Dual CS 621 Motor dreht nicht/Arm schwenkt nicht rüber

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    • Dual CS 621 Motor dreht nicht/Arm schwenkt nicht rüber

      Hallo Community,
      besitze seit neuestem einen Dual Cs621 habe aber folgendes Problem:

      Sobald ich den Hebel auf Start stelle leuchtet die Strobo Lampe. Jedoch läuft der Motor nicht an. Der Arm hebt sich kurz senkt sich dann wieder.

      Bitte um Hilfe.

      Lg
      Dual_621
    • Hi !

      Dual_621 schrieb:

      Sobald ich den Hebel auf Start stelle leuchtet die Strobo Lampe. Jedoch läuft der Motor nicht an. Der Arm hebt sich kurz senkt sich dann wieder.
      Ähem.

      Wenn sich der Arm hebt und wieder senkt, bedeutet das, daß der Motor sehr wohl läuft. Dreht sich der Teller ? Vermutlich, denn durch den wird das Kurvenrad betätigt, durch das widerum der Arm bewegt und angehoben bzw. abgesenkt wird. Ohne drehenden Teller würde sich dabei ganz und gar nix tun.

      Das Problem liegt vermutlich - wie so oft - am Steuerpimpel. Das ist ein kleines Plastikhütchen untendrunter, wo der Haupthebel draufgeht, der vom Kurvenrad in waagerechter Richtung bewegt die Auslenkung des Arms bewirkt (wie eine Art Kupplung). Nach 40 Jahren ist das meistens zerbröselt und der nackte Metallstift reicht nicht, weil die Reibung nicht ausreicht. Neue Pimpel gibt es im Internet oder beim Forumsteilnehmer Oli62:

      Neue Ersatz Steuerpimpel

      .
      Peter aus dem Lipperland


      Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.
    • Hi !


      Dual_621 schrieb:

      Aber der teller dreht nicht sobald man startet
      Hmmm.

      Der 621 hat einen Direktantrieb. Die Motorachse ist gleichzeitig die Tellerachse. Der Antriebskranz für das Kurvenrad ist unterhalb des Tellers mit der Welle verschraubt, der Teller liegt aber nur lose auf. Bzw.: er sitzt auf Passung auf einem Konus.

      Wenn sich der Arm hebt und senkt läuft der Motor. Muß er, geht nicht anders. Kleb' doch bitte mal ein Stück Tesafilm oben um die Tellerachse, daß sich ein Fähnchen bildet. Dann starte nochmal. Wenn das Fähnchen herumdreht, dreht der Motor. Wenn der Teller dann nicht mitdreht, sitzt er nicht richtig auf der Achse, wobei ich sowas noch nie erlebt habe. Das würde nämlich bedeuten, daß irgendwas zwischen Teller und Chassis sitzt, wodurch der Teller nicht weit genug nach unten auf die Motorachse rutscht und davon nicht mitgenommen würde. Von sowas habe ich noch nie gehört und das würde mich ausgesprochen verblüffen.

      Wenn Du die Gummimatte vom Teller abnimmst, kannst Du ihn nach oben abnehmen. Wenn er nur lose aufliegt, müßte er sofort abgehen. Bei einigen Geräten ist der über die Jahre "festgebacken" und man kriegt ihn nicht so einfach ab. Wenn er aber nicht mit dem Motor dreht, müßte er sofort runtergehen. Ohne den Teller als Ausgleichs- und Schwungmasse dreht der Motor nur sehr ruckartig. Das ist normal und kein Fehler. Um rund zu laufen braucht er die Tellermasse.

      .
      Peter aus dem Lipperland


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    • hallo Wacholder

      Erst einmal vielen dann für deine fundierte Antwort.

      Also der Pimpel ist verschlissen und wird ersetzt. Den Teller habe ich bereits abgenommen. Dieser saß bombenfest auf der Achse bzw dem Dorn. Das mit dem Fähnchen werde ich im Laufe des Tages noch testen und berichten. Aber Was ich jetzt schon sagen kann: Auch ohne Teller beginnt der Motor nicht zu drehen und läuft nicht an. Der arm jedoch hebt und senkt sich.

      Danke noch mal für deine fundierte Hilfe
      Bin leider noch Anfänger auf dem Gebiet
    • Hallo,

      ohne den Teller als Schwungmasse ruckelt der Motor (Finger auf den Dorn legen). So richtig gleichmäßig im Kreis dreht er nur bei aufgelegtem Teller.

      Gruß Evil
      Dreher: 491, 502, 601, 621, Sony PS20FB, Denon DP45F und andere
      LS: Audio Physic Sitara, Crazy, Needle Deluxe Bamboo, CT280
    • Hi !

      Dual_621 schrieb:

      Auch der Motor und der Teller dreht nicht (Klebestreifentest)
      Okay. Das ist was, womit man was anfangen kann.

      Wenn die Stroboleuchte noch angeht, ist nicht der Entstörkondi gestorben und hat die Sicherung mitgerissen, sondern - sehr wahrscheinlich - ist der Hauptkondensator der Stromversorgung an Altersschwäche eingegangen und am Motor kommt keine Spannung mehr an.

      Der Kondi sitzt im Netzteilkasten und ist ein 1000µF / 35 oder 40V axial. Wenn Du das Ding sowieso aufmachst, kannst Du auch gleich den Knallfrosch-Kondi entschärfen und durch einen 47nF / 275V~ "X2" ersetzen. Und für den Rundschlag im Schalterkasten (wo die Drähte vom Strobo abgehen und auf das das Netzkabel draufgeht) noch den Entstörkondi durch einen 10nF / 275V~ "X2" ersetzen.

      In den meisten Fälle läuft die Kiste dann wieder.

      [Edit] Ach so: ein Link auf ein Servicemanual vom 621. Bei "unserem" Wegavision gibt's keins und der 622 ist doch in einigen Punkten (nicht nur beim Armaufbau) anders.

      vintageshifi.com/repertoire-pd…al-621-Service-Manual.pdf
      Peter aus dem Lipperland


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    • Hi !

      Dual_621 schrieb:

      Also der spieler läuft wieder...danke..nur leuchtet jetzt die strobo nicht mehr..mal schauen woran das liegt
      Nachdem Du das Stroboproblem auch lösen konntest: :thumbsup: :thumbup:


      Dual_621 schrieb:

      Werden nun viel Spaß mit dem Teil haben....
      Das denke ich.

      Der 621 kam serienmäßig mit dem Dual DMS240E bzw. später mit dem DMS242E, was beides im Grunde die gleichen Systeme sind und die von Audio Technica stammen. Wenn da sowas druntersitzt, ist das eine solide Basis zum unbeschwerten Hören. Das System eignet sich auch zum "feineren Hören", für Rock, Techno, Metal und so weiter ist es mir etwas zu neutral und rummst nicht richtig. Es geht gut mit Pop, Orchestermusik, Solostimmen und Ambience und Elektro läuft damit sehr schön. Voraussetzung: Originalnadel oder eine der guten Pfeifer-Nachbauten (wo vorne auch Pfeifer draufsteht). Die meisten neueren Nachbauten der 20 - 30 Euro-Klasse sind einfach nur Mist.

      .
      Peter aus dem Lipperland


      Solo mio, vendro unscrupuloso, custombres sansaclu.
    • Ja nun wirklich froh das er wieder läuft. Der Elko war auf der Unterseite schon sehr rissig.

      bei uns ist eine Nadel von dual "verbaut". Steht aber denon drauf. In welche " Klasse " würdest du denn den 621 einstufen? Kann er mit neueren mithalten?



      Muss jetzt nur noch warten bis der neue steuerpimpel geliefert ist

      Beste :) Grüße

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Dual_621 ()

    • Dual_621 schrieb:

      bei uns ist eine Nadel von dual "verbaut". Steht aber denon drauf.
      ?( ?( ?(

      Dual_621 schrieb:

      In welche " Klasse " würdest du denn den 621 einstufen? Kann er mit neueren mithalten?
      Im gut gewarteten Zustand mit einem guten System ganz oben, sprich Oberklasse!
      Da musst du schon einige Euros für einen neuen aktellen Dreher in die Hand nehmen um einen 621er zu toppen.
      Gruß Klaus
      Dreher: 1019 - 1218 - 1228 - 510 - 601 - 621 - Technics 1210M5G
      Systeme: D105ED, D105G - M20E, DMS 210, DMS 240 E - MP10, MP20 - M75, M91ED, M95ED - GP 401 II
      Abhöre: Yamaha A-S700 - Rotel RE 1010 - Visaton VIB-Extra II modifiziert
    • Hallo,

      der Direktantrieb der Duals ist im Vergleich zu den der heutigen DJ-Direktantrieben aufwändig und zuverlässig, natürlich hat er nicht das Drehmoment um den Teller auf 1/4 Plattenumdrehung auf volle Drehzahl zu beschleunigen, dafür rumpelt er nicht und läuft sehr gleichmässig.

      Seit in den 80ern die Direktantriebe bis auf ein paar Kleinserienmodelle ausgestorben sind haben diese eigentlich auf dem aktuellen Markt keine Konkurrenz.

      Peter
      "Und wenn ich diese Taste drück spielt er ein kleines Musikstück"
      (Kraftwerk)
    • Hi !

      Dual_621 schrieb:

      Heute habe ich den neuen Pimpel eingebaut. Nun fährt der arm auch selbständig auf die platte. Er fährt aber nur in die Mitte und nicht an den Anfang
      Damit begeben wir uns in die dunkeln Abgründe der Laufwerksmechanik. ^^

      Kurz eine Einleitung, wie es funktionieren *sollte*.

      Mit dem Drehzahlumschalter wird die Liftschiene nach vorne (33) oder nach hinten (45) bewegt.
      An deren Ende befindet sich eine Abkantung.
      Auf dem Armsegment, was mit dem Arm geschwenkt wird, befindet sich ein in einer Führung federnd gelagerte Anschlagbolzen.
      Wenn das Kurvenrad den schwarzen Haupthebel andrückt, um den Arm anzuheben, nimmt sie auch die Liftschiene mit, die dabei dichter an das Chassis rückt. Wenn der Haupthebel eine waagerechte Bewegung ausführt, um den Arm einzuschwenken, kommt der Anschlagbolzen auf dem Segment in Kontakt mit der Liftschiene: etwas früher bei 33 (Schiene vorne) oder etwas später bei 45 (Schiene hinten). Der Haupthebel fährt noch ein Stück weiter, um den Arm auch sicher bis zum Anschlag mitzunehmen, dann rückt er vertikal ab und der Arm senkt sich am Aufsetzpunkt.
      Zusätzlich ist die Umlenkung der Liftschiene an der Vorderseite auch nochmal in einem exzentrischen Bolzen gefaßt, der eine Feineinstellung des Aufsetzpunktes erlaubt.

      Der häufigste Fehler dabei ist, daß sich Bolzen und Ende der Liftschiene verpassen, weil die Einstellung des Lifts "zu flach" ist und die Schiene nicht dicht genug an das Chassis gerückt werden kann. Dann gleitet der Bolzen *unter* die Schiene und wird durch die mechanische Reibung "irgendwo" zwischen der 30 und der 17cm Position angehalten. Oder flutscht im Extremfall bis zum Abschaltpunkt durch.

      Versuch' bitte mal folgendes: Links neben dem Antiskating-Rädchen ist eine Schlitzschraube in das Chassis eingelassen. Diese Schraube dient zur Höhenverstellung der Handlift-Funktion. Wenn die falsch steht, behindert es das Andrücken der Liftschiene durch den Haupthebel. Die Schraube mal eine halbe bis ganze Umdrehung im Uhrzeigersinn andrehen.

      Sollte der Arm dann am Aufsetzpunkt stoppen, liegt das Problem in einem grundlegend verstellten Armlift.

      Die Grundeinstellung geht so:
      - Stecker aus der Steckdose
      - Drehzahlsteller auf 33
      - Teller von Hand drehen und "Start" betätigen
      - drehen, bis der Arm von der Ablage abhebt und gerade Richtung Teller schwenken will
      - die Hubhöhe zwischen der Arm-Unterkante vorne und dem kleinen Absatz innen an der Armablage sollte 1 - 1.5mm betragen.
      Sie wird durch die gerändelte Stellhülse am Lift, vorne links am Armlager eingestellt. Drehen im Uhrzeigersinn vergrößert, gegen den Uhrzeigersinn verkleinert die Hubhöhe.
      - weiterdrehen, bis der Arm auf der Platte aufsetzt und die Mechanik ausgekoppelt wird.
      - Handlift auf "heben" ziehen, Arm bis kurz vor die Armablage zurückschwenken
      - mit der oben schon erwähnten Schlitzschraube die Hubhöhe auch wieder auf 1 - 1.5mm einstellen
      - Arm ablegen, Lift auf senken und nochmal durchprobieren, ob die Höhen noch stimmen.
      - Stecker wieder rein und im praktischen Betrieb ausprobieren.

      Fertig.

      .
      Peter aus dem Lipperland


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    • Hi !

      Dual_621 schrieb:

      Bei 45er trifft die Nadel zu früh auf und rutscht runter
      Wenn er bei 33 auch etwas sehr weit am Rand aufsetzt, wird er bei 45 sicher von der Platte purzeln. Leider lassen sich die Aufsetzpunkte nur gemeinsam verstellen. Die Regel ist: 17 cm in der Mitte der Einlaufrille einstellen = paßt auch bei 33 (Klammer auf: wenn keine anderweitigen mechanischen Probleme vorliegen - Klammer zu ...)

      Dazu gibt es die niedliche kleine Schlitzschraube im Chassis bei 5 Uhr am Teller - oberhalb des DUAL Zeichens.
      Damit kann man in gewissen Grenzen den Aufsetzpunkt verschieben. Das ist ein "Rumdreh-Exzenter": um eine Mittellage erlaubt er ein Verstellen nach plus und minus, wenn man ihn ganz rumdreht, wiederholt sich der Einstellbereich. Also *grundsätzlich* muß der Arm an die richtige Position kommen (was ja anscheinend der Fall ist) und mit dem Exzenter lassen sich die fehlenden Millimeter justieren.

      Probier' mal aus.

      .
      Peter aus dem Lipperland


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