFAIK, IIRC, IMHO etc. sind alle doch recht deckungsgleich und drücken nichts anderes als eine vorsichtige Relativierung der folgenden eigenen Aussage aus, mit leicht unterschiedlichen Färbungen aber ziemlich austauschbar.

      Aber nun wieder on-topic: Interessant, dass bei Henner das 721er Strobo keine Mucken macht. Den 721 hab ich jetzt 5 oder 6 mal und alle Strobos driften. AFAIK hatte ja unser lieber Forenkollege HorstM noch 2008, kurz bevor er ansatzlos verschwand, auch schon angefangen eine Lösung für den gefundenen Konstruktionsfehler zu suchen... das Projekt blieb natürlich unvollendet, der Thread müsste aber wohl noch da sein.
      Funktionell ist es ja völlig egal, da es ja ein Fehler des Strobos und nicht des Antriebs ist, aber der Optik wegen ärgere ich mich jedesmal ein bisschen (trotzdem ist der 721 einer meiner 5 Lieblingsdreher)
      Wer will sucht Wege. Wer nicht will sucht Erklärungen.
      Hungarian Proverb: It is not enough to be impolite, you must be wrong, too.

      Dual 505-3, 601, 701, 704, 721, 741, 1019, 1219, 1229, 1249, 5000... Thorens TD 224, Toshiba SR-510 u.a.
      Living population: irgendwas > 34

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Knallfrosch ()

    • hallo,

      Knallfrosch schrieb:

      Konstruktionsfehler
      ...ich würde das noch nicht mal fehler nennen. das stroboskop flackert einfach nach netzfrequenz und der geregelte gleichstrommotor arbeitet davon nunmal unabhängig. die lösung wäre ein quartzgeregeltes strobo - brauche ich aber persönlich nicht.

      der dreher selbst hat gleichlaufschwankungen von < 0,03 % und das ist weniger als nix. wenn ich mich recht erinnere bedeutet der skalendrift von 1strich pro minute ne abweichung von 0,1 % - das bedeutet, man sieht bei intaktem gerät in der anzeige nur die schwankungen der netzfrequenz und diese können in der tat regional schon mal unterschiedlich sein. vermutlich habe ich hier glücklicher weise "high-end strom" :D

      der zusammenhang findet auch in diesem test erwähnung: dual.pytalhost.eu/721T/721t-02.jpg


      grüssle henner
      Musik??? ...ist das nicht das Geräusch, das aus den Lautsprechern kommt, wenn ich meine Anlage teste?