Probehören bei pet: 2 Duals mit Elacsystemen treten gegen einen Thorens an

  • Hallo zusammen,


    es ist schon etwas her, da waren Eddy-Kayoku und ich bei pet zu einer Hörsession. Die beiden Duals mit den Elacsystemen hatte ich zwecks Aufpolierens mitgebracht. Wenige Stunden und viele Zigarren später waren sie auf Vordermann gebracht und Eddy trudelte auch ein. Die Zeit hatten wir uns mit diversen LPs auf folgenden Drehern versüßt, die alle einen guten Eindruck hinterließen:


    Lenco L78 mit Nagaoka MM-321BE
    Dual 1019 mit Pioneer PC3MC
    Dual 1229 mit Ortofon VMS 20E MKII / Audio Technica AT 12Sa


    Das Audio Technica AT 12Sa mit Shibatanadel war der große Gewinner - selbst stark verkratzte LPs wurden ohne das leiseste Nebengeräusch abgetastet. Eine sah aus, als hätte pets Gierschlund Kater Rommel davon eine ganze Dose Sprühsahne runtergeschleckt. Zum Klang weiter unten mehr.


    Nun ging es los und pet holte die LP "Working Week" von "Working Nights" raus. Die britischen Jazzer mit markanter Frauenstimme eigneten sich prima zum Probehören. Wie oft pet diese LP besitzt können die verwirrten Augenzeugen bis heute nicht definitiv bestätigen.


    Folgende Kette wurde aufgeboten:
    Plattenspieler:
    Thorens TD 145 MKII mit Audio Technica AT 12Sa
    Dual 1218 mit Elac
    STS 355-17
    Dual 1010 mit
    STS 244-17
    Phonovorverstärker:
    NAD PP1

    Mischpult:
    Monarch MMX-88
    Endstufe:
    Revac PRO 250
    Lautsprecher:
    2-Wege Bassreflex, Marke Selbstbau
    Subwoofer:
    10" JVC 252 Chassis in einem 55 Liter Bassreflex Gehäuse, angetrieben durch eine
    gebrückte 2 Kanal CarHifi Endstufe mit 300 Watt RMS, die durch ein Netzteil mit 25 Ampere an 13,8 Volt mit Strom versorgt wird.
    Kater: Rommel


    Gehörte Musik zu beschreiben ist gar nicht so einfach - und eigentlich so sinnvoll wie ein erzähltes Mittagesessen. :D


    Unser erster Eindruck nach diversem Umschalten war einstimmig: Hörten wir wirklich dreimal diesselbe LP oder drei verschiedene ? Außerdem - das vorneweg - waren wir vom Dual 1010 mit dem kleinen Elac überrascht.


    Der Thorens glänzte durch eine ungeheure Transparenz, den das Audio Technica AT 12Sa zuvor bereits am 1229 eindrucksvoll vorgeführt hatte. Man hatte das Gefühl, die Musiker wären im ganzen Raum verteilt während Sängerin Juliet Roberts einem beinahe zärtlich ganz persönliche Botschaften ins Ohr säuselte. Mitunter kam es uns so vor, als wäre die doppelte Anzahl Musiker am durch den Raum wabernden Klangteppich beteiligt. Ein sehr entspanntes Ambiente breitete sich aus.


    Der 1218 hatte diese Transparenz nicht mal ansatzweise, sondern setzte einen ganz anderen Schwerpunkt und brachte die Musik mehr auf den Punkt. Die Band stand praktisch vor uns und spielte konkret für uns als Publikum auf, wobei Juliet Roberts mal pet und mal Eddy ein Augenzwinkern zuwarf - was von mir mit einer gesunden Portion Eifersucht und einem Schmollmund quittiert wurde. Die Instrumente und auch die Stimme kamen insgesamt knackiger (betonter) und sogar etwas härter rüber. Bei der 1218 Kombi war "nur" die tatsächliche Anzahl der Musiker zu hören, die aber aus einem Guß. Durch die Betonung / die Dynamik erschien die Musik schneller gespielt, als beim Thorens.


    Was schreibe ich jetzt über den 1010 ? Der hat irgendwie sein ganz eigenes Ding gemacht. Wir hatten eher vermutet, das er im Vergleich mit den anderen beiden Drehern deutlich abfallen würde, das ist er aber nicht. Ihm fehlte einerseits die Transparenz, andererseits die Brillianz. Aber dennoch hatten wir nie das Gefühl hier versucht jemand mit dem Tretroller gegen einen Rennwagen anzutreten. Die Widergabe war im Vergleich "enger" gefaßt, also komprimierter und auf eine ganz eigene dynamische Art auf den Punkt gebracht. Ihr merkt, es fällt mir schwer das Gehörte zu beschreiben. Bei mir Zuhause spielt der 1010 am CV 40 an Canton LE 400. Gerade Scheiben aus der Zeit des Plattenspielers, gibt er auf eine ganz eigene positive Weise wieder. Z.B. klingt die von mir geliebte erste Doors-LP in dieser Kette großartig (anders).


    Mein Fazit:
    1. Ein Audio Technica AT 12Sa mußte schleunigst her (und zwar vom Marktplatz dank fibbser)
    2. Der 1010 mit dem kleinen Elac ist eine preisgünstige Alternative für den kleinen Geldbeutel, vor allem im Zusammenspiel mit älterem HIFI.
    3. Einen Tagessieger gab es nicht, die herausgehörten Attribute sind sehr überzeugend, aber subjektiv und reine Geschmackssache.
    4. Die eigentliche Überraschung: Einen Tagesverlierer gab es nicht !
    5. Der 1218 mit dem 344-17 entpuppte sich als grundsolider Allrounder.


    Hass-IMs bin ich ja gewohnt. Dennoch bitte ich darum, wüste Beschimpfungen, Drohungen und eine eventuelle Kastration aufgrund des Thorens direkt an pet zu schicken / zu veranlassen, es ist nämlich wie bereits erwähnt seiner. :D


    Den Thread habe ich unter Elac eingestellt, damit Daddelkuddel hier nicht vereinsamt. ;)


    Vergleichende Grüße
    Kai

    Wer in den siebenten Himmel will, muss sechsmal durch die Hölle - City


    Einmal editiert, zuletzt von Kaimikaze () aus folgendem Grund: Korrektur

  • Man hatte das Gefühl, die Musiker wären im ganzen Raum verteilt während Sängerin Juliet Roberts einem beinahe zärtlich ganz persönliche Botschaften ins Ohr säuselte.


    Klarer Fall von phasenverkehrt angeschlossenen Lautsprechern -> alle Höreindrücke für die Tonne. :D :D :D ;)

    Viele Grüße


    Jochen

  • Hallo,


    ist ja wirklich schon ein Weilchen her, aber an die Verblüffung die der getunte 1010 hervorgerufen hat,
    kann ich mich noch sehr gut erinneren :D .
    Im Grunde war das der echte Reibradsound.


    Übrigens hatte ich von der LP damals 4 Exemplare, sicher ist sicher!


    outis:
    Wenn Du wüsstest was man mit einem Monarch MMX-88 alles anrichten kann, würdest Du Dich über nichts mehr wundern :D .
    Aber im Ernst, alle Regler zur Klangbeeinflussung standen auf neutral.


    Um auch noch die Kurve zu ELAC zu bekommen:
    Der Dreher des Monats ist zur Zeit ein ELAC Miracord 50HII mit STS 355E.
    Und nein, den Thorens verkaufe ich nicht :P .


    Gruß


    pet

    "Wenn du nicht paranoid bist, beweist das nicht, dass sie nicht hinter dir her sind", Terry Pratchett.

  • Um auch noch die Kurve zu ELAC zu bekommen:
    Der Dreher des Monats ist zur Zeit ein ELAC Miracord 50HII mit STS 355E.



    :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup:




    Das ein STS244 mit einem 1010 (oder umgekehrt) gut zurecht kommt, kann ich mir gut vorstellen. Das höhere Auflagegewicht sollte dem 1010 entgegenkommen, ebenso die größere Bauhöhe.


    Eben wegen dieser Bauhöhe dürfte der 1218 Probleme mit dem STS344 haben.
    Ich habe mal probeweise eins am 1237 montiert. Wenn man nicht die Platte an der Halterung entfernt, fällt der Tonarm leicht nach hinten ab. Mit einem flacheren STS355 kommt der Dual wesentlich besser zurecht. Das originale DMS hat den 1237 seitdem nicht mehr wiedergesehn ;)


    Interessant wäre jetzt aber noch zu erfahren, welche Nadeln bei diesem Probehören verwendet wurden. Bei den Elac-Systemen ist die Auswahl ja fast unbegrenzt.

    Gruß
    Thorsten


    Kommt aus der Rille nur noch Stille, dann hilft auch keine Pille!


    Und ist der Ruf erst ruiniert, dann lebt es sich ganz ungeniert! :thumbsup:

  • Hallo Thorsten,


    komischerweise komme ich bei den Elacsystemen mit der Startnummer 1-3 immer mit den System- und Nadelbezeichnungen durcheinander. Soll heißen: Das 355 hängt drunter und nicht das 344. Daher paßt die Kombi auch prima. ;)


    Die Elacnadeln waren D-355-17 (rot) und D-255-17 (grün). Solltest Du noch zu anderen Nadeln Fragen haben, müßte pet die ergänzen.


    @ pet: Das nächste Mal warten wir nicht 15 Monate bis zur Veröffentlichung und gestalten es professioneller. :D


    Auf dem 1218 tastet Elac übrigens gerade Eight Miles High von Golden Earring ab.


    Gruß
    Kai

    Wer in den siebenten Himmel will, muss sechsmal durch die Hölle - City


  • Aaah, dan wurde das STS244 praktisch auch noch modernisiert ;)

    Gruß
    Thorsten


    Kommt aus der Rille nur noch Stille, dann hilft auch keine Pille!


    Und ist der Ruf erst ruiniert, dann lebt es sich ganz ungeniert! :thumbsup:

  • DANKE für diesen tollen bericht - hat spass gemacht das zu lesen!


    meine frage: macht ein shibata-schliff wirklich so viel aus, dass kratzer weniger hörbar sind?
    ich überlege nämlich schon lange mir mal das sagenumwobene V15-III und eine jico-nadel zuzulegen...


    LG michael

    LG michael

    sei es rock, punk, heavy metal, politics or classical, it's all MUSIK to me... (FALCO)

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