• Gestern machte ich einen Abstecher ins Deutsche Grammophon Museum. Dort kann man den DUAL 455 bewundern, wie er in jeder Lage, auch kopfüber, die LP spielt....

    Warum kann ich diese spezielle Eigenschaft in WIKI oder eBay Angeboten nirgends lesen? Es ist ja wirklich etwas besonderes, dass der Tonarm völlig ausbalanciert (wie geht das überhaupt?) nicht durch Gewicht, sondern durch Federkraft die Nadel durch die Rille führt?

    Am Modell im Museum scheint auch ein besonderer (anderer als in eBay Angeboten), längerer Tonarm (Carbon Fiber) montiert zu sein.

    Wie rumpelig ist denn der Antrieb dieses Modells?

    Ich habe wieder mehr Fragen als es sonnige Stunden gibt (hier und heute)

    Thomas

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  • Gestern machte ich einen Abstecher ins Deutsche Grammophon Museum. Dort kann man den DUAL 455 bewundern, wie er in jeder Lage, auch kopfüber, die LP spielt....

    Ist im Prinzip ein alter Hut, kannst Du mit jedem Dual machen (sofern er per Ferderkraft eingestellt wird), auch mit Deinem 1249.

    Warum kann ich diese spezielle Eigenschaft in WIKI oder eBay Angeboten nirgends lesen?

    Vermutliche weil es den meisten Ebay Verkäufern unbekannt ist, bzw. den meisten Nutzern auch völlig egal. In der normalen Nutzung spielt das keinerlei Rolle, ist aber immer wieder ein Knaller wenn man es zum ersten Mal sieht.
    Vorteil ist halt, dass man den Spieler nicht unbedingt 100% ausrichten muss.

    VG

    Kai


  • Dort kann man den DUAL 455 bewundern, wie er in jeder Lage, auch kopfüber, die LP spielt....

    Das kann jeder Dual, der eine Feder zur Gewichtseinstellung nutzt und vermutlich gibt es auch den einen oder anderen Tangentialspieler, der das kann. Das Modell im Museum war ursprünglich ein Modell für die Ausstellung auf der Messe (IFA) und zeigt vor allem, dass es egal ist, ob der Spieler gerade steht oder nicht. Allerdings dürfte dir aufgefallen sein, dass der Spieler echt eiert. Okay, praxisbezogen ist die Aufstellung nicht :D


    Der 455 wird im Board unterschiedlich bewertet. Ich mag ihn bekanntlich sehr, der Motor ist leise im Signal vernehmbar. Der Tonarn ist, wenn man das ULM-Konzept nicht völlig ablehnt, echt gut. Und die Mechanik ist stabiler, als man vermuten würde und versieht problemlos auch Jahrzehnte ihren Dienst zuverlässig und geräuschlos.


    tpl1011 war schneller :)

    Liebe Grüße
    Thomas

  • "dein 1249 kann das auch"

    Würde ich gerne glauben, kann es aber nicht.

    Überhaupt: dass eine Feder den Auflagedruck statt eines Gewichtes erbringt, passt noch in meinen grauen Kopf. Aber wenn der Tonarm zB horizontal am senkrechten Chassis hängt, warum fällt er nicht nach unten??

    Auch gibt es einen 455-1M, Produktionsjahre ab 2009-?

    Kann der auch kopfüber?

    Das Modell im Museum hat einen speziellen Tonarm? Karbon Fiber steht da auf dem TA, das Gewicht ist weiter vom Drehpunkt weg, als alle, die ich auf eBay oder Kleinanzeigen sehe.

    "Das Motorsummen hört man leicht" ist für mich leider ein absolutes NEIN zum Haben-Wollen.

    Und: eine schöne Sammlung in St Georgen! War einige Male überrascht. zB die erste Stereo Übertragung im Jahr 1881 !

    Jetzt weiss ich auch, woher der Name DUAL kommt. Die ersten elektrischen Motoren hatten immer noch ein Federwerk.

    Der ganz alte (erste?) Dreher, mit dem kugelförmigen TA, den man am Radio einstöpseln konnte, klingt gar nicht schlecht.

    Ich staunte auch, wie viele ausgestellte Geräte ich schon mal mein eigen nennen konnte.

    Thomas

  • "Das Motorsummen hört man leicht" ist für mich leider ein absolutes NEIN zum Haben-Wollen.

    Dann kannst du deinen 1249 gleich mit abgeben. Das Motorgeräusch ist anders, aber ähnlich störend oder eben auch nicht. Sagt dir jemand, der gerade mit einem 521 hört (den der SM 840 so gestört hat, dass er ihn ersetzt hat; der Motor läuft übrigens auch in deinem 1249). :P

    Aber lassen wir die Frotzeleien: dein 1249 macht nur wenig anders als der 455. Die Automatik ist sehr ähnlich, beide Tonarme sind kardanisch gelagert haben die masselose Auflagekraft. Die Motoren und Drehzahleinstellung unterscheiden sich (mechanisch vs. elektronisch, AC vs. DC). Beide Spieler sorgen bei denen, die richtig Ahnung haben, für Kopfschütteln, während wir lässig-entspannt und gar nicht mal so schlecht Musik damit hören.


    Zitat
    • Antrieb und Tonarm sind aktuellen Dual-Modellen (CS-455,505-4) qualitativ überlegen.

    hihi… wer hat das denn zum 1249 bei HiFi-Wiki hinterlassen? Die Tonarme sind auf vergleichbarem Niveau, vom Konzept her eigentlich fast identisch und von den Motoren her gibt es die geringsten Probleme ausgerechnet beim 505… der Spreizpulley der AC-Motoren wird hingegen öfter kritisiert (was ich nicht nachvollziehen kann). Und der DC-Motor des 455 wird gerne belächelt. Er dreht in verschiedenen Reinkarnationen bei vielen Herstellern seit 40 Jahren seine Runden. Klar gibt es besseres, aber nicht zu dem Preis.

    Liebe Grüße
    Thomas

    Einmal editiert, zuletzt von Darwin (2. Juni 2025 um 09:47) aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Darwin mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Würde ich gerne glauben, kann es aber nicht

    Wie geschrieben, relevant ist die Einstellung über Federkraft und das können praktisch alle Duals mit wenigen Ausnahmen.
    Du kannst das also (sofern Du den Teller sicherst) mit einem 1218/1219/1228/1229/504/521/604/621/704/721 und und und.......

    Das Modell welches in Deinem Beitrag einen 455 rumwirbelt wurde in den 70ern mit einem 1219 betrieben.... wie gesagt ein alter Hut^^

    VG

    Kai


  • Mein 1249 war mit zwei verschiedenen Motoren unerträglich laut. Jetzt betreibe ich ihn mit externem (2. 1249) Antrieb und bin begeistert.

    Das kopfüber Spielen ist mir immer noch ein Rätsel....

    An meinem 1249 mag die Auflagekraft per Feder bewerkstelligt sein, aber der Tonarm fliegt doch in der Gegend herum, wenn ich das Chassis wie im Museumsvideo bewege....

  • Hallo,

    probier es aus, nur musst Du die Platte sichern... Wichtig ist das der Tonarm gescheit ausbalanciert ist. Wird das nicht gemacht dann kann das eben so sein.

    Das mit dem ausbalancierten Tonarm und Auflagekraft mittels Federkraft ist "deutsche Schule", neben Dual haben das auch PE und Elac bei vielen Spielern so gemacht, nur haben diese Hersteller früher die Grätsche gemacht.

    Der Tonarm ist ein ganz normaler 455-er (ja, ich war auch schon in St. Georgen). Es gab immer unterschiedlich beschriftete Headshells, technisch ändert das nix und eine andere Tonarmlänge wäre bei gleicher Anordnung äusserst kontraproduktiv (Spurfehlwinkel).

    Der 455 ist ein netter Knabe, wurde u.a. als Grundig, Siemens, Philips, Thorens, Uher usw. usw verkauft. Es gibt weißgott "schlechteres".

    Da überall geknapst und gespart werden musste zeigt aber nur das es damals die Ingenieure hinbekommen haben trotz Rotstifts einen gescheiten Plattenspieler zu konstruieren. Im Prinzip wird er ja noch heute als Pro-Ject bzw. Rekkord gebaut.

    Wenn die Motoren so einen Krach machen ist was defekt, entweder Lager oder Läufer, viel mehr gibt es ja nicht bei Synchronmotoren. Man kennt die fast 50 Jahre Geschichte der Dreher ja nicht und ich hab schon Dinge gesehen da möchte ich am Liebsten die früheren Besitzer kräftigst in den Allerwertesten...

    Peter

    Die Leute blicken immer so verächtlich auf vergangene Zeiten, weil die dies und jenes ›noch‹ nicht besaßen, was wir heute besitzen.
    Es ist nicht nur vieles hinzugekommen. Es ist auch vieles verloren gegangen, im guten und im bösen. Die von damals hatten vieles noch nicht. Aber wir haben vieles nicht mehr.
    (Tucholsky)

  • Wenn die Motoren so einen Krach machen ist was defekt, entweder Lager oder Läufer, viel mehr gibt es ja nicht bei Synchronmotoren. Man kennt die fast 50 Jahre Geschichte der Dreher ja nicht und ich hab schon Dinge gesehen da möchte ich am Liebsten die früheren Besitzer kräftigst in den Allerwertesten...

    Ich auch :rolleyes: . Die alten AC-Motoren kriegt man oft wieder flott, die neuen kann man kostengünstig ersetzen. Ich für meinen Teil höre leider fast jeden Riemen- oder Reibradantrieb. Sobald die Musik einsetzt, wird das Geräusch in der Regel übertönt. Nur bei Klassik oder so kann es schon mal nerven. Mich hält das nicht davon ab, trotzdem Musik wie eh und je mit solchen Spielern zu hören.

    Liebe Grüße
    Thomas

  • (sofern Du den Teller sicherst)

    Obacht geben, länger Leben!
      
    Was der Kai hier schreibt, ist gaanz, gaaaanz wichtig.

    Wer zum Beispiel den 1249 auf den Kopf stellt verliert sofort den Teller =O.
    Im Museum haben wir zusätzlich auch die Schallplatten am Teller festgemacht.

    Viele Grüße,
    Rainer

    --------------------------------------------------------------------------
    *Es gibt auch ein Leben ohne Dual. Aber es ist sinnlos!* ;)
    (frei nach Loriot)

  • Der Tonarm aller Dualplattenspieler wird mit Hilfe des Gegengewichts in alle Richtungen gleichermaßen ausbalanciert. Bei einigen neuen Dual (z.B. mein CS 518) wir das Auflagegewicht dann durch Drehen des Gewichts anhand einer Skala eingestellt. Dieses Gewicht wirkt natürlich durch seine Schwerkraft immer senkrecht zum Erdmittelpunkt. Wenn der Plattenspieler schräg steht, wird die Nadel also nicht beide Rillenflanken gleichmäßig belasten, was sich z.B. durch unterschiedliche Lautstärke der beiden Kanäle, Verzerrungen oder durch Herausspringen der Nadel aus der Rille bemerkbar machen kann.

    Wird die Auflagekraft dagegen nach dem Ausbalancieren mit einer Feder eingestellt (wie z.B. bei meinen 714 Q oder 505-4 und den meisten älteren Duals) wirkt die Kraft der Feder immer senkrecht auf die Platte. Das einzige Problem ist, dass der Plattenteller oder die Platte herunterfallen könnte bzw. würde, ansonsten könnte so ein Plattenspieler tatsächlich auch über Kopf spielen. Mein 714 Q hat tadellos in Schräglage funktioniert. Allerdings sind auch die Lager des Tellers nicht für solche Zwecke ausgelegt. Aber immerhin benötigt man keine Wasserwaage für die Aufstellung.

    Ich fand es erst schade, dass mein 518 keine (Spiral-) Feder mehr hat, aber er funktioniert in der Praxis genauso gut. Und bei meinem ersten 714 Q war genau dieser Federmechanismus nach Jahrzehnten defekt. Es ist so ähnlich wie bei Autos oder anderen technischen Geräten: was nicht da und entbehrlich ist, kann auch nicht kaputt gehen.

    ein Westfale in Oberbayern

    Einmal editiert, zuletzt von Archie (2. Juni 2025 um 17:43)

  • Hallo,

    im Physikunterricht gab es das als Vektorenrechnung (auch Grundlage der Statik)...

    Peter

    Die Leute blicken immer so verächtlich auf vergangene Zeiten, weil die dies und jenes ›noch‹ nicht besaßen, was wir heute besitzen.
    Es ist nicht nur vieles hinzugekommen. Es ist auch vieles verloren gegangen, im guten und im bösen. Die von damals hatten vieles noch nicht. Aber wir haben vieles nicht mehr.
    (Tucholsky)

  • Perfekt ausbalanciert liegt der Schwerpunkt eines Tonatms exakt in der Lagerachse. Wenn jetzt der Auflagedruck durch verschieben des Gegengewichtes eingestellt wird, verschiebt sich auch der Schwerpunkt, der Tonarm ist aus der Balance. Bei der Dual-typischen Einstellung durch Federzug bleibt der Arm dagegen perfekt in der Balance und es wirkt nicht die Schwerkraft auf den Arm, sondern nur die Zugkraft der Feder. Bei verwellten Platten bedeutet das auch, dass der Auflagedruck sich quasi nicht verändert und der Arm den Bewegungen perfekt folgen kann. Mit einem Dual lassen sich auch Platten abspielen, bei denen andere Arme versagen. Das ist also durchaus relevant.

    "Leeve Mann!", sach ich für die Frau.

    Diethelm :|

  • Hinzu kommt das Antiskating. Steht ein normalbearmter Plattenspieler nicht im Wasser, ueberlagert die Schwerkraft das Antiskating.

    Wobei ich glaube, dass die Motivation fuer Dual als Massenhersteller hauptsaechlich darin lag, die Geraete "deppensicherer" zu machen. In die gleiche Kerbe schlaegt ja auch z.B. das Click-System fuer die Tonabnehmer. Da kann man einfach nichts mehr falsch machen. Frueher machte man aus Plattenspielern ja auch keine Wissenschaft, sondern benutzte sie einfach ohne gross nachzudenken ;)

  • Frueher machte man aus Plattenspielern ja auch keine Wissenschaft, sondern benutzte sie einfach ohne gross nachzudenken ;)

    Psst… das soll heute auch noch gehen :rolleyes: … aber bitte nicht weitersagen :saint:

    Liebe Grüße
    Thomas

  • Hallo

    ja, Beispiel Stereophonokoffer auf der schiefen Terrassenmauer, da ist noch ne Steckdose, passt, Boxen anklemmen und den damaligen Sommerhit "Movie Star" von Harpo aufgelegt, die Mädels wollen tanzen.

    Nix Einstellorgien - uns hättest sowieso was von VTA, Überhang oder Compliance erzählen sollen... Ein "Hä"? wäre die Rückfrage gewesen...

    Peter

    Die Leute blicken immer so verächtlich auf vergangene Zeiten, weil die dies und jenes ›noch‹ nicht besaßen, was wir heute besitzen.
    Es ist nicht nur vieles hinzugekommen. Es ist auch vieles verloren gegangen, im guten und im bösen. Die von damals hatten vieles noch nicht. Aber wir haben vieles nicht mehr.
    (Tucholsky)

  • Und wenn die Nadel sprang, wurde ein Groschen vorne drauf gelegt.

    "Leeve Mann!", sach ich für die Frau.

    Diethelm :|

  • Das ist also durchaus relevant.

    wobei mein Telefunken S500 mit verwellten Platten auch gut klar kommt. Ich sag ja auch nicht, dass die Federbalance keine Vorteile hat, aber in der normalen Nutzung funktionieren die rein gewichtseingestellten genauso gut. So extrem verwellte Platten kommen bei mir nicht auf den Teller, sondern in die Tonne.

    Ist typisch deutsche Ingenieurskunst immer ein bissl mehr machen was geht egal ob man es braucht.... ich steh drauf^^

    VG

    Kai


    Einmal editiert, zuletzt von tpl1011 (2. Juni 2025 um 22:46)

  • Und dann noch mechanisch ein bisschen komplizierter, siehe PE.

    Die Kroenung ist ja beim 2020 ohne L, dass der Tonarm im Einzelspielmodus niedriger einschwenkt als im Wechslermodus. Braucht kein Mensch, hat aber was.

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