Revision HS152 mit Plattenwechsler 1245

  • Da sucht man lange nach einer HS152 und hat man sich dann eine aus verschiedenen Einzelteile zusammegebaut, kommt schon die nächste. Allerdings nicht meine, aber ich darf sie komplett überholen und auf Vordermann bringen. Also ideal um hier einen kompletten Revisionsablauf der HS152-Verstärker und dem 1245 Plattenwechsler zu erstellen. Und gerade der 1245 ist eher selten anzutreffen, so dass ich vermute, diesen nicht mehr all zu häufig auf meinen Tisch zu bekommen.

    Los gehts und die Kiste auf den Tisch gestellt.

    Sieht soweit ganz gut aus. Keine größeren Beschädigungen, nur die üblichen Kratzer in der Haube.

    Diese entfernt sieht man den 1245 in seiner ganzen Bracht. Dies war der verbaute Plattenwechsler am Anfang der 152er Produktion, später ist er durch den 1246 ersetzt und häufiger verbaut worden.

    Plattenteller nach entfernen des Sicherungrings und des Antriebriemens abgehoben und auch das Gegengewicht und das TK entnommen.

    So können wir das Chassis aus dem Gehäuse entnehmen und die Stromversorgung und die Tonkabel entfernen. Schon kann das Chassis vom Gehäuse getrennt werden.

    Dann schauen wir mal, was uns elektronisch erwartet:

    Im Schaltgehäuse des Plattenspielers ist ein Knalli verbaut und muss ersetzt werden

    Auf der Platine des Stroboskoplichtes ist ein runder 47nF Entstörkondi, der dem Knalli in eckiger Form ähnlich sieht, also wird dieser auch ersetzt, bevor dieser platzt.

    Ein Blick auf das Antiskating-Kurvenrad lässt aufatmen - nicht gerissen und muss nicht ersetzt werden.

    Der Blick ins Gehäuse offenbart dann welche elektrischen Bauteile uns hier erwarten.

    Beim Trafo haben wir noch einen runden Knalli, der ersetzt werden möchte und wir löten das rechte gelbe Kabel entsprechend der nebenstehenden Angabe auf 240V um.

    Dann sehen wir die Regelverstärkerplatine und die Endverstärkerplatine mit ein paar Elkos. Hier noch in einem jungfräulichem OEM-Zustand. Hier werde ich sämtliche Elkos austauschen und die Regeler reinigen.

    Gehen wir es also an.

    Grüße

    Gerhard

    2%er

  • Das getrennte Chassis wird auf den Montagebock eingespannt

    Wir starten auf der Unterseite um die Elektronikbauteile zu entfernen.

    Unter dem Gehäuse des Schalters sehen wir zunächst die Stromversorgung (2x schwarz) des Stroboskoplicht, welche wir heraushebeln

    Dann sehen wir die Kabelversorgung des Motors und in diesem Schaltergehäuse ist die Schaltung des Plattenspielermotors mit integriert. Wir sehen Weiß, Gelb und Grün.

    Und unter dem Gelben das Schwarze Kabel um beide Spulen des Motors in Reihe zu schalten. Wir entnehmen alle Kabel und entfernen auf der Oberseite die Klemmscheibe um das Schaltergehäuse herauszunehmen.

    Diese Integration ist mir am 1245 das erste Mal begegnet, ist doch sonst immer ein separates Gehäuse für die Schaltung des Motors und dem Schalter.

    Dann hängen wir den Pitchzahnriemen aus

    Drehen das Chassis wieder nach oben und entfernen die Schlitzschraube oben und die drei Muttern um den Motor entnehmen zu können

    Hier nun die übersichtliche Anzahl an Elektrobauteile. 😊 Ich lege sie zur Seite und kümmere mich später darum, wenn ich den Lötkolben für die Platinen heraushole.

    Als Erstes, von der Mechanik, nehme ich immer den Haupthebel. Desen einfach in der Mitte herunterdrücken und zum Kurvenrad schieben, schon kann man ihn entnehmen.

    Dann können wir den Haupthebel-Halter entnehmen. Ich musste die Schraube herausdrehen, da der Halter in sich zu sehr verklebt ist.

    Dazu die Mutter auf der Oberseite entfernen und dann den Bolzen (in dem Fall mit dem Halter) herausdrehen.

    Diesen habe ich in einem warmen Wasserbad einweichen lassen und schon konnte ich ihn in Einzelteile zerlegen.

    Grüße

    Gerhard

    2%er

  • Haupthebel und der Halter. Alles gesäubert und zur Seite gelegt

    Als nächstes kommt die Start-Stop-Mechanik

    Erst den Start-Stop Hebel. Hierzu die Mutter lösen und alle einzelteile vom Chassis entnehmen

    Nun können wir die beiden Hebel für die Start-Stop-Mechanik entfernen. Zunächst die Feder in der Mitte des großen Fensters des oberen Hebels aushängen, dann die Sicherungsscheibe auf der Rillenachse entfernen.

    Dann kann man erst den kleinen Hebel entnehmen (dabei muss der Drahtbügel von der Endlos-Schaltung ausgehängt werden und kann dann im Chassis bleiben.

    Anschließend kann man den großen Hebel herausnehmen, alles säubern und zur Seite legen.

    Um an die nächsten Hebel zu kommen, muss die Kurvenscheibe entfernt werden, was mit der Lagerbrücke passiert.

    Lagerbrücke, Tellerlager und Kurvenscheibe zerlegt, gereinigt und wieder zusammengebaut

    Nun können wir an die rechte Seite gehen und den Hebel für Aufsatzpunkt und Tonarmlift ausbauen.

    Erst die beiden Sicherungsscheiben entfernen, dann mit der Einstellschraube auf der Oberseite für die Höhe des Lifts, herausdrehen.

    Nun können wir an den Schalthebel gehen und vorher den Schiebehebel und den Riemenumschalterhebel ausbauen.

    Grüße

    Gerhard

    2%er

  • Dazu müssen wir von der Oberseite die Feder vom Haupthebel aushängen.

    Und schon haben wir die drei Hebel heraus, können diese Reinigen und zur Seite legen.

    Als nächstes die Abstellschiene. Wenn man hier genau hinsieht, ist diese etwas krumm und läuft nicht mittig von der Aussparung. Außerdem kam mir im Gehäuse die Kugel entgegen, also ist diese wohl schon länger "trocken" gelaufen.

    Die Abstellschiene wird wieder gerade gebogen, so dass sie wieder korrekt ist.

    Nun ist das Chassis sauber zerlegt. Der Rest kann verbleiben. Plumpslift funktioniert noch problemlos und gut gedämpft. Hier ist keine weitere Arbeit nötig und da das Chassis oder der Tonarm nicht beschädigt ist, kann man ich nun das Chassis säubern und für den Zusammenbau vorbereiten.

    Während das Chassis trocknet habe ich das Gehäuse gereinigt und an den seitlichen Funieren mit Möbelöl eingeschmiert.

    Nun können wir alles wieder einbauen. Erst die Abstellschiene, dann der Schalthebel

    Tonarmlifthebel und auch ein neuer Steuerpimpel - welcher sich natürlich aufgelöst hatte.

    Dann Lagerbrücke mit Kurvenrad und die Start-Stop-Mechanik

    Mit dem Haupthebel ist die Mechanik wieder komplett.

    Grüße

    Gerhard

    2%er

  • Kümmern wir uns um die Elektrik

    Die Entstörkondis im Schaltgehäuse und beim Stroboskoplicht sind gewechselt

    Motor ist zerlegt und die Motorlager sind gereinigt und frisch geölt

    Trafoplatine ist überholt

    Um die Verstärkerplatine herauszunehmen, muss von der Unterseite die zwei schrauben gelöst werden

    Dann kann man die vier Stecker abziehen und den Endverstärker entnehmen.

    Um den Regelverstärker herausnehmen zu können muss erst die Blende abmontiert werden. Hierzu kommen die Bedienknöpfe weg, die mit einer Madenschraube gesichert sind.

    Dann werden die drei Schrauben auf jeder Seite gelöst und die Blende kann nach vorne abgenommen werden.

    Aber auf die Kabel von der Gehäuseerdung und dem LED-Licht achten. Wen es stört, einfach ablöten. Ich habe sie dran gelassen und die Blende einfach zur Seite gedreht.

    Die Haltefeder lösen

    und die beiden Schrauben der Abdeckung / Abschirmung herausdrehen, schon kann diese abgenommen werden.

    Grüße

    Gerhard

    2%er

  • Wir sehen die Regelverstärkerplatine.

    So weggedreht kann man die Kabel an der Frontblende dran lassen.

    Nach dem abziehen der beiden Stecker und dem Lösen der beiden Schrauben kann die obere Schalterplatine entnommen werden

    Ich löse erst den Lautsprecherschalter. Hierzu die beiden Schrauben auf der Unterseite lösen

    um den Halter mit dem Schalter entfernen zu können.

    Ich löse die Mutter, entnehme den Schalter um ihn mit Kontaktspray zu reinigen, dann wieder zusammenbauen.

    Nun die Massefeder von den Schaltern entfernen

    Dann die beiden Schrauben hinten an der Platine lösen und die Stecker abziehen (links und rechts außerhalb des Bildes sind noch weitere Stecker!)

    Dann die Muttern und die Schrauben entfernen, schon kann die Platine herausgenommen werden.

  • Nun sind alle Platinen ausgebaut und wir können an den Austausch der Kondis gehen.

    Die Reglerplatine mit frischen Ekos und gereinigten Reglern

    Beim Endverstärker die vier Transistoren von den Kühlkörpern lösen. Dann die Kühlköprer seitlich herausnehmen, am Träger eine Lasche aufbiegen und schon kann die Platine etwas verschoben und herausgenommen werden.

    Neue Kondis und schon sieht es besser aus.

    Alles wieder zusammengebaut. Unter den Transistoren sind Flitterfolien. Diese entnehmen, säubern und mit frischer Wärmeleitpaste zusammenbauen.

    Dann alle Schalter und Knöpfe putzen, damit sie schön glänzen.

    Dann wieder alles einbauen und die Stecker verbinden

    Nun ist die Trägerplatte mit der Frontplatte wieder im Gehäuse

    Der Plattenspieler ist wieder mit Motor, Schalter und Strobo ausgerüstet.

    Dann alles einstellen und justieren. Erster Test ist erfolgreich und der Plattenspieler kann ins Gehäuse.

    Grüße

    Gerhard

    2%er

  • Frisch revidiert, geputzt und gepflegt kann sich die HS152 wieder sehen lassen

    Der Eigentümer wird sich freuen.


    Und wenn jemand zufällig einen 1245-Chassis herumliegen hat, ich würde noch eines für meine HS suchen.... 😁😉

    Grüße

    Gerhard

    2%er

  • Sensationell wie systematisch und geordnet Du vorgehst, Gerhard! Da wird sich der Besitzer aber wirklich über das komplett revidierte Schmuckstück freuen! :)

    Danke für die ausführliche und sehr schön zu lesende Anleitung. :thumbup:

    Viele Grüße
    André

    In allen vier Ecken sollen Plattenspieler stecken!

  • Iss das der 152er, der vor ein paar Wochen für 40 € in Baden-Baden über Kleinanzeigen zur Abholung angeboten wurde?

  • Tolle Arbeit Gerhard...echt klasse 👍👍👍

    Bin auf dein Können schon a bissel neidisch...!

  • Iss das der 152er, der vor ein paar Wochen für 40 € in Baden-Baden über Kleinanzeigen zur Abholung angeboten wurde?

    Nicht das ich wüsste. Der Owner aus Göppingen hat diesen aus der Familie vererbt bekommen.


    Tolle Arbeit Gerhard...echt klasse 👍👍👍

    Bin auf dein Können schon a bissel neidisch...!

    Nicht doch, wenn ich Maad als Maßstab setze, bin ich ein noch ein blutiger Lehrling. 😅

    Grüße

    Gerhard

    2%er

    Einmal editiert, zuletzt von GerhardS (5. August 2026 um 21:21) aus folgendem Grund: Ein Beitrag von GerhardS mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Diese Röllchen müssten Roederstein KT1800 sein, das sind Folienkondensatoren und völlig unproblematisch. Systematisch raus fliegen bei mir wirklich nur Papierkondensatoren in Epoxy-Hülle, also Rifa PME271 und das Äquivalent von Wima, MP wenn ich mich richtig erinnere. Und natürlich noch ältere Exemplare, die gar nicht als Entstörkondensatoren gekennzeichnet sind.

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