Frage zum Umbau DIN/Chinch Dual 510

  • Moin zusammen!


    Möchte die Tage endlich mal meinen vor einer halben Ewigkeit zugelegten 510er aktivieren, da er aber mit einem alten und dazu noch defektem DIN-Stecker ausgerüstet ist möchte ich ihm bei der Gelegenheit gleich umbauen (komplett mit neuem Kabel), dachte eigentlich das eine gewisse Ähnlichkeit mit dem 604 vorhanden ist, scheine mich aber geirrt zu haben (konnte keinen Kurzschliesser finden).
    Soweit sehe ich kein großes Problem, allerdings stehe ich ganz sicher beim Anschluß vom Massekabel ein wenig auf dem Schlauch.
    Kann mir vielleicht jemand der sein 510 bereits umgebaut hat ein Foto zur Verfügung stellen und/oder mir die nötigen Informationen zum Umbau zur Verfügung stellen?


    Danke für die zahlreichen Antworten (die doch wohl hoffentlich kommen werden :D )


    Suchfunktion habe ich bemüht, kam aber nur ein zu Tode editierter Fred aus 2007 zum Vorschein :thumbdown:


    Grüssle
    Marc

  • Moin!
    Ich habe bei mein 510 den Din Stecker abgeschnitten und Cinchstecker drangelötet.
    Genauso beim 704.
    Wenn das Kabel noch in Ordnung ist lasse es dran.
    Kabeltausch bringt nichts.
    Brummen tuts nicht.


    Grüsse
    Uwe

  • Anschlußkästchen finden:


    Massebrücken auftrennen:


    Originales Audiokabel mit separaten (!) Abschirmungen anlöten:

    Man beachte meine Vorliebe für eine saubere Kabelisolierung und -bündelung mit Schrumpfschlauch. 8)
    Das originale Audiokabel ist sehr gut abgeschirmt und hat genau die richtige Kabelkapazität.


    Massekabel anlöten:


    Massekabel in Kabeldurchführung einlegen:


    Fettisch.

  • Hallo,
    der Thread ist ja schon ziemlich alt, aber ich habe noch eine Frage dazu:


    Ich habe auch noch einen Dual 510 und wollte den Umbau durchführen. Leider habe ich jedoch kein Originalkabel mehr. Welches Chinchkabel sollte ich verwenden bzw. empfehlt ihr?


    Danke im Voraus.


    Grüße


    Jan

  • Moinsen!


    Im Gegensatz zu fast allen anderen Einsatzzwecken (Line-Pegel-Signale vom CD-Player- DVD-Player, Cassettenrecorder, Tonband etc.) ist bei Plattenspielern die Kabelkapazität sehr wichtig und darf nicht allzu hoch sein, um eine optimale Hochtonwiedergabe zu erreichen.


    Da der Signalpegel des Tonabnehmer-Systems sehr niedrig ist, müssen eventuelle externe Störsignal-Einstreuungen möglichst gut unterdrückt werden.


    Achte deshalb auf eine dichte Abschirmung und auf einen möglichst geringen Kapazitätsbelag. So ca. um die 100pF/m ist hierbei völlig OK. Weniger ist besser, da man dann das Kabel länger machen "darf".


    Man sollte das Kabel aus dem gleichen Grund nicht unnötig lang anfertigen, also z.B. max. ca. 1,5m für ein Kabel mit 100pF/m - Das ergibt dann 1,5 x 100pF = 150pF Kabelkapazität.


    Das Kabel sollte auch nicht allzu dick und unflexibel sein, damit man es problemlos verarbeiten kann, für eine minimale Körperschallübertragung, und nicht zuletzt, damit es durch die Original-Kabeldurchführung passt.


    Das Plattenspieler-Chassis ist (wie jedermann weiss :D ) ganz bewußt zur Entkopplung von Körperschall mit sehr sorgfältig dimensionierten Federn in der Zarge so gelagert, daß sich hierfür eine Resonanzfrequenz von ca. 2-3Hz ergibt. Das wollen wir doch nicht durch Ankopplung der Zarge an das Chassis durch ein allzu fettes, steifes Audio-Kabel zunichte machen!


    Die Kabel-Kapazität wird für fertig konfektionierte Cinch-Kabel leider nur selten angegeben, da sie nur bei Plattenspielern und in der Hochfrequenztechnik eine wichtige Rolle spielt.


    Als Meterware erfüllt all diese Anforderungen z..B. das "überall" erhältliche HF-Kabel vom Typ RG-174 recht gut.


    RG-174 ist allerdings nicht als optisch ästhetische Zwillingsleitung erhältich. Irgendwas ist ja immer ....


    Edit: Für das Potentialausgleichskabel (volkstümlich - aber funktionell oft grundfalsch - als "Erdungskabel" bezeichnet) reicht irgendeine handlich verarbeitbare Strippe zwischen 0,25mm² und (maximal) 0,75mm².

  • Danke,
    für die sehr ausführliche Antwort.
    Sowas wäre natürlich praktisch und hat eine geringe Kapazität, ist allerdings auch sehr dick:
    http://www.thomann.de/de/pro_snake_phono_line.htm
    Wenn das nicht geht muss ich wohl die Einzelleitungen nehmen, alle Zwillingsleitungen die ich gefunden habe, hatten schon ziemlich dicke Einzelkabel.


    Und ich habe noch eine Frage:
    Wenn die Kapazität von Leitung zu Leitung und von Leitung zu Schirmung angegeben ist, welche ist dann für mich interessant?
    Hängt es dann nicht von der Geometrie der Leitung ab, ob sich diese addieren oder sogar auslöschen?

  • Wenn die Kapazität von Leitung zu Leitung und von Leitung zu Schirmung angegeben ist, welche ist dann für mich interessant?


    Nur die Kapazität Ader zu Schirm ist interessant.



    Kleiner Exkurs: Elektrische Grundlagen - Reihenschaltung von Kondensatoren
    Für die Berechnung der Kabelkapazität eines Koaxialkabels gelten die gleichen Formeln, wie für einen Zylinderkondensator -> Wikipedia





    Die Kapazität Ader-zu-Ader wäre nur bei einem Kabel mit mehreren Adern in gemeinsamer Abschirmung interessant. Solche Kabel sind aber für uns überhaupt nicht interessant. da man dabei keine Abschirmung zwischen dem linken und dem rechten Kanal hätte.


    Frage an Radio Eriwan:

    Hängt es dann nicht von der Geometrie der Leitung ab, ob sich diese addieren oder sogar auslöschen?


    Antwort: Im Prinzip ja, denn die Kabelkapazität ist von der Geometrie der Kabel und dem verwendeten Isolationsmaterial abhängig.



    .. aber:


    1. Zwei nebeneinanderliegende Koaxialkabel, deren Abschirmung miteinander verbunden ist, stellen elektrisch eine Reihenschaltung von zwei Kondensatoren dar.
    Es addieren sich deshalb die beteiligten Kapazitäten nicht etwa direkt, sondern deren Kehrwerte.
    Z.B. bei zwei einzeln abgeschirmten Koaxialkabeln mit einer Ader-zu-Schirm-Kapazität von jeweils 100pF, die über die Abschirmung miteinander verbunden sind, erhält man deshalb als Kopplungskapazität zwischen den beiden Innenleitern: Cgesamt = 1 / (1/100pf + 1/100pF) = 50pF


    2. Es gibt keine negativen Kapazitätswerte. Daher können sich Kapazitäten nicht gegenseitig auslöschen, egal wie trickreich man sie zusammenschaltet.
    Allenfalls kann man bei genauer Kenntnis aller Einflußfaktoren bzw. eines gemessenen Frequenzganges die Auswirkungen einer zu hohen Kabelkapazität auf die Amplitude des Frequenzganges kompensieren - z.B. mit einem Equalizer. Das geht allerdings nicht ohne zusätzliche frequenzabhängige Phasenverschiebungen des Signals, was wiederum manche Hai-End-Prediger sehr nervös macht, weil sie ganz dolle fest daran glauben, daß sie sowas als Klangverschlechterung heraushören können. Natürlich nur, wenn man vorher ansagt, daß ein Equalizer zwischengeschaltet ist, also nicht etwa in einem von dieser Menschen-Sorte als völlig unfair und für Klang-Vergleiche als ungeeignet angesehenen Doppel-Blindversuch. Zum Glück hat diesen mit einem perfekten Gehör ausgestatteten Menschen noch niemand erzählt, daß auch die Anwendung der Schneidkennline bei der Herstellung der Schallplatte und deren Entzerrung bei der Wiedergabe (durch den Phonovorverstärker) ganz genau das gleiche wie die aufeinanderfolgende Anwendung von zwei Equalizern darstellt - Ganz abgesehen davon, was schon bei der Aufnahme und beim Mastering so an Equalizern benutzt wird. :D

  • Danke, die Leitungen die ich mir angeguckt hatte, mit geringer Kapazität, sind aber eh alle zu dick, dann werde ich das von dir vorgeschagene Coaxialkabel nehmen.
    Ich habe allerdings an meinem Verstärker keine Schraube zum Anschluss des Potentialausgleichkabels. Kann ich dann nicht einfach eine "Massebrücke" stehen lassen und somit den Potentialausgleich über eine der Abschirmungsleitungen geschehen lassen?
    Wenn nicht, wo soll ich das "Massekabel" dann anschließen, ich habe gelesen, dass es auch am Pre-Amp funktioniert?

  • Habe diese Anlage:
    Edifier-S2000
    Der Verstärker hat leider keinen Phono-Eingang.


    Zurzeit benutze ich so einen Billigvorverstärker für 20€ von Ebay und dazu einen Technics SL-J110R.
    Das soll nun aufgerüstet werden auf den Dual 510 mit Shure M 97 XE Tonabnehmer und einer Pro-Ject Phonobox als Preamp.

  • Hi,


    woher bekommt man den günstig so einen Gewebeschlauch ?


    guten Rutsch
    Ulli

  • Hallo Ulli,


    woher bekommt man den günstig so einen Gewebeschlauch ?


    Ich kaufe meinen bei Conrad:


    http://www.conrad.de/ce/de/pro…annTyton/6401091&ref=list


    Ob der oben verlinkte den richtigen Durchmesser hat, kann ich Dir leider nicht mehr sagen, da gibt's ja auch noch andere. In den Schlauch kann man auch noch sauber das Massekabel einziehen, dann läuft nur noch eine Strippe zum Verstärker :thumbsup:,


    Gruß Roland


  • Originales Audiokabel mit separaten (!) Abschirmungen anlöten:

    Man beachte meine Vorliebe für eine saubere Kabelisolierung und -bündelung mit Schrumpfschlauch. 8)
    Das originale Audiokabel ist sehr gut abgeschirmt und hat genau die richtige Kabelkapazität.

    Warum gelötet und nicht wie vorher mit Kabelschuh?
    Probiere mich einzulesen...


    Wunschzettel:
    Schluss, aus, vorbei 8o


  • Warum gelötet und nicht wie vorher mit Kabelschuh?

    Wenn's gut gelötet ist (vorher gereinigt), hast du nie wieder Kontaktprobleme.


    Außerdem sind im Original ja sowieso nur 3 Kabelschuhe vorhanden, weil es die gemeinsame Masse gibt. Falls Du die Massebrücken trennen willst - was ich mittlerweile nicht mehr mache, weil die Adern in den Verstärkern ja doch wieder verbunden sind - würde dir also ein Schuh fehlen.


    Gruß,
    Kurt

  • Servus,


    nun mal sehen ob der Thread kurz wiederbelebt werden kann.

    Ich hab mir so meine Gedanken gemacht und bin jetzt kein Profi was Kapazitäten angeht.

    Wenn zum Cinch Umbau ein solches Mikrofonkabel hergenommen würde (Sommer Cable Patch-& Mikrofonkabel SC-Peacock MKII), Innenleiter jeweils links rechts, plus minus und die Schirmung auf Masse legen, das müsste doch super funktionieren?


    Oder bin ich voll auf dem Holzweg?


    Grüße

    Alex

  • Sommer Cable Patch-& Mikrofonkabel SC-Peacock MKII

    Hallo, das sind die Daten dazu:
    Kapazität Ader/Ader bei 1m (AES/EBU, DMX): 70 pF

    Kapazität Ader/Schirm bei 1m (AES/EBU, DMX): 125 pF
    Wellenwiderstand: 110 Ω

    Isolationswiderstand bei 1 km: 0,5 GΩ
    Isolationswiderstand bei 1 km (AES/EBU, DMX): 0,5 GΩLeiterwiderstand bei 1 km: 90 Ω
    Schirmwiderstand bei 1 km: 36 Ω

    Da empfinde ich die Abweichung,
    von der von uns bevorzugten Kapazität (unter 100pF),
    mit 125 pF, schon recht hoch.

    Grüße Gernot
    Es soll ja Leute geben, die hören, ob das Lautsprecherkabel rot oder blau ist.

    >>> Bitte keine technischen Fragen per PN, nutzt das Board, dann hat Jeder was davon <<<

    Einmal editiert, zuletzt von papaschlumpf ()

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