Hallo zusammen, ich habe versucht, einen CS714Q, den ich 1981 angeschafft hatte, nach ca. 20 Jahren in einem Lagerraum, wieder in Betrieb zu nehmen. Der Motor dreht sofort hoch, wenn der Tonarm eingeschwenkt wird, das Stroboskop leuchtet. Nach Recherche in diesem Forum habe ich bisher Folgendes getan:
- C9004 ersetzt (leider mit einem 470uF Elko, wie in der Teileliste angegeben statt mit 1000uF wie verbaut und später im Servicemanual korrigiert.) Den werde ich bei nächster Gelegenheit nochmal tauschen.
- C9201 und C9202 ersetzt.
- Spannungen gemessen: 25V abnehmend auf 20V an C9004; 14,8V am oberen Ende von R9002; 5,1V am unteren Ende von R9002; -5,0V am Anoden-Ende von D9008
- Steckverbindungen der Module visuell kontrolliert, Korrosion ist nicht zu entdecken
- Tachospulen-Widerstände gemessen: 35,2 Ohm zwischen Pin 11/12; 55,1 Ohm bei 6/3; 53,0 Ohm bei 6/4, 52,8 Ohm bei 6/8 und 55,6 Ohm bei 6/9
- R9008 einseitig ausgelötet; der Motor stoppt, wenn man das freie Ende an Masse legt, sonst dreht er hoch
- Eingang Tacho-Signal an Modul 2 überprüft: 34,9 Ohm zwischen Pin 1 und 2; mit Pin 2 als Masse ertönt ein klares Sinus-Signal beim manuellen Drehen des Motors im stromlosen Zustand.
Nach alldem gehe ich mal davon aus, dass der Fehler nicht im Motor selbst, den Spulen dort und im Motorboard zu suchen ist; liege ich da richtig?
Nächster Kandidat wäre dann das Modul 2 mit den IC's darauf. Kommt man da mit Multimeter, Lötkolben und eventuell einem Arduino zum Testen der IC's ohne Oszilloskop weiter?
Bin für jeden Tipp dankbar. Gruß, Rüdiger
Dual CS714Q Hochdreher
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Nach 20 Jahren rumstehen ist der Magnetring im Motor der Kandidat. Aufgequollen wie so oft. Zahnrad schleift am Magnetring, Elektronik regelt nach, Motor dreht hoch.
Lösung: Magnetring bearbeiten oder anderen Motor oder mir gratis als Ersatzteillager schicken.
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Schau mal nach dem IC 9201 auf Modul2. Wenn es da ein Problem gibt dreht der Motor auch mal gerne hoch.
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Nach 20 Jahren rumstehen ist der Magnetring im Motor der Kandidat. Aufgequollen wie so oft. Zahnrad schleift am Magnetring, Elektronik regelt nach, Motor dreht hoch.
Lösung: Magnetring bearbeiten oder anderen Motor oder mir gratis als Ersatzteillager schicken.
Ok, merke ich mir mal, vielen Dank. Zu sehen, hören oder fühlen ist da nichts, wenn man an der Motorachse dreht, aber Genaueres würde man wohl erst erfahren, wenn man sich mal das Signal anschaut. Gelagert war das Gerät trocken, aber nach 45 Jahren kann man solche Schäden natürlich nicht ausschließen.
Schau mal nach dem IC 9201 auf Modul2. Wenn es da ein Problem gibt dreht der Motor auch mal gerne hoch.
Danke, ja, das wäre sicher ein Kandidat. Den Schaltplan (vom 731) und Servicemanual habe ich, danke.
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Ja der Operationsverstärker ist definitiv ein möglicher Verursacher. Ob er funktioniert, kann man aber eigentlich nur mit einem Oszi testen. Ansonsten einfach mal austauschen. LG Michael
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Ja der Operationsverstärker ist definitiv ein möglicher Verursacher. Ob er funktioniert, kann man aber eigentlich nur mit einem Oszi testen. Ansonsten einfach mal austauschen. LG Michael
Ok, danke. Bei mir sitzt da ein RC4559NB, als Ersatz käme wohl auch ein 4558 in Frage.
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…meiner persönlichen Erfahrung nach sollte der Motor ok sein, wenn keinerlei Geräusche (Schleifen in einem bestimmten Rhythmus) zu hören sind. Aber auch das wäre für mich kein Grund, den guten Dreher zu verschenken 😉 auch das ließe sich reparieren
Ich tippe auch eher auf den opamp… -
Es gibt hier im Forum einen Thread zu OPAMPs in Dual Geräten. Der 4558 sollte kein Problem machen, genauso wie viele andere auch, zB. der LM833N. Ich baue einen Sockel ein, dann kann man austauschen. Ich messe mit dem Oszi nach, war aber nie ein größeres Problem, wenn der OPAMP ersetzt wurde. Wo ist denn OWL?. Beste Grüße Michael
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OWL ist Ostwestfalen-Lippe, also der Raum Bielefeld.
Frank
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…meiner persönlichen Erfahrung nach sollte der Motor ok sein, wenn keinerlei Geräusche (Schleifen in einem bestimmten Rhythmus) zu hören sind. Aber auch das wäre für mich kein Grund, den guten Dreher zu verschenken 😉 auch das ließe sich reparieren
Ich tippe auch eher auf den opamp…Sehe ich auch so. Ich werde weiter nach dem Fehler suchen; Modul 2 mit den beiden IC's ist als nächstes dran.
OWL ist Ostwestfalen-Lippe, also der Raum Bielefeld.
Frank
So ist es. Minden-Lübbecke, Herford, Bielefeld, Gütersloh, Paderborn, Lippe, Höxter.
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OWL, aja, wieder was gelernt

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Es gibt hier im Forum einen Thread zu OPAMPs in Dual Geräten. Der 4558 sollte kein Problem machen, genauso wie viele andere auch, zB. der LM833N. Ich baue einen Sockel ein, dann kann man austauschen. Ich messe mit dem Oszi nach, war aber nie ein größeres Problem, wenn der OPAMP ersetzt wurde. Wo ist denn OWL?. Beste Grüße Michael
Danke, den Thread schau ich mir mal an. Könnte ja einer der IC's sein. OWL ist die Abkürzung für Ostwestfalen-Lippe.
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Also ich habe schon zwei Hochdreher (meine Lieblinge 741er) durch OPA Ersatz geheilt
. Da die Schaltung ähnlich bis gleich in anderen Modellen ist, gilt das Problem aber auch für andere Dreher. Deinen Messungen nach, ist die Tachospule i.O. Da nichts schleift, gibt es eigentlich wenig Grund anzunehmen, dass der Motor der Grund fürs Hochdrehen ist. Und da du schon die eventuell kritischen Kondis gewechselt hast, bleibt eigentlich nur ein Fehler in den OPAMPs. Im Übrigen, auch wenn das hier vielleicht dann wieder eine vom Thema abwandernde Diskussion gibt, ob der Elko nun 470 oder 1000 µF hat, das ist in dem (konventionellen) Netzteil fast egal. Und noch einen Tip, da ich mich nicht mit fremden Federn schmücken möchte: Es gibt auch zum Thema Hochdrehen Motorspule/Kondis/ICs von "Wacholder" eine super Beschreibung/Erklärung. Ohne seine Beschreibung wäre ich nie bei meinen Hochdrehern damals so schnell auf die OPAMPs gekommen. Und da ich etwas skeptisch war, warum/dass die OPAMPs wirklich schlapp machen würden, hatte ich mit dem Oszi schnell mal die Impulse mir angeschaut und da war dann schnell klar, dass er völlig Recht hatte und dass das offensichtlich kein Einzelfall ist. Also good luck. LG Michael -
Also ich habe schon zwei Hochdreher (meine Lieblinge 741er) durch OPA Ersatz geheilt
. Da die Schaltung ähnlich bis gleich in anderen Modellen ist, gilt das Problem aber auch für andere Dreher. Deinen Messungen nach, ist die Tachospule i.O. Da nichts schleift, gibt es eigentlich wenig Grund anzunehmen, dass der Motor der Grund fürs Hochdrehen ist. Und da du schon die eventuell kritischen Kondis gewechselt hast, bleibt eigentlich nur ein Fehler in den OPAMPs. Im Übrigen, auch wenn das hier vielleicht dann wieder eine vom Thema abwandernde Diskussion gibt, ob der Elko nun 470 oder 1000 µF hat, das ist in dem (konventionellen) Netzteil fast egal. Und noch einen Tip, da ich mich nicht mit fremden Federn schmücken möchte: Es gibt auch zum Thema Hochdrehen Motorspule/Kondis/ICs von "Wacholder" eine super Beschreibung/Erklärung. Ohne seine Beschreibung wäre ich nie bei meinen Hochdrehern damals so schnell auf die OPAMPs gekommen. Und da ich etwas skeptisch war, warum/dass die OPAMPs wirklich schlapp machen würden, hatte ich mit dem Oszi schnell mal die Impulse mir angeschaut und da war dann schnell klar, dass er völlig Recht hatte und dass das offensichtlich kein Einzelfall ist. Also good luck. LG MichaelDanke, das bestärkt mich in meinem geplanten Vorgehen.
Die Elkos sehen optisch alle noch ok aus; im Moment möchte ich die nicht alle auf Verdacht austauschen. Viele der Beiträge von "Wacholder" habe ich schon gelesen und berücksichtigt; da bekommt man wirklich den Eindruck, dass er die Materie in- und auswendig kennt.
Ich bin da eher Anfänger und gehe Schritt für Schritt vor; habe gestern die "Service-Information" zum 731/714 von April 1979 im Detail studiert. Auch wenn ich manches darin nicht zu 100% verstehe, hilft es doch, die einzelnen Baugruppen und kritische Bauteile zu identifizieren. Und man merkt dem Text deutlich an, wie stolz die Ingenieure gewesen sein müssen, die diese komplizierte und damals wohl neue Steuerung realisiert haben.
Die IC's werde ich mir auf jeden Fall mal genauer anschauen udn mich auch hier im Forum dazu weiter schlau machen. Gruß, Rüdiger -
Übrigens, wenn du das Gehäuse öffnest, pass auf elektrostatische Entladungen auf, das kann diese alten, empfindlichen Bauteile den Rest geben. Um übrigens nie wieder die kleinen Gehäuseschrauben zu verlieren, nutze ich einen individuell gravierten Schlüsselanhänger, um mein Präzisionswerkzeug zu markieren. Ordnung ist 50% des Erfolgs, um nicht an solchen komplexen Schaltungen zu verzweifeln!
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Es ist schon erstaunlich, wie so ein alter RC4559 nach Jahrzehnten Probleme machen kann, obwohl äußerlich alles okay aussieht. Manchmal stört eine kleine Spannungsschwankung oder ein Bauteil, das langsam altert, die Motordrehzahlregelung. Ich hatte mal einen CS, bei dem ein Elko zwar unauffällig war, aber trotzdem alles veränderte. Dein Plan, das Signal am IC zu prüfen, ist genau richtig – das bringt oft mehr als bloßes Drehen am Motor. Viel Erfolg beim Suchen, solche alten Elektroniken sind echt spannende Puzzles!
Danke, ich bin auch gespannt, wo die Ursache der Störung letztendlich zu lokalisieren sein wird. Ein paar Tage wird's aber noch dauern, bevor ich dazu komme und dann muss ich ggf. die Teile bestellen. Ich melde mich dann gerne wieder hier im Forum.
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Der 4559 scheint es nicht zu sein. Ein Test mit dem ganzen Modul 2 auf einem Breadboard bringt zwar keine schlüssigen Ergebnisse, aber ausgelötet verhält sich der IC genau wie ein neuer TL082; ich habe den Eingangsverstärker und den Schmitt-Trigger mit kleinen Modellschaltungen getestet und sie funktionieren beim alten 4559 und beim neuen TL082 ohne auffällige Unterschiede. Den Tantal-Kondi C9202 habe ich auch mal ausgelötet, auch der scheint soweit in Ordnung, wie man das mit einem einfachen Multimeter ohne Kapazitätsmessung beurteilen kann. D.h., wenn der Fehler im Modul 2 liegt, dann irgendwo später im Signalfluss, eventuell IC 9202 oder irgendwas drumherum. Da werde ich mal weitersuchen und wsl. die IC's in Sockel plazieren; die Löterei ist ziemlich nervig.
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Evtl. liegts an der Hochlauferkennung, sitzt auf Modul 3.
IC14011 G64 11-13
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Evtl. liegts an der Hochlauferkennung, sitzt auf Modul 3.
IC14011 G64 11-13
Danke, ja, das wäre dann der nächste Kandidat. Die PLL-Schaltung mit dem IC 9202 / 14013 spielt dann keine Rolle mehr in der Hochlaufphase?
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