Suche Kaufempfehlung fuer einen DUAL- Schallplattenspieler

    • Suche Kaufempfehlung fuer einen DUAL- Schallplattenspieler

      Hallo zusammen,

      ich bin durch Zufall bei meinen Recherchen auf dieses Forum gestossen und haette sogleich eine Frage:

      Ich wuerde gerne jemanden einen schoenen, aelteren und gebrauchten Schallplattenspieler schenken und bin da ziemlich schnell auf Schallplattenspieler der Marke DUAL gestossen, da diese ja frueher noch in Deutschland produziert worden und nachgesagt wird ewig zu halten.
      Ich bin bereit dafuer so 200-250€ auszugeben und bin z.B. ueber E-bay auf einige interessante Angebote gestossen z.B. eines Dual CS 704 oder auch DUAL CS 714Q.

      Leider kenne ich mich so gar nicht mit Schallplattenspieler aus und weiss nicht wirklich worauf ich achten muss. Sie die oben genannten Modelle an sich empfehlenswert oder gibt es andere Modelle nach denen ich ausschau halten sollte? Mache ich mit den Modellen etwas verkehrt? Ist ein Preis von 200-250€ angemessen?

      Danke und viele Gruesse :)
    • Hallo spcial (?),


      beide Plattenspieler sind direktgetriebene Halbautomaten (und die damaligen Spitzenmodelle von Dual). Das heißt, dass man den Tonarm manuell mit Hilfe eines Tonarmlifts aufsetzten muss, der Plattenteller aber am Ende einer Plattenseite stoppt und der Tonarm in seine Ruheposition zurückgeführt wird. Zumindest ist letzteres beim 714 Q so, den ich selbst besitze.
      Bei manchen Duals (z.B. 505-4, der noch heute gebaut wird) wird nur der Tonarm angehoben und der Motor abgeschaltet.

      Die vollautomatischen Brüder von 704 und 714Q heißen 721 und 731Q, wobei das Q für eine zusätzliche quarzgenaue Regelung des Direktantriebs steht.
      Außerdem gibt es noch riemengetriebene (z.B. 505-4, den ich ebenfalls sehr empfehlen kann) und reibradgetriebene, meist ältere, aber robuste Plattenspieler von Dual.
      Fast alle haben einen kardanisch gelagerten, geraden Tonarm mit masseloser Auflagekraft. Die Auflagerkraft wird mit einer Spiralfeder eingestellt , nachdem der Tonarm mit einem Gegengewicht ausbalanciert wurde. Deshalb müssen Dual Plattenspieleer nicht unbedingt mit einer Wasserwaage ausgerichtet werden.

      714/731Q sind etwas jünger als 704/721, was auch an deren noch filigraneren und leichteren Tonarmen und Systemem zu erkennen ist. Leider kann man an ihnen außer den speziellen ULM (ultra low mass)- Tonabnehmerrn von Ortofon nur andere Systeme montieren, wenn eine spezielle Halterung dabei ist. Der 704 wurde original mit dem legendären Shure V15 Typ 3 ausgeliefert.

      Ich finde den Preisrahhmen von 200 -250 EUro ziemlich hoch und er ist vielleicht gerechtfertigt, wenn die Spieler fachmännisch gewartet wurden und auch ein passendes System montiert ist. Weitere Angaben zu allen Dual- Geräten findest Du oben unter "Anleitungen". Außerdem gibt es irgendwo eine Aufstellung und Beurteilung allers Modellreihen.
      ein Westfale in Oberbayern
    • Archie schrieb:

      Außerdem gibt es irgendwo eine Aufstellung und Beurteilung allers Modellreihen.
      Hier ist sie: web.archive.org/web/2016102810…fberatung-dual-phono.html

      bzw. hier: Kaufberatung für Dual Phonogeräte
      freundliche Grüße

      Ralph


      Dreher: CS 731Q, CS 741Q und CS 728Q
      MC-Systeme: Goldring Elite, MCC120 MM-Systeme: ELAC 796, AT 150 Sa, AT 440 mlb, TK60E mit DN 160
      Verstärker: Pioneer A-717 MK II
      Boxen: Nubert NuWave35
    • Die Wahl des Duals ist weniger eine Frage des Klangs als vielmehr eine Frage der Technik und der Optik:

      Grundsätzlich unterscheidet man hinsichtlich des Antriebs nach:
      • Reibradantrieb
      • Riemenantrieb
      • Direktantrieb
      Hinsichtlich des Bedienkomforts unterscheidet man nach:
      • Halbautomat (Tonabnehmer wird von Hand aufgesetzt und am Ende der Platte automatisch zurückgeführt oder zumindest abgehoben)
      • Vollautomat (Tonabnehmer wird auf Knopfdruck automatisch aufgesetzt und am Ende der Platte automatisch zurückgeführt)
      Hinsichtlich der Tonarme unterscheidet man nach:
      • schweren/mittelschweren Tonarmen
      • ULM-System (Ultraleichttonarme; für diese Tonarme kann man 1/2-Zoll-Systeme zumeist nur mit Hilfe eines Adapters an den Tonarmkopf schrauben)
      Hinsichtlich der Optik unterscheidet man nach:
      • Holzzargen / folierten Zargen
      • Plastikzargen
      Beim Antrieb gibt es Verfechter für alle drei Antriebsarten. Meiner eigenen, ganz persönlichen Meinung nach ist der Riemenantrieb dem Reibradantrieb überlegen und der Direktantrieb widerum dem Riemenantrieb überlegen. Dazu wirst Du allerdings sicher auch andere Meinungen hören ;)

      Beim Bedienkomfort ist es einfach eine Geschmacksfrage, da ist kein System dem anderen überlegen.

      Bei den Tonarmen soll der ULM-Tonarm den schwereren Tonarmen insbesondere beim Abspielen verwellter Platten überlegen sein. Der ULM-Tonarm ist in der Tat ein feines Stück Technik. Der Nachteil liegt darin, dass diese Tonarme zumeist Tonarmköpfe haben, an denen nur Systeme mit einer speziellen Halterung befestigt werden können (TKS-Systeme), die es heute kaum noch zu kaufen gibt, da sie neu nicht mehr hergestellt werden und da bei den gebrauchten Systemen die Haltenasen leicht abbrechen. Will man an diese ULM-Tonarme ein herkömmliches 1/2-Zoll-System montieren - was sie technisch verdient haben -, braucht man dafür einen Adapter. Die gibt es noch gebraucht zu kaufen oder aber es gibt sie als hervorragenden Nachbau bei DualFred im Angebot.

      Die späten Dual-Dreher in den Plastikzargen ("Plastikbomber") sind geschmacklich sicher nicht jedermanns Ding, technisch allerdings sind diese Geräte zumeist top, insbesondere der 728Q und der 741Q. Letzterer wird auch als "Kennzahl-Wunder" bezeichnet, weil seine Gleichlaufwerte auf unglaublich hohem Niveau liegen.

      Rüstet man einen Dual-Dreher mit einem guten 1/2-Zoll-System aus, kann man damit Musik auf einem fantastischen Niveau hören. Mein Rat: Kauf Dir erst einmal einen Dreher und höre mit dem verbauten System. Damit kannst Du ohne viel Aufwand viel Spaß haben. Dann taste Dich langsam über die Frage nach einem passenden Vorverstärker und über die Frage nach einem besseren Tonabnehmersystem und die Frage, wie man ein System justiert an die Materie heran. Plattenspieler sind eben keine Plug-and-Play-Geräte der Computergeneration sondern sie verlangen nach Einarbeitung in die Technik.
      freundliche Grüße

      Ralph


      Dreher: CS 731Q, CS 741Q und CS 728Q
      MC-Systeme: Goldring Elite, MCC120 MM-Systeme: ELAC 796, AT 150 Sa, AT 440 mlb, TK60E mit DN 160
      Verstärker: Pioneer A-717 MK II
      Boxen: Nubert NuWave35

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