• Guten Tag liebe Foristen,


    nach vielem Lesen hier wäre es interessant zu wissen welche älteren Dual Plattenspieler sich heute noch "wirklich lohnen". Meine welche das Potential haben bei guter Herrichtung tolle Ergebnisse zu bringen. Auch im Vergleich zu neuen "heutigen "Geräten . Bin nicht unbegabt was Schrauben u. Basteln angeht. Gibt es Modelle wo man bezüglich neuem System oder neuer Nadel mehr Möglichkeiten offen hat? Las über ULM , da ist man wohl eingeschränkt. Es reizt mich auch etwas älteres günstig zu kaufen u. dann durch Herrichten so hin zu kriegen, dass neue zum Beispiel Einsteigergeräte blass daneben stehen. Wäre auch für andere Hersteller offen, Thorens soll auch recht gut sein. Optik wäre mir nicht so wichtig, eher gute innere Werte, die nützlich sind.


    danke und viele Grüße! Bernd

  • Hallo Bernd

    und uiuiui, da kann man dutzende Geräte aufzählen. Die alten Schinken sind überholt auch heute noch sehr gute Spieler.

    Die 7ner-Serie z.B.: 701/704/714(Ulm, kann man umrüsten)/721...

    Die 6er 601/621/6...

    Aber auch die alten Reibradler der 12er-Serie müssen sich wahrlich nicht verstecken. 1218/1228/1219/1229/1237/1246... Alles Dreher der gehobenen Mittelklasse bis Oberklasse - auch heute noch.

    Gruß Martin

    Martins Lieblingsdreher: Dual 1229, Dual 1000/1001, Dual 300 Siesta, Luxor GW1. Alles Weitere im Profil.

    2 Mal editiert, zuletzt von MaxB (28. April 2025 um 22:49)

  • Hallo Martin, danke für die schnelle freundliche Antwort !

    Dann werde ich mal schauen. Hört man denn Unterschiede zwischen 6er, 7er und den genannten Oberklassemodellen?

    Gefühlt denke ich bei Reibradler an holprig weiß aber nichts genaues darüber.


    Gruß Bernd

  • Hallo Bernd,

    ich kann da meinem Namensvetter nur völlig zustimmen, alle von ihm genannten sind erhltungswürdig und lohnen die Reparatur bzw. Wartung.

    Ich selbst habe vor einiger Zeit mit einem 1225er und einem 1226er angefangen, die ich auf dem Sperrmüll gefunden habe. Mittlerweile sind aus den beiden Kleinen (Reibradlern) insgesamt 16 Plattenspieler geworden, davon 14 von DUAL.

    Vielleicht solltest du als Einstieg auch erstmal einen 1225/1226er revidieren, die sind eigentlich relativ einfach zu warten und bieten einen schönen Einstieg in das Thema und die Mechanik.

    Wenn du mal nicht weiter weisst....hier wird dir immer nett geholfen !

    LG,

    Martin


    Man lernt nie aus...

    Der Vorteil der Intelligenz ist, daß man sich dumm stellen kann. Andersherum ist das viel schwieriger....

  • Hört man denn Unterschiede zwischen 6er, 7er und den genannten Oberklassemodellen?

    Pft. Ob ein 621 oder 714 oder 704 spielt höre ich zumindest nicht - bei selbem Tonabnehmer versteht sich. 'Goldohren' mögen da Nuancen an Differenzen wahrnehmen, Ottonormal-Ohrer nicht.

    Martins Lieblingsdreher: Dual 1229, Dual 1000/1001, Dual 300 Siesta, Luxor GW1. Alles Weitere im Profil.

  • Das klingt ja gut. Kommt es vor, dass man auch Tonabnehmer tauscht? Vermute mal eher nur die Tonabnehmer. Welches wäre ein neuer guter für einen 714 721 ?

  • Tonabnehmer werden eigentlich nur getauscht wenn was anderes besser gefällt oder aus Neugierde und Spieltrieb. 😉

    Dual hat durchaus gute und solide Tonabnehmer verbaut mit denen man sehr glücklich sein kann. An den 7er Modellen sind sogar absolute Top Abnehmer dran.

    Viele Grüße

    Roman

  • Vielen Dank Roman, die können aber evtl. älter sein die Abnehmer oder auch mal arg mitgenommen? Wie heissen die TopAbnehmer ? Kann man bei Kleinanzeigen ja manchmal sehen oder erfragen.

    Viele Grüße Bernd

  • Also grundsätzlich funktionieren Tonabnehmer oder eben nicht. Alterung spielt vom Hörergebniss her keine Rolle wenn er nicht defekt (Kanalausfall) ist. Dafür ist einzig die Nadel zuständig.

    Welche Top Abnehmer meinst du? Von Dual verbaute? Das wären sicherlich das Shure V15-III, das Ortofon M20 oder die Ortofon OM Varianten. Aber auch ein einfaches Shure M75 kann mit Jico SAS Nadel ganz oben mitspielen.

    Grundsätzlich würde ich sagen je teurer die Nadel desto besser der Sound.

    Und bevor jetzt jemand schreit: Natürlich ist das zu pauschal und bleibt Geschmackssache. Auch vermeintlich einfache Nadeln können super klingen.

    Aber ich bin da nur bedingt ein Maßstab weil ich etwas eigenwillige Sachen mag.

    Viele Grüße

    Roman

  • Ich würde als Top das Dual/Ortofon M20, die neueren Konstruktionen von OM20 aufwärts und das Shure V15 einstufen.

    Gut Musik hören kann man aber auch mit einem Shure 75-6 und den 95ern.

    Bei neuen Tonabnehmern empfehlen sich die Audio Technika VM-95 Systeme da man damit gut rumspielen kann.

    Ich betreibe auch ein Denon DL110 an einem CS5000, auch gegen ein Denon DL103 spricht nichts.

    Grüße Andi.

  • Sehr wertvolle Infos, danke Euch!

    Hätte in der Nähe zwei thorens 115mk2 mit stanton 500 E oder einen mit shure hitrack, passt jetzt nicht ganz zum Board) je 80 Euro. Oder ein 145mk2 mit ortofon 20 für 150. Wären die gut?

    Duals gibts auch einige bei Kleinanzeigen. Qual der Wahl.

    Viele Grüße Bernd

  • Zitat

    Wäre auch für andere Hersteller offen, Thorens soll auch recht gut sein. Optik wäre mir nicht so wichtig, eher gute innere Werte, die nützlich sind.

    DIe Player der 70er sind ab einer gewissen Preisklasse eigentlich alle sehr gut. Bei Dual z.B. die 7er. Mit einem Thorens ist man auch ganz weit vorne. Aber auch die Japaner dieser Zeit darf man nicht unterschaetzen! Der Wettbewerb damals war so hart, dass es sich kein Hersteller leisten konnte, Schrott zu produzieren -- von den Einstiegsgeraeten vielleicht mal abgesehen. Man darf nicht vergessen, dass in den Vergleichstests damals noch richtig gemessen wurde und nicht nur rumgeschwurbelt wie heute. Diese Player waren besser als jede Schallplatte. Der Billigschrott kam in der Breite erst mit der CD, als Plattenspieler nur noch Beigaben waren. Obwohl es auch da Ausnahmen gab, d.h. richtig gute "Plastikbomber" (Dual 630Q z.B.).

    Wenn Du also was richtig Gutes haben willst, nimm einen Vintagedreher, der damals ein Monatsgehalt gekostet hat und spendiere ihm einen Top-Abtaster/Stylus. Der darf auch gerne von heute sein. Muss natuerlich zusammenpassen (Compliance des Stylus, effektive Masse der Tonarms), aber wenn das passt, kann man eigentlich nichts falsch machen. Der Rest ist Geschmacksache (Antriebsart, konventioneller Tonarm oder Tangential, mehr oder weniger "Spielwert", d.h. kann man den Tonarm wechseln z.B.).

    Aber Vorsicht: mit dem Essen kommt der Appetit und ruckzuck hast Du bald zwei Dreher und dann drei und dann... ;)

  • Danke Harr, so hätte ichs auch etwa erwartet. Klingt nach Wertarbeit früher.

    Wundert mich aber etwas wenn man was gutes gefunden hat, warum kommt dann noch mehr Appetit ? ))

  • Dass Tonabnehmer nicht altern ist mir zu pauschal. Besonders die Cantilevergummi verhärten und damit ändert sich der Klang oft ganz erheblich.

    Viele Grüße
    Alois


    Dual 721 mit Ortofon OM30, getrennten Massen, quarzgesteuertem Stroboskop, Hitachi HCA 7500, Hitachi HMA 7500, Hitachi D-900, Saba MT201, RFT CD9000, Canton GLE 409

  • Dass Tonabnehmer nicht altern ist mir zu pauschal. Besonders die Cantilevergummi verhärten und damit ändert sich der Klang oft ganz erheblich.

    Wir reden aber doch nicht von Keramiktonabnehmern oder?

    Cantilevergummis sind Bestandteil der Nadel. Nicht des Generators. Exakt deswegen schrub ich dass für Klangveränderungen nur die Nadel zuständig ist. 😉

    Viele Grüße

    Roman

  • OK, da war jetzt ich zu pauschal und hab den Nadeleinschub einfach nicht getrennt betrachtet😏

    Viele Grüße
    Alois


    Dual 721 mit Ortofon OM30, getrennten Massen, quarzgesteuertem Stroboskop, Hitachi HCA 7500, Hitachi HMA 7500, Hitachi D-900, Saba MT201, RFT CD9000, Canton GLE 409

  • Hi Bernd,

    die Thorens 115 MKII sind technisch gute Geräte. Manuelle Spieler mit Endabschaltung. Ich habe mehrere davon - mein erster HiFi-Plattenspieler war so einer.... Und einer läuft in meinem Arbeitszimmer. Vielleicht interessiert ein Testbericht:

    Thorens TD 110 / 115

    Der Tonarm ist gut und sehr leicht. Die Laufruhe ist auch ok. Der Spieler ist inzwischen auch ca. 45 Jahre alt und es gibt deshalb Wartungsbedarf. Der Motor benötigt etwas Öl, wobei man an das untere Lager nicht drankommt. Auf der Platine für die Endabschaltung sind meistens zwei kleine Elkos müde. Ist etwas fummelig, diese Platine auszubauen. Typisch sind auch Kontaktprobleme vom Tonarm zum Tonarmstumpf des Lagers. Auch das Tellerlager sollte gereinigt werden und dann mit etwas!! Öl befüllt werden.

    Das Stanton 500 ist nicht so meins. Das würde ich austauschen. Zum Ausrichten ist eine Schablone sinnvoll. Die original Thoresschablone sind inzwischen leider recht teuer.

    Was noch häufig defekt ist - die Haube. Aufgrund ihrer unsymmetrischen Konstruktion kommt es bei Belastung leicht zu einem Riss hinten. Auch die Haubenscharniere können Ärger bereiten - wobei ich der Konstruktion für richtig gut halte. Findet sich in ähnlicher Form auch beim TD 126.

    Sonst sind mir keine echten Schwächen bekannt.

    Ach so - vom TD 145 MKII würde ich abraten. Ich habe hier einen, dessen Motor nicht ruhig zu bekommen ist. Diese Motoren scheinen öfter Probleme zu bereiten.

    Gruß,

    Rainer

  • Bin beeindruckt, soviel Info u wertvolle Erfahrung hier zu bekommen ! Fand jetzt natürlich noch einen td318 für 220 Euro. Nicht teuer an sich.

    Fand jetzt auch die App mit der man mit dem Handy vor einem Kauf mal die Umdrehungen testet. Den Gleichlauch kann man damit wahrscheinlich aber nicht testen.

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