Lohnt ein neuer 505-4

  • Hallo Dualisten.


    wo kommen denn die heute noch angebotenen Duals wie beispielsweise der 505-4 her. Dachte die Fa. Dual bzw. Schneider gibt es längst nicht mehr. Und lohnt sich der Neukauf eines solchen Drehers noch, oder doch lieber für das gleiche Geld einen guten Gebrauchten mit einem ordentlichen System?


    Gruß


    Holger

  • Diese DUALs kommen von Fehrenbacher.


    Wer über ein wenig handwerkliches Heschick verfügt, kann sich zum gleichen Preis einen 721 mit einem hochwertigen Abtaster kaufen und behält noch Geld übrig für einige Zentimeter Vinyl.


    Den 721 oder den halbautomatischen Bruder 704 empfehle ich wegen des 1/2-Zoll Anschlusses für Tonabnehmer, für die es auch in den nächsten Jahrzehnten Ersatz geben wird.


    Gruß, Frank

  • Hallo Holger!


    Willkommen im/an Bo(a)rd.


    Der CS 505-4 ist ein guter, solider Spieler. Ich hatte selber mal einen und war sehr zufrieden. Wenn Du "Plug-and-Play" haben willst, also gleich mit dem Plattenhören loslegen willst, ohne vorher zu basteln, ist das sicherlich eine gute Wahl.


    Ansonsten lohnt es sich natürlich auch, das Geld in einen Dual-Klassiker wie den CS 701, 721 oder 731Q zu investieren. Insbesondere mit dem CS 721 hast Du aufgrund seines höhenverstellbaren Tonarms die Möglichkeit, fast jedes x-beliebige TA-System anzubringen. Allerdings muss bei fast jedem dieser Klassiker erstmal Hand angelegt werden, um das ein oder andere Wehwehchen (meist jedoch nur Kleinigkeiten) zu entfernen. Es kommt also auch etwas auf Dein handwerkliches Geschick an. Das Board verfügt mittlerweile über einen großen Erfahrungsschatz - fast jeder typische Fehler der Geräte wurde hier bereits identifiziert und Lösungen erarbeitet.


    Von allen anderen aktuellen Dualmodellen außer dem CS 505-4 solltest Du übrigens besser die Finger lassen.


    Viel Spaß beim Einstieg in die Vinylwelt!!!


    Gruß!
    Michael

    Viele Grüße!

    Michael


    3 Mal editiert, zuletzt von vinylonline ()

  • als der CS505 in seiner ersten Variante erschien, war er ein Einsteigermodell. Dass er heute als audiophil angesehen wird, zeigt eigentlich nur, wie sehr das Niveau im Analogbereich in den letzten 20 Jahren abwärts gegangen ist.


    Neu kostet der CS505-4 ab 399 Euro aufwärts. Gebraucht gibt es ihn zwar wesentlich billiger, doch hast Du dann das gleiche Risiko wie bei älteren Geräten. Und für 399 Euro bekommst Du zwei 721 in Top-Zustand, mit denen Du auch ohne Basteln sofort loshören kannst.


    Das Risiko von technischen Problemen ist übrigens bei den Modellen bis zum 721 (ca. 1979) geringer als bei den späteren Geräten mit ULM-Technik. Besonders die 504/521, 604/621 und 704/721 gehen eigentlich nur durch schlechte Behandlung kaputt, ansonsten sind sie quasi unzerstörbar. Die 504/521 entsprechen von der Qualität in etwa dem CS505 (604/621 dito, nur mit Direktantrieb), sind aber momentan (noch) total unterbewertet und gehen bei Ebay zu Preisen unter 50 Euro weg. Selbst wenn man das Umrüsten auf Cinch in der Fachwerkstatt machen lässt und einen neuen Tonabnehmer kaufen muss, ist das immer noch lächerlich im Vergleich zum Preis für einen CS505.


    Möhren erkennt man bei den alten Modellen sofort, und ein Gerät, das beim ersten Hören gut ist, ist auch in fünf Jahren noch gut.


    Gruß Frank

    Einmal editiert, zuletzt von fnerstheimer ()

  • Also ehrlichgesagt würde ich für einen neuen Riementriebler mit einfach(st)em Antrieb keine 400 Euro ausgeben.


    Dieses Gerät war in den 80ern quasi die Einstiegsklasse, also ein Dreher, der nach heutigen Maßstäben keine 200 Euro kosten würde (und der mit anno 1991 gerade mal 438DM, dafür aber mit dem besseren ULM 68 verseheh, gekostet hat).


    Daß er weder einen geregelten Motor hat, noch eine Stroboskopanzeige (dafür aber einen sehr merkwürdigen Pitch-Regel-Mechanismus), ist wirklich unentschuldbar. Anfang/Mitte der 80er Jahre hätte sich niemand mehr getraut, sowas zu verkaufen, heute nennt man sowas dann "Audiophile Concept" und verdient sich eine goldene Nase dran.


    Für 400 Euro bekommst Du auf dem Gebrauchtmarkt drei bis vier CS 714Q, das wäre nicht nur mengenmäßig, sondern auch qualitativ die bessere Wahl :-)


    Ciao
    Christoph

    AT 120E @ CS 714Q

  • Zitat

    Original von Christoph71


    Daß er weder einen geregelten Motor hat, noch eine Stroboskopanzeige (dafür aber einen sehr merkwürdigen Pitch-Regel-Mechanismus), ist wirklich unentschuldbar. Anfang/Mitte der 80er Jahre hätte sich niemand mehr getraut, sowas zu verkaufen, heute nennt man sowas dann "Audiophile Concept" und verdient sich eine goldene Nase dran.


    ähm, Dual hatte ab Mitte der 70er bis Konkurs nur solche Riemenantriebe...

  • Einen 714 kann ich einem Einsteiger wegen fehlender 1/2 Zoll Kompatibilität nicht wirklich empfehlen...


    Gruß, Frank

  • Holger, m.E. lohnt sich ein neuer 505-4 inzwischen nicht mehr, da das Gerät seit der Übernahme des Vertriebs durch Sintron schlicht zu teuer geworden ist, um noch konkurrenzfähig zu sein. Bis dahin gab's ihn noch für rund 300 Euro, und etwa um die Zeit der Umstellung und auch noch eine gewisse Zeit danach hatte Pixmania den 505-4 sogar noch ein wenig günstiger angeboten - womit das Ding auch im Konkurrenzumfeld zwar kein Schnäppchen mehr, aber doch immerhin noch einigermaßen attraktiv war.


    Für nunmehr minimal knapp 400 Euro ist ein 505-4 aber einfach nur noch zu teuer fürs Gebotene. Für das Geld würd ich als Neugerät eher einen anständigen Technics-12x0II-Klon wie den Audio Technica AT-PL120 (bei uns leider nicht ganz so spottbillig wie in den USA...) nebst ein gutes System ins Auge fassen - oder noch ein bisschen mehr für den Original-Technics drauflegen. Oder eben gebraucht kaufen und deutlich sparen (oder auch nichts sparen, weil man den Rest gleich für ein paar nette Tonabnehmer verbrät... ;)).


    Grüße aus München!


    Manfred/ lini

  • Hallo,


    mein Kommentar dazu:


    Wenn man gute gebrauchte Duals mit einem neuen Dual 505-4 vergleicht ist sicher klar, dass man beim Gebrauchten mehr "Plattenspieler" fürs Geld bekommt. Für welchen Typ man sich da entscheidet hängt stark vom persönlichen Geschmack ab. Hier im Board kann man dafür mal die "Suchefunktion" bemühen.


    Wenn man aber ein Neugerät kaufen will, ist der Dual 505-4 trotz extremer Preisanpassungen immer noch besser als viele Konkurrenzprodukte aus aktueller Produktion. So hat sich nun mal der Markt entwickelt.


    Wie schon vorher gepostet, ist das eben das Niveau wo sich der Plattenspielermarkt hinbewegt hat. Damalige Einsteigerklasse ist heute Spitzenklasse. "High End" ist dann Drachenschnurantrieb mit Einfachst-DC-Motoren um einen verchromten Stahlblock als Plattenteller;) :D . Tonarme mit kardanischer Spitzenlagerung gibt es bei "High End" auch erst im Hochpreissegment. Der 505-4 hat aber einen;) .


    Gruß Dualfred

  • Hallo,


    ich sehe das wie Dualfred.


    Im Vergleich zu vielen anderen Spielern ist der 505-4 auch heute noch keine schlechte Wahl. Mit dem kauf eines neuen 505-4 könnte sich das Thema Plattenspieler für die nächsten 25 Jahre erledigt haben.


    Der Tonarm des 505-4 ist immer noch ein Klasse Teil, der Spieler selbst robust und wenig störanfällig.


    Bis denne


    Wolfgang

  • Danke Euch für Eure Meinungen. Bekomme zwar von einem sehr netten Mitglied nach der Phonobörse einen 701 (vielen Dank), wollte mir aber trotzdem noch einen anderen Dreher zulegen. Ihr wisst ja, wenn einen das Fieber mal gepackt hat. :D


    Gruß


    Holger

  • Ich habe seit 15 Jahren eine 505-4. Die 505-4 ist eine Weiterentwicklung der 505 Reihe, es is ist ein robustes und zuverlässiges Gerät mit ein sehr guter Tonarm. Macht noch immer Spaß darauf Musik zu hören.


    Wer sich ein brandneuer Schallplattenspieler wünscht entscheidet sich meiner Ahnung nach auch heute noch bestens für eine 505-4, obwohl es heute ein ziemlich teueres Gerät ist. Auf den Neumarkt findet man aber keine kwalitativ bessere...


    Würde ich mich heute noch für ein neuer 505-4 entscheiden? Das ist eher unwarhscheinlich, man kauft für ein Viertel deren Kaufpreis eine gut erhaltene 601, 7XX oder 1249. Dazu macht dat Basteln mir viel Spaß!


    Gruß


    Koen

    Einmal editiert, zuletzt von koen ()

  • Einen neuen 505-4 kaufen ist wie Essen bestellen und liefern lassen.


    Einen Klassiker günstig kaufen und ggf. zu reparieren ist wie jagen, erlegen, zerlegen, über dem Feuer grillen und anschließend verspeisen :) ;) :] :D

    Gruß Sven


    721-1 (Nagaoka MP 200), 601 (At20SLa)
    Rega Elicit-R, Rega Saturn-R, ASW Cantius 604

  • Ein Motor wie der im CS505 muss nicht geregelt sein, weil sich seine Drehzahl nach der Netzfrequenz und nicht nach der Spannung richtet. Die Netzfrequenz ist immerhin so präzise, dass man Uhren mit solchen "ungeregelten" Antrieben lafen lässt.


    Geregelte Gleichstrommotore aus dem bezahlbaren Preissegment haben wesentlich schlechtere Gleichlauf- und Rumpeleigenschaften als der Antrieb im CS505.


    Gruß Frank

    2 Mal editiert, zuletzt von fnerstheimer ()

  • Zitat

    Original von koen
    Wer sich ein brandneuer Schallplattenspieler wünscht entscheidet sich meiner Ahnung nach auch heute noch bestens für eine 505-4, obwohl es heute ein ziemlich teueres Gerät ist. Auf den Neumarkt findet man aber keine kwalitativ bessere...


    ...das ist so nicht ganz richtig. Der kleine Rega z.B. ist ein richtig guter Plattenspieler, den es preiswerter gibt. Muß einem halt optisch gefallen...


    Abgesehen davon, würde auch ich immer alternativ zu einem richtig gut erhaltenen 721 tendieren, wie ich finde optisch zeitlos und auch heute klanglich noch top!


    Gruß
    Frank

    CC-Liebhaber

  • Hi,


    ob ein neuer 505-4 sein Geld wert ist, lasse ich mal außen vor.


    Aber bei mir spielt u.A. ein 505-4 aus der ersten Serie mit OMB20 oder DMS750, und der Dreher braucht sich damit vor einem klassischen Dual ganz und gar nicht zu verstecken, das Gerät klingt wunderbar und ist absolut problemlos ;)

  • Zitat

    Original von fnerstheimer
    Ein Motor wie der im CS505 muss nicht geregelt sein, weil sich seine Drehzahl nach der Netzfrequenz und nicht nach der Spannung richtet. Die Netzfrequenz ist immerhin so präzise, dass man Uhren mit solchen "ungeregelten" Antrieben lafen lässt.


    Jein.


    Die Netzfrequenz ist auf lange Sicht gesehen konstant, deswegen wird sie für Synchronuhren verwendet. Kurzfristig aber gibt es ziemlich starke Schwankungen, bis zu 0.1%. Wer mal eine Synchronuhr mit einer Funkuhr vergleicht, wird merken, daß die Unterschiede nie gleich sind, nur langfristig gesehen geht die Synchronuhr praktisch so genau, wie eine Funkuhr.


    Ich will auch den 505-4 nicht schlechter machen, als er ist (ich hatte ihn ja selber mal), ich finde es halt nur schade, daß man all die tollen Entwicklungen der direktgetriebenen 700er-Serie mit quarzgeregelten Motoren über Bord geworfen hat und heute als "Spitzenmodell" das verkauft, was seinerzeit als Einstiegsmodell galt ( -> http://dual.pytalhost.eu/741t/Test_Dual741Q_01.jpg ).

    AT 120E @ CS 714Q

  • Zitat

    Original von Tryme
    ... wollte mir aber trotzdem noch einen anderen Dreher zulegen. Ihr wisst ja, wenn einen das Fieber mal gepackt hat. :D


    Gruß


    Holger


    Hallo Holger,


    wenn es unbedingt ein 505-er sein soll, dan schau Dir doch den CS 505 mit Garantie mal an.


    Viele Grüße


    der Tommy.

    Ich bin auf der Suche nach Teilen, Unterlagen oder kompletten Tonbandgeräten von Akai, GX-260, 265, 266, 267 und Akai GX-77


    CV1500 mit CT1641, CS650RC, C939, Akai GX-75, Technics SL-PS 770D und Akai GX77
    CV1600 mit CT1641, CS731, C819 und Technics-CD-Player
    CV62 mit CT 17, CS1249 und Toshiba XR-35
    HS152 mit Toshiba XR-35
    Yamaha AX-2000 mit CS1229, CS731, Technics RS-BX707 und Marantz UD7007

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